Nachrichten 1. Halbjahr 2017



Am 10. und 11. Juni 2017 öffnet das Kloster Steinfeld Musikliebhabern seine Pforten. Foto: Kreismedienzentrum/pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Musikfest im Kloster Steinfeld

Kreis Euskirchen und Kreis der Freunde und Förderer Kloster Steinfeld laden am 10. und 11. Juni 2017 zur 72. Auflage ein – Festkonzert von Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen unter der Leitung von Markus Goecke

Kall-Steinfeld – Das Kloster Steinfeld ist Schauplatz der 72. Auflage des Eifeler Musikfestes am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Juni 2017. Der Kreis Euskirchen und der Kreis der Freunde und Förderer des Kloster Steinfelds präsentieren gleich drei Konzerte: ein Kammerkonzert am Samstagabend in der ehemaligen Klosterbibliothek, eine musikalische Gestaltung des sonntäglichen Hochamts sowie zum krönenden Abschluss das Festkonzert am Sonntagnachmittag.

Den Auftakt macht das Kammerkonzert am Samstag um 19 Uhr in der ehemaligen Klosterbibliothek. „Klavier trifft Gesangsduo“ heißt das Programm, bei dem Aurora Sperduto (Sopran) und Robert Fendel (Bariton) Melodien von Klassik bis Musical vortragen – von Mozart über Beethoven bis zu Rossini sowie Melodien aus Musicals wie Les Misérables und Mary Poppins. Begleitet werden sie von Pianistin Sorina Aust-Ioan.

Zum Hochamt am Sonntag um 10 Uhr in der Basilika führen Solisten, der Chor und das Orchester an der Basilika sowie Gastsängerinnen aus der Gemeinschaft der Gemeinden Heiliger Hermann Josef Steinfeld die Missa brevis G-Dur (1774) von Nikolaus Betscher auf. Die musikalische Gestaltung des Festhochamtes am Dreifaltigkeitssonntag ist seit Jahren Beitrag des seit 1972 bestehenden örtlichen Chores zum Eifeler Musikfest. Die Intendanz liegt letztmalig in den Händen von Hans-Peter Göttgens, der nach der Aufführungen aus Altersgründen als Dirigent zurücktritt und der Chor und Orchester 45 Jahre geleitet hat. An der König-Orgel wird Basilika-Organist Andreas Warler das Hochamt begleiten.

Abgeschlossen wird das 72. Eifeler Musikfest am Sonntag um 16 Uhr in der Basilika durch ein Festkonzert. Auf dem Programm stehen mit den Coronation Anthems HWV 258-261 und dem Utrechter Te Deum HWV 278 Werke von Georg Friedrich Händel. Ausführende sind Solisten und Kammerchor an St. Martin Euskirchen und die Accademia Filarmonica Köln unter der Leitung von Markus Goecke.

Karten für das Kammerkonzert (15 Euro) und das Festkonzert (20 Euro) gibt es online über das Portal von Ticket Regional (www.ticket-regional.de/musikfest) sowie telefonisch (0651/9790777). Vorverkaufsstellen im Kaller Gemeindegebiet befinden sich im Klosterladen des Klosters Steinfeld sowie bei Augenoptik Stephan Kohl im Rewe.

In diesem Jahr ist ein Wochenende im Klosterambiente buchbar. Das Wochenendpaket „Eifeler Musikfest“ bietet zum Preis von 174 Euro pro Person zwei Übernachtungen mit Vollpension im Doppelzimmer des Gästehauses, Eintrittskarten mit Sitzplatzreservierung zum Kammerkonzert und zum Festkonzert, eine musikalische Einführung in das Programm des Eifeler Musikfestes, eine exklusive Orgelführung mit anschließendem Konzert in der Basilika Steinfeld durch Organist Andreas Warler sowie ein Konzertmitschnitt auf CD eines früheren Musikfestes und die Festschrift 70 Jahre Eifeler Musikfest.

Die Buchung des Wochenendpaketes erfolgt über das Gästehaus Kloster Steinfeld, Hermann-Josef-Straße 4, 53925 Kall, Telefon: 02441/889-131, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, www.kloster-steinfeld.com.

pp/Agentur ProfiPress


Im November hatte Bürgermeister Herbert Radermacher seinen Rücktritt für 2017 angekündigt. Inzwischen haben sich die Fraktionsvorsitzenden auf den 24. September als Termin für die Nominierung eines neuen Kaller Bürgermeisters in Urwahl - gemeinsam mit der Bundestagswahl – verständigt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Radermacher

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Kaller,

seit November 2016 stand fest, dass ich meine Position als Kaller Bürgermeister aus gesundheitlichen Gründen aufgeben werde. Die Frage des Zeitpunktes blieb zunächst offen. Rat und Verwaltung waren bestrebt, Ausgaben aus Steuermitteln für eine unnötige eigene Bürgermeisterwahl in Kall zu vermeiden.

In Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden hat sich herausgestellt, dass der beste Wahlzeitpunkt mit der Bundestagswahl am 24. September 2017 gekommen ist. Die Diagnose des Amtsarztes zwang mich allerdings dazu, meine Tätigkeit als Verwaltungschef bereits zum 1. Mai 2017 einzustellen.

Mein allgemeiner Vertreter Michael Heller wird das engagierte Verwaltungsteam nun bis zur Neuwahl führen. Meine stellvertretenden Bürgermeisterkollegen Uwe Schubinski und Karl Vermöhlen werden die repräsentative Rolle bei den Bürgern weiter gerne übernehmen. Ich danke allen Kollegen in Rat und Verwaltung, vor allem aber Ihnen, den Menschen in der Gemeinde Kall, für Ihr Vertrauen und die langjährige gemeinsame Arbeit zum Wohl unserer Heimatgemeinde.

Es gab viel zu tun, das meiste davon haben wir mit gutem Willen angepackt, nicht alles ist uns gelungen, wie etwa die Etablierung der Gesamtschule. Aber es wurde auch eine Menge zum Besseren gewendet. Mit dem integrierten Handlungskonzept, dem Haus der Begegnung und den Dorfwerkstätten in Sistig und Scheven haben wir zum Ende meiner Amtszeit mehr Demokratie und echte Bürgermitwirkung gewagt und realisiert.

Weitere Gewerbeflächen wurden erschlossen, zahlreiche Straßen ausgebaut und Kanalisationen, unter anderem mit Beseitigung der Fremdwasserproblematik in Wahlen und Rinnen, umgesetzt. Insgesamt wurden im Durchschnitt während der vergangenen zehn Jahre drei Millionen Euro per anno in die gemeindliche Infrastruktur investiert.

Unter anderem in Straßen- und Wohnumfeld-verbesserungsmaßnahmen wie den behindertengerechten Ausbau des Kaller Ortszentrums mit Vogtpesch, Weierbenden und Stürzerhof sowie straßenbaubegleitenden Maßnahmen mit dem Landesbetrieb Straßen NRW in der Kölner Straße, in Rinnen, Sistig und Krekel.

Wir haben den Schulstandort Sistig aufgewertet, Fach- und Klassenräume saniert, die Mensa neugebaut, die Kindergärten um ein U3-Betreuungsangebot erweitert und die Bücherei modernisiert.

Weiter haben wir in Klimaschutz und energetische Verbesserungen investiert. Kall wurde als Klimaschutzgemeinde mit dem „Energy Award“ ausgezeichnet. Wir haben unseren Beitrag zum Überleben und zur Zukunft des Eifelklosters Steinfeld und seines Gymnasiums geleistet, die schweren Hochwasserschäden in Scheven zum Anlass für Verbesserungen genommen, ein gerechteres Abfallsystem eingeführt, die Nordeifeltourismus GmbH mitgegründet und wir haben uns an der Gründung des Vereins zum Erhalt der Gaststätte Gier beteiligt.

Alles das und noch viel mehr, was wir in den zurückliegenden zehn Jahren gemeinsam verändert und geschaffen haben, wird über meine Amtszeit hinaus Bestand haben und von meinen Nachfolgern fortgeführt werden. Ich darf allen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltungsmitarbeitern und politischen Mandatsträgern herzlich danken, dass sie das alles mitgetragen und unterstützt haben – vor allem den vielen Frauen und Männern in der Gemeinde, die sich in Vereinen und Organisationen ehrenamtlich betätigen.

Durch Sie alle wurde es möglich, dass sich unser kommunales Gemeinwesen weiter- und zum Guten fortentwickelt hat. Das zeigt sich bei weitem nicht nur in den aufgezeigten materiellen Dingen, sondern auch etwa durch den vorbildlichen und allseits angesehenen Umgang mit geflüchteten Menschen in Kall.

Ich bitte Sie schon jetzt: Gehen Sie den Weg mit meinen Weggefährten und Nachfolgern im Rathaus und im Rat weiter engagiert mit, unterstützen und beraten Sie sie, wo Sie können. Seien Sie solidarisch untereinander - und seien Sie auch in Zukunft ein bisschen stolz auf unsere Gemeinde Kall.

Ihr

Herbert Radermacher, Bürgermeister


Ein historisches Bild, es entstand am 7. Oktober 2016 in den Räumen der VR-Bank Nordeifel: Die Versammlungsteilnehmer der Genossenschaftsgründung der GenoEifel eG haben die entsprechenden Protokolle unterzeichnet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Helfen und helfen lassen

Statt Mehrgenerationenhaushalt kommt die Mehrgenerationenregion: Wer fit ist, hilft denen, die Gesellschaft und Unterstützung über die Pflege hinaus brauchen – GenoEifel eG, die Generationengenossenschaft mit Sitz im Kaller Rathaus, bringt beide Seiten zusammen - LEADER-Projekt startet mit 181.000 Euro in der Nordeifel und mit Ausdehnungsabsichten auf den gesamten Kreis Euskirchen – Die Betätigungsfelder sind reich: Fahren, Arztbesuche, Behördengänge, Vorlesen, Rasenmähen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, im Haushalt helfen, Zuwendung geben – Neun Euro die Stunde, ein Geschäft ausschließlich unter Genossenschaftsmitgliedern

Kall/Kreis Euskirchen – Das Prinzip ist ebenso genial wie einfach: „Fitte“ Menschen kümmern sich um gebrechlichere Frauen und Männer, gehen für sie einkaufen, erledigen kleinere Arbeiten und Besorgungen und leisten den oft einsamen Alleinstehenden Gesellschaft. Sie tun über die Pflege hinaus das, was früher in einem Mehrgenerationenhaushalt die Kinder für die Eltern, die Enkel für Oma und Opa getan haben.

„Wir versuchen, das Modell Familie auf die ganze Nordeifel-Region zu übertragen“, sagte Wolfgang Merten in einer Pressekonferenz in Schleiden.  Bei dem Termin in der VR-Bank Nordeifel stellten Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Merten und Vorstandsvorsitzender Malte Duisberg gemeinsam mit den Koordinatorinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld die „GenoEifel eG“ vor, eine Generationengenossenschaft, die ab sofort Hilfsbedürftige und Helfer zusammenbringen will.

„Es geht nicht um klassische Pflege“, so Malte Duisberg, „dafür ist in aller Regel durch vorhandene Dienste gesorgt.“ Aber die haben kaum Zeit für Gespräche, Zuwendung, kleine Hilfen im Alltag, so Wolfgang Merten: „Ich kenne eine Frau, die könnte jetzt weiter zu Hause alleine leben, obwohl sie keine Angehörigen mehr hat, wenn sie die Leistungen der Dienstleistungsgenossenschaft in Anspruch nähme, sich jemand um sie kümmern würde, ihr den Rasen mäht, Besorgungen macht und auch mal Zeit für eine Partie Mensch-ärgere-dich-nicht hat.“

 

Kontakt Tel. 0160/ 90 95 27 18,

 E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

 

Auch Corinne Rasky nannte ein Beispiel aus dem so genannten „richtigen Leben“: „Die Ehefrau muss operiert werden, braucht übergangsweise für drei Wochen jemanden, der ein wenig im Haushalt hilft, sie fährt und Besorgungen macht – denn der eigene Mann ist selbst krank und in Reha.“ Da wird die GenoEifel eG mit Sitz im Kaller Rathaus (Tel. 0160/ 90 95 27 18, E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) künftig in ihre Kartei an potenziellen Helfern gucken, wen sie für die drei Wochen vermitteln kann.

Das System lebt von der Hoffnung, dass sich genügend Menschen in Eifel und Kreis Euskirchen finden, die einen Teil ihrer Zeit für solche Hilfen zu geben bereit sind. Hilfebedürftige gibt es durch die demografische Entwicklung immer mehr . . . 

Wer ihnen beisteht, indem er zum Beispiel Fahrdienste erledigt, die Senioren zur Kirche oder zum Arzt begleitet, sie im Heim besucht, mit ihnen spazieren geht, ihnen vorliest, Bilder aufhängt oder die Betten bezieht, soll das nicht ohne Gegenleistung tun.

Denn die Generationengenossenschaft führt Buch über die geleisteten Stunden. Die kann man in einem Zeitkonto ansparen – und in Anspruch nehmen, wenn und falls man selbst einmal Begleitung und Unterstützung dieser Art in Anspruch nehmen will.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich die geleisteten Stunden bezahlen zu lassen. Malte Duisberg: „Wer der Meinung ist, dass das Leben so gut zu ihm war, dass er ohne Gegenleistung unterstützen und begleiten will, der kann sich auch so engagieren.“

 

Ein Geno-Anteil für 50 Euro,

40 Euro Beitrag im Jahr

 

Der Stundensatz beträgt neun Euro für diejenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Der Helfer bekommt davon sechs, die Genossenschaft drei Euro. Außerdem müssen Helfer wie Hilfsbedürftige, um überhaupt zueinander vermittelt zu werden, Mitglied der GenoEifel eG werden. Der Jahresbeitrag kostet 40 Euro. Außerdem muss man einmalig mindestens einen Anteil an der Genossenschaft erwerben (50 Euro).

„Das ist eine faire Grundlage, auf der wir den Versuch wagen, eine solidarische Gesellschaft in der Nordeifelregion und später im ganzen Kreis Euskirchen zu organisieren“, so Wolfgang Merten, der Aufsichtsratsvorsitzende. Das hat auch die EU erkannt und das Projekt in seine LEADER-Förderung aufgenommen.

Insgesamt fließen in der Startphase der Jahre 2017 bis 2022 181.000 Euro Fördermittel in die GenoEifel eG, 118.000 aus dem LEADER-Programm, 63.000 Euro von insgesamt zehn regionalen Partnern, darunter Firmen und Stiftungen wie die Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, deren Geschäftsführer Malte Duisberg ist. Natürlich engagierte sich auch die VR-Bank Nordeifel stark, deren Vorstandsmitglied Wolfgang Merten ist.

Außerdem die Dr. Axe-Stiftung Köln, die DHPG Euskirchen, der Weiss-Verlag Monschau, e-regio Euskirchen, die Anwaltskanzlei Pelzer in Schleiden, die Steuerkanzlei Heinen/L`homme/Weishaupt & Partner in Mechermich, Heimbach und Schleiden, Bohnen & Mies in Schmidtheim und die Energie Nordeifel in Kall.

Im Vorfeld der Genossenschaftsgründung hatten sich Malte Duisberg und Wolfgang Merten bei vergleichbaren Genossenschaften vor allem in Süddeutschland umgesehen und unter Weglassen von Schwächen und Nachteilen ein eigenes Modell aus den positiven Erfahrungen konstruiert, das sie jetzt in einer Pressekonferenz vorstellten.

 

Auftaktveranstaltung am 29. Mai, 18.30 Uhr, in Gemünd

 

Im Oktober war die Gründung, am 29. Mai soll die Geno Eifel eG in einer Auftaktveranstaltung um 18.30 Uhr im Kleinen Kursaal Gemünd der Region vorgestellt werden. Dem Vorstand gehört neben Malte Duisberg Karl Vermöhlen an, dem Aufsichtsrat außer Merten auch Claudia Weishaupt von Heinen/L’homme/Weishaupt und der frühere Geschäftsführer, jetzige Pensionär und Kommunalpolitiker Hans Reiff.

Zum Auftakt der Pressekonferenz nannte Malte Duisberg die Grundvoraussetzung für die Generationengenossenschaft in Eifel und Börde: „Wir stellen uns damit einer der größten Voraussetzungen unserer Zukunft, das muss klar sein. Die Gesellschaft wird älter, gerade auf dem Land wollen viele möglichst lange selbstbestimmt und möglichst selbstständig leben. Dazu brauchen sie die Hilfe, die früher eine Mehrgenerationenfamilie gegeben hat. Da es die nicht mehr gibt, hilft kein Zetern und klagen: Wir mussten und wir haben nach einer Alternative gesucht!“

Wolfgang Merten: „Neben professioneller Hilfe wird bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger. Noch nie haben so viele ältere Menschen so viel Kompetenz und Berufserfahrung im Alter eingebracht wie heute.  Noch nie haben ältere Menschen über so viel Zeit verfügt, nicht zuletzt durch die länger werdende Zeit des Ruhestandes, wie heute. Ältere Menschen wollen Dinge selber in die Hand nehmen, sich ehrenamtlich einbringen und gleichzeitig für sich selbst einen Nutzen generieren. Wir bringen beide Seiten zusammen: Die, die Unterstützung brauchen und die, die sie geben wollen und geben können!“

pp/Agentur ProfiPress


Steht nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung: der Vorsitzende der „Löstige Bröder“, Harald Thelen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Löstige Bröder“ suchen neuen Vorsitzenden

Vereins-Chef Harald Thelen steht für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung – Jahreshauptversammlung am 19. Mai

Kall – Der Karnevalsverein „Löstige Bröder” Kall muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen. Wie der derzeitige Vereinschef Harald Thelen mitgeteilt hat, steht er für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung. Ein Nachfolger soll jetzt auf der Jahreshauptversammlung gefunden werden, die am Freitag, 19. Mai, um 19.30 Uhr, im Saal Gier in Kall stattfindet.

Der Vorstand wird Rückschau auf die verflossene Session halten. Auf der Tagesordnung stehen neben der Neuwahl des Vorsitzenden auch die Neuwahl der zweiten Vorsitzenden und eines Beisitzers. Auch eine Satzungsänderung soll an dem Abend beschlossen werden. Nach der Wahl der neuen Vereinsspitze werden die „Löstige Bröder“ eine Vorschau auf die bevorstehende Session halten.

Sollte die Versammlung zu Beginn nicht beschlussfähig sein, wird eine halbe Stunde später eine neue Versammlung einberufen, die dann ohne Rücksicht auf die anwesenden Mitglieder beschlussfähig ist.

pp/Agentur ProfiPress


Der Film „Meine Heimat“ beschreibt sehr eindrucksvoll die Flucht von Syrern über das Mittelmeer. Foto: Black2/Safwan Mostafa Nemo

Aufführung von „Meine Heimat“ in Kall

Der Kaller Ahmad Almohamad, Mitarbeiter des Kreises Euskirchen, hat an der Übersetzung eines syrischen Film mitgewirkt – Flüchtlingsdrama wird am Montag, 8. Mai, 19 Uhr, im Kulturraum der Ene präsentiert

Kall – Das unter anderem vom Kaller Ahmad Almohamad übersetzte syrische Flüchtlingsdrama „Meine Heimat“ wird nach seiner Deutschlandpremiere kürzlich in Euskirchen am Montag, 8. Mai, 19 Uhr, in Kall vorgeführt, und zwar im Kulturraum der Ene (Hindenburgstraße 13). Veranstalter sind das Kommunale Bildungs- und Integrationszentrum (KoBIZ) des Kreises Euskirchen sowie die Gemeinde  und die Flüchtlingshilfe Kall.

Der Film, der im arabischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt wird, beschreibt die dramatische Flucht einer Gruppe von heimatlos gewordenen Syrerinnen und Syrern über das Mittelmeer nach Europa. Er erzählt von Hoffnung und Verzweiflung, von Liebe und Tod.

Der Regisseur Safwan Mostafa Nemo zeigt mit dem eindrucksvollen Film, was die Menschen auf der Flucht erlebt haben. Ein beliebtes arabisches Volkslied gab dem Film den Namen, der 2016 als Mehrteiler im syrischen Fernsehen lief. Neben Ahmad Almohamad, der seinen Bundesfreiwilligendienst im KoBIZ des Kreises verrichtet, haben auch Mohamad Hasan Dakkak, Bufdi im Integration Point/Jobcenter Euskirchen, und Cosima Wernecke, pädagogische Mitarbeiterin im KoBIZ an der Übersetzung mitgewirkt.

„Meine Heimat“ darf durch freundliche Genehmigung des Regisseurs Safwan Mostafa Nemo und der Produktionsfirma Black2 öffentlich in Kall gezeigt werden. Er dauert etwa 100 Minuten. Empfohlen ist er für Zuschauer ab 18 Jahren. Nach der Vorführung wird es einen Austausch geben. Durch den Abend führen die drei Übersetzer. Es wird kein Eintritt erhoben.

Eine Anmeldung per Mail ist möglich an Alice Gempfer bei der Gemeinde Kall,  (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) oder an Roland Kuhlen vom Kommunales Integrationszentrum des Kreises Euskirchen (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik).

pp/Agentur ProfiPress


Die beiden Übersetzer Ahmad Almohamad (l.) und Mohamad Hasan Dakkak sowie Peter Müller-Gewiss von der „Aktion neue Nachbarn“ der Caritas präsentierten den Film. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Syrer aus Kall übersetzte Film

Der Syrer Ahmad Almohamad, der in Kall lebt, hat den syrischen Film „Meine Heimat“ übersetzt und untertitelt – Deutschlandpremiere war jüngst in Euskirchen – Aufführung in Kall geplant

Kall/Euskirchen – Neue Herausforderungen hatte Ahmad Almohamad in den letzten 16 Monaten eigentlich genug zu bewältigen: Die Flucht aus seiner Heimat Syrien, die Integration in einem fremden Land wie Deutschland, die mühsame Suche nach einer Wohnung, einer Arbeit und neuen Freunden. Jetzt kam eine neue Herausforderung dazu: Ahmad Almohamad hat einen Film übersetzt und untertitelt. „Meine Heimat“ feierte jüngst Deutschlandpremiere in Euskirchen.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Film übersetze“, erzählt Almohamad, der seinen Bundesfreiwilligendienst beim KoBIZ, dem Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen, absolviert. Dort fand er Unterstützung bei seiner Teamleiterin Vera Secker, die ihm erlaubte, den Film während der Arbeit zu übersetzen.

Doch zunächst machte er auch Bekanntschaft mit dem deutschen Urheberrecht. Ende 2016 hatte er den Film bei YouTube entdeckt, dort hat Regisseur Safwan Mostafa Nemo ihn eingestellt, jeder kann ihn ohne Gebühren sehen. Doch einfach übersetzen durfte Almohamad ihn nicht. „Meine Chefin sagte, dass ich zuerst den Filmemacher fragen muss“, berichtet Almohamad. Und der war nicht so einfach zu finden. Erst über Freunde aus Syrien gelang der persönliche Kontakt zum syrisch-stämmigen Regisseur und der Produktionsfirma Black2.

Nemo war von der Anfrage begeistert, hatte aber eine Bedingung: Der Film, der im syrischen Fernsehen als dreiteilige Mini-Serie lief und für die Film-Fassung von Ahmad Almohamad montiert wurde, sollte kostenlos gezeigt werden, damit möglichst viele Menschen ihn sehen können. Unterstützung fand Almohamad durch die „Aktion neue Nachbarn“ des Caritasverbandes im Kreisdekanat Euskirchen sowie dem KoBIZ selbst. Der Film wurde dann schließlich im Rahmen der Info-Reihe „Engagiert für Geflüchtete“ gezeigt.

Das nächste Problem: Ahmad Almohamad hatte bislang noch nie einen Film untertitelt. Doch zum Glück findet man im Internet Anleitungen für so gut wie alles, also auch, wie man Untertitel unter ein YouTube-Video bekommt.

Und dann legte Almohamad los. Erst hörte er die zu übersetzenden Passagen und schrieb sie nieder, anschließend übersetzte er sie. Das war aber nicht immer einfach. „Die syrische Sprache hat bestimmte Begriffe, die es auf Deutsch nicht gibt. Die musste ich erklären, deshalb sind die deutschen Sätze länger“, erklärt Almohamad.

Drei Monate, von Januar bis einschließlich März, war er neben anderen Aufgaben im KoBIZ mit der Übersetzung beschäftigt. Unterstützung fand er ab etwa der Hälfte des Projekts durch den Flüchtling Mohamad Hasan Dakkak, der Bundesfreiwilligendienstler des Integration Points im Jobcenter Euskirchen ist. Die Übersetzung besteht aus insgesamt 1777 Sätzen.

Cosima Wernecke, pädagogische Mitarbeiterin im KoBIZ, lektorierte den Text. „Sie hat wenig Fehler gefunden“, freute sich Almohamad, der hervorragend Deutsch spricht und dem man nicht anmerkt, dass er erst vor noch nicht einmal anderthalb Jahren geflüchtet ist. In Sachen Bildsprache hat er zwischen deutschen und syrischen Filmen keinen Unterschied ausmachen können. Dennoch findet er die Kombination mit den Untertiteln seltsam. „Man liest Deutsch, aber man sieht nicht Deutschland.“

Doch was hat Almohamad überhaupt bewogen, die Filmumsetzung der Mini-Serie zu übersetzen? „Ich will zeigen, wie schlimm das ist, was Flüchtlinge erlebt haben, das Leid, und wie wichtig es ist, in Freiheit und ohne Krieg zu leben.“ Denn „Meine Heimat“ beschreibt die dramatische Flucht einer Gruppe von heimatlos gewordenen Syrern über das Mittelmeer nach Europa.

Das, was Safwan Mostafa Nemo in dem Film zeigt, machte Almohamad traurig. Besonders, weil er selbst auf abenteuerliche Art und Weise in einer „Nussschale“ geflohen ist, auch wenn er sagt: „Ich habe noch Schlimmeres erlebt.“ Ein wenig aufgeregt war er am Premierenabend, wie der Film, den er bestimmt schon 30-mal gesehen hat, wohl angenommen würde. „Ich hatte ein wenig Angst, dass Flüchtlinge rausgehen, weil der Film so traurig und tragisch ist.“ Wichtig war ihm deshalb, dass hinterher über das Gesehene diskutiert wurde. Weil einige Szenen emotional sehr aufwühlend sind, hatten KoBIZ und Caritas außerdem beschlossen, den Film nur für Erwachsene freizugeben.

Diese Entscheidung stellte sich als richtig heraus. 70 bis 80 Menschen waren ins Pfarrzentrum St. Martin in Euskirchen gekommen. „Nach dem Film haben alle geweint, auch Freunde, die ich noch nie habe weinen sehen“, berichtete Almohamad. Auch Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, sagte: „Ich war zutiefst berührt und erschüttert.“ Der Film zeige überzeugend die grenzenlose Verzweiflung. Eine der ersten Reaktionen aus dem Publikum nach dem Aufführung: „So viele Menschen wie möglich sollten diesen Film gesehen haben.“ Almohamad hat bereits Anfragen nach Vorführungen in der ganzen Bundesrepublik.

Eine Aufführung ist bereits in Kürze geplant, und zwar in Ahmad Almohamads neuer Heimat Kall (weitere Infos folgen).  

pp/Agentur ProfiPress


Die Gemeinde Kall sucht ab Juni eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Loni Behrend im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein Jahr lang Teil der Verwaltung

Gemeinde Kall bietet Stelle als „Bufdi“ oder „FSJ-ler“ im Bereich Integration – Flüchtlingshilfe, Ehrenamtsmanagement und Verwaltungsabläufe kennenlernen – Arbeitsplatz und Anleitung im Rathaus

Kall – Die Gemeinde Kall sucht in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Köln e.V. ab Juni 2017 eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger im Bundesfreiwilligendienst (BFD) bzw. im Rahmen Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Beschäftigt ist die Person im Bereich Integration (Flüchtlingshilfe etc.) und hat im Rathaus einen festen Arbeitsplatz. Die Anleitung und Begleitung erfolgt über die Verwaltungsmitarbeiterin und Dipl. Sozialpädagogin Alice Gempfer.

„Mit Loni Behrend haben wir in den zurückliegenden Monaten nur gute Erfahrungen gemacht“, berichtet diese von der jungen Frau, die nunmehr beinahe ein Jahr lang als „Bufdi“ in der Kaller Verwaltung aktiv ist. Behrend selbst ergänzt: „Für mich war es eine sehr interessante und schöne Zeit, die ich nicht missen möchte.“ Die junge Frau kam direkt nach dem Abitur nach Kall und war in der Flüchtlingshilfe unter anderem in der Einzelfallhilfe eingebunden. Sie hat geflüchtete Menschen beraten und stand im Austausch mit verschiedenen Ämtern und Institutionen wie dem Jobcenter oder dem Ausländeramt. Regelmäßig nahm Loni Behrend teil an der „Internationalen Sprechstunde“ und dem „Begegnungscafé“ im Pfarrheim sowie an verschiedenen Inforunden wie dem monatlichen Treffen der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Darüber hinaus lernte sie Verwaltungsabläufe kennen und viel darüber, sich selbst gut zu organisieren. „Besonders gefallen hat mir, dass ich sehr selbstständig arbeiten konnte, aber immer einen Ansprechpartner und Unterstützung hatte“, so Behrend.

Über das DRK nehmen Freiwilligendienstler an mehreren Blockseminaren und Reflexionstagen teil, die meist in Köln stattfinden. 

Bewerbungen sind ab sofort möglich an: Bürgermeister der Gemeinde Kall, Team 1.1 – Personal, Bahnhofstr. 9, 53925 Kall. Für Rückfragen steht Herr Wilkens unter Tel. 02441/888-31 gerne zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des DRK Köln: ">geschützte E-Mail-Adresse als Grafik sowie zur Flüchtlingshilfe Kall unter www.fluechtlingshilfe-kall.de.

pp/Agentur ProfiPress


Beim Forscher-Workshop zum Thema „Luft“ werden Eltern und Kinder zu Entdeckern – wie hier beim Forschernachmittag in der Rotkreuz-Kita Weilerswist-Süd im September 2015, wo man aus Wasser und Luft Flaschentornados entstehen lassen konnte. Archivfoto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Rotes Kreuz lockt mit tollen Kursen

Die Rotkreuz-Familienbildung bietet verschiedene Kurse im Kreis Euskirchen an – Yoga, Forscher-Workshops, kreatives Nähen und vieles mehr – Schwimmkursleitungen für’s Baby- und Kleinkinderschwimmen gesucht

Kreis Euskirchen – Die Rotkreuz-Familienbildung hat viele verschiedene Kurse mit Freizeitangeboten auf die Beine gestellt, bei denen wohl für jeden etwas dabei ist. Yoga für den Sportlichen, einen Nähkursus für den Kreativen oder einen Forschernachmittag für kleine Entdecker. Die Kurse starten bereits innerhalb der kommenden drei Wochen.

So gibt es ab sofort einen Yoga-Kursus mit Alexandra Reuter im Familienzentrum Weilerswist, Bernhard-Thywissen-Straße 2. Der Kursus dauert von 18 bis 19.30 Uhr und ist für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene geeignet. Anmelden kann man sich beim Rotkreuz-Familienzentrum unter Tel. 0 22 54/8 35 93 84 und bei der Rotkreuz-Familienbildung unter Tel. 0 22 51/79 11 84

Beim Treffen für Eltern mit ihren Babys, geleitet von Elisabeth Dreßen, werden wichtige Fragen rund um den Umgang mit den Neugeborenen geklärt. Eltern bekommen Anregungen und Unterstützung für Zuhause geboten. Die Treffen finden ab Dienstag, 25. April, jede Woche von 9 bis 10.30 Uhr im Familienzentrum Sistig, Schleidener Strasse 2, 53925 Kall-Sistig statt. Informationen und Anmeldungen unter Tel. 0 24 45/10 88 oder bei der Rotkreuz-Familienbildung unter Tel. 0 22 51/ 79 11 84.

Kreativ wird es beim wöchentlichen Nähkursus ab Dienstag, 9. Mai, für alle Mütter, Großmütter und andere Interessierten im Familienzentrum Schönau, Wiesentalstrasse 20-22, von 19 bis 21.15 Uhr. Dort kann man lernen, wie hübsche Kleinigkeiten wie ein Mützchen oder ein Schmusetuch genäht werden. Die Kosten des Kurses betragen 36 Euro. Anmeldungen werden im Rotkreuz-Familienzentrum Schönau unter Tel. 0 22 53/65 22 oder in der Rotkreuz-Familienbildung unter Tel. 0 22 51/79 11 84 entgegengenommen.

Unter dem Motto „alle forschen mit“ forschen Eltern mit ihren Kindern im Kindergartenalter am Montag, 8. Mai, von 15.30 bis 17 Uhr gemeinsam zum Thema „Luft“. Alltagserscheinungen und Phänomene werden entdeckt und erklärt. Der Workshop findet im Rotkreuz-Familienzentrum Lommersum statt, die Kosten übernimmt das Familienzentrum. Anmeldungen im Rotkreuz-Familienzentrum Lommersum unter Tel. 0 22 51/1 49 63 18.

Einen Schnupperabend im „Line- Dance“ gibt es am Dienstag, 9. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr im Familienzentrum Kommern, Münsterweg 3, 53894 Mechernich. Getanzt wird in einer Reihe zu Countrymusik, so dass ein Tanzpartner nicht erforderlich ist. Die ersten Schritte werden auf Deutsch angesagt. Die Altersempfehlung liegt bei acht bis 88 Jahren. Anmeldungen werden im Familienzentrum unter Tel. 0 22 43/61 26 oder bei der Rotkreuz-Familienbildung unter Tel. 0 22 51/7 79 11 84 entgegengenommen.

Aktuell werden in Euskirchen und im Kloster Steinfeld noch ausgebildete Schwimmkursleitungen für’s Baby- und Kleinkinderschwimmen gesucht. Interessierte ohne Ausbildung werden auch unterstützt. Interessenten melden sich gerne bei der Rotkreuz-Familienbildung unter Tel. 0 22 51/79 11 44.

Lennart Bochynek/pp/Agentur ProfiPress


Den ganzen Abend waren die Handys der Gäste auf den Travestie-Künstler gerichtet, um Fotos zu machen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Wieder volles Haus bei Regina Red

Der Travestie-Künstler René Schaffrath gastierte zum zweiten Mal im Saal Gier in Kall – „Es macht mir richtig Spaß, hier bei  Euch aufzutreten“ – Verwandlung mit viel Schminke, Puder und Lippenstift – Sogar aus Trier kam eine Gruppe von Fans

Kall – Regina Red gastierte zum zweiten Mal im Saal Gier und wieder war die Veranstaltung restlos ausverkauft. Und nicht nur das Publikum war am Ende begeistert, auch René Schaffrath alias Regina Red war voll des Lobes über das Kaller Publikum. „Es macht richtig Spaß hier aufzutreten“, lautete sein Urteil nach seiner gut dreistündigen Travestie-Show.

„Regina Red kommt wieder“, versprach Uwe Schubinski, der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier, den Besuchern am Ende der Show. Dann, so René Schaffrath, werde er jedoch noch weitere Travestie-Künstler mit in seine Show einbeziehen.

„Noch frecher, noch frivoler“, lautete das Motto des Abends. Über eine Stunde lang hatte sich René Schaffrath mit viel Schminke, Lippenstift, Puder und Perücke in die rothaarige Regina Red verwandelt. Im Verlauf des Abends erwies er sich als Verwandlungskünstler, denn in Minutenschnelle verwandelte er sich in prominente Figuren. Auch die Gesangskünstler Heino und Pink wurden von Regina Red parodiert.

Zwar hatte der Gaststätten-Verein dem Künstler im Saal eine Bühne platziert, die wurde jedoch nur wenig genutzt. Regina Red war ständig im Publikum unterwegs und nippte bei dem einen oder anderen auch schon mal an dessen Kölschglas. Als Schaffrath als Putzfrau Herta Hurtig unterwegs war, war kein Gast vor deren blauem Staubwedel sicher.

Dass Schaffrath auch außerhalb der Eifel viele Fans hat, zeigt eine Gruppe junger Frauen aus Trier, die den Weg nach Kall gefunden hatte. Später standen die Damen mit Luftgitarren mit auf der Bühne, um Regina Red beim Gesangsvortrag zu unterstützen.

Die Uhr zeigte nach 23 Uhr, als Regina Red mit Hilfe einer Assistentin beim Abschminken auf der Bühne eine Extra-Show bot. Nach und nach erlebte das Publikum, wie sich Regina Red wieder in René Schaffrath zurückverwandelte. Kaum war das geschehen, zeigte der aus Schmidtheim stammende Friseur, dass er auch kölsche Tön bestens beherrscht. Mit bekannten Stimmungsliedern verwandelte er den voll besetzten Saal in ein Tollhaus, ehe er kurz vor Mitternacht hinter dem Vorhang der Garderobe verschwand.

pp/Agentur ProfiPress


Der frühere Hobbytheker Jean Pütz ist langjähriger Pate der NRW-Stiftung und Gast beim Stiftungstag in Steinfeld. Foto: NRW-Stiftung/pp/Agentur ProfiPress

Stiftungstag mit Prominenz in Steinfeld

Die NRW-Stiftung feiert am 22. April ab 14 Uhr im Hermann-Josef-Kolleg – Jean Pütz nimmt an von WDR-4-Moderatorin Carina Vogt moderierten Gesprächsrunde teil – Eifel-Troubadour Günter Hochgürtel musiziert

Kall-Steinfeld – Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung lädt für Samstag, 22. April, von 14 bis 17 Uhr zum vierten Stiftungstag in die Aula des Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld ein. WDR-4-Moderatorin Carina Vogt wird mehrere Gesprächsrunden leiten, an denen unter anderem auch der frühere Hobbytheker Jean Pütz teilnimmt, der Pate der NRW-Stiftung für die Narzissenwiesen in der Eifel ist. Nach einer offenen Diskussionsrunde haben Vereine und gemeinnützige Einrichtungen die Möglichkeit, sich individuell über Fördermöglichkeiten für Naturschutz- und Kulturprojekte beraten zu lassen. Unter dem Titel „Gemeinsam für Natur, Heimat und Kultur“ informiert die NRW-Stiftung umfassend über ihre Ziele. Für die musikalische Begleitung sorgt Eifel-Troubadour Günter Hochgürtel. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 unterstützte die NRW-Stiftung landesweit mehr als 2800 Projekte ehrenamtlicher Vereine, gemeinnütziger Verbände und bürgerschaftlicher Initiativen, die sich für die Naturschönheiten und Kulturschätze des Landes einsetzen. Im Kreis Euskirchen wurden mithilfe der NRW-Stiftung in Eschweiler der Astropeiler Stockert instand gesetzt, in Bad Münstereifel die Schwanenapotheke restauriert oder in Zülpich die Römertherme, also das Museum der Badekultur, eingerichtet. Auch die Biologische Station im Kreis Euskirchen und das Naturzentrum Eifel profitierten bereits von der NRW-Stiftung.

Doch wen und was genau fördert die NRW-Stiftung? Wer entscheidet darüber? Welche Kriterien müssen für einen erfolgreichen Förderantrag erfüllt sein? Antworten auf diese Fragen – und Informationen zum Förderverein NRW-Stiftung – gibt es in Steinfeld aus erster Hand: Der Präsident der NRW-Stiftung, der frühere NRW-Wirtschaftsminister Harry Kurt Voigtsberger, und der Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Schumacher aus dem Mechernicher Ortsteil Antweiler werden mit weiteren Vertretern des Vorstands, Mitarbeitern der Geschäftsstelle und Förderpartnern aus der Region für Gespräche zur Verfügung stehen.

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Emsiges Treiben herrscht montags bis samstags in den Räumen der Kaller Tafel, die Unterstützer nicht nur zum Sortieren sucht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Tafel sucht Helfer

Wer den Verein als Fahrer, Beifahrer, Sortierer oder bei der Ausgabe unterstützen will, möchte sich bitte melden

Kall – Die Kaller Tafel ist Anlaufpunkt für rund 300 bedürftige Haushalte im südlichen Kreis Euskirchen. 61 ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer sind für die Kaller Tafel ständig im Einsatz. Doch um die anfallende Arbeit zu stemmen, ist der Verein weiterhin auf der Suche nach freiwilligen Unterstützern.

Gesucht werden ganz speziell Fahrer und Beifahrer, die Lebensmittel transportieren sowie ein- und ausladen, Helfer in der Ausgabe, die dienstags und freitags von 9 bis 13 Uhr stattfindet, sowie Ehrenamtler, die beim Sortieren helfen (montags bis samstags von 9 bis 11 oder 12 Uhr).

„Die Fahrer und Beifahrer müssen nicht jeden Tag ran. Das ist ein Aufwand von etwa drei Stunden alle zwei Wochen, von 7.30 bis 10.30 Uhr“, erzählte Harry Wegge, stellvertretender Vorsitzender der Kaller Tafel. Zur Fahrt mit dem Tafel-Lieferwagen ist ein normaler Führerschein erforderlich. Wer keinen Führerschein hat, aber dennoch beim Transport helfen kann, kann als Beifahrer mitfahren.

„Hin und wieder muss man auch mal nach Dortmund oder Aachen fahren, zu Großmärkten oder dem Lebensmittelhersteller“, erklärt Schriftführerin Kirsten Althoff. Denn die Tafeln im Kreis Euskirchen haben sich zusammengeschlossen, abwechselnd werden besondere Angebote von den unterschiedlichen Tafeln für alle anderen mit abgeholt.

„Die Tafel ist überaltert, die meisten unserer Helfen sind zwischen 60 und 80 Jahren alt, deshalb brauchen wir dringend Nachwuchs“, berichtet Wegge.

Wer bei der Tafel, die seit elf Jahren in der Alten Schule an der Aachener Straße in Kall residiert und allein aus Kall bis zu 120 Haushalte mit Nahrungsmittel versorgt, mitmachen möchte, wird gebeten, sich bei Erwin Müller (02441/1611), Harry Wegge (02447/775154) oder Dr. Gerlinde Linne von Berg (02441/4379) zu melden.

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Auch das malerische Kloster Steinfeld fährt der Wanderbus vom 14. April bis 5. November insgesamt achtmal täglich an. Am Montag wurde das Projekt vorgestellt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Mit dem Wanderbus zum Eifelsteig

Kreis Euskirchen starte am 14. April ein Pilotprojekt – Bus fährt viermal täglich von Kall nach Mirbach und zurück – Anbindung an weitere Nordeifeler Wanderwege Kreis Euskirchen/Steinfeld – Wanderer, die über einen Rundweg gehen, kennen das Problem nicht: Sie steigen an einem Parkplatz aus ihrem Auto aus, drehen ihre Runde und steigen auf dem Parkplatz wieder in ihr Auto. Wer aber keinen Rundweg geht, für den sind An- und Abreise komplizierter – so wie am Eifelsteig. „Der sucht zwar seinesgleichen, aber man ist zwangsläufig mit zwei Autos unterwegs“, erzählte Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher bei einer Pressekonferenz im Kloster Steinfeld. Aus diesem Grund führen der Kreis Euskirchen und die Nordeifel Tourismus GmbH (NeT) einen Wanderbus ein. Ab dem 14. April – und bis zunächst 5. November – fährt die neue Linie 770 (Wanderbus Eifelsteig) der RVK viermal pro Tag von Kall über Kloster Steinfeld, Zutendaalplatz Nettersheim, Eiffelplatz Marmagen, Bahnhof Blankenheim Wald und Blankenheim Busbahnhof nach Mirbach und zurück. Die jeweils vierte Fahrt (immer um 17 Uhr) startet und endet in Golbach. Angepasst ist der Wanderbus an die Ankunftszeiten der Deutschen Bahn an den Bahnhöfen in Kall und Blankenheim Wald sowie an das Angebot TaxiBusPlus. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Kreistag die Umsetzung des Projekts Wanderbus Eifelsteig beschlossen. „Jetzt kann er zwischen Kall und Mirbach Fahrt aufnehmen“, sagte Landrat Günter Rosenke. Teiletappen der Partnerwege Rur-Olef-Route, Burgen-Route, Eifeler Quellenpfad und Eifeler Kräuterpfad werden in beiden Richtung angefahren. Angebunden sind auch der Römerkanal-Wanderweg und der Ahrsteig. Bis zu 40.000 Euro jährlich kostet den Kreis Euskirchen das Pilotprojekt. Minimiert wird diese Summe durch die Einnahmen aus den Ticketverkäufen. Kunden zahlen den üblichen VHS-Tarif, für Gästekarteninhaber ist die Nutzung kostenlos. Mit dem Pilotprojekt soll auch ein Bedarf für eine Verbindung zwischen Hellenthal und Blankenheim getestet werden. Fahrgäste des Wanderbusses werden in der ersten Saison gezählt, außerdem findet in der Nordeifel eine Befragung der Gäste zum Thema Mobilität und ÖPNV statt. „Ich bin überzeugt, dass das der Region zugutekommt“, ist sich Herbert Radermacher sicher, denn das Projekt Wanderbus sei nötig, um Besucher in die Region zu ziehen. Eugen Puderbach, Geschäftsführer der Regionalverkehr Köln (RVK) GmbH, sieht darin auch eine Art Standortsicherung für den Kreis Euskirchen. „Wir wollen dazu beitragen, dass jeder Bürger motorisiert werden kann. Wenn wir das hinbekommen, hat die RVK ihren Sinn erfüllt“, sagte er. „Ich bin froh, dass der Kreis erkannt hat, dass das touristische Mobilitätskonzept ausgebaut werden muss“, sagte Iris Poth, Geschäftsführerin der NeT. Auch die Rad- und Wanderbahnhöfe seien im Kreis bereits etabliert. Die Einführung des Wanderbusses Eifelsteig sei eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Die Cafés an den Haltestationen, exemplarisch nannte Poth das Café im Kloster Steinfeld, würden belebt werden. Damit sei also auch ein volkswirtschaftlicher Nutzen gegeben, findet Eugen Puderbach. „Man sollte nicht immer nur den betriebswirtschaftlichen Effekt in den Vordergrund stellen, der öffentliche Nahverkehr wird sich ohnehin niemals rechnen“, sagte der RVK-Geschäftsführer. Er ist zuversichtlich, dass der Wanderbus genutzt wird. Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher zieht Parallelen zum Nationalpark-Shuttle: „Das stand am Anfang stark in der Kritik, wird aber mittlerweile angenommen.“ In diesem Monat ist der Wanderbus sogar offiziell im Einsatz. Denn die Region Nordeifel steht im Finale des Bundeswettbewerbs Nachhaltige Tourismusdestinationen 2016/17. Die Juroren, die im April die Nordeifel besuchen, werden ebenfalls mit dem Wanderbus gefahren. „Wir hoffen auf eine erfolgreiche Prämierung“, sagte Poth, ergänzt aber auch: „Wir sind heute schon Sieger, da wir unter den fünf nachhaltigsten Tourismusregionen Deutschland zählen.“ pp/Agentur ProfiPress

Qualitätsvoll, kein Chichi, dafür aber liebevolle Details wie zum Beispiel Wiesenblumen: Unaufdringlich ist die Einrichtung in den Zimmern. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Gästehaus Kloster Steinfeld: Übernachtungszahlen verdoppelt

Verantwortliche ziehen hervorragende Bilanz – Trotzdem „noch unendlich viel zu tun“

Kall-Steinfeld – Mit dem Kloster Steinfeld ist es nicht viel anders wie mit dem Kölner Dom: Beide werden nie fertig, ständig gibt es etwas zu sanieren, reparieren, modernisieren. Die Kosten für den Erhalt und den Betrieb des Klosters mit seinen 42.000 Quadratmetern Geschossfläche sind immens. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten ausschließlich für Reparaturen auf 200.000 Euro. Um diese zumindest teilweise decken zu können, ist am 11. September 2015 das neue Gästehaus eröffnet wurden.

Jetzt ziehen die Verantwortlichen eine überaus positive Bilanz. Hatte das Kloster 2015 im bestehenden Gästehaus zirka 13.000 Übernachtungen, so konnte man 2016 bereits 26.000 Übernachtungsgäste begrüßen. „Nicht nur der Übernachtungsumsatz verdoppelte sich, sondern auch die Einnahmen aus dem Speise- und Getränkeverkauf“, berichteten Wolfgang Scheidtweiler, ein großer Unterstützer des Klosters aus Überzeugung, Pater Lambertus Schildt, der Prokurator der Salvatorianer und Gästehaus-Leiter Christoph Böhnke bei einer Pressekonferenz im Kloster.

Zum einen sei es die besondere klösterliche Atmosphäre, die die Gäste anlocke. „Das haben Sie in keinem Hotel“, sagte Scheidtweiler, der im Übrigen ausdrücklich betonte, dass man Wert auf die Differenzierung zwischen Hotel und Gästehaus lege. „Wer hier hinkommt, ist Gast des Klosters.“

Zum anderen ermögliche das große Angebot an unterschiedlichen Zimmertypen in Preisklassen ab 35 Euro inklusive Frühstück bis zu 65 Euro im Doppelzimmer auch jungen Leuten mit kleinem Budget, hier zu übernachten. Nicht zuletzt seien es die freundlichen und kompetenten Mitarbeiter unter der Leitung des Gästehaus-Chefs Christoph Böhnke ebenso wie der unmittelbare Kontakt zu den Ordensleuten, die dafür sorgten, dass die Gäste sich in Steinfeld willkommen fühlen. „Die hervorragenden Gästebewertungen in den Buchungsportalen im Internet suchen in der Eifel-Hotellerie ihresgleichen“, so Scheidtweiler.

Die Gästezahl setzt sich gleichermaßen aus den Tagungs- und Seminarteilnehmern von internationalen und regionalen Institutionen, den Akademiebesuchern, kirchlichen Gruppen, Chören sowie vielen Individual-Touristen, Eifelsteig-Wanderern und Gästen, die im Haus ihre Familienfeiern veranstalten, zusammen.

Besonders das Tagungsgeschäft hat sich dank der Arbeit von Christoph Böhnke mehr als verdoppelt. „Es hat sich herumgesprochen, dass das Kloster mit seinen 15 großen Tagungsräumen, größtenteils mit moderner Tagungstechnik ausgestattet, und seinem besonderen Flair den idealen Rahmen bietet“, erklärte Wolfgang Scheidtweiler.

Vom Erfolg des Gästehauses profitieren auch das neue Kloster-Café und der Klosterladen, die sich ebenfalls sehr gut entwickeln und einen wichtigen Beitrag zur Kostendeckung des Klosters leisten. „Um all das zu meistern, haben wir die Zahl der Mitarbeiter von 26 auf 41 erhöht“, sprechen die Verantwortlichen einen weiteren positiven Effekt für die Region an.

Gleichwohl verschwiegen sie nicht, dass bei allem Erfolg gleich im ersten vollen Geschäftsjahr „noch unendlich viel zu tun“ sei, um das Kloster als geistliches und geistiges Zentrum der Eifel zu sichern, zu erhalten und auszubauen. So stehen für die nächsten Jahre der Einbau einer flächendeckenden Brandmeldeanlage in den Bestandsgebäuden, die Sanierung der Akademiegebäude und die Restaurierung der Fassade des Prälaturgebäudes an. Nennenswerte Beiträge hätten hier die Freunde des Kloster Steinfelds und viele private Spender zugesagt. Doch den größten Teil in Höhe von rund 150.000 Euro müsse man selbst aufbringen.

Geplant ist außerdem, im bestehenden Gästehaus weitere Zimmer zu renovieren und mit Toiletten und Duschen auszustatten, kündigten die Verantwortlichen an. Trotzdem wird es auch in Zukunft weiterhin sehr günstige Übernachtungsmöglichkeiten in einfachen Zimmern mit Etagenbett sowie in den ab 20 Personen buchbaren Gruppenunterkünften geben.

Im neuen Gästehaus hingegen erwarte die Gäste – insbesondere, was den Schlafkomfort angehe – ein luxuriöser Vier-Sterne-Standard mit Matratzen in Überlänge und in zwei verschiedenen Härtegraden in den Doppelzimmern, Daunendecken und Baumwollbettwäsche. „Wir werden von unseren Gästen immer wieder danach gefragt, wo die Betten und die Bettwäsche erhältlich seien“, berichtete Christoph Böhnke. „Qualitätsvoll, kein Chichi“, beschrieb Scheidtweiler die Einrichtung.

„Insgesamt sind wir, zusammen mit der Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen und Salvatorianer, sehr froh über die positive Entwicklung des Klosters“, freuten sich Scheidtweiler, Böhnke und Pater Lambertus Schildt. Auch das Hermann-Josef-Kolleg in Trägerschaft der Salvatorianer erfreue sich eines regelrechten Booms. Mit 106 Schülern wurden für die 5. Klassen so viele Kinder angemeldet wie seit Jahren nicht mehr. Damit können vier Eingangsklassen gebildet werden. Im vergangenen Jahr waren es noch 86 Neuanmeldungen. Deutlich gestiegene Zahlen vermeldet die Schule auch für die Sekundarstufe 2: Im Schuljahr 2017/2018 wechseln 14 Schüler anderer Schulformen auf das Steinfelder Gymnasium, im Vorjahr waren es noch fünf.

„Um die Existenz des Klosters auch langfristig zu sichern, sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, betonte Scheidtweiler abschließend und verwies auf die Nutzung der Angebote in der Akademie, im Gästehaus und der Gastronomie. Die seit 24 Jahren bestehende Akademie hat ihr Kursprogramm um 30 Prozent erweitert. „Die Unterstützung in jeder Form helfen uns weiter, und dafür sind wir sehr dankbar!“

 

Hintergrund:

 

Wolfgang Scheidtweiler, aus Mechernich-Wachendorf stammender Ingenieur und Unternehmer im Hotel- und Brauereibereich, möchte das Kloster Steinfeld auf eine gesunde finanzielle Basis stellen. Seit seiner Kindheit ist er dem Kloster verbunden und entschied sich, sofort zu handeln, als er von den finanziellen Problemen der Salvatorianer in Steinfeld hörte. Steinfeld, so Wolfgang Scheidtweiler, soll keine Kloster-Immobilie werden, sondern ein lebendiges Kloster bleiben.

Familie Scheidtweiler und die gemeinnützige GmbH „Werke der Salvatorianer“ haben zur Übernahme der weitläufigen Klosteranlage – ausgenommen Basilika, Hermann-Josef-Kolleg und Klostergut – eine neue Firma gegründet, die „Kloster Steinfeld Verwaltungs GmbH & Co. KG“.

Es folgten umfangreiche Pläne, um das Kloster Steinfeld mit der Eifelbasilika und dem Grab des Heiligen Hermann-Josef langfristig auf wirtschaftlich solide Füße zu stellen. Scheidtweilers einzige Bedingung, erinnerte sich Provinzial Pater Hubert bei der Einweihung: „Wir mussten versprechen, dass die Salvatorianer dauerhaft in Steinfeld bleiben, jedenfalls so lange, wie wir das irgendwie gewährleisten können.“ Aktuell leben und arbeiten 15 Ordensleute im Kloster Steinfeld.

 

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Viele junge Menschen werden sich auch am 7. April von acht Standorten aus auf den Weg nach Urft machen. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Auf der Suche nach dem Kern des Glaubens

Am Freitag, 7. April, bestreiten zahlreiche Jugendliche von acht Ortschaften aus den ökumenischen Jugendkreuzweg – Abschlussgottesdienst in Urft

Eifel/Urft – Von acht Eifeler Orten aus startet am Freitag, 7. April, dem letzten Schultag vor den Osterferien, ein ökumenischer Kreuzweg der Jugend. Junge Menschen machen sich auf den Weg zur Jugendkirche im Hermann-Josef-Haus in Urft. Veranstalter ist die Jugendseelsorge der Region Eifel. Auf dem Weg und in den Stationskirchen wird meditiert, mit Spraytechniken werden Kreuze gestaltet.

Der Abschlussgottesdienst findet um 21 Uhr in Urft statt und wird von Pfarrer Oliver Joswig gestaltet. Musikalisch begleitet die Sacro-Pop-Formation Spirit die Veranstaltung. Vor dem Gottesdienst können sich die Pilger stärken.

„Was macht den Kern des Glaubens aus?“, fragt Jugendseelsorger sich Hardy Hawinkels und verweist auf unruhige Zeiten mit Terrorgefahr, verunsicherter Hilfsbereitschaft und einem Europa ohne Ideen von sich selbst. Mittendrin stehe jeder Mensch mit seinen eigenen unruhigen Zeiten und den Momenten der Freude, so Hawinkels.

„Jesus Art“ lautet diesmal das Motto des Kreuzweges – dargestellt durch die mit Graffiti gestalteten Kreuze. „Das bedeutet Entwicklung, Veränderung zu mehr Menschlichkeit. In Jesu Art begegnet dem Menschen die ganz persönliche Hinwendung und Zuwendung der Liebe Gottes“, sagte Hardy Hawinkels.

Am ökumenischen Kreuzweg der Jugend nehmen in Deutschland mehr als 100.000 Gläubige in unterschiedlichen Gemeinden, Pfarreien, Schulen und Verbänden teil.

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Dr. Hans-Peter Schick (v.l.), Iris Poth, Stephan Brings, Günter Rosenke und Peter Kern stellten den Aktionstag „Zu Gast in der eigenen Heimat“ im Bunker Satzvey vor. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Einen Tag lang die Heimat im Fokus

Der Kreis Euskirchen und die Nordeifel Tourismus GmbH veranstalten am Sonntag, 9. April, einen Aktionstag – 24 Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele bieten besonderes Programm – Kall zweimal vertreten

Kreis Euskirchen/Satzvey – Es gibt wohl nur wenige Orte im Kreis Euskirchen, die Landrat Günter Rosenke noch nie besucht hat. Doch ab und zu kann man den dienstältesten Landrat in Nordrhein-Westfalen doch noch überraschen. „Ich bin zum ersten Mal im Bunker in Satzvey“, eröffnete er am Dienstagmorgen eine gemeinsame Pressekonferenz des Kreises Euskirchen und der Nordeifel Tourismus. Vorgestellt wurde der Aktionstag „Zu Gast in der eigenen Heimat“, der am 9. April zum vierten Mal stattfindet. Insgesamt 24 Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Kreis Euskirchen öffnen ihre Pforten und können besichtigt werden. „Zum Teil handelt es sich dabei um verborgene Schätze“, weiß Rosenke.

Für den Landrat ist dieser Tag auch eine Art Ersatz für das damalige Schulfach Heimatkunde. „Das habe ich damals gerne gemacht und dabei den ganzen Regierungsbezirk Aachen kennengelernt. Es lohnt sich einfach, in der Heimat heimisch zu werden“, erklärt Rosenke. Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sieht das genauso: „Es ist wichtig, dass die Menschen vor Ort ihre Heimat kennenlernen, gerade heute, wo alles zusammenwächst.“

Iris Poth, Geschäftsführerin der Nordeifel Tourismus GmbH, betrachtet „unsere Heimat als Wohnzimmer“. Das Besondere solle erkundet, die Schätze weiterempfohlen werden. Durch den Aktionstag, bei dem im Schnitt 1200 Menschen unterwegs sind, solle das Bewusstsein geschärft werden, in welch schöner Landschaft und Tourismusdestination man in der Nordeifel lebe. 7,4 Millionen Tagesreisende in die Region sprechen für sich – und führen darüber hinaus zu einer Wertschöpfung von 170 Millionen Euro.

Die Gemeinde Kall ist am Aktionstag am 9. April mit zwei Attraktionen vertreten. So hat der Bunker in Urft, also die Dokumentationsstätte des ehemaligen Ausweichsitzes der Landesregierung NRW geöffnet. Um 11 und um 15 Uhr werden Führungen, die etwa zwei bis zweieinhalb Stunden dauern, angeboten. Es wird nicht nur die alte, aber noch funktionsfähige Technik im atombombensicheren Bunker gezeigt. Gäste durchleben auch ein packendes Szenario. Warme Kleidung wird empfohlen, denn die Temperatur im Bunker beträgt nur sieben Grad. Der Preis an diesem Aktionstag hat sich halbiert. Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder bis einschließlich 14 Jahre 2,50 Euro. Eine Anmeldung unter der Rufnummer 02441/775171 ist erforderlich.

Zweites Ausflugsziel im Gemeindegebiet ist das Salvatorianer-Kloster Steinfeld, wo Besucher am 9. April kostenfrei einen Blick hinter die Klostermauern werfen können. Um 14 Uhr wird eine zweistündige Führung durch die Basilika und den Kreuzgang angeboten. In einer ein- bis anderthalbstündigen Führung um 15.30 Uhr erhalten die Besucher zusätzlich einen Einblick in das Klosterleben. Treffpunkt ist jeweils die Klosterpforte.

Folgende 22 Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten haben ebenfalls geöffnet: der Ausweichsitz der Landeszentralbank in NRW in Satzvey, die Dokumentation zur Geschichte von Neuhütte in Vussem, der Hochwildpark Rheinland in Kommern-Süd sowie das LVR-Freilichtmuseum in Kommern (alle Mechernich), das Handwebmuseum Rupperath, das Hürten-Museum im Romanischen Haus in Bad Münstereifel, der Kunsthof Greven in Honerath sowie die Römische Kalkbrennerei in Iversheim (alle Bad Münstereifel), der Nationalpark Eifel, das Nationalpark-Zentrum Eifel, das Rotkreuz-Museum in Vogelsang sowie Vogelsang ip selbst (alle Schleiden), der Seepark in Zülpich, die Manfred-Vetter-Stiftung für Kunst und Kultur in Langedorf sowie die Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur (alle Zülpich), das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt in Rescheid und die Wildenburg (beide Hellenthal), das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Kuchenheim und das Stadtmuseum Euskirchen (beides Euskirchen) sowie das Eifelmuseum inklusive Burg Blankenheim, das Naturzentrum Eifel in Nettersheim und der Swister Turm in Weilerswist. Die Hälfte der teilnehmenden Attraktionen verlangt keinen Eintritt. Die andere Hälfte bietet Bürgern aus dem Kreis Euskirchen Aktionspreise. Deshalb muss der Personalausweis mitgebracht werden.

Abgeschottet im Kriegs- und Krisenfall

Mechernichs Ordnungsamtsleiter Peter Kern stellte den Besuchern während der Pressekonferenz auch den Bunker in Satzvey vor. Errichtet wurde er von 1966 bis 1969, offiziell als Keller der ehemaligen Hauptschule Satzvey. Der wahre Grund: In dem zweigeschossigen unterirdischen Gebäude mit seinen 72 Räumen sollte im Kriegs- und Krisenfall abgeschottet von der Außenwelt die Führungsspitze der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen untergebracht werden und 103 Mitarbeiter hätten von dort den Zahlungsverkehr geregelt. Bis 1991 war der Bunker in Betrieb. Anschließend diente er tatsächlich der Schule – als Lagerraum. Seit fünf Jahren ist er nun eine Dokumentationsstätte, die sich schon 3500 Besucher angesehen haben.

Pate des Aktionstages ist der Kölner Musiker Stephan Brings, der im Mechernicher Ortsteil Kalenberg lebt. Nach den Ausführungen Peter Kerns konnte er nur noch mit dem Kopf schütteln. „Das ist unglaublich. Im Nuklearfall wäre das Volk verglüht – wer braucht denn dann noch eine Bank? Es ist eine beklemmende Vorstellung, dass die die Leute von hier unten das Elend oben verwaltet hätten.“

Warum er sich für den Aktionstag in seiner Wahlheimat, der Nordeifel, einsetzt, erklärte er aber auch: „Meine Liebe zur und das Interesse an der Eifel liegt in der Natur begründet.“ Weil das Eifeler Platt dem Kölsch nicht unähnlich ist, zieht es ihn auch beruflich mit den Kollegen von Brings immer wieder in die Region. Gleichzeitig hat er als Sohn eines Geschichtslehrers auch persönliches Interesse an der Historie der Eifel. „Grenznähe bedeutet Offenheit, und die Schließung von Grenzen ist für die meisten Eifeler auch kein Thema. Stellen Sie sich vor, Sie müssten beim Spazierengehen rund um Dreiborn wie früher den Ausweis vorzeigen“, erzählt Stephan Brings.

Den 9. April hat er sich übrigens schon notiert. Wegen der Osterferien hat die Band keine Termine. Stephan Brings will das nutzen, um den Kunsthof Greven in Honerath zu besuchen. „Da war ich noch nie, dabei sind die Grevens alte Freunde meiner Eltern.“

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Nordeifel Tourismus unter www.nordeifel-tourismus.de.

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Maike Wilkens (Mitte) war die glückliche Gewinnerin der beiden Eintrittskarten zum Eishockey-WM-Eröffnungstag. Neun weitere Gewinner bekamen Fanartikel des Deutschen Eishockey-Bundes. Links im Bild der aus Kall stammende WM-Botschafter Dieter Züll. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Fans auf die WM eingestimmt

Das Promo-Mobil des Deutschen Eishockey-Bundes machte vor der Gaststätte Gier Station – Große Party mit Puck-Quiz und Verlosung – Maike Wilkens gewann zwei Karten für den Eröffnungstag – Deutsche Spiele im Mai auf Großleinwand

Kall – Mit einer WM-Party mit dem DJ Sebastian in der vereinseigenen Gaststätte stimmte der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier Eifeler Fans des Eishockey-Sports auf die bevorstehende Weltmeisterschaft ein, die vom 5. bis zum 21. Mai dieses Jahres in Köln und Paris stattfindet. Bei einer Verlosung gab es unter anderem zwei Eintrittskarten für die Eröffnungsfeier sowie für zwei WM-Spiele am Eröffnungstag als Hauptpreis zu gewinnen.

Der Termin für die WM-Party erwies sich allerdings als recht ungünstig, denn just zum Zeitpunkt der Fete in Kall ging in der Köln-Arena das fünfte Playoff-Spiel der Kölner Haie gegen die Wolfsburger Grizzlys über die Bühne. Dennoch fanden sich etwa 40 Besucher zur Fete in der Gaststätte ein. Die Fans, die trotz dem Spiel in Köln zur Party gekommen waren, konnten das Spiel – wenn auch ohne Ton – auf einer Großleinwand verfolgen.

Mit dem großen WM-Promo-Mobil, mit dem der Deutsche Eishockey-Bund schon seit Monaten bei Großveranstaltungen in ganz Deutschland die Werbetrommel für die Weltmeisterschaft rührt, war der aus Kall stammende Eishockey-WM-Botschafter Dieter Züll zur Gaststätte Gier gekommen.

Bei der Party anwesend war auch der „Sales Manager“ der WM, Enno Eller, der beim Deutschen Eishockey-Bund für den gesamten Ticketverkauf der WM zuständig ist. Der fließend englisch und französisch sprechende Manager hatte aus München tolle Fanartikel mitgebracht, die im Verlauf des Abends zur Verlosung kamen.

Über Enno Eller hatte der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier noch zwei Eintrittskarten für den bereits seit längerer Zeit ausverkauften Eröffnungstag ergattern können. Alle Partygäste nahmen an einer kostenlosen Verlosung teil, deren Hauptpreis das Kartenpaar für den WM-Eröffnungstag war. Glückliche Gewinnerin war Maike Wilkens, die nun am 5. Mai mit einer zweiten Person beim Eröffnungsspiel Russland gegen Schweden, bei der anschließenden Eröffnungsfeier und am Abend beim Top-Spiel der deutschen Mannschaft gegen die USA dabei sein wird.

Weitere neun Gewinner bekamen Fan-Handtücher, Schals und sonstige Fanartikel. Echte Eishockey-Pucks gab es beim Quiz mit WM-Botschafter Dieter Züll zu gewinnen. Dafür mussten die Teilnehmer jedoch wissen, wie schwer der Puck ist, wie hoch er ist und welchen Durchmesser er hat. Nur wenige wussten die richtige Antwort. Vereins-Vorsitzender Uwe Schubinski bedankte sich bei den Abgesandten des Deutschen Eishockey-Bundes für die Teilnahme an der WM-Fete. Auch während der Weltmeisterschaft sei im Saal Gier Eishockey angesagt. Alle Spiele mit deutscher Beteiligung würden dann im Saal der Gaststätte auf einer Großleinwand zu sehen sein.

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Waren am Ende alle zufrieden: die Übungsteilnehmer aus Kall, Sistig und Wahlen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Großübung am Abrisshaus

Realistisches Szenarium – Feuerwehren der Gemeinde Kall probten an ehemaliger Dienstwohnung hinter dem Rathaus den Ernstfall – Schwierige Rettung über enge Kellertreppe

Kall – Aus dem leer stehenden Gebäude hinter dem Kaller Rathaus quoll Rauch aus dem Dach und den Fenstern. Kurze Zeit später steuerten die Fahrzeuge der Feuerwehren Kall, Sistig und Wahlen das Haus an, in dem einst der Kaller Gemeindedirektor Friedrich Josef Laux seine Dienstwohnung hatte. Nun war es keinesfalls so, dass in dem alten Haus ein Feuer ausgebrochen war. Bei dem großen Feuerwehraufgebot handelte es sich nur um eine Einsatzübung.

Das Gemeindedirektoren-Haus wird in Kürze abgerissen, um dem Bau für das „Haus der Begegnung“ Platz zu machen. Die Gemeindefeuerwehr nutzte diese günstige Gelegenheit, in dem leeren Haus eine Übung unter realistischen Bedingungen abzuhalten. Die Übungs-Organisatoren Andreas Lang und Michael Becker hatten ein Szenarium vorgegeben, das alle Facetten der Technischen Hilfeleistung, der Menschenrettung und der Brandbekämpfung einschloss.

„Wohnungsbrand und Menschenleben in Gefahr“ lautete das Einsatzstichwort, mit dem die einzelnen Löschgruppen alarmiert wurden. Der Rauch war mithilfe einer Nebelmaschine erzeugt worden. Im Gebäude waren drei Dummys versteckt, die verletzte Personen darstellten, die später im total verrauchten Haus aufgespürt und gerettet werden mussten.

Als erste Wehr traf der Löschzug Kall am verrauchten Brandobjekt ein, wo es zunächst galt, die verschlossene Haustür zu öffnen. Das erledigten die Wehrmänner mit einem Zieh-Fix, mit dem das Schloss geknackt und herausgezogen wurde. Es kommt immer wieder vor, dass die Feuerwehr sich mit dieser Methode Zugang zu verschlossenen Häusern verschaffen muss, wenn hilflose Personen in Not sind.

Deshalb sei Üben dieser schnellen Haustür-Öffnung besonders wichtig, berichtete Gemeindewehrleiter Harald Heinen, der den Übungsablauf als stiller Beobachter verfolgte.

Nachdem die Haustür geöffnet war, drangen andere Kaller Wehrleute, mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, zur Brandbekämpfung und Personensuche in das verrauchte Haus ein. Derweil war auch der Löschzug II mit den Löschgruppen aus Sistig und Wahlen eingetroffen. Sie bauten eine Löschwasser-Versorgungsleitung von der Trierer Straße zur Brandstelle auf und drangen von außen über Steckleitern in das Obergeschoss des Hauses ein.

Im verrauchten Haus wurden drei „Verletzte“ ausfindig gemacht. Zwei konnten durch das Treppenhaus ins Freie geschafft werden. Die dritte Person musste mit Hilfe einer Schleifkorbtrage durch das Fenster und danach über die Steckleiter an der Hauswand abgeseilt werden. Dabei musste jeder Handgriff sitzen.

Zum Schluss der Übung stellten Michael Becker und Andreas Lang die im Keller agierenden Atemschutzgeräteträger vor eine besonders schwierige Aufgabe. Auf der engen Keller-Wendeltreppe mussten sie einen fiktiv verletzten Kameraden, der in voller Ausrüstung auf der Treppe kollabiert war, retten. Weil dies wegen der Enge am Einsatzort eine besonders schwierige Mission war, wurde diese Rettungs-Übung auch mit weiteren Atemschutzgeräteträgern wiederholt.

Am Ende waren Gemeinde-Wehrleiter Harald Heinen, dessen Stellvertreter Andreas Lang und Übungsleiter Michael Becker zufrieden mit dem Ablauf. Das leer stehende Haus habe beste Voraussetzungen für ein derartiges Szenarium geboten. Besonders erfreulich, so Heinen, sei die Tatsache, dass der Wunsch, das alte Haus vor dem Abriss für eine Übung zu nutzen, aus der Mannschaft gekommen sei.

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Fünf Mitglieder der Sistiger Jugendfeuerwehr bestanden die Prüfung zur ersten Stufe der Jugendflamme. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Treue Wehrmänner ausgezeichnet

Ehrungs-Marathon in der Löschgruppe Sistig – Gleich sechs Auszeichnungen der Landesregierung – Der Bürgermeister bedankte sich für ehrenamtlichen Dienst – Jugendfeuerwehr sichert Zukunft – Verdienstmedaille für Franz Josef Becker

Kall-Sistig – Gold und Silber regnete es beim Kameradschaftsabend der Löschgruppe Sistig am Samstagabend. Bürgermeister Herbert Radermacher konnte gleich sechs Feuerwehrangehörigen die Ehrenzeichen der NRW-Landesregierung überreichen. Fünf Wehrmänner bekamen die Auszeichnung für 25-jährige Feuerwehrtreue in Silber, einer wurde von Innenminister Ralf Jäger für 35-jährige aktive Mitgliedschaft mit dem goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Bevor der Bürgermeister den Geehrten die Auszeichnungen an die Uniformen heftete, bedankte er sich bei den Mitgliedern der Sistiger Löschgruppe für deren ehrenamtliche Tätigkeit. Radermacher lobte auch die hervorragende Arbeit der Jugendwarte. Neun Mitglieder in der Jugendfeuerwehr seien Zeichen einer sicheren Zukunft der Löschgruppe.

Das goldene Ehrenzeichen des Landes überreichte Radermacher an Dirk Pesch. Die Ehrenzeichen in Silber bekamen Ingo Becker, Frank Klinkhammer, Jürgen Poth, Markus Völler und Wolfgang Wirtz. Von der Gemeinde und auch von der Löschgruppe bekamen die Geehrten Geschenke überreicht.

Auch Harald Heinen, der Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kall, hob die Zuverlässigkeit der Sistiger Wehr hervor. Dass gleich fünf Löschgruppenmitglieder für 25-jährige Feuerwehrzugehörigkeit ausgezeichnet würden, komme nur selten vor. Heinen: „Fünf neue Mitglieder auf einen Schlag – das war damals ein gutes Jahr für die Löschgruppe.“

In seiner Eigenschaft als stellvertretender Kreisbrandmeister überraschte Harald Heinen den Leiter des Löschzuges II mit den Löschgruppen Sistig und Wahlen, Franz Josef Becker. Heinen überreichte Becker für besondere Verdienste die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Euskirchen. Nach 20-jähriger Tätigkeit als Sistiger Löschgruppenführer hatte Franz Josef Becker dieses Amt kürzlich in jüngere Hände gelegt und an seinen Nachfolger Jochen Völler übergeben.  „Der Gemeindefeuerwehr wird Franz Josef Becker jedoch als Zugführer des zweiten Zuges noch einige Jahre erhalten bleiben“, so Wehrleiter Harald Heinen.

Beförderungen und Auszeichnungen des Landesverbandes

Beckers Nachfolger Jochen Völler im Amt des Löschgruppenführers wurde von Heinen zum Oberbrandmeister befördert. Frank Klinkhammer bekam seine Ernennung zum Brandoberinspektor. Unterbrandmeister Andreas Becker, der am Samstag Geburtstag hatte, ist jetzt Brandmeister. Erik Krings erhielt seine Beförderung zum Unterbrandmeister, Florian Feider und Mike Klasen wurden zu Hauptfeuerwehrmännern ernannt.

In seiner Eigenschaft als Kreis-Jugendfeuerwehrwart überreichte Volker Brandhoff Auszeichnungen des Landesverbandes. Für hervorragende Jugendarbeit übergab er Jugendwart Jürgen Poth die silberne Ehrennadel. Die gleiche Auszeichnung in Bronze überreichte er an Jugendwart Thomas Schlierf. Die Wehrmitglieder Ludwig Poth und Frank Grüning erhielten die bronzene Nadel, weil sie in den jährlichen Ferienlagern der Gemeinde-Jugendfeuerwehren mit der Ehrenamtlerin Ursula Poth die Küchenarbeit übernehmen. Weil der Landesverband keine Ehrennadeln an Zivilpersonen verleiht, bedankte sich der Verband bei Ursula Poth mit einem Florians-Taler.

Nachdem sie die erforderlichen Leistungen zur Erlangung der ersten Stufe der Jugendflamme bei einer Übung erfüllt hatten, bekamen die Jugendwehrmitglieder Julia Mertens, Tim Gemmenich, Martin Fink, André Pütz und Yannick Mertens das Abzeichen von Jugendwart Jürgen Poth überreicht. In diesem Jahr wird die Sistiger Jugendfeuerwehr gemeinsam mit Jugendlichen der Wehren Kall und Wahlen eine zehntägige Ferienfreizeit in der belgischen Partnerstadt Mol verbringen.

Die Löschgruppe Sistig hat derzeit 34 aktive Mitglieder, elf Mitglieder in der Ehrenabteilung und neun Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. 

Im vergangenen Jahr fuhr sie 48 Einsätze, wobei es sich unter anderem um sechs Brandeinsätze, vier Verkehrsunfälle, fünf technische Hilfeleistungen und 14 Beseitigungen von Ölspuren gehandelt hatte. An der Grundschule und im Kindergarten wurden zudem Veranstaltungen zur Brandschutzerziehung abgehalten.

pp/Agentur ProfiPress

In der Löschgruppe Sistig wurden gleich sechs Feuerwehrmänner mit Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW ausgezeichnet. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Tihange-Broschüre

Warum ist das Kernkraftwerk in Tihange gefährlich? Wie verhalte ich mich im Falle eines Falles richtig? Und: Was hat es mit den Jodtabletten auf sich? Das sind nur drei von vielen Fragen, die die Bevölkerung derzeit beschäftigen. Antworten darauf gibt jetzt auf der EUREGIO-Wirtschaftsschau in Aachen vorgestellte Informationsbroschüre.

Herausgeber ist die StädteRegion Aachen gemeinsam mit der Stadt Aachen, den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg in Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz. Die Broschüre, die in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit aller Partner entstanden ist, trägt den Titel „Informationen für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerks Tihange (B)“. Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Die Broschüre ist die erste ihrer Art und nur der erste Baustein unserer Katastrophenschutzplanung.“

 

Die Beteiligten wollen für eine fundierte Information der Bevölkerung sorgen. Aus diesem Grund werden in der Broschüre auf 24 Seiten die zentralen Themen rund um einen möglichen Ernstfall thematisiert. Schwerpunkte sind die Kraftwerke in Belgien, die Wirkung von Radioaktivität und der Katastrophenschutz in NRW. Es wird geklärt, wie die Bevölkerung im Ernstfall gewarnt wird und welche Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen beachtet werden müssen. Die Einnahme von Jodtabletten und das richtige Verhalten bei einem GAU in Tihange werden erläutert. Um eine weiterführende Recherche zu beginnen, sind zudem wichtige Links vermerkt. Die erste Auflage geht mit einer Stückzahl von 36.500 Exemplaren an den Start.

Nicht nur die Kommunen der StädteRegion, sondern auch Landesregierungen, Einzelpersonen und Unternehmen haben sich der Klage gegen Tihange angeschlossen. „Die euregionale Zusammenarbeit und eine solche gemeinsame Bewegung habe ich so noch nicht erlebt!“, so Etschenberg. Auf die Broschüre folgen weitere Schritte, wobei die Vorverteilung der Jodtabletten der nächste ist.

 

Die Broschüre kann in Kürze kostenlos in allen Rathäusern im Kreis Euskirchen abgeholt werden. Sie steht zudem hier als Download zur Verfügung:

www.kreis-euskirchen.de

 


Die Schevener Belegschaft der „Pflanzenwelt Schaar“ im Primel-Gewächshaus. Am 1. und 2. April ist in Scheven und Stockheim verkaufsoffenes Wochenende. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Pflanzen, Deko, Emotionen

65 Jahre Pflanzenwelt Schaar: Ein moderner Gärtnerei- und Verkaufsbetrieb, der nicht nur um die Bedürfnisse, sondern auch um die Gefühle seiner Kunden weiß – Familienbetrieb in fünfter Generation mit 50 Mitarbeitern an zentralen Standorten der Kreise Euskirchen und Düren - Jubiläumswochenende 1. und 2. April

 

Scheven/Stockheim – „Wir sind heutzutage nicht mehr nur Gärtner, wir schaffen Wohlbefinden, schenken Freude an Pflanzen und gestalterischen Elementen und bieten unseren Kunden fast alles, was mit Garten zu tun hat“: Das sagt Lutz Schaar (63), er leitet gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth (63) und seinen Söhnen Florian (35) und Simon (31) den 1952 gegründeten Betrieb.

Die „Pflanzenwelt Schaar“, die vor genau 65 Jahren von Sibylle und Fritz Schaar in Scheven „mit Spaten, Schubkarre und einem Stück Land“ gegründet wurde, feiert ihr Jubiläum mit einem verkaufsoffenen Wochenende am Samstag, 1. April, und Sonntag, 2. April. Und zwar am Stammsitz in Scheven in der Mitte des Kreises Euskirchen und in der „Pflanzenwelt Schaar“ im Gewerbegebiet Stockheim vor den Toren der Kreisstadt Düren.

Schaars sind bereits in fünfter Generation Gärtner. Das ist mehr als Beruf, das ist Passion. Vor Lutz und Fritz gab es schon Ernst Schaar, der in Breslau einen Gemüsebaubetrieb hatte und dessen Vater königlich-preußischer Schlossgärtner in Berlin war.

Familie wird bei Schaars großgeschrieben. Ein Jahr nach Gründung der Schevener Gärtnerei kam Martin Schaar, ein Bruder und Schwager des Gründerehepaares Sibylle und Fritz, nach Scheven, um das junge Familienunternehmen zu unterstützen. Mistbeetkästen wurden gebaut, die Produktion auf Schnittchrysanthemen und Topfpflanzen erweitert.

1956 wurde das erste Gewächshaus gebaut. In die Jahre des Nachkriegsaufbaus wurden Lutz und seine Schwester Marion geboren. Die Gärtnerei war nicht nur ihr Spielplatz, sie mussten auch früh mit anpacken. Arbeit gab es stets genug – bis zum heutigen Tag.

 

Leidenschaft für den Garten

 

Lutz Schaar und seine Söhne Simon und Florian sind Meister, der dritte Sohn Daniel Garten- und Landschaftsarchitekt in München. Aber es war Ehefrau Elisabeth Schaar, die 1986 den entscheidenden Impuls gab, den Betrieb von der Produktion für den Großmarkt mehr und mehr auf Endverkauf direkt an den Kunden umzustellen.

In den „Pflanzenwelten Schaar“ in den Kreisen Düren und Euskirchen einzukaufen, bietet den Kunden ein umfangreiches Angebot. Zusätzlich zum Samstag sind auch manche Sonntage verkaufsoffen. Der Veranstaltungskalender der Pflanzenwelt bietet dem Kunden das ganze Jahr über verschiedenste Seminare, saisonale Ausstellungen und Events. Zu allen Festen gibt es tolle Kinderattraktionen wie den Besuch der exotischen Tiere, das Basteln im Frühling oder das Kürbisschnitzen im Herbst.

„Wir verkaufen nicht nur Ware, sondern auch Wohlbefinden, Emotionen“, erklärt Simon Schaar, der mit seinem Vater die Geschäftsführung in Scheven übernommen hat. Sein Bruder Florian, Geschäftsführer der 2013 eröffneten „Pflanzenwelt“ in Stockheim, setzt aufs gleiche Konzept: „Einkaufen in einem solchen von Pflanzen und trendigen Accessoires bestimmten Ambiente ist ein Erlebnis.“

Seit nun bereits vier Jahren hat sich das moderne Gartencenter in Kreuzau-Stockheim im Kreis Düren und Umgebung etabliert und auch dort schätzen die Kunden besonders die Vielfalt der Eigenproduktion, sowie das große Angebot an Beet- /Balkon- und Gemüsepflanzen. Als „Ruhe-Oase“ will Florian Schaar in Stockheim demnächst ein „Gartencafé“ einrichten.

 

Floristinnen, Gesellen, sechs Meister

 

Sechs der fast 50 Mitarbeiter in den beiden Niederlassungen der „Pflanzenwelt Schaar GmbH“ sind Meister. „Zum Team der Mitarbeiter zählen Floristinnen, Gärtnergesellen, Fachpersonal, die sich alle durch erhebliches Fachwissen und Beratungskompetenz auszeichnen“, berichtet Elisabeth Schaar. Sohn Florian ergänzt: „Elisabeth Schaar ist die gute Seele des Betriebs.“

Und: „Seit Betriebsgründung setzen wir aus Überzeugung auf die eigene Ausbildung unserer Gärtner, um auch in Zukunft fachkompetenten Nachwuchs gewährleisten zu können.  Stetig bieten wir drei bis fünf Ausbildungsplätze an.

„Tradition und Zeitgeist miteinander zu verbinden betrachten wir als unsere Verpflichtung gegenüber den Kunden“, erklärt Lutz Schaar. Dazu gehört auch, dass es neben den schicksten und aktuellsten Dekorationen und Accessoires auch saisonfrisch Gemüsepflanzen für den heimischen Garten zu kaufen gibt.

Als besonderen Knüller hat der Gärtnermeister für das 65. Jubiläumsjahr eine neue leckere Tomatenart gezüchtet, „Schaars Eifelperle“, die zurzeit in den Gewächshäusern vorgezogen und bald an die Kundschaft abgegeben wird.

 

Tolle Mitarbeiter, zufriedene Kunden

 

1998 trat das Eifeler Familienunternehmen der Verbundgruppe „Grün-Erleben“ bei. Das ist eine Gemeinschaft von über 80 Fachgartencentern in Deutschland, die zusammenarbeiten, um den Kunden ein noch größeres „grünes Einkaufsvergnügen“ zu bieten. Ein Großteil der 65jährigen Erfolgsgeschichte, so das Fazit im Jubiläumsinterview, sei dem großen Engagement der Mitarbeiter zu verdanken – und der Treue einer zufriedenen Kundschaft.

pp/Agentur ProfiPress


Jeweils einen Scheck über 300 Euro überreichten die UWV-Politiker Sascha Herring (r.) und Volker Meuser (2.v.l.) an die Verantwortlichen der DLRG. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Kaller DLRG startet durch

Tolle Badeparty im Hallenbad gefeiert – Kooperation mit den DLRG-Kollegen aus Mechernich und Bad Münstereifel beschlossen

Kall – Feucht-fröhlich sind die Aussichten für die Wasserratten im Gemeindegebiet Kall. Bei der Badeparty, die die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kall veranstaltet hat, gingen die drei DLRG-Ortsgruppen Kall, Mechernich und Bad Münstereifel eine Kooperation ein, die die Zukunft des Kaller Hallenbades ebenso sichern soll wie das Fortbestehen der DLRG-Ortsgruppe Kall. Dazu unterzeichneten die drei Vorsitzenden Herbert Schmitz (Kall), Christian Mundt (Mechernich) und Till Siebel (Bad Münstereifel) einen entsprechenden Vertrag, der alle drei Ortsgruppen als gleichberechtigte Partner ausweist.

„Wir retten Kall“ lautet der Slogan der künftigen Zusammenarbeit. Die erste Badeparty, die jetzt mit vereinten Kräften durchgeführt wurde, war ein Riesenspaß für die überwiegend jungen Gäste. Als die Helfer der DLRG große Bälle und Würfel, Riesen-Schwimmreifen und andere spaßige Großgeräte zu Wasser ließen, kannte die Begeisterung keine Grenzen und das junge Bade-Partyvolk kein Halten mehr. Zu lauten Discoklängen aus den Lautsprecherboxen stürzten sich Kinder und Jugendliche in die Fluten und tobten im Nass.

Die Badeparty war jedoch nicht nur ein Indiz für das Comeback der von Auflösung bedrohten Kaller DLRG-Ortsgruppe, sondern auch die fulminante Feier aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Hallenbades. Daher verloste die Gemeinde Kall im Vorfeld Eintrittskarten und gewährte verbilligten Eintritt zur Party. Wer 1967 – also im Gründungsjahr des Hallenbades – geboren war, durfte sogar kostenlos hinein. Außerdem konnten sich die Teilnehmer zwischendurch am Getränkestand der Gemeinde erfrischen. Nachdem die Badeparty so gut ankam, soll sie künftig wechselweise in Kall, in der Eifel-Therme Zikkurat und im Eifel-Bad Bad Münstereifel stattfinden.

Zwischenzeitlich konnte in Kall auch die Schwimmausbildung wieder in Betrieb gehen und damit auch die Nachwuchsarbeit für die Kaller Rettungsschwimmer. „Aktuell gibt es von der Wassergewöhnung bis zum Rettungsschwimmkurs sieben Kurse mit 45 Teilnehmern im Alter von fünf bis 38 Jahren“, berichtete Till Siebel, dessen DLRG-Ortsgruppe Bad Münstereifel übergangsweise für den Ausbildungsbereich verantwortlich ist, während die Ortsgruppe Mechernich den Kallern in geschäftlichen Dingen behilflich ist.

„Das Rathaus in Kall macht uns den Weg frei“, freute sich Peter Jansen von der DLRG-Gruppe Mechernich über die bereitwillige Unterstützung seitens der Gemeinde. „Wir waren sehr froh über den Vorschlag, dass sich Bad Münstereifel und Mechernich mit Kall zusammentun“, äußerte sich Michaela Kratz seitens der Gemeindeverwaltung erfreut über das Engagement. „Ich finde das super“, lautete der begeisterte Kommentar von Kalls Ortsvorsteher Guido Keutgen.

Auch aus der Politik gab es bereits wichtige Unterstützung in finanzieller Form. Zu Beginn der Badeparty waren Volker Meuser von der UWV Schleiden und Sascha Herring, sowohl Vorsitzender der Mechernicher UWV-Fraktion als auch des UWV-Kreisvorstandes, erschienen und überreichten jeweils 300 Euro an die DLRG-Verantwortlichen. Damit und mit weiteren Spenden von Dr. Ralf Nolten (50 Euro) aus Kreuzau, CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Düren II/Euskirchen II und des Nettersheimer Franz Lederer, der aus Verbundenheit zur DLRG 150 Euro spendete, konnten bereits fehlende Ausbildungsgeräte wie Schwimmbretter und -nudeln oder Tauchringe angeschafft werden.

pp/Agentur ProfiPress

Die Wasserspielgeräte des DLRG-Spielmobils aus Hattingen sorgten bei der ersten Kaller Badeparty für Riesenspaß. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Alle Hände hoch: Kinderliedersänger Uwe Reetz im Rewe-Center. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Frühjahrsmarkt lockte Besucher

Kinderspaß mit Tom & Jerry im Rewe-Center - Verkaufsoffener Sonntag im Ortskern und im Industriegebiet – Aal-Marco vom Hamburger Fischmarkt bei Möbel Brucker – Hausmesse endete mit Luftballon-Wettbewerb – Eishockey-WM-Mobil vor Ort

Kall – Mit einem großen Frühjahrsmarkt einen Tag vor dem kalendarischen Frühlingsanfang startete der Gewerbeverein Kall am Wochenende in die warme Jahreszeit. Im Ortskern und im Industriegebiet hatten zahlreiche Geschäfte auch am Sonntag verkaufsoffen. Im Möbelhaus Brucker, das in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen feiert, ging mit dem Frühjahrsmarkt die dreiwöchige Hausmesse zu Ende. Tausende Besucher, die aus Regionen weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus kamen, nutzten den verkaufsoffenen Sonntag, um sich in der großen Möbelausstellung über neue Trends zu informieren.

Leider spielte das Wetter am Samstag nicht richtig mit, sodass die Betreiber der Marktstände auf dem Rathausplatz und am ehemaligen Busbahnhof in der Ortsmitte sowie im Industriegebiet vor dem Möbelhaus Brucker keine großen Umsätze verbuchen konnten. Sonntags hatte der Wettergott dann doch ein Einsehen mit den Marktleuten; zeitweise schien sogar kurz die Sonne. Die Geschäfte, die verkaufsoffen hatten, warben mit Sonderangeboten und Rabattaktionen um Kunden.

Wegen der unsicheren Wetterlage hatte das Rewe-Center seine Aktionen sonntags in den Markt verlegt. Dort war für Kinder eine Spielecke eingerichtet, wo die Kids auch mit frischem Obst verwöhnt wurden. Als Spielkameraden hatten sich auch die Comic-Figuren Tom & Jerry in Lebensgröße im Markt eingefunden. Sie führten mit den Kindern flotte Tänze auf.

Am Nachmittag eroberte Kinderliedersänger Uwe Reetz die Herzen der kleinen Marktgäste. Der in Kommern wohnende Reetz ist für die Kinder inzwischen ein Popstar geworden. Sie kennen alle seine Texte und warten stets darauf, dass Uwe Reetz mit ihnen zur Polonäse startet. So auch am Sonntag im Rewe-Center. 

Die Besucher des Möbelhauses Brucker fanden auf dem Marktplatz vor dem Haupthaus eine Gourmet-Meile vor, auf der für das leibliche Wohl reichlich gesorgt war. Aal-Marco, das Original vom Hamburger Fischmarkt, präsentierte neben frischen Aalen Fischspezialitäten wie Makrelen, Schillerlocken und Matjes-Brötchen. An anderen Ständen gab es hausgemachte Reibekuchen, spanische Churros, frische Crêpes, holländische Pommes und frische Champignons.

Amerikanisches Flair kam an dem Stand auf, an dem „Pulled Pork“, ein Schweinefleisch-Gericht des klassischen Barbecues nach nordamerikanischem Vorbild, angeboten wurde. Spezialitäten aus dem Münsterland, die auf einem riesigen Schwenkgrill brutzelten, fanden dankbare Abnehmer. Kinder vergnügten sich auf einem Trampolin, wo sie, mit Gurten gesichert, große Sprünge und Überschläge machen konnten.

Volle Parkplätze rund um das Möbelhaus zeugten davon, dass in den Ausstellungen des Traditions-Unternehmens Hochbetrieb herrschte. Ein ganz besonderes Angebot erfuhren die Besucher in der Bettenabteilung, wo sie sich vom Diplom-Sportwissenschaftler Stefan Schmidt die Wirbelsäule vermessen lassen konnten, um der Volkskrankheit „Rückenbeschwerden“ beim Matratzenkauf entgegenzuwirken.

Oft, so Stefan Schmidt, würden Standard-Matratzen gekauft, die nicht zum Nutzer passen. Um den Kunden beim Matratzenkauf zu beraten, hat Schmidt das mobile Diagnose-Instrument „MediMouse“ zur Verfügung, mit dem erfahrene Physiotherapeuten die genaue Anpassung des Schlafsystems an den jeweiligen Betten-Benutzer sichtbar machen kann. Mit einem Messkopf wird die Wirbelsäule gescannt, sodass Abweichungen von der Ideal-Wirbelsäule auf einer für die Person nicht geeignete Matratze sofort sichtbar werden.

Abseits der Möbelausstellungen wurden den Besuchern unter anderem Weinproben der Winzerei Max Schell aus Rech an der Ahr angeboten, in der Küchenabteilung wurden die beliebten „Detox“-Smoothies zur Körper-Entschlackung und leckere Obstspieße gereicht. Am Stand der Monschauer Senfmühle im Foyer des Haupthauses herrschte großer Andrang.

Freunden des Eishockey-Sports hatte der bekennende Eishockey-Fan und Firmenchef Andreas Brucker einen besonderen Leckerbissen beschert. Im Vorfeld der Eishockey-Weltmeisterschaft vom 5. bis 21. Mai in Köln und Paris stand das große Promo-Mobil der Weltmeisterschaft vor dem Haupteingang des Möbelhauses, um die Fans auf die WM  einzustimmen. Der aus Kall stammende WM-Botschafter Dieter Züll, der im Vorfeld der WM mit dem Mobil bei Großveranstaltungen in ganz Deutschland unterwegs ist, verteilte vor dem Möbelhaus fleißig Info-Material und Fanartikel.

Nicht nur für Kinder gedacht war der große Luftballon-Wettbewerb zum Ende der Hausmesse. Über 500 Luftballons ließen Groß und Klein sonntags gen Himmel steigen, wobei starker Wind die Ballons in Richtung Osten trieb. Wie sehr der Wind die leuchtend roten Ballons beflügelt hatte, zeigte sich schon am Montagmorgen, als die ersten Rückmeldungen aus Grettstadt (276 Kilometer von Kall entfernt) und Schlechtwegen (197 Kilometer) im Möbelhaus Brucker eintrafen. Den Gewinnern winken des Luftballon-Wettbewerbs winken tolle Preise.  

pp/Agentur ProfiPress


Ein Bild fast wie aus den Wüstentagen des Volkes Israel: Firmlinge und ihr Katechet Klaus Salentin haben sich in der Kall-Urfter Jugendkirche um den brennenden Dornbusch versammelt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Spiele in der Kirche

Übungen für Vertrauen und Zusammengehörigkeit für junge Christen im Nomadenzelt und am brennenden Dornbusch beim Firmlingstag in der Kall-Urfter Jugendkirche – Katecheten brachten knapp 25 angehenden Erwachsenen das Lebenspraktische des Christseins nahe

Kall-Urft – Hinter Begriffen wie „Traffic Jam“, „Bermuda-Dreieck“ oder „Fliegender Teppich“ sollte man nichts originär Christliches oder Lebenspraktisches vermuten. Doch genau das ist der Fall. Es handelt sich um Spiele aus der „Teambox“ für Jugendgruppenleiter, die der Eifeler Jugendpfarrer Hardy Hawinkels um religionspädagogische und erzieherische Aspekte erweitert hat.

Knapp 30 junge Christen und Katecheten probierten diese „Spiele für die Jugendkirche“ jetzt aus. Sie waren Gäste eines Tags für Firmlinge, den Jugendseelsorger Hardy Hawinkels seit 2016 im Urfter Hermann-Josef-Haus (Gemeinde Kall) Firmgruppen aus der Aachener Bistumsregion Eifel anbietet. Die Katecheten aus der GdG (Gemeinschaft der Gemeinden) St. Barbara aus Kalls Nachbarkommune Mechernich machten jetzt bereits zum zweiten Mal Gebrauch von diesem Angebot.

Die Sache kam auch gut bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, um das vorwegzunehmen. Nein, der Nachmittag sei keineswegs vertane Zeit gewesen, beschieden die Firmlinge in einer wiederum spielerischen Schlussrunde ihren Katecheten und Jugendpfarrer Hawinkels.

 

Klare Mehrheit Richtung „Sehr gut“

 

Wem es was gebracht habe – möglicherweise auch für seine Lebenseinstellung – der solle sich in Altarnähe begeben, wer weniger Zugang zum lebenspraktischen Konzept der Spiele gefunden habe, solle weiter wegbleiben. Agnes Peters, eine der Katechetinnen, war nach eigenen Angaben „dann doch überrascht, was für eine klare Mehrheit sich in Richtung »sehr gut« positioniert hat.“

Die jungen Christen, die am Freitag, 5. Mai, von Weihbischof Dr. Johannes Bündgens in der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist gefirmt werden sollen, beschäftigten sich in vier Gruppen mit den vordergründig nicht sehr religiösen Teamaufgaben.

Sie versammelten sich zum Beispiel in dem in der Urfter Jugendkirche aufgebauten Nomadenzelt wie aus Abrahams Tagen, um mit Agnes Peters und Anja Besse Knoten zu machen. Zweierpaare mussten einen Knoten in ein Seil machen, ohne die Seilenden loszulassen.

Gemeinsam mit den Katechetinnen Judith Zeyen und Sabine Drehsen musste eine andere Gruppe auf einem „Fliegenden Teppich“ Aufstellung nehmen. Die Gruppenaufgabe bestand darin, die Position dieses unsicheren Fluggeräts zu verlagern, ohne es zu verlassen.

Klaus Salentin übte mit einer weiteren Gruppe in der Nähe des „Brennenden Dornbuschs“, den es auch in der Urfter Jugendkirche gibt, Gottvertrauen – und Vertrauen in Mitmenschen. Die jungen Christen ließen sich nach und nach vertrauensvoll in die Arme der anderen fallen, wohl wissend, dass die Gruppe sie nicht zu Boden stürzen lassen würde.

Julia Kreuz und Philipp Aretz schließlich, zwei 2015 ihrerseits erst gefirmte Gemeindemitglieder, die sich in der kirchlichen Jugendarbeit in Mechernich stark engagieren und auch zur Weltjugendtaggruppe gehören, spielten mit „ihren“ Firmlingen das eingangs erwähnte Gruppenspiel „Traffic Jam“.

Die Aufgaben, die in allen vier Gruppen gestellt wurden, erwiesen sich als knifflig, ihre Lösung musste zudem gemeinsam bewältigt werden, was die Sache nicht immer einfacher machte und Kommunikation und Empathie erforderte.

 

Ein Leib aus vielen Gliedern

 

Dazu gab es – praktisch als theologische Auflösung der Aufgaben – am Schluss Bibeltexte wie die Geschichte vom Exodus der Juden aus ägyptischer Knechtschaft. Oder Paulus‘ Vergleich der Kirche als Gemeinschaft in Christus mit einem Körper, an dem die unterschiedlichsten Organe, Knochen und Muskeln je eigene Aufgaben erfüllen und doch aufeinander angewiesen sind und gemeinsam ein vollkommenes Ganzes bilden.

Paulus ermahnt die Korinther, Auge oder Ohr hätten keinen Grund zur Überheblichkeit, weil sie sich vornehmer dünkten als ein Fuß oder Finger. Gehe es allen Gliedern gut, freue sich der ganze Leib. Anders ausgedrückt: Schmerzt auch nur ein eiternder Zahn, geht es allen Gliedern dreckig.

Die Mechernicher Jugendlichen werden in der Regel als junge Erwachsene gefirmt. Die meisten sind 16 und 17 Jahre alt, absolvieren eine Berufsausbildung oder bereiten sich auf ihr Abitur vor. Sie treffen sich mit ihren Katecheten an mehreren Samstagen und Montagen zu Workshops, Andachten und Gruppenstunden. Außerdem bereiten sie in der Vorbereitungszeit insgesamt drei Gottesdienste vor.

Zum Pflichtprogramm der Firmvorbereitung gehört auch der Firmlingstag bei Hardy Hawinkels in der Jugendkirche Urft, die Teilnahme an einer Messe der Jugendkirche „New Key“ und ein von Georg Toporowsky in Vogelsang geleitetes Seminar zum Menschenbild des Nationalsozialismus und zum Menschenbild des Christentums.

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Künstlerin Karin Klesy-Wenzler erklärt Diakon Friedrich Wenzler und Pater Wieslaw Kaczor ihre Fasteninstallation in der Steinfelder Basilika. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Verhüllung um sichtbar zu machen

Fasteninstallation der Reifferscheider Künstlerin Karin Klesy-Wenzler in der Basilika Steinfeld – Interpretation des Turiner Grabtuches noch bis Ostern zu sehen – Fasten der Sinne, um näher an das Wesen der Dinge zu gelangen

Kall-Steinfeld - „Verhüllung“ hat die Reifferscheider Künstlerin Karin Klesy-Wenzler ihre Fasteninstallation genannt, die noch bis Ostern in der Basilika Steinfeld zu sehen ist. Dabei handelt es sich um ihre Interpretation des Turiner Grabtuches – ein in Falten gelegtes, weißes Baumwolltuch, auf das die Künstlerin einen Jesuskopf gemalt hat.

Mit der Verhüllung greift Karin Klesy-Wenzler einen alten, kirchlichen Brauch auf, nach dem in der Fastenzeit Schmuck und Kostbares wie Altäre, Altarbilder und Kreuze verhüllt werden. „Es ist eine Art Fasten der Sinne“, erklärt die Künstlerin. „Was man täglich hört und sieht wird mit der Zeit so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr wahrnehmen.“ Wenn man etwas dann nicht mehr sehen könne, setze das einen Prozess in Gang: „Dann denken wir plötzlich intensiv darüber nach und dringen dabei tief in das Wesen des Gegenstandes ein“, sagt Karin Klesy-Wenzler.

Durch die Verhüllung erlangen Objekte demnach eine neue Aufmerksamkeit. Das Verhüllte wird sozusagen sichtbar gemacht. „Oft gelingt es uns so, sie tiefer zu erfassen und näher an ihren Kern zu gelangen“, heißt es in dem Infoblatt, dass zur Erklärung der Fasteninstallation in der Kommunionbank der Steinfelder Basilika ausliegt.

Für ihr Kunstwerk hat Karin Klesy-Wenzler ein fünf Meter langes Baumwolltuch über einem Kubus drapiert. Den Kubus hat ihr Mann Friedrich Wenzler realisiert, der als Diakon in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) heiliger Hermann Josef Steinfeld tätig ist. Das Baumwolltuch hat die Künstlerin mit einem speziellen Versteifungsmittel bearbeitet, damit sie es gezielt in Falten legen konnte: „Das Tuch ist so vielfältig gestaltet wie der Glauben – denn auch dort gibt es Falten, Strömungen und Veränderungen.“

Für Karin Klesy-Wenzler ist es bereits die zehnte Fasteninstallation, die sie in der Steinfelder Basilika ausstellt. „Die Dinge, die ich für die Kirche mache, sehe ich als eine Art der Verkündigung. Ich möchte den Menschen über die Kunst eine Botschaft bringen – und die Fastenzeit ist eine Zeit, in der sich die Menschen dafür öffnen.“ Auch für Pater Wieslaw Kaczor, Leiter der GdG heiliger Hermann Josef Steinfeld und Pater des Salvatorianerordens im Kloster Steinfeld, stellt die Fasteninstallation ein Stück des Glaubens dar: „Kunst und religiöse Gefühle gehören zusammen.“

pp/Agentur ProfiPress


Seit Jahren überreicht Christian Meurer die Spendenflasche für das Schätzspiel der Hilfsgruppe an Willi Greuel, wie hier im Oktober 2015. Archivfoto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Spendenflasche der Hilfsgruppe gestohlen

Beim Einbruch in den Kommerner Betrieb AZ-CM Autoteile Meurer hatten es die Täter offenbar gezielt auf die rund 2000 Euro für die Kinderkrebshilfe abgesehen

Mechernich-Kommern – Christian Meurers Emotionen fahren an diesem Morgen Achterbahn. In einem Moment ist er furchtbar wütend, dann zu Tode betrübt und den Tränen nahe, dann wieder einfach nur fassungslos. Der Inhaber des Kommerner Betriebs AZ-CM Autoteile Meurer kann es einfach nicht glauben, dass Menschen so dreist sind, Geld, das ganz offensichtlich für krebskranke Kinder gesammelt wird, zu stehlen.

Doch genau das ist in der Nacht zum Mittwoch passiert. Gegen 2.30 Uhr schlugen zwei Männer die beiden hintereinander liegenden Scheiben ein und griffen in den Laden. Ihr Ziel: Die Flasche mit den Spenden für die Hilfsgruppe Eifel auf dem Brett direkt hinter der Scheibe. „Von außen ist die nicht zu erkennen, weil wir extra eine Folie davor geklebt haben. Es musste also jemand wissen, dass die Flasche genau da stand“, sagte Christian Meurer.

Erst am Wochenende hatte er das Geld gezählt, weil er sich noch in dieser Woche mit Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel treffen wollte, um ihm die Spende für das Familienfest der Hilfsgruppe am 28. Mai zu übergeben. Wie in den vergangenen Jahren sollte die Flasche, auf der das Logo der Kinderkrebshilfe abgebildet war, im Mittelpunkt eines Schätzspiels stehen. Besucher des Festes raten immer, welche Geldsumme in der mit Münzen und Scheinen gefüllten Flasche steckt. Die zehn, die am nächsten dran sind, gewinnen Sachpreise.

Rund 2000 Euro wären es diesmal gewesen. „Da waren sogar Hunderter drin“, erzählt Meurer, der den Einbruch um 6.30 Uhr selbst bemerkt hat. Bei der Polizei zeigte er die Tat an, anschließend rief er total aufgelöst Willi Greuel an und berichtete von dem traurigen Vorfall.

Der Hilfsgruppenchef zeigte sich geschockt, weiß aber auch, dass immer wieder Spendendosen gestohlen werden. „Man versteht es nicht“, erzählt er. „Wir hatten wieder schöne Preise für das Schätzspiel, das machen wir seit Jahren und es werden immer wieder gute Erlöse für die Hilfsgruppe daraus erzielt.“

Christian Meurer wird auf jeden Fall eine neue Spendenflasche aufstellen. „Von dem Einbruch lasse ich mich mit Sicherheit nicht abhalten“, erzählt er. Schließlich spendet er der Hilfsgruppe schon seit deren Anfangstagen regelmäßig Geld. „Seit Alonka“, erinnert er an das krebskranke Mädchen aus der Ukraine, dem die Hilfsgruppe nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 die Krebstherapie finanzierte. Über die Jahre hinweg hat Meurer nach eigener Schätzung 25.000 bis 30.000 Euro an die Hilfsgruppe Eifel gespendet. „Christian macht das mit Leib und Seele“, lobt ihn Willi Greuel.

pp/Agentur ProfiPress


Kalls Ordnungsamtschefin Sigrun Hochscheid und der stellvertretende Bauhofleiter Theo Dreßen zeigen das aufgebrochene Fenster an der Grillhütte „Auf dem Fels“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Keine Toleranz bei Vandalismus

Einbruch, Schmierereien und Zerstörungen an der Grillhütte „Auf dem Fels“ – Gemeinde Kall will die Randale nicht länger hinnehmen – Bürger sollen Beobachtungen melden

Kall – Verstehen kann Kalls stellvertretender Bauhofleiter Theo Dreßen nicht, warum man das Fenster einer Damentoilette an der Grillhütte „Auf dem Fels“ aufbricht. „Ich weiß nicht, was man dahinter vermutet“, erzählt er. Fakt ist aber, dass die Einbrüche in die Toiletten bei der Grillhütte immer wieder vorkommen – laut Dreßen etwa drei- bis viermal pro Jahr. Zuletzt entdeckte der Bauhofmitarbeiter Peter Vitt am Dienstagmorgen das aufgebrochene Fenster – und darüber hinaus Schmierereien, demolierte Papierkörbe und zerstörte Flaschen.

Fast jeden Tag schauen Mitarbeiter des Bauhofs an ihnen bestens bekannten Stellen nach dem Rechten, darunter auch der Busbahnhof, die Unterführung zum Park-and-Ride-Platz oder in der Nähe der Kirche. „Hier an der Grillhütte ist des Öfteren was los“, weiß der Bauhofchef. Es ist auch schon vorgekommen, dass Randalierer in die Toiletten eingedrungen sind und WCs und Waschbecken in blinder Zerstörungswut dem Erdboden gleichgemacht haben.

Natürlich zeigt die Gemeinde Kall solche Vorfälle regelmäßig bei der Polizei an. „Im Schnitt etwa einmal pro Monat“, erzählt Sigrun Hochscheid, Leiterin des Kaller Ordnungsamtes – wobei im Winter weniger angestellt wird als im Sommer, wenn es draußen warm und lange hell ist.

„Das ist ja auch ein schöner Ort hier“, gibt Theo Dreßen zu. Man hat Ruhe – und das alles bei bester Aussicht über Kall. „Wir haben auch nichts dagegen, dass sich hier Leute treffen, dafür ist der Platz ja da“, ergänzt Hochscheid. Aber den Vandalismus will die Gemeinde nicht hinnehmen.

Deshalb bittet sie auch die Bürger um Mithilfe. Wer Vandalismus beobachtet oder auf andere Art und Weise Kenntnis davon erlangt, wird gebeten, sich bei der Polizei (Notrufnummer 110) zu melden. Ein Mitarbeiter des Kaller Ordnungsamtes ist immer im Bereitschaftsdienst und wird dementsprechend von der Polizei informiert. Sollte es bei einem Vandalismus-Vorfall Verletzte gegeben haben, ist auch die Rettungsleitstelle (Notrufnummer 112) der richtige Ansprechpartner.

Was Dreßen und Hochscheid ebenfalls bemerkt haben ist eine Zunahme des „Wilden Mülls“ im Gemeindegebiet. Das geht vom normalen Hausmüll bis hin zu Dutzenden illegal abgeladener Reifen oder Bauschutt. „Dabei ist doch das Abfallwirtschaftszentrum von Kall aus wirklich gut zu erreichen und hier in Kall ist die Müllabfuhr doch wirklich optimal geregelt“, sagte Dreßen.

pp/Agentur ProfiPress


Im Wahlbüro erhielten die Schüler ihre Stimmzettel für die Wahl der Kinderrechtshelden. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Steinfelder Gymnasiasten wählten Kinderrechtsheld

Das Hermann-Josef-Kolleg ist jetzt „Global Friend“ – Schüler aus drei Jahrgangsstufen beschäftigten sich mit Themen wie Kinderarbeit, Genitalverstümmelung und Zwangsheirat

Kall-Steinfeld – Wie privilegiert und behütet ihr Leben ist, wurde den Schülern des Hermann-Josef-Kollegs Steinfeld in den vergangenen Wochen bewusst. Seit Ende Januar beschäftigten sich die Jungen und Mädchen der Stufen 6, 8 und 9 sowie die Geschichtskurse aus der Einführungsphase (10. Klasse) mit dem „World’s Children’s Prize for the Rights of the Child“ und dem WCP-Programm. Dabei handelt es sich um das größte Bildungsprogramm rund um Kinderrechte und Demokratie. Ins Leben gerufen wurde es von der schwedischen Regierung und mehreren Hilfsorganisationen.  

In Steinfeld endete das jahrgangsstufenübergreifende Projekt mit einem Wahltag. Die HJK-Schüler beteiligten sich an einer einzigartigen weltweiten Wahl: Bei der „Global Vote“ organisieren die Schüler in Schulen auf der ganzen Welt Wahltage und stimmen gemeinsam darüber ab, wer den Kinderrechtspreis bekommen soll. In Steinfeld gaben fast 300 Schüler in der zum Wahllokal umfunktionierten Aula ihre Stimmen für die drei nominierten Kinderrechtshelden ab. Voraussetzung war die Registrierung des HJK als „Global Friend“-Schule.

Nominiert sind in diesem Jahr die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Andheri-Hilfe Bonn, Rosi Gollmann, die sich seit über 50 Jahren für die ärmsten und schwächsten Kinder in Indien und Bangladesh einsetzt, der selbst erblindete Gründer der Organisation „Agrice“, Manuel Rodrigues, der seit 20 Jahren für blinde Kinder und Kinder mit anderen Behinderungen im afrikanischen Guinea-Bissau kämpft und die Amerikanerin Molly Melching, die sich seit 40 Jahren gegen weibliche Genitalverstümmelung, Kinderehe und Zwangsheirat einsetzt.

„Beim Projekt ging es darum, die Schüler dafür zu sensibilisieren, dass die Kinderrechte in vielen Ländern oftmals keine oder kaum Beachtung finden“, erklärten Lehrer Christopher Wilms und Referendar Jan Sitz, Anhand konkreter Beispiele von Kindern aus Indien und Afrika lernten die Schüler, dass es um Kinderrechte andernorts schlecht bestellt ist. Erörtert wurden auch die Grundprinzipien der Demokratie in Deutschland und der weltweite Zustand der Demokratie. Zugleich erfahren benachteiligte und gefährdete Kinder in Ländern wie Afrika oder Indien dank des WCP-Programms überhaupt erst, dass auch sie Rechte haben und wie sie ihren Stimmen Gehör verschaffen können.

„Es war für uns erschreckend zu sehen, wie viele Kinder unter Genitalverstümmelung, Kinderarbeit, Kinderprostitution leiden“, sagte Simon Linden. Er und Peter Hoffmann, beide Schüler der 9a, hatten die Wahl der Kinderrechtshelden organisiert und dabei neben der Benennung von Wahlbeobachtern auch für alle anderen Rahmenbedingungen gesorgt, die für eine demokratische Wahl unverzichtbar sind.

Bevor die Kinder und Jugendliche die Wahlkabinen betraten, um ihre Stimmen abzugeben, stellten Mitschüler in Power-Point-Präsentationen und auf selbst gestalteten Plakaten die drei Kandidaten und ihr Wirken vor. Die Wahl im HJK gewann Manuel Rodrigues, der mit 135 Stimmen das mit Abstand höchste Ergebnis erhielt, gefolgt von Rosi Gollmann (85 Stimmen) auf dem zweiten Platz und Melly Molching (67 Stimmen) auf dem dritten Platz.

Alle drei Kinderrechtshelden werden im kommenden Jahr im Beisein von Königin Sylvia auf Schloss Gripsholm in Mariefred geehrt. Das Preisgeld in Höhe von 700.000 Kronen wird für die Arbeit der Preisträger verwendet und hat seit Beginn des Programms im Jahr 2000 dazu beigetragen, Zehntausenden von den am meisten gefährdeten Kindern auf der Welt zu einem besseren Leben zu verhelfen.

 

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Ob Grundschulkind oder Oberstufenschüler: Zum Vortrag im Hermann-Josef-Kolleg sind auch Eltern jüngerer Kinder eingeladen. Sie können so der Grundstein für das richtige Lernen in der Schule setzen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Vortrag für Eltern: „Das Lernen lernen“

Das Hermann-Josef-Kolleg lädt Eltern mit Kindern vom Grundschulalter bis zum Abitur ein

 

Kall-Steinfeld – „Das Lernen lernen“ lautet das Thema eines Vortrages, zu dem das Hermann-Josef-Kolleg alle Eltern am Mittwoch, 5. April, um 19 Uhr, einlädt. Dabei geht es unter anderem um Faktoren, die das Lernen der Kinder beeinflussen und wie Eltern ihre Kinder dabei effektiv unterstützen können. Die Zuhörer erhalten einfache Tipps und Techniken, mit denen Kinder dauerhaft zum bestmöglichen Lernerfolg geführt werden können.

Dabei geht es unter anderem auch darum, wie „Null-Bock-Phasen" überwunden werden können, um eine Kommunikation ohne Streit und um die Hilfe bei den Hausaufgaben.

Die kostenlose Vortragsreihe „Das Lernen lernen“ findet deutschlandweit statt und wird vom gemeinnützigen Berliner Verein LVB Lernen angeboten. Der Vortrag richtet sich an alle Eltern mit Kindern vom Grundschulalter bis zum Abitur.

Eine Anmeldung zum Vortrag wird erbeten unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

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Emmanuel Kunz (3.v.l.) erklärt Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen (4.v.l.), was sich die SPD-Fraktion unter der Feuerwehrrente vorstellt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Zubrot im Alter für langjährige Kameraden

Die Kaller SPD hat eine Feuerwehrrente ins Gespräch gebracht – Genossen diskutierten auch die Standortfrage des Gerätehauses mit der Feuerwehr – Hauptamtlicher Gerätewart wäre hilfreich

Kall – Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind eigentlich rund um die Uhr im Einsatz. Etwa 100 aktive Kräfte sind in Kall an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden in Bereitschaft, um ausrücken zu können, wenn es brennt, jemand aus einem Auto geschnitten werden oder eine Ölspur abgestreut werden muss.

Weil Kall keine Berufsfeuerwehr hat, geschieht das alles in der Freizeit der Feuerwehrkameraden – unentgeltlich. Zwischen zehn und 40 Stunden pro Woche opfern die Floriansjünger je nach Einsatzgebiet und Möglichkeit. Um die freiwilligen Feuerwehrleute zumindest ein bisschen zu entschädigen, hat die Kaller SPD den Antrag auf eine Feuerwehrrente gestellt. Bei einer Besichtigung der Kaller Genossen im Feuerwehrgerätehaus schilderten sie Wehrleiter Harald Heinen, Kalls Löschzugführer Thomas Golüke und dessen Wahlener Pendant Manfred Frontzek, was sich dahinter verbirgt.

Dabei gibt die Kaller SPD offen zu: Ideengeber sind andere. In St. Augustin und Herzogenrath gebe es bereits eine Feuerwehrrente. Für Kall stellt sich Ortsvereins-Vorsitzender Emmanuel Kunz folgendes Modell vor. Ab einer bestimmten Zeit, die man aktiv in der Feuerwehr im Einsatz ist, angedacht sind derzeit zehn Jahre, gibt es bei Eintritt ins Rentenalter einen monatlichen Bonus von der Gemeinde. „Wir wollen hier keine falschen Erwartungen wecken. Da kommt kein Vermögen zusammen“, sagte Kunz.

Kunz, der auch Mitglied des Kreistages ist, redet von 70 bis 100 Euro monatlich, die beim Kreis im Gespräch sind. Die SPD-Fraktion in Kall fordert in ihrem Antrag deutlich weniger, 200 bis 350 Euro pro Jahr, das entspricht also grob 17 bis 29 Euro pro Monat. „Denkbar wäre zum Beispiel eine Staffelung. Je länger man dabei ist, desto höher wird die Rente“, erklärt Kunz. Für SPD-Fraktionschef Erhard Sohn steht die Anerkennung für die Feuerwehr im Vordergrund. „Außerdem soll das als Motivation dafür dienen, dass die Feuerwehrleute bei der Stange bleiben“, sagte Sohn.

Ehrenamtskarte ein echter Gewinn

 für Kall und die Feuerwehr

Davon geht auch Harald Heinen aus. „Ich denke aber nicht, dass wir dadurch neue Kräfte anziehen können.“ Die Feuerwehrrente ist für ihn kein neues Thema. Grundsätzlich ist er auch nicht abgeneigt: „Ich würde nie etwas ablehnen, was der Feuerwehr zugutekommt.“ Für Heinen aber noch wichtiger ist die Einführung der Ehrenamtskarte in der Gemeinde. Gerade für die Atemschutzgeräteträger sei es beispielsweise wichtig, immer topfit zu sein. Und da beispielsweise der Aktivpark Hannes für Inhaber der Ehrenamtskarte 50 Prozent Rabatt auf ein Jahresabonnement anbietet, würde die Feuerwehr zumindest für die Atemschutzgeräteträger das Angebot nutzen wollen – aus dem Feuerwehrbudget der Gemeinde.

Auch zum Thema Standort des Gerätehauses äußerte sich Heinen. Die Feuerwehr hat einige denkbare Standorte unter die Lupe genommen und ist derzeit in der Feinanalyse. Betrachtet wird vor allen Dingen die Frage: Wie lange brauchen die Kameraden vom Wohnort und von ihren Arbeitsstätten zu den einzelnen Standorten? Heinen geht nicht davon aus, dass durch die geplante Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße die Situation für die Feuerwehr besser wird.

Ohne dem Ergebnis der Analyse vorzugreifen, gehen Heinen und Golüke davon aus: „Würden wir ins Sägewerk an der Trierer Straße umziehen, gewinnen wir rund anderthalb Minuten.“ Bei den knapp bemessenen Ausrückzeiten ist das bereits eine halbe Ewigkeit. „Ende April haben wir die Analyse abgeschlossen, dann wissen wir mehr“, denkt Heinen, der seit 1987 Leiter der Feuerwehr in Kall ist.

Gerade tagsüber ist es für die Feuerwehr oft problematisch, schnell eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Heinen weiß aber, dass eine Berufsfeuerwehr in Kall utopisch ist – schon allein wegen der hohen Kosten. „Eine Einsatzfunktionskraft kostet die Gemeinde jährlich rund 150.000 Euro“ und mindestens sechs Funktionen seien erforderlich, weiß er. Dennoch würde sich Heinen, der als Mitarbeiter des Ordnungsamtes selbst in Lohn und Brot bei der Gemeinde steht, die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes wünschen. „Das wird derzeit ehrenamtlich gemacht. Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtungen wäre das aber auf jeden Fall für die Feuerwehr ein Gewinn.“

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Noch frecher, noch frivoler“ lautet das Motto beim Auftritt von Regina Red am 8. April im Saal Gier in Kall. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Regina Red mit neuem Programm

Travestie-Show mit René Schaffrath am Samstag, 8. April in Kall – Am 26. März ist Kartenvorverkauf in der Gaststätte Gier

Kall – „Noch frecher, noch frivoler und humorvoller“ lautet das Motto der Travestie-Show mit Regina Red, die der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier am Samstag, 8. April, 20 Uhr, in Kall veranstaltet. Nach dem großen Erfolg im vergangenen November gastiert der aus Schmidtheim stammende Travestie-Künstler René Schaffrath zum zweiten Mal im Saal Gier. Regina Red wird in Kall ein neues Programm präsentieren. Die Besucher können sich wieder auf ein rund zweistündiges Programm freuen.

Wegen der großen Kartennachfrage und der Begrenzung der Plätze im Saal hat sich der Kneipen-Verein dazu entschieden, keine telefonischen Kartenreservierungen anzunehmen. Stattdessen wird am Sonntag, 26. März, ab 17 Uhr, ein Kartenvorverkauf in der Gaststätte stattfinden. Sollten danach noch Tickets übrig sein, sind diese – solange vorhanden – bis zum Veranstaltungstag während der Öffnungszeiten in der Gaststätte zu bekommen.

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Im mit Tüchern, Bällen und weichen Matten ausgestatteten „Snoezelraum“ erleben sich die schwerstbehinderten Schüler mit allen Sinnen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Von Gewalt keine Spur

An der Sankt-Nikolaus-Schule wird wertvolle Arbeit geleistet – Kollegium durchlebte eine schwierige Zeit

Kall – Menschen, die mit behinderten Kindern arbeiten, tun das in der Regel mit großer menschlicher Kompetenz, Fachwissen und einem gehörigen Maß an Idealismus. Wenn diese Pädagogen, die selbst in schwierigsten Situationen jeden Tag ihr Bestes geben, an den Pranger gestellt werden, ist das mehr als bitter.

Diese Erfahrung mussten die Schulleiterin, zwei Lehrer und drei Schulbegleiter der Sankt-Nikolaus-Schule in Kall machen. Der Großvater einer geistig behinderten Schülerin sowie die Therapeutin des Mädchens haben gegen die sechs Mitarbeiter der Förderschule Anzeige erstattet, nachdem das Mädchen in einer sogenannten „Alarmsituation“ wegen wiederholtem fremdgefährdenden Verhalten zu Boden gebracht worden war. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um den letzten Handlungsschritt eines von Experten entwickelten Antigewalt- und Sicherheitssystems (AGS).

Was nach den Schilderungen des Großvaters in einem Pressebericht auf Unbeteiligte wie ein liebloser Übergriff wirkte, war tatsächlich das behutsame und sichere Zu-Boden-Bringen der Jugendlichen, um zu verhindern, dass sie sich selbst oder andere verletzt. Und zwar, nachdem alle anderen Versuche, das Mädchen zu beruhigen, fehlgeschlagen waren.

„Wir fixieren nicht, wir setzen uns nicht auf die Kinder und Jugendlichen. Die Schüler haben immer die Möglichkeit, aus der Situation herauszukommen“, sagt Andrea Luxenburger-Schlösser, seit 2008 Schulleiterin der Sankt-Nikolaus-Schule, mit Nachdruck. Gerade das AGS ermöglichte es mehreren Kollegen gemeinsam, sachte mit einem außer sich geratenen Schüler umzugehen.

Was sie und ihr Team mit- und durchgemacht haben, nachdem der Großvater des Mädchens seine Sicht der Dinge in der Öffentlichkeit geschildert hat und zwei Leserbriefe mit ebenso einseitiger Sichtweise folgten, mündete in eine große Verunsicherung. Bisher Selbstverständliches wurde in Frage gestellt, jedes Handeln in Konfliktsituationen auf mögliche negative Folgen hinterfragt.

Der Schulfrieden wurde ein zweites Mal massiv gestört, als sich im Herbst 2016 die Mitarbeiterin eines privaten Fernsehsenders als angebliche Praktikantin einschlich, den Alltag mit den teils schwerstbehinderten Kindern beobachtete und möglicherweise mit ihrer heimlichen Recherche den Schutzbereich der Kinder verletzte.

Gleiches ereignete sich an der St.-Nikolaus-Schule in Erding. Den Kollegen in Bayern erging es wie dem Schulteam in der Eifel: Die Filmaufnahmen mit versteckter Kamera sorgten nach dem Auffliegen für Unruhe und große Verunsicherung in der Schule. Andrea Luxenburger-Schlösser und ihre Kolleginnen vom Schulleitungsteam, Johanna Kreysern und Kathrin Kuhl, beschreiben die Gefühle, die das gesamte Team seitdem durchlebt hat: „Wut, Enttäuschung, Angst.“

Solidarität zeigten die Kollegen anderer Schulen. Die Elternschaft unterstrich in einem Brief an die Bezirksregierung ihr Vertrauen in die Sankt-Nikolaus-Schule. Balsam war auch die Anteilnahme des Kaller Bürgermeisters Herbert Radermacher, betont Andrea Luxenburger-Schlösser.

Der hohe kollegiale Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung gab dem Team die Kraft, die Verunsicherung zu überwinden und sich wieder auf das zu besinnen, wofür der Name der Nikolausschule steht. „Wir arbeiten an den Fähigkeiten und Kompetenzen aller Schüler“, betont Johanna Kreysern und nennt als Beispiel einen Schüler im Wachkoma, der sich mittels Augensteuerung und Computer mitteilen kann.

Nicht-sprechende oder schwer verständlich sprechende Schüler werden mit modernen iPad, Tasten, Talker und Gebärden in ihrer Kommunikation gefördert. „Sie erleben sich selbst als ‚Bestimmer‘ und lösen Reaktionen in ihrer Umwelt aus“, beschreibt Kreysern eine für die Kinder wichtige Erfahrung. Für die schwerstbehinderten Schüler gibt es an der Sankt-Nikolaus-Schule ein besonderes Förderkonzept, in dessen Rahmen unter anderem der sogenannte Snoezelraum zum Zirkus wird mit besonderem Licht, weichen Materialien, Bewegung und Musik. Für die Psychomotorik und das Bewegungskonzept „Move“ wird die Turnhalle in eine Bewegungslandschaft verwandelt. So lernen motorisch beeinträchtigte Schüler beispielsweise, Treppen im Wechselschritt statt im Beistellschritt zu steigen, zu sitzen oder ohne Hilfe vom Boden aufzustehen.

Der Schock war groß, die Emotionen schlugen hohe Wellen, doch mittlerweile sind sich die Schulleiterin und ihre Mitarbeiter der wertvollen Arbeit, die sie leisten, wieder bewusst. „Wir sind richtig gut“, sagt Andrea Luxenburger-Schlösser aus vollem Herzen.

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Die Partner (v.l.) im Überblick: Friederike Büttner (Kreis Euskirchen), Paul Stanjek (Verband Zwar), Corinne Rasky (Netzwerk an Urft und Olef), Herbert Radermacher (Gemeinde Kall), Malte Duisberg (Stiftung Eva), Manfred Poth (Kreis Euskirchen) und Karl Vermöhlen (Ortsvorsteher Sistig). Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Noch mit 90 Jahren gemeinsam zittern

In Sistig hat sich das Gruppennetzwerk „55+“ gegründet – Besucher entwickelten bereits zum Auftakt erste Projektideen – Nächstes Treffen am Dienstag, 21. März, 18.30 Uhr, im Lichtblick

Kall-Sistig – Die Ideen sprudelten und am Ende der Gründungsversammlung des Gruppennetzwerks „55+“ im Sistiger Bürgerhaus standen auch schon die ersten Projekte fest, die die Sistiger angehen wollen. „Ich bin ein Workaholic, will aber jetzt öfter abschalten. Das funktioniert wunderbar beim Wandern. Will jemand mitkommen?“, fragte etwa Ortsvorsteher Karl Vermöhlen und freute sich, dass spontan zehn Hände hochgingen. Auch bei anderen Themen ging es schnell. Der eine, ein Flüchtling aus dem Zweiten Weltkrieg, will anhand von Fotos seines Vaters dessen Geschichte erzählen, ein anderer interessiert sich für Ahnenforschung, da ergab sich ein Verknüpfungspunkt – auch zum Netzwerk an Urft und Olef, das ebenfalls einen Ahnenforscher in seinen Reihen hat. Weitere Interessen wurden geäußert: etwa eine Fahrt ins Seniorenkino im belgischen Büllingen oder gemeinsames Kochen (und viel wichtiger: gemeinsames Essen).

Paul Stanjek vom Verband „Zwar – Zwischen Arbeit und Ruhestand“ in Nordrhein-Westfalen, der selbstorganisierte Netzwerke bei deren Aufbau unterstützt, und Friederike Büttner als Quartiersmanagerin im Kreis Euskirchen dürften zufrieden gewesen sein mit der Gründung des Gruppennetzwerks. Zwar hätte die Resonanz auf die Startveranstaltung besser sein können – aber weil die gut 20 Teilnehmer offen über Themen wie verpasste Wünsche im Leben und über Erwartungen ihres (zum Teil noch bevorstehenden) Ruhestands sprachen, war der Abend in Sistig dennoch erfolgreich. So kam auch das ein oder andere Geheimnis auf den Tisch. „Ich wollte mal Pastor werden“, gestand einer. Und eine Besucherin gab zu: „Ich stelle fest, dass ich bislang ein schönes Leben hatte.“

Durch die Entwicklung erster Projektideen legten die Sistiger den Grundstein für ein Gelingen des Gruppennetzwerks. Warum eine solche Einrichtung überhaupt nötig ist, erklärte Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Landrats: „Die Pflegebedarfsplanung hat ergeben, dass im Jahr 2040 1700 Plätze in Pflegeeinrichtungen fehlen. Deshalb müssen wir darstellen, wie wir in Zukunft zusammenleben.“ Zwar zielt das Gruppennetzwerk auf die sogenannten „Best Ager“ ab 55 Jahren – doch offen ist es für alle Generationen. Gleich mehrere Partner machen gemeinsame Sache: Neben dem Kreis Euskirchen und der Gemeinde Kall sind das der Verband Zwar, das Netzwerk an Urft und Olef sowie die Stiftung evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd (Eva).

Gemeinde stellte vor zehn Jahren die Weichen

Die Gemeinde Kall habe bereits vor zehn Jahren durch die Entwicklung einer Energieleitlinie erste Weichen gestellt, berichtete Bürgermeister Herbert Radermacher. Mit einer Mobilitätsoffensive der RVK wurde diese Arbeit fortgesetzt. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir intensiv gearbeitet“, sagte Radermacher und ergänzte: „Jetzt findet sich alles wie in einem Mosaik zusammen.“ Das Gruppennetzwerk sei ein zukunftsweisendes Projekt für die Gemeinde Kall.

Karl Vermöhlen, den Radermacher als Vorreiter in Sachen generationenübergreifender Arbeit bezeichnete, erklärte, dass das Gruppennetzwerk nicht zwangsläufig etwas mit Altwerden zu tun habe, sondern das Jungbleiben und Spaß haben im Vordergrund stünden – und das alles vor der entscheidenden Frage: Was machen wir aus unseren Möglichkeiten? „Wir wollen mit Spaß altern und mit 90 noch synchron zittern“, sagte der Sistiger Ortsvorsteher.

 „Dass Menschen im Ruhestand nicht wissen, was sie tun sollen, ist nur ein Punkt“, berichtete Malte Duisberg, Leiter der Stiftung Eva. Ein weiterer ist die Bekämpfung der Alterseinsamkeit. „Menschen, die alleine zu Hause sind, müssen in Kontakt mit anderen kommen. Wer nicht einsam ist, ist länger gesund“, sagte er.

Mit dem Netzwerk an Urft und Olef gibt es seit 2010 ein kommunenübergreifendes Netzwerk im südlichen Kreis Euskirchen. 550 Mitglieder hat es, 120 kommen aus Kall. Koordinatorin ist Corinne Rasky, die die vier Säulen des Netzwerks formuliert: etwas für mich tun, mit anderen etwas für mich tun, mit anderen für andere etwas tun und aufeinander aufpassen. „Jedes Mitglied bringt seine Individualität und Erfahrung ein. Das Netzwerk endet, wo Visionen enden. Wir freuen uns auf jeden Fall über den neuen Standort des Netzwerks in Sistig“, sagte Rasky.

Das Gruppennetzwerk „55+“ trifft sich alle zwei Wochen. Nächster Termin ist am Dienstag, 21. März, 18.30 Uhr, im Lichtblick neben der Kirche. Dabei soll weit über Projektideen gesprochen und bereits bestehende konkretisiert werden.

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Der Vorstand des RSV Kall in seinem Element: Vorsitzender Heinz Hamacher (v.l.), Geschäftsführerin Anne Wulf-Huppertz und der stellvertretende Vorsitzende Bernd Jansen. Es fehlt Kassierer Martin Breuer. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Kaffeepause gehört sonntags dazu

Der Radsportverein Kall hat 31 Mitglieder, die im Durchschnitt älter als 50 Jahre alt sind – Jeden Sonntag wird geradelt – Auf der Suche nach jungen Radsportlern

Kall – Samstags forsch, sonntags gemütlich: So kann man kurz und knapp die Ausfahrten des Radsportvereins (RSV) Kall bezeichnen. „Eine Einkehr mit Kaffee und Kuchen gehört für die Fahrt am Sonntag einfach dazu“, berichtet Geschäftsführerin Anne Wulf-Huppertz.

Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins ist groß. Gerade sonntags nehmen bis zu zwölf Leute an den meist rund 50 Kilometer langen Touren teil. Doch wie bei so vielen Vereinen fehlt es auch beim RSV Kall an jungen Kräften. „Unser Durchschnitt liegt bei Ü50“, weiß der stellvertretende Vorsitzende Bernd Jansen.

Zwar hat der Verein mit Martin Breuer einen gerade einmal 21-jährigen Kassierer. Und es gab auch einige jüngere aktive Fahrer – doch dann kommt das Studium, oft verbunden mit einem Umzug, und der Radsport im Heimatort rückt in den Hintergrund.

Gegründet wurde der RSV von einigen enthusiastischen Rennradfahrern 1981. „Einer unserer Gründer ist sogar noch aktiv“, erzählt der Vorsitzende Heinz Hamacher. Seit diesem Jahr ist der Verein wieder Mitglied im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sodass jeder aktive Fahrer auch versichert ist.

Wertungspunkte für Radtouristikfahrten

Durch den Eintritt beim BDR erhofft sich der Radsportverein eine Revitalisierung und neue Mitglieder jeden Alters gewinnen zu können. Denn nun besteht wieder die Möglichkeit, Wertungspunkte für Radtouristikfahren zu erhalten, was für Radsportler, egal ob jung oder alt, eminent wichtig ist. Das war durch den zwischenzeitlichen Austritt aus dem Radfahrerbund nicht mehr möglich. „Der Nachwuchs erhält einen Einblick in den Radsport, natürlich sind aber auch erfahrene Mitstreiter im Radsportverein willkommen“, erzählt Wulf-Huppertz.

Zu bieten hat der RSV einiges. Jeden Sonntag um 10, im Sommer auch schon um 8 oder 9 Uhr, treffen sich die Mitglieder am Kaller Aktivpark. Von dort beginnen die gemeinsamen Touren unter dem Motto „Gemeinsam starten, gemeinsam ankommen“, zurückgelassen wird niemand. Die Samstagsfahrten finden nach Absprache statt. Jeden ersten Freitag im Monat trifft sich der Verein um 19 Uhr im Aktivpark zum gemütlichen Beisammensein. „Da kann jeder vorbeikommen, der Interesse an einer Mitgliedschaft hat und uns kennenlernen will“, erzählt Jansen.

Ansonsten veranstaltet der RSV jedes Jahr über Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt eine Vier-Tages-Tour, diesmal durch Belgien bis zur französischen Grenze. Außerdem besucht der Verein die Tour de France in Düsseldorf.

Zunächst steht aber die Eröffnungsfahrt an: Am Sonntag, 26. März, 10 Uhr treffen sich die Radsportler im Aktivpark. Nur zwei Wochen später, am 9. April, nehmen die Mountainbiker des RSV an einer Ausfahrt der Bad Münstereifeler Radrebellen teil.

Wer Interesse am Radsportverein Kall hat und den Verein kennenlernen will, wird gebeten, sich per Telefon (Heinz Hamacher: 02441/1676, Anne Wulf-Huppertz: 02441/8401) oder per E-Mail (geschützte E-Mail-Adresse als Grafik) zu melden. Die Homepage ist unter www.rsv-kall.de erreichbar.

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IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting (rechts) diskutierte in Berlin mit politischen Vertretern aus der Eifel über die Zukunft des Eifeltourismus und den Lückenschluss der Eifelautobahn A 1. Von links: Landrat Wolfgang Spelthahn (Düren), MdB Patrick Schnieder, Landrat Günter Rosenke (Euskirchen) und Thomas Rachel, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Eifel bei Touristen beliebt

Erfreulicher Zuwachs bei Gästeankünften, aber Rückgang bei Übernachtungen – Gästehaus im Kloster Steinfeld beschert

der Gemeinde Kall positiven Trend – Fritz Rötting: „Die IHK wird

 die neue Akademie der Nordeifel-Touristik unterstützen“ – Politischer Appell für den Lückenschluss der A 1

 

 

Eifel/Berlin – „Die Eifel als Urlaubsregion erfreute sich im Jahr 2016 großer Beliebtheit“: Dieses Fazit zog der Geschäftsführer der Eifeltourismus GmbH, Klaus Schäfer, jetzt bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

 

In den Urlaubsregionen NRW und Rheinland-Pfalz seien im vergangenen Jahr 1.695.470 Gästeankünfte verzeichnet worden. Das bedeute in Plus von 3,6 Prozent. Dagegen sei jedoch die Anzahl der Übernachtungen um 2,33 Prozent auf insgesamt 5.138.281 gesunken.

 

Klaus Schäfer zeigte sich in Berlin dennoch zufrieden: „Der Tourismus in der Eifel hat sich auf hohem Niveau stabilisiert.“ Man könne nicht jedes Jahr neue Traumquoten erzielen. Die Steigerungen seien in rheinland-pfälzischen Bereich erzielt worden. Dagegen seien im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel insgesamt leichte Rückgänge bei den Gästeankünften (-0,74 Prozent) und bei den Übernachtungen (-1,79 Prozent) verzeichnet worden.

 

Während im Kreis Düren mehr Gäste und Übernachtungen gezählt wurden, mussten die Gastbetriebe im Kreis Euskirchen Verluste sowohl bei den Gästeankünften (-3,33 Prozent), als auch bei den Übernachtungen (-378 Prozent) hinnehmen.  Auch bei den ausländischen Besuchern ist im Kreis Euskirchen ein Rückgang von 3,1 Prozent zu Buche geschlagen.

 

Fritz Rötting, der für den Tourismus zuständige Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Aachen (IHK), legte in Berlin Zahlen aus dem Bereich des Kammerbezirks vor: In den 470 Übernachtungs- und Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten zwischen Erkelenz und Euskirchen hätten im vergangenen Jahr fast 1,4 Millionen Besucher übernachtet, was einer Steigerung von 2,4 Prozent entspreche.

 

 

Tolles neues Gästehaus

Steinfeld stützt Statistik

 

 

„Steigende Übernachtungszahlen sind aber keine Selbstläufer“, warnte  Fritz Rötting auf der ITB in einem Interview mit dem Redakteur Reiner Züll. Eine ständige Anpassung des Angebotes und attraktive Übernachtungsmöglichkeiten seien wichtige Voraussetzungen.

 

Die Entwicklung im Kreis Euskirchen sei unterschiedlich gewesen, so Rötting. Die Rückgänge bei Gästeankünften und Übernachtungen in einigen Kommunen seien unter anderem stark von der Sanierung des Kronenburger See sowie der Schließung einer Weiterbildungsakademie in Euskirchen geprägt gewesen. Zuwächse bei den Übernachtungen fänden hauptsächlich in den Städten der Region statt.

 

Rückgängig im Eifelbereich sei auch die Zahl der Gastbetriebe, die teilweise daraus resultieren, dass nach Betriebsaufgaben keine Nachfolger gefunden wurden. Auch im Kreis Euskirchen hätten im vergangenen Jahr unter dem Strich weniger Betten (-3,1 Prozent) zur Verfügung gestanden als in den Vorjahren.

 

Rötting: „Ein Rückgang insgesamt, obwohl das tolle neue Gästehaus im Kloster Steinfeld dazu gekommen ist“. Ungewöhnlich und nicht zu erklären sei der Rückgang der Gästeankünfte und der Übernachtungen in der Gemeinde Dahlem. Rötting: „Das kann nicht allein an der Sanierung des Kronenburger See liegen“.

 

 

„In Heimbach wird sich kaum

noch etwas bewegen“

 

Bei minimaler Steigerung kaum verändert haben sich die Tourismuszahlen in der zu Düren gehörenden Stadt Heimbach. Das liege an den großen Zuwächsen der vergangenen Jahre bei der abschnittsweisen Fertigstellung des neuen Feriendorfes. Jetzt sei die Ferienanlage voll belegt. Rötting: „Da wird sich allerdings kaum noch etwas noch oben bewegen“.

 

Die stärkste Steigerung sowohl bei Gästeankünften (+34,2 Prozent) und den Übernachtungen (+25,4 Prozent) sei in der Gemeinde Kall zu verzeichnen gewesen. Das sei hauptsächlich auf das neue Gästehaus im Kloster Steinfeld zurückzuführen.

 

Bei der Aufenthaltsdauer der Gäste lägen die Stadt Zülpich mit 6,1 Tagen, die Stadt Heimbach mit 6,6 Tagen und die Gemeinde Nettersheim mit 7,1 Tagen an der Spitze. Die Spitzenposition von Nettersheim resultiere aus den Übernachtungen der Eifelhöhenklinik in Marmagen. Dass Patienten von Kur- und Reha-Kliniken in die Tourismuserhebung aufgenommen werden, sei auch anderswo üblich. Rötting: „Das liegt in der Systematik von Statistiken“.

 

Wie Fritz Rötting in Berlin erklärte, fußen die in den Statistiken erfassten Gäste- und Übernachtungszahlen auf Meldungen von Beherbergungs-Betrieben mit mehr als zehn Betten. Untersuchungen und Befragungen von Gästen zufolge lägen die Übernachtungszahlen in kleineren Hotels und Pensionen gleichhoch mit den offiziellen Erhebungen.

 

Für den Kreis Euskirchen sieht der IHK-Geschäftsführer positiv in die Zukunft. Die systematische Entwicklungsarbeit der Nordeifel-Touristik durch die Tourismus-Akademie werde in den nächsten Jahren Früchte tragen. Rötting: „Die IHK wird diese Akademie als Projekt für die Leistungsträger unterstützen“.

 

In Berlin diskutierte IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting auch mit poltischen Vertretern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über den Lückenschluss auf der Eifelautobahn A 1. Der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, der rheinlandpfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder, der Euskirchener Landrat Günter Rosenke und der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, sprachen sich für den baldigen Weiterbau der Eifelautobahn aus.

 

Beide Straßenverwaltungen in NRW und Rheinland-Pfalz, so Fritz Rötting, seien bemüht, die Planungen endlich zum Abschluss zu bringen. Jetzt gehe darum, keine Fehler zu machen, weil mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gerechnet werden müsse.

 

Alle maßgebenden Parteien seien sich einig, dass der Lückenschluss erfolgen muss. Geld stehe zur Verfügung. Die Frage, ob er den Weiterbau der Autobahn noch erleben werde, beantwortete Fritz Rötting diplomatisch: „Ich will mindestens 90 Jahre alt werden“.

 

pp/Agentur ProfiPress


Rund 150 Gäste haben sich im Kreishaus in Euskirchen bei der Auftaktveranstaltung über die „Wanderwelt der Zukunft“ informiert. Mit dabei war auch der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher (vorne, 2.v.r.), Bezirksvorsitzender des Eifelvereins als wichtigem Projektpartner. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

In die „Wanderwelt der Zukunft“ gestartet

Wanderangebot im Kreis Euskirchen soll für 800.000 Euro an moderne Ansprüche angepasst werden – Projektteam stellte konkrete Maßnahmen vor

Kreis Euskirchen/Kall – Die Tourismus-Akteure der Nordeifel werden sich anstrengen müssen, um in Zukunft mit den anderen Mittelgebirgsregionen konkurrieren zu können. Und das wollen sie auch, wie bei der Kick-off-Veranstaltung „Wanderwelt der Zukunft“ deutlich wurde. 150 Gäste, darunter wichtige Projektpartner, Bürgermeister und Touristiker aus den Kommunen, waren der Einladung zur Auftaktveranstaltung ins Euskirchener Kreishaus gefolgt. Darunter war auch der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender des Eifelvereins. Der Eifelverein gilt als wichtiger Projektpartner mit unverzichtbarer Kompetenz, wie am Abend mehrfach betont wurde.

Iris Poth, Leiterin der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen und Projektmitarbeiter Damian Meiswinkel stellten die konkreten Planungen für die „Wanderwelt der Zukunft“ vor. Für die Realisierung des Projektes in Trägerschaft des Kreises Euskirchen stehen in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 800.000 Euro zur Verfügung, davon 80 Prozent aus EU- und Landesmitteln. Das Projektmanagement setzt sich aus Leiterin Iris Poth, Damian Meiswinkel sowie Waldtraud Müller, ebenfalls von der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, zusammen. Ergänzt wird das Trio von Patrick Schmidder von der Nordeifel Tourismus GmbH, der das Projekt fachlich begleitet und für das Marketing verantwortlich ist.

Bis Ende 2019 soll das Wanderwegenetz von Grund auf überarbeitet werden. Unterstützung erhält das Projektteam dabei von Michael Sänger, dem Gründer, Herausgeber und jahrzehntelangem Chefredakteur des „Wandermagazins“. Der Experte war ebenfalls zur Auftaktveranstaltung erschienen und machte in seinem Impulsvortrag „Wandern 4.0“ klar, welchen Pfad man in der Nordeifel einschlagen muss, damit der Wanderboom künftig nicht an der Region vorbeizieht.

„Überall wo ich Kontakt mit Menschen habe, möchte ich das Gefühl haben, willkommen zu sein“, beschrieb er das, was er „Sehnsucht nach Resonanz“ nannte – ein wichtiger Aspekt beispielsweise für Gastgeber. Ohnehin bediene das Wandern zahlreiche Sehnsüchte: „Freiheit, Geborgenheit, Ursprüngliches, Kindheitsträume“, zählte er auf. Der moderne Wandergast suche Entspannung und Einfachheit, Natur und Erleben seien die wichtigsten Motive beim Ausüben der aktuell drittbeliebtesten Sportart der Deutschen.

Die Nähe zu den umliegenden Metropolen sei ein Pfund, mit dem die Nordeifel wuchern könne, weil dieser Nähe in Anbetracht der kostbaren freien Zeit eine große Bedeutung beikomme. Einig sind sich Michael Sänger und das Projektteam darin, dass dringend zielgruppenorientierter gearbeitet werden müsse. „Da haben wir wenig Angebote“, stellte Iris Poth fest. Insbesondere Familien mit Kindern, Senioren mit Enkeln und Hundebesitzer müsse man ins Visier nehmen, riet der Experte – und Frauen, denn, so laute seine Erfahrung: „Frauen wandern anders.“

Sänger ermunterte zu Kreativität beim Entwickeln touristischer „Produkte“ und nannte auch hier zahlreiche Beispiele: neue Übernachtungsformen wie in Holztonnen, Schäferwagen oder unter dem Glasdach mit Blick in den Sternenhimmel. „Weg vom Mittelmaß, hin zum Besonderen, statt Vielfalt das Herausragende“, empfahl er. Und nannte „Storytelling“ als weiteren wichtigen Aspekt: Landschaft müsse mit Geschichten verständlich gemacht werden.

„Wir sind gar nicht so schlecht, aber das ein oder andere kann durchaus noch besser werden. Doch auf lange Sicht sind wir nicht konkurrenzfähig“, konstatierte Iris Poth im Anschluss an Sängers Impulsvortrag.

In einem ersten Schritt soll nun das Wegenetz begutachtet, bewertet und anschließend eine Auswahl getroffen werden: Von 1.500 Kilometern auf 900 Kilometern will man das Wegenetz reduzieren, die bisherigen Markierungen entfernen und eine einheitliche Beschilderung anbringen. Danach nennen sich die neu konzipierten örtlichen Rundwanderwege dann „Eifelschleifen“. Daneben wird es 15 bis 20 thematische und besonders inszenierte Qualitäts-Rundwanderwege geben, die so genannten „Eifelspuren“. An diesen sollen beispielsweise innovative Tafeln und Ruhebänke installiert werden, kündigte Damian Meiswinkel an.

Als nächstes will man touristische Leistungsträger beraten und qualifizieren und unter anderem Schulungen zum Thema Nachfolge anbieten. Außerdem sind umfangreiche Maßnahmen zum Marketing geplant, die die Eifel noch deutlicher als Kurzreiseziel positionieren sollen. Als weiteres wichtiges Projektziel nannte Meiswinkel die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Was die Pflege und den Unterhalt des Wegenetzes der „Wanderwelt der Zukunft“ angeht, sehen die Verantwortlichen durch den demographischen Wandel erhebliche Probleme auf sich zukommen. Die Kompetenz des Eifelvereins sieht Iris Poth als unverzichtbar an, doch gerade hier mangelt es an jüngeren Nachfolgern. Gemeinsam mit den Projektpartnern Nordeifel Tourismus GmbH, den Kommunen, den Eifelvereins-Ortsgruppen, den Naturparken Rheinland und Nordeifel, dem Nationalparkforstamt sowie dem Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde will man ein nachhaltiges und finanzierbares Wegemanagement aufbauen.

pp/Agentur ProfiPress


Gruppenfoto vor dem Kölner Dom: Schüler aus Steinfeld und dem elsässischen Zillisheim beim Ausflug nach Köln. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Schüler aus dem Elsass auf Eifel-Besuch

Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg empfing Gruppe aus Zillisheim

Kall-Steinfeld – Eine abwechslungsreiche Woche verbrachten 27 Schüler der französischen Partnerschule Collège Episcopal aus dem knapp 450 Kilometer entfernten elsässischen Zillisheim in ihren Eifeler Gastfamilien und im Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld. Seit 14 Jahren besteht der Austausch mit der ebenfalls katholischen Schule, aus dem zahlreiche private deutsch-französische Freundschaften hervorgegangen sind.

Neben der Teilnahme am deutschen Schulunterricht gab es viele gemeinsame Unternehmungen. Zu den Höhepunkten zählte ein Ausflug nach Köln mit einer deutsch-französischen Stadtführung durch die Altstadt, bei der die Schüler unter anderem auch die Erzählung von den Kölner Heinzelmännchen kennenlernten. Danach ging es in eine kürzlich neueröffnete Trampolinhalle in Ossendorf, wo die ganze Gruppe großen Spaß hatte. „Auch die Lehrer sind mitgesprungen“, berichtete Lehrer Heiner Schmidt, der den Besuch der Austauschschüler koordinierte.

Ebenfalls in ihrer jeweiligen Muttersprache erlebten die Schüler eine Führung im Bonner Haus der Geschichte. Für die französischen Schüler war es besonders interessant, da sie aktuell die Geschichte der Nachkriegszeit im Unterricht besprechen. Anschließend stand Shoppen in der Bonner Innenstadt auf dem Programm. Mit einem deutsch-französischen Volleyballturnier und einem „bunten Abend“ mit hervorragendem Buffet und anschließender Disco endete der Besuch aus Zillisheim.

pp/Agentur ProfiPress


Das WM-Mobil des Deutschen Eishockey-Bundes macht von Freitag, 17., bis Sonntag, 19. März, vor der Gaststätte Gier, dem Obi-Markt und vor dem Möbelhaus Brucker Station, um die Fans auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im Mai in Köln und Paris einzustimmen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Ein Hauch Eishockey-WM in Kall

Das WM-Promo-Mobil macht am Wochenende 17. bis 19. März Station vor de Gaststätte Gier, dem Obi-Markt und dem Möbelhaus Brucker – Tickets für den Eröffnungstag zu gewinnen

Kall – Die Eishockey-Weltmeisterschaft, die vom 5. bis 21. Mai dieses Jahres in Köln und Paris stattfindet, wirft im Vorfeld bereits ihre Schatten voraus. In Kall findet am kommenden Freitag, 17. März, ab 20 Uhr im Saal der Gaststätte Gier eine große WM-Party mit DJ Sebastian statt. Höhepunkt wird eine Eintrittskarten-Verlosung sein.

Zu der Fan-Fete (Eintritt frei) wird auch der aus Kall stammende WM-Botschafter Dieter Züll freitags mit dem WM-Promo-Mobil des Deutschen Eishockey-Bundes in seine Heimat kommen, um in und vor der Gaststätte auf das sportliche Eishockey-Großereignis aufmerksam zu machen. Samstagsvormittags macht das WM-Mobil dann am Obi-Markt Station. Nachmittags und den ganzen Sonntag über ist das Mobil beim Frühlingsmarkt vor dem Möbelhaus Brucker präsent.

Weil es auch in der Eifel zahlreiche Eishockey-Fans gibt, hat der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier beschlossen, die Anhänger der robusten Sportart mit einem besonderen Abend rechtzeitig auf die bevorstehende WM einzustimmen. Dem Vorstand des Vereins ist es gelungen, noch zwei Eintrittskarten für den bereits seit Langem ausverkauften Eröffnungstag am 5. Mai in Köln zu bekommen. Dieses Kartenpaar wird im Verlauf der Party im Saal Gier verlost. 

Die Gewinner der beiden Eintrittskarten werden in Köln einen unvergesslichen Tag erleben. Sie sind beim Eröffnungsspiel Schweden gegen Russland (16.15 Uhr), bei der anschließenden Eröffnungsfeier und beim Top-Spiel der deutschen Mannschaft gegen die USA (20.15 Uhr) dabei. 

Doch auch an die Eishockey-Fans, die während der 16-tägigen WM in Köln und Paris nicht dabei sein können, hat der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier gedacht. Es ist deshalb vorgesehen, alle Spiele mit deutscher Beteiligung auf einer Großleinwand im Saal der Gaststätte zu zeigen.

pp/Agentur ProfiPress


Nikolaus-Schüler laufen für die Hilfsgruppe

Neun Mädchen und Jungen trainieren seit Januar für den Abschlusslauf

 

Kall – „Laufen für den anderen“ – so lautet das Motto der Winterlaufserie in der Nordeifel, bei dem die Startgelder und Sponsoren-Spenden der Hilfsgruppe Eifel zugutekommen. Unter anderem ein Grund für die Sankt-Nikolaus-Schule Kall, eine Laufgruppe ins Leben zu rufen und sich mit dieser beim Abschlusslauf in Kall am Sonntag, 19. März sportlich zu beteiligen. Laufend und walkend absolvieren die Schüler dabei eine Strecke von ca. 4,5 km.

Das heißt für die neun Mädchen und Jungen, seit Januar sich jeden Montagnachmittag die Laufschuhe zu schnüren und selbst bei eisigen Temperaturen zu trainieren, damit beim Abschlusslauf die sportliche Herausforderung gut bewältigt werden kann. Der Lauf startet am Sonntag, 19. März, um 10 Uhr auf dem Gelände der Ene in Kall.

 

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Bürgermeister Herbert Radermacher und sechs der sieben ersten Kaller, denen er die Ehrenamtskarte aushändigte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Lizenz für Vergünstigungen

Die Gemeinde Kall hat die Ehrenamtskarten 001 bis 007 ausgehändigt – Bürgermeister Herbert Radermacher: „Das Ehrenamt ist unersetzbar“

Kall – Sein Name ist zwar nicht „Bond, James Bond“, sondern „Becker, Ingo Becker“ – aber den Polizisten aus Sistig und den britischen Agenten vereint die Nummer 007. Während das für den Spion im Geheimdienst Ihrer Majestät die Lizenz zum Töten bedeutet, hat Ingo Becker die Lizenz für Vergünstigungen in bestimmten Kaller Geschäften.

Denn Ingo Becker ist einer der ersten sieben Kaller Bürger, die Inhaber einer Ehrenamtskarte sind. Bürgermeister Herbert Radermacher hat diese ersten sieben Karten jüngst im Rathaus ausgehändigt. Verbunden war das mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Die Ehrenamtskarte mit der Nummer 001 hat Rainer Klippel erhalten. Der einstige Hauptschullehrer für Deutsch und Englisch kümmert sich um junge Migranten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Sie begleitet er etwa zur Polizei oder zum Anwalt. Außerdem betreut er Samuel Mikhael Soliman aus Ägypten. „Ich werde bald 70 und wollte noch etwas tun“, erklärt Klippel seine Beweggründe.

„So langsam treiben die Knospen Blüten“, freute sich Bürgermeister Radermacher, der den Anwesenden noch einmal kurz die Abfolge schilderte, wie es zur Einführung der Ehrenamtskarte in Kall gekommen war. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte gemeinsam mit Städten und Kommunen die Ehrenamtskarte eingeführt, um dem Ehrenamt, das in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken ist, die verdiente Anerkennung zuteilwerden zu lassen. Diese Ansicht teilte auch die Kaller Politik, die zu Beginn des vergangenen Jahres die Initiative zur Karteneinführung in der Gemeinde Kall ergriff. Politik und Verwaltung waren sich schnell einig, dass die Ehrenamtskarte eine gute Sache und zumindest eine kleine Anerkennung für Ehrenamtler darstellt. „Wir wollten die Karte allen Ehrenamtlern in Kall anbieten“, erzählte Radermacher. Bei einem Fest am 19. August wurde das Vorhaben auf den Weg gebracht, ebenfalls anwesend war Andreas Kersting vom Landesfamilienministerium. Letzter Schritt war dann der positive und einstimmige Beschluss des Gemeinderates im Herbst des vergangenen Jahres. Danach stand Kall als 211. Kommune in Nordrhein-Westfalen fest, die die Ehrenamtskarte eingeführt hat.

„Das Ehrenamt ist unersetzbar“, findet Radermacher und wünscht sich, dass Institutionen, Vereine und Familien der Gemeinde ehrenamtlich tätige Bürger nennen, die mit der Ehrenamtskarte gewürdigt werden. Denn tatsächlich bieten bereits einige Kaller Unternehmen Vergünstigungen für Inhaber der goldenen Karte an. Voraussetzung für den Erhalt einer Ehrenamtskarte ist, dass man mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig ist – und zwar über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren.

Neben Rainer Klippel und Ingo Becker, der die Ehrenamtskarte nicht für seinen Hauptberuf als Ordnungshüter sondern für seine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Sistig erhält, wurden auch noch fünf Damen „geehrt“. Johanna May verrichtet ihren Dienst an der Klosterpforte in Steinfeld. Die vier weiteren neuen Karteninhaberinnen – Gisela Weiß, Gisela Stelzer, Diana Koch und Brigitte Gutersohn – arbeiten gemeinsam in der Gemeindebücherei. „Sie sind diejenigen, die die Bücherei am Leben halten“, fand Radermacher und betonte, dass die Bibliothek im Laufe des Jahres 2018 vom jetzigen Standort in der Hauptschule in das Haus der Begegnung, das neben dem Rathaus entstehen wird, umziehen wird.

pp/Agentur ProfiPress

 

Folgende Geschäfte in Kall bieten Vergünstigungen an:

T.E.A.M. Industriebedarf (fünf Prozent Rabatt auf alle Produkte), Haarwerk Doris Poth (zehn Prozent auf Dienstleistungen), Obi (fünf Prozent Rabatt auf rabattfähige Artikel), Kloster Steinfeld (ein Euro Rabatt auf Kloster-Führungen, drei Prozent Rabatt im Klosterladen und Café), Knie Mode (fünf Prozent auf reguläre und reduzierte Ware), Möbel Brucker (zehn Prozent auf Boutique-Artikel), Eifel-Wash (zehn Prozent auf Dienstleistungen), Aktivpark Hannes (50 Prozent Rabatt bei Abschluss eines Jahresvertrags im Fitnessbereich, freier Eintritt für Erwachsene im Aktivi), Pflanzenwelt Schaar (fünf Prozent Rabatt) sowie ermäßigte Eintritt im Hallenbad sowie Ermäßigung für den Jahresbenutzerausweis der Gemeindebücherei. (pp)


Nach dem erfolgreichen Konzert im November 2014 gastiert die Rheinische Bläserphilharmonie am 9. April erneut zugunsten der Hilfsgruppe Eifel im Gemünder Kursaal. Der Kartenvorverkauf beginnt am 9. März. Foto: Rheinische Bläserphilharmonie/pp/Agentur ProfiPress

„Inspiration“ für die Hilfsgruppe

Die Rheinische Bläserphilharmonie tritt im am 9. April im Kursaal in Gemünd – Karten gibt es ab dem 9. März – Benefizkonzert zum 25-jährigen Bestehen der Eifeler Organisation

Gemünd/Kall – Im Herbst 2014 konzertierte die Rheinische Bläserphilharmonie vor 500 Besuchern im ausverkauften Kursaal in Gemünd für die Hilfsgruppe Eifel. Am Sonntag, 9. April, um 17 Uhr,  gastiert das Ensemble auserwählter Musiker anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Hilfsgruppe erneut in Gemünd. Unter der Leitung der professionellen norwegischen Spitzendirigentin Inge Anda werden die Instrumentalisten aus dem Köln-Bonner Raum, der Eifel, dem Ruhrgebiet und dem Raum Koblenz dem Publikum wieder ein Spitzenkonzert bieten.

Als noch recht junges, weil erst im Jahr 2011 gegründetes Orchester hat sich die die Rheinische Bläserphilharmonie in mittlerweile sechs Projektarbeitsphasen und zahlreichen Konzerten bereits in der Spitze der Blasorchesterlandschaft Nordrhein-Westfalens etabliert.

Es handelt sich um ein Projektorchester mit ausgewählten, hochmotivierten Musikern aus verschiedenen Orchestern des Rheinlands.

Die Musiker kommen mittlerweile auch aus den Nachbarregionen Rheinland-Pfalz, Ruhrgebiet und den Niederlanden angereist, um unter der herausragenden musikalischen Leitung Irene Andas auf hohem Niveau zu musizieren. Immer mit dem Ziel, dem Publikum ein hochkarätiges und zugleich unterhaltsames Konzertprogramm zu bieten.

Die Arbeitsphase 2017 wird nach 6 Probentagen mit 3 Konzerten enden. Am 26. März gibt das Ensemble im niederländischen Weert ein Gemeinschaftskonzert mit dem Limburgs Fanfare Orkest und am 8. April ein Konzert im Bonner Landesmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland. Einen Tag später, am Sonntag, 9. April, kommen die Eifeler Konzertfreunde im Gemünder Kursaal in den Genuss der ungewöhnlichen Musikdarbietung. 

Das Konzert zugunsten der Hilfsgruppe steht unter dem Titel „Inspiration“. Zur Aufführung kommen unter anderem Stücke wie „Godspeed“ (Stephen Melillo), „The Wind in the Willows“ (Johan de Meij), „Le Mont Saint Michel“ (Serge Lancen), „Fêtes“ aus „Trois Nocturnes“ (Claude Debussy, Tomohiro Tatebe),  „Oratio“  (David Witsch) und „Lincolnshire Posy“  (Percy Grainger).

Der Kartenvorverkauf startet am Donnerstag, 9. März. Ab dann sind die Tickets zum Preis von zwölf Euro erhältlich im Kurparkrestaurant und in der Buchhandlung Wachtel in Gemünd, in der Poststelle Herr in Schleiden, bei Bücher Schwinning in Mechernich sowie im Rewe-Center in Kall.

pp/Agentur ProfiPress


Das WM-Promo-Mobil des Deutschen Eishockey-Bundes macht samstags von 13 bis 18 Uhr beim Frühlingsmarkt am Möbelhaus Brucker Station. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Frühlingsmarkt mit Aal-Marco

19. März verkaufsoffener Sonntag in Kall – Gewerbeverein und Möbel Brucker als Veranstalter – Luftballon-Wettbewerb und Gourmetmeile - WM-Promo-Mobil kommt – Kinderunterhaltung

Kall Volle Parkplätze und ein buntes Rahmenprogramm bestimmten am Samstag das Bild am Eröffnungstag der dreiwöchigen Hausmesse im Möbelhaus Brucker in Kall. Die Hausmesse anlässlich des 65-jährigen Bestehens des Kaller Traditionsunternehmens endet mit einem großen „Frühlingsmarkt mit Gourmetmeile“, der am Freitag, 17. März, rund um das Möbelhaus beginnt, in Kooperation mit dem Frühjahrsmarkt des Kaller Gewerbevereins in der Ortsmitte steht und der täglich von 10 bis 18 Uhr bis zum verkaufsoffenen Sonntag am 19. März dauert. Auch im Kaller Ortskern haben mehrere Geschäfte an diesem Sonntag verkaufsoffen.

Beim Frühlingsmarkt bei Möbel Brucker erleben die Besucher ein buntes Programm, in dessen Verlauf auch kulinarische Genüsse präsentiert werden. Auf dem Marktplatz vor dem Haupthaus wird Aal-Marco, das Original vom Hamburger Fischmarkt, drei Tage lang seine Ware lautstark anpreisen. Auf der Meile werden Stände mit Feinkost, American Burger, Reibekuchen, münsterländischen Grillspezialitäten, Crêpes und vieles mehr vertreten sein. Für Kinderunterhaltung ist natürlich gesorgt: Für den Nachwuchs stehen unter anderem ein Trampolin und ein Karussell zur Verfügung.

Am Samstag, 18. März, von 13 bis 18 Uhr, macht das WM-Promo-Mobil des Deutschen Eishockey-Bundes auf dem Frühjahrsmarkt bei Brucker Station. Anlässlich der Eishockey-Weltmeisterschaft vom 5. bis 21. Mai in Köln und Paris ist der aus Kall stammende WM-Botschafter Dieter Züll mit dem WM-Mobil bei Großveranstaltungen in ganz Deutschland präsent, um auf das sportliche Großereignis aufmerksam zu machen.    

Zum Abschluss des Frühjahrsmarktes und der Brucker-Hausmesse am verkaufsoffenen Sonntag, 19. März, findet am Möbelhaus ein großer Luftballon-Wettbewerb statt, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt.

pp/Agentur ProfiPress


Petra Gemünd (hinten) und ihre Aushilfe singen mit den Kindern das „Hallo-Lied“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Vom rohen Ei zum kleinen Küken

In der Gemeinde Kall herrscht Bedarf an Kindertagespflegeplätzen – Nur zwei Tagesmütter – Kinderschutzbund und Kreis suchen weitere Betreuer

Kall – Viele Jahre lang war Petra Gemünd aus Kall im Einzelhandel tätig und eröffnete für ein Unternehmen Modegeschäft um Modegeschäft. „Diese Arbeit hat mich irgendwann nicht mehr erfüllt“, berichtet sie. Ganz im Gegensatz zu ihrer jetzigen Tätigkeit. Im Jahr 2012 eröffnete sie das „Spatzennest“, eine Kindertagespflege-Einrichtung. In dieser Arbeit geht sie auf, diese Arbeit macht sie glücklich. „Das ist ein Stück Frieden für mich“, erzählt sie.

In der Souterrainwohnung des Hauses haben sie und ihr Mann Hans ein Reich nur für die Kinder erschaffen. Es gibt eine Küche mit Essbereich, ein reines Spielzimmer, einen Ruhe- und Kuschelbereich und ein Badezimmer; im Erdgeschoss befindet sich außerdem noch ein Zimmer mit Kinderbetten.

Dass sich das Spatzennest in einer ganzen Wohnung befindet ist natürlich eine Luxus-Situation. Dessen ist sich Petra Gemünd bewusst. Sie leistet sich sogar eine Aushilfe, die die Kinder mitbetreut. Der Regelfall sieht anders aus, wie Stephanie Birrenkoven vom Kinderschutzbund im Kreis Euskirchen berichtet: „Die meisten Tagesmütter haben nur einen Raum in ihrer Wohnung oder ihrem Haus für die Tagespflege eingerichtet.“

In Kall gibt es nur zwei Tagesmütter. Das ist definitiv zu wenig. Denn die Plätze sind rar. Im Spatzennest werden insgesamt acht Kinder betreut, fünf dürfen nur gleichzeitig betreut werden. Die zweite Tagesmutter darf maximal drei Kinder gleichzeitig betreuen, insgesamt sind fünf Kinder in ihrer Obhut.

„Wir bedauern es, dass es nur diese beiden Tagesmütter gibt“, sagt Roswitha Klinkhammer von der Gemeinde Kall. Doch im Rathaus ist man nicht für die Tagespflege zuständig. „Es gibt immer wieder Anfragen in den Kindergärten. Dann verweisen wir an den Kinderschutzbund“, erzählt Klinkhammer.

Grundsätzlich darf jeder, der einen Hauptschulabschluss hat, Tagesmutter oder -vater werden. Natürlich müssen Kandidaten gesund sein, außerdem sollten sie bislang nicht negativ mit dem Jugendamt in Konflikt geraten sein. Bei einem kombinierten Grund- und Aufbaukurs, der insgesamt 160 Stunden dauert lernen die künftigen Tagespfleger das Handwerk. Angeboten wird er vom Haus der Familie in Euskirchen sowie vom Deutschen Roten Kreuz. Üblicherweise findet dieser DRK-Kursus in Zülpich statt. Sollte es aus dem Südkreis aber eine große Nachfrage geben, könnte sich das DRK einen Kursus in Kall vorstellen.

Der Tagesablauf ist unterschiedlich. Um 6.30 Uhr kommt das erste Kind. Das letzte wird um 19 Uhr abgeholt. Ein halbes Jahr bis drei Jahre sind ihre Schützlinge. Es gibt natürlich auch andere Modelle, Randzeitenbetreuung etwa. Die wird dann nötig, wenn die Arbeitszeit der Eltern über die Betreuungszeiten in Kindergärten und Schulen hinausgehen. Dann muss die Tagespflege die Kinder auch in die Bildungseinrichtungen bringen oder abholen. Betreut man ausschließlich Randzeitenkinder, besteht sogar die Möglichkeit, zwischendurch in Teilzeit zu arbeiten.

5,16 Euro erhält eine Tagesmutter für die Betreuung eines Kindes pro Stunde vom Kreis Euskirchen. Von dem Geld müssen aber auch Versicherungen bezahlt werden. Denn eine Tagesmutter ist selbstständig. „Man ist auch Geschäftsfrau“, sagt Birrenkoven. Lediglich für Essen und Pflegeartikel müssen die Eltern selbst aufkommen. „Man ist beschäftigt, das aber zu Hause“, zählt Roswitha Klinkhammer einen der Vorteile der Kindertagespflege auf. Die Richtlinien sind derzeit übrigens in der Überarbeitung und liegen dem Jugendhilfeausschuss des Kreises zur Abstimmung vor.

Petra Gemünd wünscht sich sehr, dass sich weitere Tagesmütter und -väter in Kall finden. Denn für sie gibt es nichts Schöneres im Leben. „Ich erlebe so viele glückliche Momente mit den Kindern.“ Diese sollen sich wohl- und geborgen fühlen, als Tagesmutter kann Gemünd sie auf ihrem Weg ein Stückweit begleiten. „Als rohes Ei kommen die Kinder zu mir, als kleine Küken entlasse ich sie.“ Eine qualifizierte Tagesmutter sei auch für die Eltern wichtig. „Wenn ihre Kleinen gut aufgehoben sind, gehen sie mit einem ganz anderen Gefühl zur Arbeit.“

Stephanie Birrenkoven sieht noch einen weiteren Vorteil der Kindertagespflege gegenüber der U3-Betreuung im Kindergarten: die Gruppengröße. In den Kitas sind 15 U3-Kinder in einer Gruppe, in der Tagespflege nur fünf – da herrscht weniger Trubel. „Man kann ganz anders auf die Kinder eingehen, hat viel mehr Zeit für ein Kind und kann da etwas aufbauen.

Als frisch gebackene Tagesmutter lässt einen der Kinderschutzbund auch nicht alleine. Er bietet viermal im Jahr Arbeitskreise an. Außerdem sind die Kindertagespflegestätten im Kreis als „Kitapp“ organisiert und treffen sich regelmäßig zum Austausch. Wer Tagesmutter oder-vater werden möchte, wird gebeten, sich mit Sarah Ickes von der Koordination Tagespflege beim Kinderschutzbund in Euskirchen (02251/7025822) in Verbindung zu setzen.

www.kinderschutzbund-euskirchen.de

www.kitapp-kreis-euskirchen.de

pp/Agentur ProfiPress


Der FC Keldenich richtet die Abschlussveranstaltung am 19. März in den Räumlichkeiten der Energie Nordeifel in Kall aus: Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Laufen für den guten Zweck

Abschlussveranstaltung der Winterlaufserie von fünf Vereinen aus der Region am 19. März bei der Ene in Kall – Spendenübergabe an die Hilfsgruppe Eifel

Kall – Der FC Keldenich, der VfL Kommern, das Tribea-Team Marmagen, der TVE Bad Münstereifel und der TV Mahlberg machen in diesem Winter zum neunten Mal gemeinsame Sache und absolvieren eine Wintertrainingslaufserie aus. Dabei steht nicht der Wettkampf, sondern der Trainingseffekt mit Erfahrungsaustausch im Vordergrund.

Die fünfte und letzte Veranstaltung der Serie wird vom FC Keldenich organisiert und findet wie bereits in den vergangenen Jahren in Kall statt. Für diese Abschlussveranstaltung, die am 19. März um 9.55 Uhr beginnt, sind die Räumlichkeiten der Energie Nordeifel (Hindenburgstraße 13).

In Kooperation mit der Nikolaus-Schule wird an diesem Tag auch ein Schülerlauf angeboten, der für Einsteiger und Jugendliche geeignet ist.  Beliebt ist der Winterlauftreff auch bei Nordic-Walkern.

Angeboten werden geführte Laufstrecken von etwa fünf, zehn, 14 und 22 Kilometern sowie eine Walkingstrecke über zehn Kilometer – so kann sich jeder Lauflänge und -tempo, die zu ihm passen, aussuchen. Deshalb sind sowohl die ambitionierten als auch die Spaßläufer willkommen. Umkleiden und Duschen stehen für die Teilnehmer ebenso zur Verfügung wie Snacks und Getränke zur Stärkung.

Die Laufserie dient dem guten Zweck. Die Teilnahme ist zwar kostenlos, es wird jedoch um eine Spende von zwei Euro (ein Euro bei Jugendlichen) für die Hilfsgruppe Eifel gebeten. Die gesammelten Gelder werden von den Sponsoren aufgestockt.

Nach dem Sport wird im Kulturraum der Ene der Gesamtspendenbetrag an die Hilfsgruppe Eifel übergeben. Bis zur Auszählung und Bekanntgabe des Spendenbeitrags sorgt Livemusik für kurzweilige Unterhaltung.

pp/Agentur ProfiPress

Der Ablaufplan:

9.55 Uhr: Begrüßung der Aktiven und Informationen zu den Strecken
10.10 Uhr: Start 22-Kilometer-Lauf
10.15 Uhr: Start 14-Kilometer-Lauf
10.20 Uhr: Start Zehn-Kilometer-Lauf
10.25 Uhr: Start Zehn-Kilometer-Walker
10.45 Uhr: Start Fünf-Kilometer-Lauf für Schüler und Jedermann an der Nikolaus-Schule (pp)


Im Rinner Bürgerhaus proben die Laienschauspieler derzeit die Komödie „Neurosige Zeiten“ ein. Zweimal wöchentlich wird geprobt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Turbulenzen im Irrenhaus

Der Theaterverein „Einigkeit“ Rinnen probt zweimal in der Woche für die Komödie „Neurosige Zeiten“ – Am 11. März ist Premiere im Bürgerhaus – Danach geht es auf Tournee nach Marmagen, Kallmuth, Krekel und ins Ruhrgebiet

Kall-Rinnen – Um eine im wahrsten Sinne des Wortes „irre“ Geschichte geht es in dem Theaterstück „Neurosige Zeiten“, das seit einigen Wochen beim Theaterverein „Einigkeit“ Rinnen einstudiert wird. Seit November letzten Jahres sind die zehn Laienschauspieler mit den wöchentlichen Proben beschäftigt, seit Mitte Februar wird zweimal in der Woche im Rinner Bürgerhaus geprobt. Für das neue Stück kann sich der Verein mit Sandra Meyer und Axel Chmielecki auch über zwei neue Mitglieder im Ensemble freuen.

Premiere des Stücks ist am Samstag, 11. März, um 20 Uhr im Bürgerhaus in Rinnen. Am Sonntag, 12. März erfolgt eine weitere Aufführung um 16 Uhr. Danach geht es auf Tournee. Beginn ist am Freitag, 17. März, um 19.30 Uhr in der Eifelhöhenklink Marmagen, am Samstag 18. März (20 Uhr) gastieren die Theaterspieler im Bürgerhaus Kallmuth, am Samstag, 25. März (19 Uhr) im Bürgerhaus in Krekel, wo „Neurosige Zeiten“ am Sonntag, 26. März, um 17 Uhr noch einmal zur Aufführung kommt. Am Samstag, 1. April, gastiert der Theaterverein mit dem neuen Stück in Hagen-Haspe im östlichen Ruhrgebiet, wo die Eifeler schon seit vielen Jahren ihre Tournee beenden.

„Neurosige Zeiten“ ist eine Komödie in drei Akten von Winnie Abel und spielt in einer Irrenanstalt. Wie aber empfängt man Besuch in einer Irrenanstalt, ohne dass der Besucher merkt, wo er gelandet ist. Vor dieser Herausforderung steht Agnes Adolon, die in der Klapse lebende Tochter einer reichen Hoteldynastie. Ihre Mutter meldet spontan Besuch an. Sie geht davon aus, dass Agnes in einer schmucken Villa residiert. Kurzerhand sollen nun alle Mitbewohner aus Agnes‘ skurriler Psychiatrie-Wohngruppe versuchen, wie ganz normale Menschen zu wirken. Doch dann beginnt ein wahnwitziges Verwechslungsspiel, das am Ende völlig aus dem Ruder gerät und die Frage aufkommt, wer da eigentlich verrückt und was überhaupt normal ist.

„Es wird turbulent zugehen“, verspricht Spielleiterin Heike Huber, die im Stück selbst eine kleine Rolle als Fotografin spielt. Es werden echte Blumenvasen und Tassen zu Bruch gehen, die sich der Verein aus Altbeständen zusammengesammelt hat. Mitspieler in „Neurosige Zeiten“ sind Lydia Rosenbaum, Felicitas Huber, Elisabeth Servaty, Astrid Koder, Sandra Meyer, Heike Huber, Ralf Thelen, Michael Linden, Andreas Belgardt, Richard Cremer und Axel Chmielecki. Als Souffleuse agiert Elke Knoblich. Das Bühnenbild, ein Wohngruppenraum, wurde von Andre Ruzek geschaffen.

pp/Agentur ProfiPress


„Kall Alaaf“ ertönte es in der Pfarrkirche bei der Karnevalsmesse des KV Löstige Bröder mit Pater Josef vom Kloster Steinfeld. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Gottesdienst der Karnevalisten

„Kall Alaaf“ in der Pfarrkirche - Pater Josef: „Papst Franziskus hätte sicherlich seine Freude daran gehabt“ – Tollitäten lasen die Fürbitten – Stefan Kupp spielte die Orgel im roten Rock

Kall – „Schade, dass unser Papst Franziskus das hier nicht erlebt hat, er hätte sicherlich seine Freude daran gehabt“, resümierte Pater Josef vom Kloster Steinfeld am Ende der Karnevalsmesse des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“. In Kall ist es seit vielen Jahren guter Brauch, dass am Karnevalssamstag in der Pfarrkirche St. Nikolaus ein besonderer Gottesdienst für die lebenden und verstorbenen Vereinsmitglieder stattfindet.

Auch in diesem Jahr kamen viele Gottesdienstbesucher kostümiert zur Messe, und auch der Altarraum war wieder karnevalistisch dekoriert. Die ersten Reihen waren den Prinzenpaaren, den Aktiven der „Löstige Bröder“, den Tanzgarden und den Möhnen reserviert, die in ihren Ornaten, Rotröcken und Möhnen-Outfits ein buntes Bild abgaben.

Die Messe vorbereitet hatte Organist Stefan Kupp, der selbst Mitglied der Löstige Bröder ist und im roten Rock die Orgel spielte. In Absprache mit Pater Josef hatte er den Gottesdienst unter den Leitgedanken „Sieben Leben möcht‘ ich haben“ gestellt.

Eingangs der Messe hatte Pater Josef die Prinzenpaare und Uniformierten des Karnevalsvereins im Foyer der Pfarrkirche empfangen und in das Gotteshaus geführt. Beim Einzug sangen die Gläubigen den Karnevalshit „Un wenn et Trömmelche jeht…“ mit dem umgedichteten Refrain „Un wenn de Kirchejlock schläät, dann stohn mer all parat, un mir trecke durch de Kirch und jeder hät jesaht: Kall Alaaf, Alaaf, Kall Alaaf“.

Als Lektorinnen agierten Renate Schüttler und Elisabeth Keutgen von den Möhnen des Vereins. Am Altar bot sich ein buntes Bild, als Prinzessin Kerstin I. (Walber-Wawer) und das Kinderprinzenpaar Leon I. (Blatt) und Lena I. (Ruthenbeck) die Fürbitten sprachen. Applaus in der Kirche brach aus, nachdem Prinzessin Kerstin ihr Sessionslied „Mir sin eens“ angestimmt hatte.

Nach dem Abschlusssegen bedankte sich Löstige-Bröder-Chef Harald Thelen bei Pater Josef und Organist Stefan Kupp mit Gesellschaftsorden und einem kräftigen „Kall Alaaf“. Als Abschlusslied stimmte Organist Stefan Kupp den Höhner-Hit „Echte Fründe stonn zesamme“ an, den auch Pater Josef mit Applaus bedachte.

pp/Agentur ProfiPress


In Ketten gelegt und mit weißer Fahne ergab sich Uwe Schubinski dem närrischen Volk und Löstige-Bröder-Vorsitzendem Harald Thelen und überließ ihnen das Rathaus. Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Maxi machte ernst

Kaller Jecke eroberten mit „Möckeflitsch“ Regierungsbunker – Stellvertretender Bürgermeister hatte keine Chance.

 

Kall – Vehement und unter Aufwendung aller Kräfte verteidigte Kalls erster stellvertretender Bürgermeister Uwe Schubinski das Rathaus, das ihm Bürgermeister Herbert Radermacher zu treuen Händen zur Verteidigung überlassen hatte. „Niemals ergeben wir uns“, rief er den Kanonieren der „Löstige Bröder“ aus dem Fenster im ersten Stock zu. Doch mit Musketier-Kommandant Maximilian „Maxi“ Brucker und seinen Gefolgsleuten war nicht zu spaßen.

Maxi forderte Schubinski mehrfach lautstark auf, sich zu ergeben. Kurz vor dem finalen Schuss der „Möckeflitsch“ gab er ihm noch eine letzte Chance: „Jibste auf, oder brauchste noch en Loch in deinem Bunker? Na jut du Schwächling, du hast es dir nich anders jefragt.“ Da hatte auch der Kaller Ratsmann nichts mehr entgegenzusetzen. Bis zum bitteren Ende hatte Uwe Schubinski sich zur Wehr gesetzt, doch nun musste er der Wahrheit ins Auge sehen – er war geschlagen und das Rathaus verloren.

Gleich nach dem dritten und letzten Schuss der „Möckeflitsch“ kämpften sich die Kaller Gardisten vor bis zum stellvertretenden Bürgermeister, überwältigten ihn und präsentierten ihn der jubelnden Menge. Angesichts der geballten jecken Allianz, die Wetter und Sturmwarnung zum Trotz auch aus den umliegenden Ortschaften angereist war, blieb dem in Ketten gelegten, stellvertretenden Kaller Oberhaupt nichts anderes übrig, als zum Zeichen der Kapitulation die weiße Fahne zu schwenken.

Mit guter Laune und viel Spaß waren folgende Tollitäten zur Schützenhilfe angereist: „Die Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven mit dem Kinderprinzenpaar Nora I. und Lennart I., „Die jecke Krohe von Wahle“ mit dem Prinzenpaar Ramona I. und Michael I., die KG „Sütenicher Schlipse“ mit dem Prinzenpaar Vanessa I., Tobias I. und der Jugendprinzessin Julia I., der Sistiger Kinderkarnevalsverein mit dem Dreigestirn Prinz Jannik I., Bauer Timm I. und Jungfrau Martina I.

Prinzessin Kerstin I. (Walber-Wawer) – sie wurde am Rosenmontag geboren und es war ihr Kindheitstraum, einmal im Leben Prinzessin zu sein – und die Kinderprinzessin Lena I. (Ruthenbeck) aus Reihen der Kaller „Löstige Bröder“ ließen es nach der geglückten Machtübernahme beim Tanz mit den „Möhne“ so richtig krachen, während Kinderprinz Leon I. (Blatt) das Treiben lieber vom Rand aus beobachtete. Seit über 30 Jahren gibt es die „Möhne“ bereits und sie sind beim traditionellen Kaller Wieverdonnerstag nicht mehr wegzudenken.

Und auch die Kallbachmücken sorgten mit ihrem Tanz einmal mehr für ausgelassene Stimmung und gute Laune vor dem Rathaus, bevor Uwe Schubinski das feiernde närrische Volk zum Umtrunk in den Rathaussaal einlud.

pp/Agentur ProfiPress


Selig schlummert Klein-Keanu in den Armen von Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher. Der hatte die Ehrenpatenschaftsurkunde des Bundespräsidenten in dessen Auftrag an Tamara Faust (mit Töchterchen Cara) überreicht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Der Pate aus dem Schloss Bellevue

Der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck hat die Ehrenpatenschaft für Keanu Faust aus Kall übernommen – Premiere für Bürgermeister Herbert Radermacher

Kall – Bei Familie Faust aus Kall ist immer was los. Sieben Kinder hat Mutter Tamara auf die Welt gebracht. Die älteste, Tochter Jessica, ist mit ihren 20 Jahren bereits aus dem Haus. Doch der Rest, Kilian (16), Kim Faustus (14), Cassidy Jenna (11), Caruso Titus (9) und Cara Esmaralda (2) wirbeln durchs Haus. Der jüngste Spross, Keanu, wurde vor zweieinhalb Monaten geboren. Und der hat einen besonders prominenten Paten.

Denn beim siebten Kind übernimmt, wenn es denn eine Gemeinde auf Wunsch der Familie beantragt, der amtierende Bundespräsident die Ehrenpatenschaft. Der heißt noch bis zum 18. März Joachim Gauck und hat die Urkunde mitsamt Autogramm und einem Obolus an die Gemeinde Kall gesendet. Bürgermeister Herbert Radermacher hatte die Aufgabe, sie an Tamara Faust zu überreichen und fügte ein Fläschchen Bürgermeistersekt und einen Strauß Blumen hinzu.

Die siebenfache Mutter war natürlich mit Gaucks Patensohn Keanu sowie mit Töchterchen Cara ins Rathaus gekommen. „Für uns ist es eine Ehre, den Bürgermeister zu sehen“, sagte sie. Für den war es in seiner zehnjährigen Amtszeit das erste Mal, dass er eine solche Ehrenpatenschaftsurkunde an eine Kaller Familie überreicht. „Das ist eine angenehme Abwechslung im Amt des Bürgermeisters“, sagte Radermacher zum schönen Anlass. Fürs offizielle Foto nahm der zweifache Großvater den kleinen Keanu auch auf den Arm.

Kinderreiche Familien liegen in Tamara Fausts Familie. „Meine Uroma hatte zwölf Kinder, meine Schwester vier: zweimal Zwillinge“, berichtet die 36-Jährige. Dass der Bundespräsident als prominenter Pate infrage kommt, hatte ihr Keanus Patentante gesagt. Eine ehemalige Nachbarin erklärte ihr, dass sich Familie Faust an die Gemeinde wenden müsse, die dann das Verfahren in die Wege leitet. Mehr als zwei Monaten nach der Antragstellung kam Anfang Februar schließlich der positive Bescheid, Joachim Gauck ist nun offiziell ein Patenonkel von Keanu.

Natürlich muss man im Gespräch mit Tamara Faust auch die Frage nach den nicht ganz so gewöhnlichen Namen der Kinder stellen. „Im Jahrgang meiner Tochter Jessica hieß gefühlt jedes dritte Kind so“, erinnert sich Tamara Faust. Schon der Kilian war dann für die damalige Zeit ungewöhnlich, Kim als Jungenname sowieso. Bei Cassidy und Caruso ist sich Tamara Faust sicher: So heißt niemand sonst im Kreis Euskirchen. Keanu hätte beinahe Kai geheißen. „Aber der Name sollte auch zu den anderen Kindern passen“, berichtet Tamara Faust.

Langweilig wird der 36-Jährigen nie. Die Waschmaschine läuft meist mehrmals am Tag. „Bei uns herrscht immer Tohuwabohu“, erzählt sie und ergänzt: „Schon wenn ein Kind weg ist, fehlt mir etwas.“ Zeit für sich hat Tamara Faust eigentlich nie. Aber die braucht sie auch nicht, wie sie beteuert. „Ich verbringe viel lieber Zeit mit meinen Kindern. Die werden schließlich so schnell groß.“

pp/Agentur ProfiPress


Aus dem Mini-Kreisel mit drei Ästen wird in Zukunft ein 26-Meter-Kreisverkehr mit vier Ästen, der eine Anbindung an die Südtangente gewährleisten soll. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein vierter Ast für den Kreisverkehr

Der Kreisel vor dem Rewe soll erweitert werden – Anbindung an die Südtangente geplant – Bauarbeiten in zwei Abschnitten

Kall – Der Kreisverkehr vor dem Rewe in Kall soll vergrößert werden. Das hat kürzlich der Planungsausschuss der Gemeinde beschlossen. Bisher existiert am Knotenpunkt Hindenburgstraße/Bahnhofstraße, also direkt vor der Rewe-Einfahrt, ein Mini-Kreisel mit drei Ästen. Dieser soll vergrößert und um einen vierten Ast erweitert werden.

„Die Verkehrsströme durch die Bahnhofstraße könnten minimiert werden, wenn die aus den 1970er-Jahren stammende Ideen einer Südtangente, also einer Anbindung der Bahnhofstraße am Hallenbad vorbei an die Trierer Straße, realisiert würde“, schreibt der Redakteur Klaus Pesch von den Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, bestehend aus Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau. Seit November 2013, so beschreibt es Pesch, seien 58 Varianten für den Kreisverkehr präsentiert worden.

Der neue Kreisverkehr soll einen Durchmesser von 26 Metern haben und über eben jenen vierten Ast verfügen, der über die Urft zur Straße Am Hallenbad führt. Die Fahrbahn im Kreisverkehr ist acht Meter breit, die Ein- und Ausfahrten jeweils breiter als 3,50 Meter. „Vor der Bahnhofstraße kommende Busse hätten damit eine komplette Wendemöglichkeit“, schreibt Klaus Pesch in den Kölner Tageszeitungen.

Von der Hindenburgstraße aus soll die Straße Am Hallenbad direkt angebunden werden, ohne dass Fahrzeuge in den Kreisverkehr müssen. Dieser Bypass soll fünf Meter breit sein. Errichtet werden müssten außerdem zwei Brücken über die Urft. Verantwortlich für die Planung ist der Landesbetrieb Straßen.NRW.

Abgewickelt werden soll die Maßnahme in zwei Bauabschnitten. Alleine für den Kreisverkehrbau veranschlagt das Planungsbüro PE Becker fünf bis sechs Monate. Der erste Bauabschnitt sieht die Erweiterung des Kreisverkehrs und der bestehenden Äste vor sowie der Brückenbau auf die Hindenburgstraße. Der vierte Ast in Richtung Hallenbad inklusive der dafür benötigten Brücke, der Bypass sowie die Straße, die den Kreisverkehr mit der Straße Am Hallenbad verbindet, soll im zweiten Bauabschnitt errichtet werden.

pp/Agentur ProfiPress


Peter Jansen ist zweiter Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Mechernich, die ebenfalls der Ortsgruppe Kall unter die Arme greift. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Eine Badeparty zur Wiederbelebung

Gemeinsame Veranstaltung der DLRG-Ortsgruppen Bad Münstereifel, Kall und Mechernich am Samstag, 18. März, 14 bis 17 Uhr, im Hallenbad Kall – Nachwuchssorgen beim Kaller Verein

Kall – An der Badeparty, die die Ortsgruppen Bad Münstereifel, Kall und Mechernich der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) am Samstag, 18. März, 14 bis 17 Uhr im Kaller Hallenbad veranstalten, wird sich auch die Gemeinde selbst mit einigen Aktionen beteiligen.

Anlass ist das 50-jährige Bestehen des Schwimmbades. Die Gemeinde wird unter anderem Eintrittskarten verlosen, es wird Ermäßigungen auf Einzelkarten geben, außerdem erhalten alle Besucher, die im Jahr 1967, also dem Startjahr des Hallenbades, geboren wurden, am 18. März freien Eintritt. Außerdem wird die Gemeinde während der Badeparty einen Getränkestand errichten. Das Schwimmbad selbst wird an diesem Samstag auch schon morgens für zwei Stunden öffnen, und zwar von 10 bis 12 Uhr.

Mit der Badeparty wollen die DLRG-Ortsgruppen Mechernich und Bad Münstereifel den Kaller Kollegen unter die Arme greifen. „Die Veranstaltung ist aufs Tapet gekommen, weil es uns schlecht ging. Es fehlt uns am Ausbildernachwuchs“, berichtet Herbert Schmitz, Vorsitzender der Kaller DLRG-Ortsgruppe. Er hofft, dass sich die Badepartys auch in Kall etablieren und dadurch im besten Fall die Nachwuchsprobleme bei den Rettungsschwimmern gelöst werden. „Es geht nicht nur um den Erhalt des Schwimmbades“, so Schmitz. „Am wichtigsten ist, dass die Leute schwimmen lernen.“

Sein Mechernicher Mitstreiter Peter Jansen freut sich bereits auf die Badeparty in Kall. „Das wird ein Riesenspaß für Groß und Klein.“ Jansen geht davon aus, dass die Aktion in Kall ein großer Erfolg wird und es in Zukunft regelmäßig Badepartys in allen drei Bädern (neben dem Kaller Hallenbad sind auch die Eifel-Therme Zikkurat in Firmenich und das Eifel-Bad in Bad Münstereifel gemeint) geben wird. Zu den beiden letztgenannten Bädern kommen im Schnitt 500 Besucher Eine solche Dimension ist in Kall gar nicht möglich.

„Wir gehen fest davon aus: Das ist die erste Badeparty in Kall, aber nicht die letzte“, hatte sich bereits vor Wochen Till Siebel, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bad Münstereifel und Organisator der Veranstaltung, geäußert. So kann er sich eine zweite Badeparty im Spätherbst vorstellen.  Die Zielgruppe der Badeparty spezifiziert Siebel als „Breitensportler, die Spiel, Sport, Spaß und Spannung“ erleben wollen.

15 bis 20 DLRG-Teamer sind in die Planungen involviert. Gebucht ist das Spielmobil aus Hattingen, das unter anderem Großgeräte auf der Wasseroberfläche verteilen wird, darunter auch ein Hamsterrad mit einem Innendurchmesser von 1,20 Meter.

Für die Tombola suchen die DLRG und die Gemeinde noch Gewerbetreibende, die sich mit Preisen beteiligen wollen. Meldung bitte an Laura Kurth von der Gemeinde Kall (02441/88845, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik).

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In der Wagenhalle des KV „Löstige Bröder“ segnete der Kaller Pfarrer Hajo Hellwig den neuen Prinzenwagen ein. Narren-Chef Harald Thelen agierte dabei als Messdiener. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Ein Orden für den Pfarrer

Domkapitular Hajo Hellwig segnete den neuen Prinzenwagen der „Löstige Bröder“ – Kein besonders großer Rheinländer

Kall – Wenn die „Löstige Bröder“ am Karnevalssonntag mit dem neuen Prinzenwagen durch die Straßen von Kall fahren, dann bewegt sich das neue Gefährt mit dem kirchlichen Segen durch den Ort. In der Wagenhalle in Heistert segnete der Pfarrer und Domkapitular Hajo Hellwig das neue Gefährt ein. Löstige-Bröder-Chef Harald Thelen agierte dabei höchstpersönlich als  Messdiener.

Verbunden mit der Einsegnung des neuen Wagens, von dem Prinzessin Kerstin I. (Walber-Wawer) am Karnevalssonntag den Narren am Straßenrand zujubeln wird, sprach Pfarrer Hellwig Fürbitten und wünschte allen Benutzern des Wagens und allen Kaller Karnevalisten einen unfallfreien und schönen Karnevalszug.

Pfarrer Hajo Hellwig räumte ein, mit der rheinländischen Tradition des Karnevalfeierns zu brechen. Für ihn biete sich nur zu Karneval und am Tag der Deutschen Einheit die Möglichkeit etwas zu entspannen und etwas für seine angeschlagene Gesundheit zu tun. Die Karnevalsmesse am Karnevalssamstag sei bei Pater Josef aus Steinfeld und Organist Stefan Kupp in besten Händen.

Harald Thelen bedankte sich bei Hajo Hellwig mit einem Gesellschaftsorden, den der Geistliche dankbar und stolz entgegennahm und allen Mitgliedern des Vereins schöne Karnevalstage und einen tollen Zug wünschte. 

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Ulrike Müller und Hans Jürgen Sauer mit Walter „Waldi“ Lehnertz bei der Spendenübergabe vor dem Mechernicher Hospiz Stella Maris. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Bärenstark“: Waldi spendet fürs Hospiz

Das TV-Raubein Walter Lehnertz („Bares für Rares“) ist prominenter Unterstützer des Hospizes Stella Maris in Mechernich

Kall/Mechernich – „Hier geht es um die Würde – egal, wie reich oder wie arm jemand ist. Das ist bärenstark!“ Walter „Waldi“ Lehnertz, einer der Händler der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“, ist restlos begeistert von der Zuwendung, die schwerkranken Menschen jedweder Herkunft im von der Communio in Christo geführten Mechernicher Hospiz Stella Maris in ihrer letzten Lebensphase zuteilwird. „Was die Männer und Frauen, die hier arbeiten, leisten, das ist unbezahlbar“, zollte er dem Hospiz-Team seine größte Anerkennung.

Durch einen weiblichen Fan kam Lehnertz vor kurzem erstmals mit dem Thema Hospiz in Berührung. „Normalerweise habe ich ja eine große Klappe. Aber da musste ich erst einmal schlucken“, erinnert er sich an das Video ihrer Abschiedsfeier, das ihm die Frau zugeschickt hatte. Seitdem ist es dem raubeinigen TV-Star eine echte Herzensangelegenheit, die Hospizarbeit zu unterstützen. Eine erste Spende in Höhe von 1.060 Euro überreichte er jetzt an Hans-Jürgen Sauer, dem Vorsitzenden des Fördervereins Hospiz Stella Maris und Heimleiterin Ulrike Müller.

Dieser Betrag kam bei der Weihnachtsfeier zustande, die er in seiner Trödelhalle „Eifel Antik“ in Kall-Krekel veranstaltet hatte. Dabei konnten die Besucher an einem Wettbewerb im Weihnachtsbaum-Weitwurf teilnehmen, dessen Startgelder für das Hospiz bestimmt waren. Zudem hatte er Spendendosen aufgestellt, und die Besucher konnten sich vor Ort über die Arbeit im Hospiz der Communio in Christo informieren.

Im Hospiz ist jeder Gast willkommen, gleich welcher Herkunft und Religion. Der Aufenthalt für die Bewohner ist trotz der umfangreichen und individuellen Betreuung kostenlos. Während die Krankenkassen den Großteil der Kosten übernehmen, bemüht sich der Förderverein, den fehlenden Betrag der Hospizkosten durch Spenden aufzubringen.

Für die „Waldi“-Spende könnte es aber einen ganz konkreten Verwendungszweck geben. „Wir müssen die Sommerbestuhlung und die Sonnenschirme für die Terrassen erneuen, die sich vor jedem Hospizzimmer befinden“, sagte Heimleiterin Ulrike Müller.

http://www.hospiz-stella-maris.de/

http://www.eifel-antik.de/

 

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Im Saal Gier überraschte der KV „Löstige Bröder“ sein einziges Ehrenmitglied Willi Hermanns zum 84. Geburtstag mit einer Überraschungsparty. Foto: LB/pp/Agentur ProfiPress

Da war Willi ganz schön platt

Die Kaller „Löstige Bröder“ überraschten ihr ältestes Mitglied zum 84. Geburtstag mit einer Spontan-Party – Unter Vorwand in die Vereinsgaststätte Gier gelockt – Zu Tränen gerührt

Kall – Das einzige Ehrenmitglied des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“ ist am Donnerstag, 9. Februar, 84 Jahre alt geworden. Für die „Löstige Bröder“ war dies Anlass genug, dem ältesten Mitglied des Vereines eine tolle Überraschung zu bieten. Ohne Wissen des Geburtstagskindes hatte Vereins-Chef Harald Thelen eine Spontan-Party im Saal Gier organisiert. In Willi Hermanns‘ Sohn Dieter fand Thelen einen Verbündeten, der das Geburtstagskind abends in die Vereinskneipe lockte.

Harald Thelen hatte für Donnerstagabend die Tollitäten des Vereins, den Vorstand, die Rotröcke, die Möhnen, die große und kleine Prinzengarde sowie einige Garden mobilisiert. Das alles fand als geheime Kommandosache statt, weil der Jubilar nichts von der Fete erfahren sollte.

Unter einem banalen Vorwand hatte Dieter Hermanns dann am Donnerstagabend seinen Vater Willi und seine Mutter Fine in die Gaststätte Gier gelockt, wo die Gratulantenschar der Löstige Bröder sich im Saal „verschanzt“ hatte.

Willi Hermanns fiel aus allen Wolken, als Sohn Dieter ihn in den Saal führte, wo er von der bunten Truppe der Gratulanten empfangen wurde. Gut zwei Stunden dauerte die Überraschungsfete, in dessen Verlauf Willi Hermanns viele Hände schütteln musste. Die Garden tanzten und die Tollitäten brachten Geburtstagsständchen.

Willi Hermanns, der nach einer schweren Krankheit auf dem Weg der Genesung ist, war zu Tränen gerührt. „Wenn einer eine solche Überraschung verdient hat, dann ist das Willi“, lobte Harald Thelen das jahrzehntelange Engagement von Willi Hermanns im Karnevalsverein „Löstige Bröder“. Im vergangenen Jahr hatte der Verein Hermanns zum Ehrenmitglied ernannt.

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VSR-Vorsitzender Hans-Josef Rick (rechts) überreicht seiner Tochter Carina den Pokal des VSR. Carina Rick hatte den Wettbewerb der Hotelfachkräfte gewonnen. Links Dehoga-Geschäftsführer Christoph Becker. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Azubis zeigten gute Leistungen

Der Nachwuchs des Gastgewerbes hatte beim Wettbewerb in Kall viele Aufgaben zu bewältigen – Prüfungsessen und Siegerehrung als festlicher Abschluss – Die Besten können sich im Mai für den Landesentscheid in Dortmund qualifizieren

Kall – Die 27 Azubis der gastronomischen Ausbildungsberufe aus den Kreisen Euskirchen und Düren hatten am Donnerstag einen langen Wettbewerbstag hinter sich, ehe am Abend die Entscheidung über die Sieger und Gewinner der begehrten Handelshof-Pokale fiel. Zum nunmehr 39. Mal hatten der Dehoga Nordrhein, der Club der Köche (CdK) Nordeifel und die Eifeler Sektion des Verbandes der Servicefachkräfte, Restaurant- und Hotelmeister die regionalen Jugendmeisterschaften der gastgewerblichen Ausbildungsberufe im Kaller Berufskolleg Eifel veranstaltet.

Der Wettbewerb, der von VSR-Vorstandsmitglied Sven Harms geleitet wurde, hatte für die Azubis im dritten Lehrjahr morgens um 9 Uhr begonnen. Er endete am Abend in der Schulaula mit einem Prüfungsessen für geladene Gäste an festlich gedeckten Tischen und mit der abschließenden Siegehrung.

Doch ehe Dehoga-Geschäftsführer Christoph Becker, der sich wieder als versierter Moderator des Abends präsentierte, die Urkunden und Pokale überreichen konnte, hatten Köche, die Hotel- und die Restaurant-Azubis (Hofas und Refas) viele Aufgaben zu erledigen. Fehlertische mussten ausfindig gemacht werden, bestimmte Spirituosen galt es zu erkennen und auch das festliche Eindecken und Dekorieren der Tische wurde von einer kritischen Jury bewertet. Ebenso das Brechen von acht verschiedenen Serviettenformen, das Herrichten von Blumengestecken oder das Dekantieren von Rotwein.

Während die Koch-Azubis am Abend das Prüfungsessen zubereiteten, mussten die „Refas“ und „Hofas“ die Menüs an den Tischen servieren. Dazu gehörte natürlich auch der fachgerechte Getränke-Service. Hier legte die Jury großen Wert auf das Auftreten, die Haltung und die Höflichkeit beim Umgang mit dem Gast.

Die Köche hatten schon am Vormittag innerhalb von 90 Minuten ein Vier-Gang-Menü entwerfen müssen, wobei ein fester Warenkorb vorgegeben war. Als Hauptkomponenten mussten Regenbogenforelle, Austernpilze, große Champignons, Rinderhüfte, Kartoffelbeilage, Mürbeteig und Äpfel verarbeitet werden. Jeder Koch-Azubi musste das Menü für acht Personen, für einen Juryteller sowie einen Ausstellungsteller zubereiten.

Dankbar zeigten sich CdK-Vorsitzender Markus Schmitz, VSR-Vorsitzender Hans-Josef Rick und Dehoga-Chef Christoph Becker über die Unterstützung des Wettbewerbs durch Sponsoren. Schon seit 2006 stellt die Firma Handelshof aus Rheinbach die gesamten Lebensmittel für alle drei Wettbewerbsgruppen zur Verfügung. Die Kaller Firma Baum unterstützt den Wettbewerb durch die Bereitstellung der Getränke. Dritter Hauptsponsor ist die Kreissparkasse Euskirchen.

Beim Berufskolleg Eifel bedankte sich Christoph Becker für die jahrelange Kooperation. In den drei Lehrküchen der Schule finden Dehoga, VSR und CdK optimale Möglichkeiten zur Durchführung des Wettbewerbs vor. Den Wettbewerbsteilnehmern selbst bescheinigte Becker gute Leistungen. Diejenigen, die am Wettbewerbstag dabei seien, hätten sich durch einen Vorentscheid qualifiziert, was schon eine große Auszeichnung bedeute.  

Die Sieger der drei Ausbildungsberufe haben sich durch ihren Erfolg in Kall für die Bezirksmeisterschaften des Dehoga Nordrhein im Mai in Erkelenz qualifiziert. Dort haben sie die Möglichkeit, sich für den Landesentscheid um die Deutsche Jugendmeisterschaft zu qualifizieren. Kathrin Drehsen, die den Köche-Wettbewerb gewann, hat zusätzlich die Möglichkeit, am 1. April am Landesentscheid um den Rudolf-Achenbach-Preis in Dortmund teilzunehmen.

Die Sieger

Den regionalen Wettbewerb bei den Köchen gewann Kathrin Dreßen (Gastronomisches Ausbildungszentrum in Nideggen) vor Anne Heck aus der Eifelhöhenklinik Marmagen. Den dritten Platz belegte Christopher Schmied aus dem Restaurant „Alte Posthalterei“ in Euskirchen.

Bei den Restaurantfachkräften siegte Christine Derkum von der Arena in Düren vor Sabrina Becker aus dem Landhotel „Kallbach“ in Simonskall. Dritte wurde Sabrina Steffens aus der Eifelhöhenklink Marmagen.

Carina Rick vom Hotel-Restaurant „Büffel“ in Hergarten siegte bei den Hotelfachkräften. Den zweiten Platz belegte Saskia Küpper aus dem Landhotel „Kallbach“ in Simonskall. Dritter wurde Carola-Sophia Hasenberg aus dem Hotel „Klostermühle“ in Heimbach.

Den Hygienepreis in Form einer neuen Kochjacke gewann Köche-Siegerin Kathrin Dreßen. Die erfolgreiche Köchin gewann auch den Wanderpokal der Kreissparkasse Euskirchen für die beste praktische Leistung. Den Wanderpokal des Bürgermeisters der Gemeinde Kall für die beste theoretische Leistung gewann Raphael Schmidt vom Restaurant Schloss Schleiden. Der Vorstandsbeauftragte der Kreissparkasse Euskirchen, Helmut Habscheid, überreichte beide Pokale an die Gewinner.

Das Siegermenü

Kathrin Dreßen, Köche-Azubi im gastronomischen Ausbildungszentrum der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung in Nideggen, überzeugte die gestrenge Jury mit einem anspruchsvollen Vier-Gang-Menü.

Als Vorspeise bereitete sie Zweierlei von der Regenbogenforelle mit Rote-Bete-Salat zu, als Zwischengericht Champignon-Suppe und gebratene Austernpilze. Der Hauptgang bestand aus Rinderhüftsteak, Senfkruste, kleiner Roulade, Scharlottenjus, glasierten Möhren und Kartoffel-Thymian-Gratin. Als Dessert präsentierte sie selbst gebackenen Apfelkuchen mit Birnen-Rosinen-Kompott.

pp/Agentur ProfiPress


Am Karnevalssamstag findet um 18 Uhr in der Pfarrkirche die traditionelle Karnevalsmesse, wie hier im letzten Jahr, in der Pfarrkirche St. Nikolaus statt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Narren für Endspurt gerüstet

Die Kaller „Löstige Bröder“ blasen Weiberfestnacht zum Sturm auf das Rathaus – Die Unterstützung der Bevölkerung ist erwünscht – Samstags Karnevalsmesse mit Pater Josef

Kall – Der Kaller Karnevalsverein „Löstige Bröder“ rüstet sich für den Endspurt: Der Wagenbau ist in vollem Gange und Zugleiter Kalle Haseleu ist mit den Vorbereitungen für den großen Umzug beschäftigt. Auch in diesem Jahr startet der Karnevalszug am Sonntag, 26. Februar, um 14 Uhr von der Gemünder Straße aus. Aufstellung ist ab 13 Uhr auf der Landesstraße zwischen Kläranlage und Ortseingang.

Nachdem die Kostümsitzung mit der Proklamation der Prinzessin Kerstin I. (Walber-Wawer) und der Kindersitzung mit der Inthronisierung des Kinderprinzenpaares Leon I. (Blatt) und Lena I. (Ruthenbeck) erfolgreich über die Bühne gegangen sind, steht nun als nächstes der Sturm auf das Kaller Rathaus am Weiberdonnerstag an. Um 11.11 Uhr rücken die „Löstige Bröder“ mit den Tollitäten und Rotröcken, mit Möhnen und Tanzgarden sowie mit der Prinzengarde am Rathaus an.

Mit der Kanone „Möckeflitsch“ werden die Gardisten den Beamtenbunker unter Beschuss nehmen und die Verwaltungsspitze in Ketten legen. Weitere Karnevalsgesellschaften aus dem Gemeindegebiet werden die Kaller Rathausstürmer bei der anschließenden Eröffnung des Straßenkarnevals unterstützen. Die „Löstige Bröder würden sich freuen, wenn auch viele Kaller beim Rathaussturm dabei wären. Ab 14 Uhr findet im Saal Gier eine große Karnevalsparty mit dem Entertainer Julian Heldt statt.

Mit einem karnevalistischen Gottesdienst starten die Löstige Bröder am Samstag, 25. Februar, in die heiße Phase. Um 18 Uhr findet der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus statt. Die Messe, zu der die Kostümierung der Besucher erwünscht ist, wird von Pater Josef aus dem Kloster Steinfeld zelebriert.

Organist und Löstige-Bröder-Mitglied Stefan Kupp hat die Karnevalsmesse mit Pater Josef vorbereitet und unter das Motto „Sieben Leben möcht‘ ich haben“ gestellt. Die Prinzessin, das Kinderprinzenpaar und Renate Schüttler aus den Reihen der Möhnen werden am Altar die Fürbitten vortragen.

Nach der Messe am Samstag besuchen die Löstige Bröder zuerst den Prinzenball der „Jecke Krohe“ in Wahlen und anschließend die Karnevalssitzung in Golbach.

Nach dem Karnevalszug am Sonntag beginnt um 15 Uhr eine große After-Zoch-Party der „Löstige Bröder“ in der Bürgerhalle. Ebenfalls um 15 Uhr startet eine weitere Karnevalsparty mit DJ Sebastian im Saal Gier. Montags ist der Verein beim Umzug in Keldenich und Dienstag beim Zug in Scheven dabei.

Am Dienstagabend beginnt um 17 Uhr ein Fischessen im Saal Gier, dem sich der Karnevalsausklang anschließt. Ab 19 Uhr heißt es im Saal Gier „Bye-bye du schöne Karnevalszeit“ mit Auskleiden der Tollitäten und der abschließenden Nubbel-Verbrennung.

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Vertreter der Gemeinde sowie deren Partner stellen sich an der Stelle auf, wo das „Haus der Begegnung“ gebaut wird. Das ehemalige Gemeindedirektorenhaus wird abgerissen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ein Haus für alle

Gemeinde Kall stellt „Haus der Begegnung“ vor – Baubeginn des Gebäudes neben dem Rathaus ist im August – Bücherei zieht ein – Baukosten belaufen sich auf knapp 1,5 Millionen Euro

Kall – Kultur, Bildung und Integration: Das sind die drei Säulen, auf die die Gemeinde Kall beim „Haus der Begegnung“ baut. „Es ist eine Riesenchance für die Gemeinde, dass wir mit einem solchen Vorhaben das Integrierte Handlungskonzept starten können. Der Aufwand für die Antragstellung hat sich mehr als gelohnt“, meinte Tobias Feld, Teamleiter Bauen bei der Gemeinde, im Rahmen einer Pressekonferenz im Kaller Ratssaal. Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, ergänzte: „Das ist ein Leuchtturmprojekt und ein Signal für weitere Investoren.“ Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrats, ist sich sicher, dass Kall mit dem neuen Zentrum einen Schritt nach vorne machen wird.

Bürgermeister Herbert Radermacher blickte eingangs zurück: „Trotz sehr knapper Antragsfristen ist es uns gelungen, einen positiven Bescheid zu erwirken – und zwar mit der zweithöchsten Fördersumme im Kreis Euskirchen.“ Die Politik, so Radermacher, habe dem Vorhaben zugestimmt – unter der Prämisse, dass die heutige Post als möglicher Standort außen vor bleibe, aber ein zentraler Standort im Kernort gewählt werde. „Die Bezirksregierung hat sich dann für den heutigen Standort entschieden“, so Radermacher. Die Räumlichkeiten der Hauptschule und der Grundschule seien damals noch nicht zur Disposition gestanden.

Auf einer Fläche von 640 Quadratmetern in zwei Geschossen soll das „Haus der Begegnung“ direkt neben dem Rathaus und somit auch in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof errichtet werden. Es wird vom Aufzug aus eine Verbindung zum Verwaltungsgebäude geben. Noch steht auf dem Grundstück das ehemalige Gemeindedirektorenhaus, das zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. „Das Haus wird voraussichtlich im April abgerissen“, berichtet Bauleiter Dirk Thoß vom Planungsbüro PE Becker GmbH.

Im August soll der Bau des zweigeschossigen Gebäudes beginnen, das bei Bedarf die Möglichkeit bietet, um eine weitere Etage aufzustocken. Mit knapp 1,5 Millionen Euro Baukosten ist das Projekt veranschlagt. 70 Prozent der Kosten übernimmt das Land aus dem „Sonderprogramm Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen“. Den Rest, also rund 500.000 Euro, muss die Gemeinde selbst stemmen. Die Bauarbeiten müssen laut Zuwendungsbescheid bis Ende 2018 abgeschlossen sein. „Den Bauantrag stellen wir in den nächsten Tagen, dann schaffen wir das bis Ende nächsten Jahres“, informierte Bettina Scheer von PE Becker. Zum Konzept selbst sagt Scheer: „Wir stellen Ihnen eine Hülle hin. Sie als Kooperationspartner befüllen sie mit Leben.“

Das sollte problemlos gelingen. Das Interesse ist so groß, dass Bürgermeister Herbert Radermacher scherzhaft die Frage stellte, wie diese Partner alle untergebracht werden können. Der größte Nutzer des Hauses wird die Gemeindebücherei sein. Derzeit ist sie in der Hauptschule untergebracht. Diese wird aber im Sommer 2018 geschlossen. Die Gemeindebücherei soll fast das gesamte Obergeschoss nutzen und hat im „Haus der Begegnung“ deutlich mehr Platz. Statt wie bisher rund 100 Quadratmeter sind es im Neubau etwa 180 Quadratmeter, mit Büro und Schulungsraum sogar 240. „Die Bücherei richtet sich neu aus und wird zukunftsorientiert ausgestattet“, berichtet Michael Heller. Sie solle attraktiver werden und an neuer Stelle ihrem Bildungszweck noch besser gerecht werden. Zugleich sind Projekte mit anderen Partnern im „Haus der Begegnung“ geplant.

Kern des Erdgeschosses ist der Begegnungsraum, der, wenn er komplett geöffnet ist, 140 Quadratmeter groß sein wird, aber durch eine Wand unterteilt werden kann. Der Raum kann auch nach draußen geöffnet werden, sodass eine Nutzung der angrenzenden Terrasse möglich ist. Im Erdgeschoss sollen auch zahlreiche Partner ihre Dienste anbieten. Erste Gespräche sind bereits geführt worden. Ein festes Büro für zwei Personen erhält die Generationengenossenschaft GenoEifel eG.

Wichtig ist der Gemeinde, dass sie mit dem „Haus der Begegnung“ nicht in Konkurrenz mit anderen Angeboten und Veranstaltungsräumen in Kall etwa seitens der Kirchen, der „Ene“, den Bürgerhäusern oder gar der Gastronomie treten will. Es gehe um Ergänzung, nicht Überschneidung, so Heller. „Schon bei den ersten Gesprächen mit künftigen Kooperationspartnern hat sich gezeigt, dass in der Kombination der zahlreichen Partner noch viele spannende Projektideen entstehen können “, sagte Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde.

pp/Agentur ProfiPress

 

Fakten „Haus der Begegnung“:

Fläche: 640 Quadratmeter auf zwei Etagen

Baubeginn: voraussichtlich Sommer 2017

Fertigstellung: geplant Ende 2018

Investitionssumme: knapp 1,5 Millionen Euro

Eigenanteil der Gemeinde: etwa 500.000 Euro

Zweck: Kultur, Bildung und Integration

Förderung der Betreuung/Integration: 125.000 €

 

Diese Partner haben bereits zugesagt:

Gemeindebücherei, Familienzentrum, Generationengenossenschaft GenoEifel eG, Netzwerk an Urft und Olef (55plus), Stiftung evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, St.-Nikolaus-Schule, Berufskolleg Eifel, Dekra, Euro-Schule, Caritasverband für die Region Eifel, Deutsches Rotes Kreuz, Jugendmigrationsdienst, Flüchtlingshilfe, Flüchtlingsseelsorge des Bistums Aachen, Kreis-Volkshochschule, Kommunales Bildungs- und Integrationszentrum (Kobiz), Kreis-Jugendamt, Musikschulzweckverband Schleiden, Internationale Kunstfabrik, Freie Künstler Kall, Katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus, Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal, Energieteam, Rentenberatung, Bundeswehrberatung


Mit freiwilligen Startgeldern, aufgerundet durch Spenden von Sponsoren, wollen die ausrichtenden Vereine (darunter auch der VfL Kommern und der FC Keldenich) die Hilfsgruppe Eifel unterstützen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Laufen und Walken für die Hilfsgruppe

Nordeifel-Wintertrainingslauf am Sonntag, 19. Februar – Start um 10 Uhr, am Sportplatz in Kommern

Kall/Mechernich-Kommern – Der vierte Lauf der Nordeifel-Wintertrainingslaufserie findet am Sonntag, 19. Februar, in Kommern statt. Start ist um 10 Uhr am Sportplatz.

Die Wintertrainingslaufserie wird in der Saison 2016/2017 bereits zum 9. Mal ausgetragen. Fünf Vereine aus der Region – VfL Kommern, TVE Bad Münstereifel, FC Keldenich, TV Mahlberg und Tribea Team) – veranstalten von November bis März einmal monatlich einen Lauf. Die Startgelder werden von Sponsoren aufgestockt, die gesamten Einnahmen kommen der Hilfsgruppe Eifel zugute. Im vergangenen Jahr konnten 4.020 Euro erlaufen werden.

Angeboten werden Laufstrecken über fünf Kilometer für Einsteiger und Jugendliche sowie über 11 bis 15 km für erfahrenere Läufer. Für Nordic-Walker wird eine Fünf-Kilometer-Strecke vorbereitet.

Jeder Teilnehmer kann sich einer Gruppe anschließen, die von ortskundigen Läufern begleitet werden. Die Veranstaltung ist kein Wettkampf. Der Trainingseffekt mit Erfahrungsaustausch und die aktive Teilnahme mit gleichzeitiger Unterstützung für einen guten Zweck stehen im Vordergrund.

Für Duschmöglichkeiten und eine Erfrischung nach dem Lauf ist gesorgt. Die Teilnahme ist kostenlos; es wird pro Starter lediglich um eine Spende von zwei Euro zugunsten der Hilfsgruppe Eifel gebeten.

Darüber hinaus wird die Veranstaltung von insgesamt sechs Sponsoren unterstützt, deren Spenden in voller Höhe an die Hilfsgruppe Eifel fließen. Die E-Regio Euskirchen als einer der Hauptsponsoren der Wintertrainingslaufserie wird pro Teilnehmer drei Euro beisteuern. Unterstützung gibt es darüber hinaus von der Kreissparkasse Euskirchen, der Bauzentrale Schumacher und der Ene Kall, der AOK Rheinland und der Eifelhöhenklinik Marmagen.

Die Spendenübergabe erfolgt im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 19. März im Kulturraum der Energie Nordeifel in Kall.

Weitere Informationen können unter http://keldenich.wordpress.com/winterlaufserie/ aufgerufen werden.

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Die Gruppe „Blass4Night“ aus dem südlichen Kreis Euskirchen tritt am 25. März im Bürgerhaus Golbach auf. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Musikabend mit „Blass4Night“

Veranstaltung des Bürgervereins am 25. März, 20.30 Uhr, im Spiegelsaal des Bürgerhauses

Kall-Golbach – „Musik, die Freude bereitet“ präsentiert der Bürgerverein Golbach am 25. März im Spiegelsaal des Bürgerhauses Golbach. Für den Abend zum „Tanzen, Swingen, Schnippen, Grooven und Mitsingen“ hat der Bürgerverein die Band „Blass4Night“ aus dem Süden des Kreises Euskirchen gewinnen können. Die Gruppe spielt deutschen Pop, kölsche Mundart, Latin-Jazz, Rock, Country, Swing, Blues, Soul und Rock’n’Roll.

Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr, Einlass ist ab eine Stunde vorher. Karten kosten im Vorverkauf acht Euro, erhältlich sind sie bei Bert Reißdörfer (Telefon: 02441/770015, Handy: 0160/90631837, E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik). An der Abendkasse sind die Karten zwei Euro teurer.

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Begeistert experimentierten die Siebtklässler des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs im Schülerlabor der Universität Köln. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Schüler beweisen Experimentierfreude

Steinfelder Gymnasiasten besuchten das Schülerlabor der Universität Köln

Kall-Steinfeld – Einen Experimentiertag zum Thema sauberes Wasser verbrachten jeweils die drei siebten Klassen des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs mit ihrer Chemielehrerin Christina Amornvuttkul im Schülerlabor der Universität Köln. Im vom NRW-Innovationsministerium geförderten Schülerlabor werden Schülern Projekte rund um die Kernthemen Sonne, Sensoren, Ökosphäre und Wasser angeboten. Zugleich sammeln die betreuenden Lehramtsstudierenden so praktische Lehrerfahrung.

Nach einem interaktiven Einführungsvortrag erhielten die Siebtklässler eine konkrete Problemstellung: Sie mussten zwei verschiedene Arten von Schmutzwasser in Trinkwasser umwandeln. An einer Theke stand den Steinfelder Gymnasiasten eine Auswahl an Labormaterialien zur Verfügung, den Lösungsweg mussten sie sich jedoch nach der Methode des forschenden beziehungsweise entdeckenden Lernens selbst erarbeiten. Aus Fehlern zu lernen und der Spaß am selbständigen, freien Experimentieren standen im Mittelpunkt.

Bei einem zweiten Versuch reinigten die Schüler Wasser von unsichtbaren Inhaltsstoffen und erlernten dabei Arbeitsmethoden und Techniken der Wasseraufbereitung, wie sie in der Industrie und im Klärwerk tatsächlich angewendet werden. Das geschah einmal chemisch mit Hilfe eines Nitratharzes, der ungewollten Dünger entfernte, und einmal biologisch, indem mit Hilfe von Hefe Zucker herausgelöst wurde. Den Abschluss des Projekttages bildete ein Quiz.

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Kalls stellvertretender Bürgermeister Christian Engels eröffnet 1986 die landesweite Aktionswoche „Treffpunkt Bad“ im Hallenbad. Im Hintergrund der stellvertretende Gemeindedirektor Hans Kirfel (v.l.) und der DLRG-Ortsgruppenleiter Willi Schick. Foto: Wolfram Schumacher/Archiv Gemeinde Kall/pp/Agentur ProfiPress
42 Jahre lang war Herbert Schmitz (l.) Schwimmmeister im Kaller Hallenbad. Mit seinem Nachfolger Frank Katzfey arbeitete er noch 20 Jahre lang zusammen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Besser als jede Schmerztablette

Das Kaller Hallenbad wird 50 Jahre alt – Ex-Schwimmmeister Herbert Schmitz erinnert sich – Warmes Wasser kam zunächst von der benachbarten Molkerei – Schmitz: „Hallenbad muss erhalten bleiben“

Kall – Heute würde man neudeutsch von einer Win-Win-Situation sprechen. Die Molkerei in Kall hatte überschüssiges Warmwasser. Die Gemeinde Kall plante ein Hallenbad, das natürlich warmes Wasser benötigte. Da war es nur sinnvoll, das Hallenbad direkt neben der Molkerei zu errichten und das 30 Grad warme Wasser von dort gefiltert ins Schwimmbecken zu leiten. „Nach wenigen Jahren war dieser Vorteil aber vorbei, weil die Molkerei zugemacht hat“, erinnert sich Herbert Schmitz, der 42 Jahre lang Schwimmmeister im Kaller Hallenbad war.

Allerdings nicht von Anfang an: Schmitz nahm seine Arbeit 1971 auf. Da war das Hallenbad bereits vier Jahre in Betrieb. Am 12. Mai 1967 war die Eröffnung gefeiert worden, mit Gemeindedirektor Heinrich Sistig und Erhard Pauly, Bürgermeister der damaligen Gemeinde Kall. Spatenstich war zwei Jahre früher. Jetzt, im Jahr 2017, wird das Kaller Hallenbad also 50 Jahre alt und ist mit dem Schwimmbad in Vogelsang das einzige Hallenbad im Süden des Kreises Euskirchen.

Das überschüssige Wasser der Molkerei war aber nicht der einzige Grund für den Bau des Hallenbades. Die Kaller Jugend war bis dahin in eigens eingerichteten Bereichen der Urft geschwommen. Als das Schwimmbad in Gemünd eröffnet hatte, fuhren die jungen Leute mit dem Fahrrad dorthin. Da wuchs in Kall der Wunsch nach einem eigenen Schwimmbad, die Mehrheit der Politik war dafür. „Auch wenn es damals einige Kritiker gab, die sagten, ein eigenes Schwimmbad würde sich nicht lohnen“, weiß Michaela Kratz, die derzeit bei der Gemeinde Kall für das Hallenbad zuständig ist.

„Das Hallenbad war zu Beginn immer sehr gut besucht“, weiß Herbert Schmitz. Selbst als das Hallenbad in Mechernich öffnete, habe man keinen Einbruch bei den Besucherzahlen erlebt. In alten Büchern hatte Schmitz‘ Vorgänger noch penibel jeden Schwimmer handschriftlich eingetragen, der beispielsweise den Jugendschwimmschein, das Fahrtenschwimmen oder das Freischwimmen absolviert hat. Die ersten Einträge stammen vom 1. November 1967.

Auch Schmitz‘ Lieblingsanekdote stammt aus den Anfangsjahren. Während eines Schulschwimmens habe sein Kollege mit Dreck versehene Fußspuren von der Umkleide ins Schwimmbad entdeckt. Großen detektivischen Spürsinn musste er nicht haben, um den Schüler mit den dreckigen Füßen ausfindig zu machen. Er wurde aufgefordert, sich die Füße zu waschen. Der Schüler machte sich auch auf in den Sanitärbereich, nutzte zum Saubermachen der Füße aber nicht die Dusche. „Als mein Kollege nachgucken ging, steckten die Füße in der Toilettenschüssel“, erzählt Schmitz lachend.

Hallenbad wurde 1995

umfangreich saniert

Natürlich wurde das Hallenbad zwischendurch saniert. So wurde 1995 die Technik komplett erneuert, also Filter-, Lüftungs- und Heizungsanlage. An den Ausmaßen des Beckens von 25 mal acht Metern mit seinen drei Bahnen und dem Ein-Meter-Brett hat sich in den letzten 50 Jahren aber nichts geändert. Im Außenbereich wurde eine Liegewiese eingerichtet, auch eine Terrasse und ein Anbau, in dem sich Solarien befanden, ist vorhanden. „Das wird seit fünf oder sechs Jahren alles nicht mehr genutzt“, erzählt Schmitz‘ Nachfolger Frank Katzfey, der sich übrigens nicht mehr Schwimmmeister nennt, sondern Fachangestellter für Bäderbetriebe.

„Das ist ein echter Lehrberuf“, berichtet der 48-Jährige. Denn natürlich hat man als Bademeister, wie es im Volksmund fälschlicherweise immer noch heißt, nicht nur die Aufsicht über die Gäste. Katzfey, der seit 25 Jahren im Hallenbad arbeitet, kümmert sich um die komplette Technik und die Badreinigungen, macht die Abrechnungen – und das mittlerweile alleine. Als Herbert Schmitz vor vier Jahren im Alter von 65 Jahren in Rente ging, wurde dessen Stelle nicht neu besetzt. Einher ging eine Verkürzung der Öffnungszeiten.

Jeden Morgen steht das Kaller Bad für die Schulen in der Umgebung zur Verfügung – neben Kaller Schulen nutzen etwa auch die Grundschule Reifferscheid, das Clara-Fey-Gymnasium Schleiden oder die Hauptschule Hellenthal die Möglichkeit, den Schülern Schwimmen beizubringen. Ganz am Anfang, als Mechernich noch kein Schwimmbad hatte, waren auch die Soldaten der Mechernicher Bleiberg-Kaserne regelmäßig in Kall zu Gast.

Das Hallenbad war auch immer Schauplatz von Veranstaltungen. So nahm auch Kall Mitte der 80er-Jahre mehrmals an der landesweiten Aktionswoche „Treffpunkt Bad“ teil. „Da gab es unter anderem Wettschwimmen“, erinnert sich Schmitz. Für ein paar Jahre sei das gut gelaufen – aber als das Publikums- und Sponsoreninteresse nachließen, wurde die Aktion aufgegeben.

Es habe auch Überlegungen gegeben, das Hallenbad attraktiver zu gestalten, etwa durch eine Rutschbahn. „Aber dafür fehlten der Platz und das Personal“, berichtet Schmitz. Ebenso wurde der Außenbereich zeitweise in das Badegeschehen miteinbezogen. Nach und nach wurden die Angebote jedoch mangels Inanspruchnahme wieder zurückgefahren. Überhaupt hält der Pensionär, der die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft leitet, nicht viel von reinen Spaßbädern. „Die müssen unbedingt immer einen reinen Schwimmbad-Bereich haben“, findet er.

Und das ist auch ein Grund, warum er sich wünscht, dass das Hallenbad noch möglichst lange bestehen bleibt. „Kall braucht das Hallenbad, damit Kinder schwimmen lernen, damit ältere Menschen sich sportlich betätigen können und auch der Gesundheitsaspekt erhalten bleibt“, sagt er. Und Frank Katzfey ergänzt: „Gerade die Frühschwimmer berichten immer, wie gut ihnen das Schwimmen tut und dass sie die Aktivität in den Ferien vermissen, da dann geschlossen ist.“ Bei ihnen, da sind sich die beiden Schwimmmeister sicher, ersetze das morgendliche Bahnenziehen oft die Einnahme von Schmerzmittel.

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Peter Jansen ist zweiter Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Mechernich, die ebenfalls der Ortsgruppe Kall unter die Arme greift. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Spiel, Sport, Spaß und Spannung

Am Samstag, 18. März, 14 bis 17 Uhr, veranstalten die DLRG-Ortsgruppen Bad Münstereifel, Kall und Mechernich eine Badeparty im Hallenbad Kall

Kall – In Bad Münstereifel und Mechernich sind die Badepartys der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schon etabliert. In Kürze wird auch Kall Schauplatz solch eines nassen Vergnügens werden. Gemeinsam werden die drei DLRG-Ortsgruppen Kall, Bad Münstereifel und Mechernich am Samstag, 18. März von 14 bis 17 Uhr im Kaller Hallenbad eine solche Badeparty auf die Beine stellen.

„Wir gehen fest davon aus: Das ist die erste Badeparty in Kall, aber nicht die letzte“, sagte Till Siebel, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bad Münstereifel und Organisator der Veranstaltung. So kann er sich eine zweite Badeparty im Spätherbst vorstellen. Doch warum ausgerechnet in Kall? „Blickt man vom Rhein aus linear in Richtung Belgien, dann ist das das letzte Schwimmbad auf deutschem Boden“, erklärt Siebel.

Sein Mitstreiter Peter Jansen, zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Mechernich, ergänzt: „Wir wollen dazu beitragen, die DLRG in Kall zu beleben.“ Auch der Werbeeffekt insgesamt für die Lebensretter sei durch so eine Party groß. „Die DLRG möchte alle Nichtschwimmer zu Schwimmern und möglichst viele Schwimmer zu Rettungsschwimmern ausbilden“, sagt Jansen.

15 bis 20 DLRG-Teamer sind in die Planungen involviert. Gebucht ist das Spielmobil aus Hattingen, das unter anderem Großgeräte auf der Wasseroberfläche verteilen wird, darunter auch ein Hamsterrad mit einem Innendurchmesser von 1,20 Meter. „Das ist immer sehr beliebt und funktioniert tatsächlich wie ein Hamsterrad im Käfig – zumindest solange, bis es von außen geentert wird“, weiß Siebel aus der zehnjährigen Erfahrung, die die DLRG in Bad Münstereifel hat.

Die Zielgruppe der Badeparty spezifiziert Siebel als „Breitensportler, die Spiel, Sport, Spaß und Spannung“ erleben wollen. Es gibt bei der DLRG aber auch Badepartys für spezielle Altersgruppen (Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene, Rettungsschwimmer), die Veranstaltung in Kall wird allerdings keine solche Altersbegrenzung haben.

In Mechernich und Bad Münstereifel ziehen die Badepartys im Schnitt rund 500 Besucher in die Eifel-Therme und das Eifelbad an. „Wir hatten sogar schon Veranstaltungen mit 1000 Gästen“, erinnert sich Siebel. In das kleinere Hallenbad in Kall passen so viele Leute natürlich nicht rein. „Bei 300 Besuchern platzt das Bad aus allen Nähten“, erklärt Siebel.

Auch eine Tombola wird geboten. Dazu sucht die DLRG noch Gewerbetreibende, die sich mit Preisen beteiligen wollen. Meldung bitte an Laura Kurth von der Gemeinde Kall (02441/88845, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik).

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Fleißig bei der Probe: Der Theaterverein Rinnen führt am Samstag, 18. März, die Komödie „Neurosige Zeiten“ im Kallmuther Bürgerhaus auf. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Verwechslungsspiel im Irrenhaus

Theaterabend im Kallmuther Bürgerhaus am Samstag, 18. März, um 20 Uhr – Theaterverein Rinnen führt die „irre“ Komödie „Neurosige Zeiten“ auf

Mechernich-Kallmuth - Mit einer „irren“ Komödie gibt der Theaterverein Rinnen ein Gastspiel im Kallmuther Bürgerhaus. Am Samstag, 18. März, führen die Schauspieler dort ab 20 Uhr das Stück „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel auf. Letztendlich stellt sich dort die Frage: Wer ist hier eigentlich verrückt? Und was heißt überhaupt normal?

In dem Theaterstück steht Agnes Adolon vor einer Herausforderung: Ihre Mutter hat ihren Besuch angekündigt, doch diese geht davon aus, dass ihre Tochter in einer Villa – und nicht in einer Irrenanstalt lebt. Wie also empfängt man Besuch in einer Irrenanstalt, ohne dass der Besuch merkt, dass er in einer Irrenanstalt ist?

So nimmt ein wahnwitziges Verwechslungsspiel in der Psychiatrie-Wohngruppe seinen Lauf: Der zwangsneurotische Hans muss den langjährigen Lebenspartner mimen, die wahnhafte Marianne wird als Haushälterin ausgegeben, die manisch-depressive Künstlerin Desirée wird zur Freundin des Hauses erklärt und der menschenscheue Willi soll den ganz normalen Hausmeister spielen. Als Agnes Mutter die Psychiaterin in Gewahrsam nimmt und dann sogar selbst in der Zwangsjacke landet, läuft das verrückte Verwechslungsspiel völlig aus dem Ruder.

Einlass zu dem Theaterabend ist ab 19 Uhr, das Stück beginnt um 20 Uhr. Bei der Veranstaltung besteht freie Platzwahl. Karten sind zum Preis von sieben Euro im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.

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Zum 1. April wechselt der Betreiber der Zentralen Unterbringungseinrichtung an der Messerschmittstraße in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Neuer Betreiber in Flüchtlingsunterkunft

„European Homecare“ löst den Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ am 1. April ab – E.S.A. Security aus Kall sichert zukünftig die Einrichtung

Kall – Ab dem 1. April löst das Unternehmen „European Homecare“ den Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ (ZOF) als Betreiber der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in der Messerschmittstraße in Kall ab. Die Bezirksregierung Köln hatte den Einjahresvertrag mit ZOF nicht verlängert und die Nachfolge europaweit ausgeschrieben. Auch die Sicherheitsfirma wechselt zum 1. April. Die Mitarbeiter der Kaller Firma E.S.A. Security wachen dann über die Einrichtung.

Zuletzt war das Konzept in der Kaller Einrichtung geändert worden. Seit September sind dort nur noch teils stark traumatisierte Frauen, darunter auch Mütter mit Kindern, untergebracht. Aktuell leben in der Kaller ZUE 155 Flüchtlinge.

„European Homecare“ hat seinen Sitz in Essen, verfügt über 2000 Mitarbeiter und versorgt mehr als 13.000 Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge in mehr als 100 Unterkünften. Der Vertrag in Kall soll für mindestens zwei Jahre gelten.

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Zum Auftakt besichtigten Mechernicher Bildungsausschuss-Mitlieder das Lehrerzimmer der Hauptschule in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ganz viel Platz in der Hauptschule

Seit dem Sommer betreibt die Stadt Mechernich die Hauptschule in Kall – 223 Schüler in zwei Jahrgangsstufen – Im Sommer 2018 ist Schluss – Nachfolgenutzung des Gebäudes noch nicht beschlossen

Mechernich/Kall – Über eines kann sich die Hauptschule Mechernich derzeit nicht beschweren: Platzmangel. Das ist aber auch kein Kunststück: Nur noch zwei Jahrgangsstufen werden an der Auelstraße in Kall unterrichtet. Im Sommer 2018 ist endgültig Schluss, dann wird der Betrieb in der Einrichtung eingestellt.

Für den ursprünglichen Standort in Mechernich ist das bereits in diesem Sommer der Fall gewesen. Die verbliebenen 162 Schüler der neunten und zehnten Klassen wechselten nach Kall. Verbunden damit ist natürlich eine etwas kompliziertere Anfahrt. „Schüler, die bislang zu Fuß kamen, müssen mit dem Zug nach Kall“, erklärt Mechernichs Fachbereichsleiter Holger Schmitz. Diejenigen, die mit dem Bus zur Hauptschule gebracht wurden, werden nun immer noch in Mechernich abgeliefert, von dort geht es dann mit einem anderen Bus weiter nach Kall. Einige haben auch die Möglichkeit, mit einer Linie des RVK direkt nach Kall zu gelangen.

Damit die Mitglieder des Mechernicher Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales einen Eindruck davon bekommen, wo die Mechernicher Hauptschüler mittlerweile unterrichtet werden, lud Schulleiter Heinz Wolfgarten sie zur Besichtigung der Einrichtung ein. Schulträger ist schließlich die Stadt Mechernich – trotz des Schulstandorts Kall.

„Es ist ein tolles Gefühl, so viel Platz zu haben“, sagte Wolfgarten dann auch, wohlwissend, dass in anderthalb Jahren der Betrieb eingestellt wird. 223 Schüler werden derzeit an der Hauptschule in Kall von 16 Lehrern unterrichtet. Nach dem Sommer schrumpft die Zahl der Schüler auf 116, für die dann vermutlich sieben Lehrer (der Schlüssel liegt bei 18 Schülern pro Lehrer) zuständig sind. Zu Hochzeiten wurden in Kall 400 Hauptschüler unterrichtet.

Das Schulgebäude selbst besitzt den Charme der 70er-Jahre, wurde aber an vielen Stellen zeitgemäß optimiert. So sind der Kochbereich und die Mensa 2009 errichtet worden. „Daraus könnte man ein kleines Restaurant machen“, ist sich Wolfgarten sicher. Beim Anblick des Foyers, das als Aula genutzt wird und das rundum von einer Empore umgeben und einsehbar ist, meinte einer der Mechernicher Politiker: „Hier könnte man tolle Feste feiern.“

Moderne Einrichtung trifft

auf 70er-Jahre-Chic

Stolz ist Wolfgarten darauf, dass in fast jedem Klassenzimmer statt der alten grünen Schiefertafeln Whiteboards hängen. „Die möchten wir nicht mehr missen“, sagte er. Aus dem ehemaligen Sprachlabor ist zur Hälfte ein Klassenraum, zum anderen der Computerraum entstanden.

In manchen Räumen ist aber die Zeit stehen geblieben. Der Werkraum ist immer noch wie vor 40 Jahren eingerichtet, die Kreissäge steht zur Sicherheit der Schüler weggesperrt in einer Extrakammer. In einem weiteren Lehrraum hängt ein braun verkleideter Röhrenfernseher von der Decke, auf dem wohl auch schon mehrere Schülergenerationen der 1974 eröffneten Hauptschule Kall Lehrfilme angesehen haben.

Doch ansonsten ist die Schule äußerst gut in Schuss – ein Verdienst der von der Gemeinde Kall gestellten Putzkräfte sowie des fleißigen Hausmeisters. „Solche Leute sind generell unterbezahlt“, äußerte sich Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick beim Rundgang, der unter anderem durch Förder- und Fachräume führte, aber auch in die Turnhalle.

„Das ist eine sehr schöne Schule hier, in die die Gemeinde Kall einiges an Geld investiert hat“, befand Schick, der es immer noch schade findet, dass das Modell Gesamtschule Mechernich/Kall nicht funktioniert hat, auch wenn er konstatiert: „Das ist Schnee von gestern.“

Dass der Hauptschulbetrieb in Kall nun geordnet zu Ende geführt werde, habe vor allen Dingen Vorteile für die Schüler. „Wir sind froh, dass wir diesen Weg gegangen sind.“ Im recht überlaufenen Schulzentrum Mechernich, da ist sich Schick sicher, wäre es wohl zu Konflikten gekommen. Für das Stadtoberhaupt ist diese Zusammenarbeit mit Kall ein Zeichen dafür, dass der Lokalpatriotismus hintangestanden habe.

Was ab dem Sommer 2018 mit dem Schulgebäude in Kall geschieht, steht noch in den Sternen. Bereits im September 2016 hat der Schulausschuss die Gemeinde damit beauftragt, zu prüfen, ob die benachbarte Grundschule in das Hauptschulgebäude umziehen könne. Eine Begehung hat Mitte Januar stattgefunden. „Da ist aber noch nichts spruchreif“, sagte Michaela Kratz, die in Kall für die Schulen zuständig ist. Denn auf Wunsch des Schulausschusses sollen auch weitere Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden.

Bereits entschieden ist hingegen, dass Heinz Wolfgarten demnächst weniger Zeit in der Mechernicher Schule in Kall verbringen wird. Ab dem 1. Februar wird er auf Anweisung des Schulamtes an einem Tag pro Woche in die Hauptschule Hellenthal abgeordnet, deren Leitung er übernehmen wird. Ab dem 1. August wird diese Abordnung auf eine halbe Stelle ausgedehnt.

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Das Kaller Prinzenpaar Leon I. (Blatt) und Prinzessin Lena I. (Ruthenbeck) bei ihrer Regierungserklärung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Leon I. und Lena I. regieren die Pänz

Ortsvorsteher Guido Keutgen hob das Kinderprinzenpaar der „Löstige Bröder“ auf den Narrenthron – Beide Tollitäten sind karnevalistisch vorbelastet – Furiose Kindersitzung

Kall – Das neue Kinderprinzenpaar des KV „Löstige Bröder“ wurde am Samstag bei einer furiosen Kindersitzung auf den Narrenthron gehoben. Ortsvorsteher Guido Keutgen inthronisierte die kleinen Tollitäten mit dem Überreichen des Rathausschlüssels.

Prinz Leon I. (Blatt) und Prinzessin Lena I. (Ruthenbeck) regieren nun bis Aschermittwoch über die Kaller „Pänz“ und hoffen dabei auf die Unterstützung aller großen und kleinen Narren. Für Prinz Leon I. als großer Fan des 1. FC Köln hätte der Start in seine Regierungszeit nicht besser ausfallen können, denn während er bei der Kindersitzung am Samstagnachmittag auf der Bühne der Bürgerhalle seinen großen Auftritt hatte, putzte „sein“ FC den Gegner Darmstadt auswärts mit 6:1 Toren weg. 

Seine Leidenschaft zum 1. FC Köln spiegelt sich nicht nur in seinem Orden wider, auch seine roten Prinzenschuhe zeigen seine FC-Liebe. Prinz Leon ist 13 Jahre alt, seine Hobbys sind Fußball, Handball und Mountainbike-Fahren. Er besucht die Gesamtschule in Weilerswist. Leons Eltern arbeiten im Kaller Karneval an vorderster Front im Vorstand mit. Seine Schwester Lara führte die Kaller Jecken 2014 durch die närrische Session.

Leons Prinzessin Lena ist ebenfalls durch seine Eltern karnevalistisch vorbelastet. Sie ist ein Golbacher Mädchen und geht in die siebte Klasse des Schleidener Clara-Fey-Gymnasiums. Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt sie in den Garden der Löstige Bröder mit, denn Tanzen ist das große Hobby der Zwölfjährigen.

Karneval gehört für Lena seit Jahren zum festen Programm in der fünften Jahreszeit, denn die ganze Familie ist närrisch „angehaucht“. Onkel Michael (Mertes) war Prinz im Dreigestirn in Vussem, Cousine Nicole (Groeger) war Prinzessin in Speyer und Bruder Nils (11) ist Mitglied der neu gegründeten Mini-Prinzengarde der Löstige Bröder. 

Schon jetzt lädt das Kinderprinzenpaar alle Kaller ein, am Karnevalssonntag am großen Umzug teilzunehmen.

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Die Bühne bot ein buntes Bild, als sich alle Tollitäten aus dem Kaller Gemeindegebiet zum Schunkeln in die Arme nahmen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Tollitäten gaben sich die Ehre

Karnevalsgesellschaften aus dem Gemeindegebiet folgten der Einladung des Bürgermeisters – Fünfstündiges Programm auf der Bühne – Weiberfastnacht wird das Rathaus gestürmt

Kall – Die Kaller Bürgerhalle war rappelvoll als sich am Sonntagmorgen die Karnevalsgesellschaften aus dem Kaller Gemeindegebiet samt ihrer Tollitäten ein gemeinsames Stelldichein gaben. Sie alle waren der Einladung von Bürgermeister Herbert Radermacher zum traditionellen Gemeindeempfang gefolgt. Rund fünf Stunden lang herrschte im Saal Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Leider musste der Empfang ohne Gastgeber über die Bühne gehen, denn der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schubinski war tags zuvor von einer heftigen Grippe niedergestreckt worden. Schubinski sollte seinerseits den Bürgermeister Herbert Radermacher vertreten, der aus wichtigen familiären Gründen nicht selbst am Empfang teilnehmen konnte.

Die Jecken zeigten Verständnis. Den Moderatoren-Part des Bürgermeisters übernahmen Löstige-Bröder-Chef Harald Thelen und dessen Vorgänger Werner Keutgen. Sie verteilten auch die Schokolade und die Gemeindeorden an die Akteure der Gesellschaften.

Auftakt zum närrischen Empfang war der Aufmarsch aller Tollitäten auf der Bühne, wo sie sich zu den Klängen der Musikkapelle Kall zum gemeinsamen Schunkeln in die Arme nahmen. Anschließend gestalteten die einzelnen Gesellschaften das Bühnenprogramm.

Die Kinderkarneval-Gesellschaft Sistig war mit dem Kinderdreigestirn Prinz Jannik I., Bauer Tim I. und Jungfrau Martina I. zum Empfang gekommen. Die „Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven präsentierten das Kinderprinzenpaar Leenart I. und Nora I. Die „Jecke Krohe“ aus Wahlen hatten Prinz Michael I. und Prinzessin Ramona I. sowie ihre Hausband „Stehtischmusikanten“ mitgebracht.

Die „Süetenicher Schlipse“ präsentierten die Jugendprinzessin Julia I. sowie das Prinzenpaar Tobias I. und Vanessa I., während die „Löstige Bröder“ aus Kall mit Prinzessin Kerstin I. und dem Kinderprinzenpaar Leon I. und Lena I. ihre Aufwartung machten. Ohne Tollität, aber mit dem Spielmannszug Wahlen und einigen Tanzgarden, war die närrische Abteilung des Sportclubs Wahlen zum Empfang erschienen.

Am Weiberdonnerstag werden die Kaller Gesellschaften sich vor dem Rathaus versammeln, um die Prinzengarde der „Löstige Bröder“ beim Sturm auf das Rathaus zu unterstützen.

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Das Maigeloog aus Wahlen brachte der Hilfsgruppe eine Spende von 350 Euro. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Viele junge Leute spenden

Hilfsgruppe Eifel feiert 25-jähriges Bestehen – Monatlicher Stammtisch an neuem Ort

 

Kall/Mechernich – Zum Jahresabschluss 2016 traf sich die Hilfsgruppe Eifel zum letzten Mal in der Gaststätte Kronenberg in Vollem, wo die monatlichen Stammtische fast 15 Jahre lang stattgefunden hatten. Zum Jahresende haben Herbert und Helene Kronenberg den normalen Gaststättenbetrieb eingestellt und werden den Betrieb zukünftig nur für Vereins- oder Familienfeste öffnen. Künftig trifft sich die Hilfsgruppe jeden Monat im Restaurant „Zagreb“ in Roggendorf.

Beim letzten Stammtisch in Vollem bedankte sich Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel bei Helene Kronenberg mit einem dicken Blumenstrauß für die jahrelange Gastfreundlichkeit und die damit auch verbundene Unterstützung der Hilfsgruppe, der das Ehepaar Kronenberg seit vielen Jahren angehört.

Kurz vor Jahresende hatten sich die Schornsteinfeger aus den Kreis Euskirchen im Hause Kronenberg zur traditionellen Abschluss-Versammlung getroffen und bei dieser Gelegenheit wieder eine Spendenaktion zugunsten der Hilfsgruppe veranstaltet. 2100 Euro, so berichtete Willi Greuel, seien dabei zusammen gekommen. Seit drei Jahren veranstalten die Schornsteinfeger aus dem Kreis derartige Aktionen für die Hilfsgruppe und können auf eine Spendensumme von über 6000 Euro verweisen. Den Erlös des ersten Konzertes „Eifeler Weihnacht“ in Mechernich mit dem Ü-50-Orchester bezifferte Greuel mit 3650 Euro. Man wolle diese erfolgreiche Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen.

Aus Wahlen war eine Abordnung des Maigeloogs zum letzten Vollemer Stammtisch gekommen, um eine Spende von 350 Euro persönlich zu übergeben. In Wahlen gebe es noch die Tradition des jährlichen Eiersammelns. Doch in der heutigen Zeit bekämen die Geloogsjungen in vielen Häusern Geld statt Eiern. Dieses Geld spendeten die Jugendlichen jetzt an die Hilfsgruppe.

Willi Greuel zeigte sich erfreut, dass immer wieder junge Leute Erlöse von Veranstaltungen an die Hilfsgruppe spenden. „Die hätten das Geld ja auch verflüssigen oder damit einem schöne Tour machen können“, so Greuel. In diesem Zusammenhang erinnerte der Vorsitzende an das 25-jährige Bestehen, das die Hilfsgruppe im Jahr 2017 feiert. In diesen zweieinhalb Jahrzehnten habe die Eifeler Bevölkerung dem Kaller Förderkreis rund sechs Millionen Euro Spendengelder anvertraut.

Bis Ende November 2016 habe das Jahres-Spendenaufkommen bei 278.000 Euro gelegen. In diesen elf Monaten seien Ausgaben in Höhe von 310.000 Euro angefallen, so dass man auf die Rücklage habe zurückgreifen müssen.

In den ersten Dezembertagen habe eine traditionelle Spendenflut eingesetzt, wobei Eifeler Firmen sich besonders großzügig zeigten. 10.000 Euro spendete die Floisdorfer Firma Schilles, 3000 Euro überwies die Hamacher-Elektrotechnik GmbH aus Obergartzem, vom Gewinnsparverein der Euskirchener Sparda-Bank bekam die Hilfsgruppe eine Spende über 2500 Euro. Die Innecken GmbH aus Euskirchen ließ dem Kaller Hilfskreis 1500 Euro zukommen.

Die Holtec GmbH aus Blumenthal überwies eine Spende von 1800 Euro, die Hellenthaler Gölz GmbH einen Betrag von 1000 Euro. Ebenfalls 1000 Euro spendete die Reinehr GmbH aus Swisttal, je 500 Euro bekam die Hilfsgruppe von Haseleu Friseure aus Kall, Marienthaler Werbe- und Offsetdruck GmbH aus Gemünd sowie von der Enervision GmbH aus Aachen. Die Eßer & Wesseling GbR aus Euskirchen spendete 400 Euro und die Müller & Sohn GmbH aus Kall 250 Euro.

Auch aus Bußgeldverfahren beim Schleidener Amtsgericht floss der Hilfsgruppe Spendengeld zu. So musste ein Verurteilter im Dezember eine Spende von 3000 Euro überwiesen.

Auch aus privaten Aktionen flossen zum Jahresende mehrere Spenden. Eine Gruppe Frauen um die Kallerin Roswitha Schmidt hatte beim Weihnachtsmarkt im Gemünder Kurhaus selbst hergestellte Produkte verkauft und den Erlös von 821 Euro gespendet. 658 Euro hatte ein Mini-Weihnachtsmarkt einiger Familien in Weilerswist erbracht. 250 Euro kamen von einer Kindergruppe aus Hönningen (Ahr), die im Cafe Caspari in Altenahr Kekse gebacken und verkauft hatten. Der Bastelclub „Heiße Nadel“ aus Bad Münstereifel-Hohn hatte einen adventlichen Umtrunk unter dem Dorf-Weihnachtsbaum veranstaltet. Der Verkauf von 34 Litern Glühwein, 19 Litern Kakao und 120 Bratwürsten brachte einen Erlös von 800 Euro.

Eine besondere Spende von 500 Euro erreichte die Hilfsgruppe aus München. Sie stammte von Karin Piecha, deren Lebensgefährten Klaus Jacoby an Leukämie erkrankt war. Sein Leben wurde durch eine Stammzellenspende des Kaller Thomas Golüke gerettet. Bei einem Besuch in Kall erfuhr Karin Piecha von der Arbeit der Hilfsgruppe, der sie nun ihre Spende überwies.

 

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Bürgermeister Herbert Radermacher hob die neue Prinzessin Kerstin I. auf den Narrenthron. Links: Fine Hermanns, die seit 50 Jahren Schneiderin des Vereins. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Ehemann war ahnungslos

Überraschung bei der Sitzung der Kaller „Löstige Bröder“ in der Bürgerhalle – Prinzessin Kerstin I. vom Bürgermeister auf den Narrenthron gehoben – Fünfstündiges Programm

Kall – Die Kostümsitzung des KV „Löstige Bröder“ in Kall wurde zu einem närrischen Abend der Überraschungen, dessen Höhepunkt die Proklamation der neuen Prinzessin Kerstin I. (Walber-Wawer) war. Dass die 37-jährige Mutter der Vorjahres-Kinderprinzessin Dana-Marie die Kaller Jecken bis Aschermittwoch durch den Karneval führt, damit hatte keiner gerechnet. Bis zur letzten Sekunde hatten Kerstin I. und „Löstige Bröder“-Chef Harald Thelen „dichtgehalten“ und niemandem verraten, wer Tollität wird.

Kaum zu glauben, aber selbst Ehemann Uwe war überrascht, als seine Ehefrau, die vorher noch mit den „Sahneschnittchen“ über die Bühne gewirbelt war, plötzlich im Prinzessinnen-Ornat einmarschierte und von Bürgermeister Herbert Radermacher inthronisiert wurde. „Ich bin seit 13 Jahren glücklich verheiratet und hoffe, dass das auch weiterhin so bleibt“, entschuldigte sich Kerstin bei ihrem verdutzten Ehemann, der als engagierter „lustiger Bruder“ die Überraschung gelassen hinnahm. Gatte Uwe war am Ende sichtlich stolz auf seine selbstbewusste Ehefrau, für die der langgehegte Wunsch in Erfüllung ging, einmal Karnevals-Prinzessin in Kall zu sein.

„Ende gut, alles gut“, hatte es doch lange so ausgesehen, dass sich in dieser Session kein Narrenoberhaupt finde und die Kostümsitzung in der Bürgerhalle ohne Proklamation über die Bühne gehen müsse. Doch 14 Tage vor der Sitzung ließ Kerstin Walber – vor 37 Jahren an einem Rosenmontag geboren – gegenüber dem Löstige-Bröder-Vorsitzenden Harald Thelen die Katze aus dem Sack: „Ich will Prinzessin werden“, erlöste sie den Narrenchef von seiner Tollitäten-Sorge. Fine Hermanns, die schon seit 50 Jahren Schneiderin der Löstige Bröder ist, passte der neuen Prinzessin im Eiltempo das rote Kleid an.

Etwa 400 bunt kostümierte Jecken füllten die aufwendig geschmückte Bürgerhalle, als Sitzungspräsident Patrick Züll den fast fünfstündigen Narren-Marathon eröffnete, in dessen Verlauf auch vereinseigene Kräfte  die Bürgerhalle in ein Tollhaus verwandelten. Zur Verabschiedung der Vorjahresprinzessin Maike Wilkens und der Inthronisierung der neuen Prinzessin Kersten Walber-Wawer bewiesen die Kallbachmücken erneut, dass sie zum den besten Tanzgarden im Eifelraum zählen.

Kaum ein Auge blieb trocken, als die Frauengruppe „Sahneschnittchen“ um die Vize-Vorsitzende Trixi Haseleu die Bühne als Elefanten verkleidet stürmten. Wenige Augenblicke spät er sah man die ganze Truppe auf Affen reitend über die Bühnenbretter wirbeln. Und auch das vereinseigene Männer-Ballett „Federwölkchen“ legte, als Napoleons und Franzosen verkleidet, einen perfekten Auftritt hin. Viel Beifall gab es auch für das Synchron-Tanzpaar der Löstige Bröder, Finja Zöll und Sarah Pütz, sowie für die neuformierte junge Showtanzgruppe „Pink Ladys“.

Als auswärtige Kräfte standen der „Tulpenheini“ (Roland Paquot), die „Beckendorfer Knallköpp“ (Lydia und Robert Goliasch), das „Karnevalskamellche“ (Frank Michalski) aus Gemünd, die Showtanzgruppe „Black Pearls“, das Duo „Partykracher“ (Kevin Mießeler und Michael Schmelzer) und das Duo „Die jungen Trompeter“ auf der Bürgerhallen-Bühne.

Mit der Verpflichtung des Kölner Sänger Norbert Conrads hatte Literat Ralph Drehsen einen echten Volltreffer gelandet. Conrads sang „kölsche Leeder op klassisch“ und sorgte damit für Gänsehaut-Stimmung und tosenden Beifall.  Nicht verwunderlich, stand der studierte Tenor doch 20 Jahre lang als Opernsänger auf großen deutschen Konzertbühnen.

Bei der Hymne „Mir stonn zo dir FC Kölle“, die Conrads mit den Cheerleadern des Bundesligavereins in Kölner Mundart neu aufgelegt hat, verwandelte sich das Publikum in einen riesigen Chor. Sichtlich weniger Spaß an dieser FC-Hymne hatten Sitzungspräsident Patrick Züll und Elferratsmitglied Berthold Jansen, denn Züll ist leidenschaftlicher Dortmund-Fan während Jansen überzeugter Anhänger des Ruhrpott-Clubs FC Schalke 04 ist. Beide verkniffen es sich deshalb, in den großen Chor mit einzustimmen, der lautstark eine Zugabe forderte.

Aus Hellenthal war eine Abordnung der KG „Ruet-Jold“ mit ihrem Prinzenpaar Frank I. & Franka I. zur Kaller Sitzung gekommen. Der Besuch der Dahlemer Karnevalisten mit ihrer Tollität Prinz Felix I. hatte einen besonderen Grund, denn Felix Wawer ist der Lieblingsonkel der Kaller Tollität Kerstin Walber-Wawer. Unter einem banalen Vorwand hatte Vereinsvorsitzender Harald Thelen den Dahlemer Prinzen samt Gefolge nach Kall gelockt, damit dieser die Proklamation seiner Nichte miterleben konnte.

Beim Austauschen der Orden wurde erkennbar, dass karnevalistische Heimlichkeiten bei Wawers in Kall und Dahlem offensichtlich keine Seltenheit sind. Prinz Felix ließ verlauten, dass auch seine Ehefrau nicht wusste, dass er Prinz in Dahlem werde. Sie habe es erst erfahren, als er vor der Proklamation das Ornat angezogen habe. Wawer: „Einer musste mir ja hinten den Reißverschluss zumachen.“

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Pater Hermann Preußner, ehemaliger Prior der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer in Steinfeld, engagiert sich mit Unterstützung der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft auf den Philippinen in einer medizinischen Hilfsaktion. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Nächstenliebe auf den Philippinen

Medizinische Hilfsaktion für die Ureinwohner mit Unterstützung der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft – Vereinigung im Andenken an den „Heiligen Doktor von Moskau“ aus Bad Münstereifel feierte ihr 25-jähriges Bestehen

Bad Münstereifel/Kall-Steinfeld - Man sieht es Pater Hermann Preußner (77), dem ehemaligen Superior der Salvatorianer im Kloster Steinfeld und Leiter von deren Hermann-Josef-Kolleg, nicht an, dass er diesmal nur auf Urlaub in der Eifel ist. Seit viereinhalb Jahren lebt er auf den Philippinen, um im Noviziat junge Salvatorianer auszubilden. Darüber hinaus engagiert er sich dort in einer medizinischen Hilfsaktion für die fernab der Zivilisation lebenden Ureinwohner. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von der Friedrich Haass Gesellschaft aus Bad Münstereifel. So kommen zwei Eifeler Ansatzpunkte christlicher Nächstenliebe auf der anderen Seite des Erdballs wieder zusammen.

Die „Medical Care Mission“, die jedes Jahr von einer Gruppe aus Brüdern, Schwestern und Novizen organisiert wird, gibt den Ureinwohnern die Möglichkeit, sich ärztlich untersuchen und behandeln zu lassen. In diesem Jahr fand die Hilfsaktion in Udalo statt, einem Ort an der Nordküste von Ost-Mindoro, der nur von der See aus zugänglich ist. Rings um diesen Küstenort leben die Mangyan, eine Volksgruppe der Ureinwohner Mindoros, in den Bergen.

Sie nahmen stundenlange Fußmärsche auf sich, um sich von den Ärzten behandeln zu lassen. Mit der Medical Care Mission war ein Team aus rund 30 Ärzten nach Udalo gekommen: Neben Allgemeinmedizinern auch Fachärzte wie Chirurgen, Kinderärzte und Zahnärzte.

Im Vorfeld der Hilfsaktion hatten die Organisatoren zahlreiche Medikamente gegen häufig vorkommende Krankheiten gekauft. „Wegen der einseitigen Ernährung leiden viele Mangyan unter Mangelerkrankungen. Sie können auf den Bergen wenig anpflanzen und essen vor allem das, was sie sammeln“, erzählt Preußner.

Drei Klassenräume, alle ohne Strom oder fließendes Wasser, wurden zu Behandlungsräumen umfunktioniert. Groß war der Zulauf vor allem bei den Chirurgen, die die Beschneidungen der Jungen vornahmen. „Das ist hygienischer und weniger schmerzhaft für die Kinder, als wenn das der Schamane im Dorf macht“, so Preußner.

Die Kosten für die medizinische Hilfe müssen mit Spenden abgedeckt werden. Zweimal hat bereits die Friedrich Joseph Haass Gesellschaft mit Sitz in Bad Münstereifel die Aktion finanziell unterstützt. Preußner: „Als ich zu den Philippinen aufbrach, hat mir der Vorsitzende Armin Ahrendt sofort seine Hilfe angeboten.“

Die Gesellschaft mit derzeit etwa 70 Mitgliedern unterstützt medizinische Hilfsprojekte im Andenken an Dr. Friedrich Joseph Haass, der sich Anfang des 19. Jahrhunderts einen Namen als „Heiliger Doktor von Moskau“ machte und später völlig verarmt starb, weil er all sein Hab und Gut für die Bedürftigen eingesetzt hatte. Im Jahr der Barmherzigkeit wurde er vom päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung in die Gruppe der „Saints of Mercy“ aufgenommen. Das Seligsprechungsverfahren ist eröffnet.

Die Friedrich Joseph Haass Gesellschaft feierte im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion engagierte sich die Vereinigung vornehmlich darin, Hilfsgüter in Länder Osteuropas zu bringen und dort soziale Projekte zu unterstützen.

Helma Hachenberg aus Nöthen war beim ersten Transport im März 1991 nach Moskau dabei. „Das war schon sehr abenteuerlich“, erinnert sie sich. Nach einem öffentlichen Aufruf habe man so viel Zuspruch erhalten, dass die Freiwilligen wochenlang Kleider sortierten, die sie dann nach Russland mitnehmen konnten. Der Fahrer von Armin Ahrend, damals noch Stadtdirektor in Bad Münstereifel, opferte für den Transport einen Teil seines Urlaubs. In Russland musste die Truppe die Nächte durchfahren: „Wir durften nachts nicht anhalten, denn es war zu dieser Zeit nicht selten, dass Transportwagen in der Dunkelheit überfallen wurden.“

Einen Schwerpunkt im Engagement der Gesellschaft bildet das Janucz Korczak Reha-Institut im ukrainischen Odessa, eine Tageseinrichtung für geistig und mehrfach behinderte junge Menschen. Armin Ahrendt erinnert sich noch an die Anfänge, in denen die Einrichtung mit Hilfe der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft fachlich aufgebaut wurde: „In dem Haus, in dem etwa 500 Kinder und Jugendliche untergebracht sind, gibt es heute einen medizinischen Bereich, eine große Werkstatt mit einer Wäscherei, einer Schreinerei und einer Näherei, eine Küche, eine Schule und einen Kindergarten.“ Immer wieder, so Ahrendt, versuche man das Reha-Institut auch mit in Deutschland ausgedienten Fahrzeugen und vor allem mit gebrauchten Rollstühlen zu versorgen.

„Wir helfen gerne, wenn sich eine solche Gelegenheit bietet“, sagt Armin Ahrendt und Helma Hachenberg fügt hinzu: „Das ist ähnlich wie bei der Hilfe für Flüchtlinge: Wenn man die Not sieht, dann muss man einfach etwas machen.“ So handeln die Mitglieder der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft nach der Devise des „Heiligen Doktors von Moskau“: „Beeilt euch, Gutes zu tun“.

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Kaller Kindergärten sparen Energie

Klimaschutz ist in der Gemeinde Kall schon seit einigen Jahren ein großes Thema, wie die Auszeichnung beim European Energy Award in Silber eindrucksvoll zeigt. Vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien und die effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Energie wurde erfolgreich vorangetrieben, beispielsweise durch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung von herkömmlichen Leuchtmitteln zu effizienter LED-Technik.

Doch die Verbesserung der Technik ist nur ein Schritt auf dem Weg zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die effizientere Nutzung der uns zur Verfügung stehenden Energie – und damit das eigene Verhalten. Und hier kann man nicht früh genug anfangen!

Daher bildet die Gemeinde Kall in ihren Kindergärten alle Kinder zu Klimadetektiven aus. Kalls Klimaschutzmanager Sebastian Gliem besucht dazu alle Kindergärten und zeigt den Kindern, wie sie Strom- und Wasserverschwendung entdecken und was sie dagegen tun können. Auf spielerische Art und Weise – alle Kindergartengruppen erhalten eine Detektivausrüstung aus Mützen, Lupen, Namensschildern und Klemmbrettern mit Klimaschutzaufgaben – sorgen die Kinder nun dafür, dass ihr Kindergarten sorgsam mit Wasser und Strom umgeht und somit den CO2-Ausstoß verringert. Jeden Tag darf pro Gruppe ein anderes Team Detektiv spielen – was die Kinder mit Begeisterung machen: „Alle Kinder sind mit Spaß bei der Sache und gehen eifrig ihrer neuen „Aufgabe“ nach“, so Klimaschutzmanager Gliem. „Wir hoffen dabei auch auf einen nachhaltigen Effekt: Die Kinder wachsen in dem Bewusstsein auf, dass Energiesparen kein Hexenwerk ist und setzen dieses Wissen auch als Jugendliche und Erwachsene um. Außerdem tragen sie ihr neu gewonnenes Wissen mit nach Hause und „erziehen“ dort ihre Eltern und Geschwister“, so Gliem weiter.

Eingebettet sind die Klimadetektive in das Projekt „fifty/fifty“: Die Hälfte der so eingesparten Strom-, Heiz- und Wasserkosten erhalten die Einrichtungen von der Gemeinde zur freien Verfügung ausbezahlt. So macht sich energiebewusstes Verhalten auch für die Einrichtung selbst finanziell bezahlt. Innerhalb dieses Projektes wird es im laufenden Jahr weitere Projekte an den Kindergärten und Grundschulen geben, um die Kinder zu aktiven Klimaschützern zu machen und natürlich, um in den Einrichtungen Energie einzusparen. „So können wir sicherstellen, dass Kall auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Klimaschutz spielen wird“, freut sich auch Bürgermeister Herbert Radermacher.


Reges Markttreiben herrschte vor dem Möbelhaus Brucker, wo die besten und lautesten Marktschreier der Republik für drei Tage Station machten. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Marktschreier waren los

Bei Möbel Brucker ging es zum 65. Geburtstag drei Tage lang lautstark zu – Wurst-Achim, Nudel-Dieter und Käse-Alex mit kessen Sprüchen im Duell – Lob für professionelle Organisation

Kall – Sie sind Deutschlands bekannteste und lautstärkste Marktleute und das ganze Jahr über als Marktschreier in der ganzen Republik unterwegs. Anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags des Gewerbevereins Kall und des 65-jährigen Bestehens von Möbel Brucker gastierte die Marktschreier-Gilde am dritten Januar-Wochenende im Schatten des großen Möbelhauses im Kaller Industriegebiet.

Drei Tage lang ging es auf dem Vorplatz des Haupthauses an der Hüttenstraße, der mit 17 Verkaufs-Ständen einem großen Marktplatz glich, recht lautstark zu. Die Marktleute machten großes Geschrei, um ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Allen voran Wurst-Achim aus Duisburg, der in der Fernseh-Sendereihe Galileo einen Schrei-Wettbewerb mit einem Brüllaffen gewann und seitdem als das „lauteste Lebewesen der Welt“ im Guinness-Buch der Rekorde zu finden ist.

Bei sieben Grad Minus eröffnete Kalls Vizebürgermeister Uwe Schubinski am Freitagvormittag die Marktschreier-Veranstaltung und wies auf die große Bedeutung des Möbelhauses Brucker für die Gemeinde Kall hin. Dank des Geburtstagskindes genieße die Gemeinde Kall weit über die Landesgrenzen hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad.

Allen Eröffnungsgästen kredenzten die Schausteller Freibier und ein traditionelles Marktschreier-Frühstück mit Käse, Matjesfilets und diversen Wurstvariationen.

Der Gastauftritt bei Möbel Brucker sei gleichzeitig die Eröffnung der Marktschreier-Saison 2017, berichtete Mel Kühn, der Geschäftsführer der für den Kaller Marktschreier-Event verantwortlichen Jobo Werbe- und Eventagentur aus Sprockhövel. Nach der Aktion in Kall sei die Gilde, der 25 Händler angehören, an 46 Wochenenden quer durch Deutschland, vorwiegend in größeren Städten wie Hamburg, München oder Dresden unterwegs.

Kühn lobte die professionelle Organisation der Veranstaltung durch die Firma Brucker. Alles sei bestens vorbereitet worden. Kühn: „Das ist nicht überall so.“

Neben Wurst, Käse, Gewürzen und Nudeln hatten die Marktleute auch Lederwaren, Süßwaren, Dampfnudeln, diverse Fischsorten, italienische Spezialitäten und Crêpes im Angebot. Für Kinder standen ein kleines Kettenkarussell und ein Luftballon-Stand parat.

Obwohl an allen drei Marktagen Minustemperaturen herrschten, waren die Marktschreier mit der Besucher-Resonanz zufrieden. Dazu trugen die Verkaufsprofis allerdings auch selbst bei, denn bei den Rededuellen zwischen Schreihals Wurst-Achim aus Duisburg und dem etwas leiseren Nudel-Dieter aus Castrop-Rauxel blieb kein Auge trocken. Und auch Käse-Alex aus Unna brachte seine Waren eimerweise mit kessen Sprüchen unters Volk, wobei auch hin und wieder ein unentschlossener Kunde sein Fett weg bekam.

Am verkaufsoffenen Sonntag waren die Marktschreier besonders gefordert, denn alle Parkplätze rund um das Möbelhaus waren belegt, bei herrlichem Winterwetter herrschte Ausnahmezustand. An diesem Sonntag konnten die Besucher jedoch nicht nur auf dem Marktplatz bei Wurst-Achim, Nudel-Dieter, Käse-Alex oder Gewürz-Uwe besonders günstig einkaufen – auch im Möbelhaus selbst war so manches Geburtstags-Schnäppchen zu machen.

www.moebel-brucker.de

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Die Mitarbeiter des Kaller Bauhofs sind aufgrund der Witterungsverhältnisse derzeit im Dauereinsatz. Ab 3.30 Uhr werden die Straßen im Gemeindegebiet geräumt und bestreut. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Winterdienst im Dauereinsatz

Ab 3.30 Uhr werden die Straßen im Gemeindegebiet geräumt und bestreut – Salz wird in Silos gelagert – Anlieger müssen werktags bis 7 Uhr Gehwege von Schnee und Eis befreit haben

Kall – Die Eifel liegt derzeit unter einer traumhaft schönen Puderzuckerschicht. Eigentlich kahle Laubbäume tragen scheinbar weiße Blätter. Ortschaften wie Wahlen oder Krekel bieten, von der Landesstraße 22 aus betrachtet, eine Postkartenidylle. Der Winter hat auch die Gemeinde Kall fest im Griff.

Für die 16 Mitarbeiter des Kaller Bauhofs bedeutet der Wintereinbruch, den Mitte Januar Tief „Egon“ beschert hat, aber Höchstarbeit. Beinahe rund um die Uhr sind sie im Einsatz. Nur zwischen 22 und 3.30 Uhr ruht die Arbeit im Bauhof.

Obwohl auch das nicht ganz richtig ist, denn bereits ab 3 Uhr macht sich einer der drei Einsatzleiter ein Lagebild an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet. Ist es irgendwo glatt, werden ab 3.30 Uhr die ersten Streu- und Räumfahrzeuge auf die Straße geschickt. „Wir hatten schon darüber nachgedacht, dafür eine Wetter-App einzusetzen“, erzählt der stellvertretende Bauhofleiter Theo Dreßen. Das sei aber in einer Gemeinde wie Kall mit ihren topografischen Unterschieden nicht praktikabel. „Scheven liegt auf 360 Metern, Krekel auf 580 Metern – da kommt es vor, dass wir im Höhengebiet Einsätze fahren, während in Kall selbst alles in Ordnung ist“, berichtet Dreßen.

Aufgeteilt ist das Gemeindegebiet in sechs Bezirke. Zwei werden vom Bauhof betreut, zwei weitere von der Firma Schäfer aus Kall sowie jeweils einer von Ludwig Kluba aus Steinfelderheistert und Landmaschinen Frontzek aus Wahlen. Die Gemeinde selbst verfügt über zwei Streufahrzeuge und einen Deutz-Traktor sowie zwei Schneepflüge. Für den Einsatz auf Gehwegen und in schmalen Straßen verwendet der Bauhof zwei Schmalspurtraktoren. Alle Fahrzeuge können mit Schneeschiebern ausgerüstet werden. Und dann sind natürlich noch die Fußtrupps unterwegs, die an den Stellen räumen, wo die Fahrzeuge nicht hingelangen.

Salz kommt aus zwei 50-Kubikmeter-Silos

Die Zeiten der gewaltigen Salzberge sind im Kaller Bauhof längst Geschichte. Gelagert wird das Salz in zwei 50-Kubikmeter-Silos, die je 60 Tonnen Salz fassen. Die Streufahrzeuge fahren darunter und werden über einen Teleskopschlauch befüllt. Immer wieder werde Salz nachbestellt. Engpässe, wie sie vor einigen Jahren aufgetreten waren, seien derzeit nicht zu befürchten, versichert Dreßen.

Bei der Räumung muss der Bauhof Prioritäten setzen. „Bis 6 Uhr müssen wir den Innenhof der Post freigeräumt haben“, berichtet Dreßen. Auch der Busbahnhof, die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof sowie die Bus- und Gefällestrecken müssen rechtzeitig von Schnee und Eis befreit sein. Da kann es vorkommen, dass einige Straßen erst später geräumt werden. „Wir können leider nicht überall sein“, sagt Dreßen.

Grundsätzlich sind dem Bauhof eisige Temperaturen mit über minus zehn Grad wie Mitte Januar lieber als Schneefall. „Dann kommen wir wenigstens mit den Freischneidearbeiten auf den Wirtschaftswegen voran“, erklärt Dreßen.

Gemeinde weist auf Streu- und Räumpflicht hin

Während die Gemeinde die Straßen und Bushaltestellen von Schnee und Eis befreit, sind die Bürger dafür verantwortlich, dass die Gehwege vor ihren Grundstücken geräumt werden. Von 7 bis 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte sind nach der Straßenreinigungssatzung sofort zu beseitigen, sobald es aufgehört hat zu schneien. Schneit es in der Nacht, müssen die Gehwege an den sechs Werktagen bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr geräumt und gestreut werden.

Die Gemeinde weist daraufhin, dass die Anlieger die Gehwege in einer für den Fußgängerverkehr erforderlichen Breite freizuhalten haben, und zwar so, dass an den Übergängen zu den Nachbarn eine durchgehend begehbare Fläche entsteht. Der Schnee soll auf dem an die Fahrbahn grenzenden Teil des Gehweges aufgehäuft werden. Nur wenn das nicht möglich ist, darf er auch am Fahrbahnrand selbst gelagert werden – aber auch nur dann, wenn Fahrzeuge und Fußgänger nicht dadurch gefährdet werden. Nicht erlaubt ist es, den Schnee von Grundstücken auf die Straße zu schippen. Schnee, der Salz oder sonstige auftauende Mittel enthält, darf nicht auf Grünflächen oder Baumscheiben geschaufelt werden.

pp/Agentur ProfiPress


Seit Juni wird die insgesamt 1,6 Kilometer lange Ortsdurchfahrt in Krekel saniert. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Straße war am Rand abgesackt

Seit Juni wird die Ortsdurchfahrt in Krekel saniert – Auch der Kreisverkehr am Knotenpunkt B258/L22 wird erneuert – Bauarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss

Kall-Krekel – Auch wenn die Bauarbeiten in Krekel durch den Wintereinbruch Mitte Januar pausierten: Die Sanierung der 1,6 Kilometer langen Ortsdurchfahrt sowie die Erneuerung des Kreisverkehrs in Richtung Benenberg sind so gut wie abgeschlossen.

Seit Juni rollen in Krekel die Bagger der Firma Backes aus Stadtkyll, im November sollte die 1,5-Millionen-Euro-Baumaßnahme abgeschlossen sein – über den Termin ist der Landesbetrieb Straßen.NRW aber doch hinaus, und das trotz gründlicher Planung, wie Andreas Groß, Projektleiter Bau in der Euskirchener Niederlassung der Behörde, erklärt: „Wir mussten Arbeiten miterledigen, die wir so nicht vorhatten.“

Wenn die Witterung es wieder zulasse, benötige man noch vier bis sechs Wochen bis zum Abschluss der Baumaßnahme, so Groß. 170 Meter Straße müssen noch komplett erneuert werden. Außerdem werden noch versetzt Parkbuchten errichtet, die auch dazu führen, dass der Verkehr auf der Bundesstraße beruhigt wird. Und schließlich muss auch noch die Beschilderung aufgestellt werden.

Die Bundesstraße 258 sei in einem sehr schlechten Zustand gewesen, teilte Groß mit. Das lag unter anderem an den vor Jahrzehnten verbauten Betonrandsteinen, mit denen früher die Bundesstraßen eingefasst wurden, bevor der Asphalt darübergelegt wurde. „Der Randbereich war komplett abgesackt“, berichtete Groß. Das sei bei der Bauweise aber völlig normal.

Natürlich nutzten auch die Versorgungsträger den Umstand, dass Backes Straße 70 Zentimeter tief aufriss, aus. Die Ene als Stromversorger sowie Westnetz als Versorger für die Breitbandverkabelung für ein schnelleres Internet verlegten neue Kabel, der Wasserverband Oleftal teilweise eine neue Wasserleitung. An manchen Stellen wurde zusätzlich die Straßenentwässerung mitsaniert. „In der Hauptsache haben wir aber den Straßenkörper selbst saniert“, sagte Groß.

Straßen.NRW sperrte nicht den gesamten Ort, sondern arbeitete in insgesamt vier Bauabschnitten, hauptsächlich aus verkehrlichen Gründen. „Es sollte immer möglich sein, die Baustelle innerorts zu umfahren“, erklärte Groß.  Auch die Anwohner sollten so gut es ging zu ihren Grundstücken gelangen können. Wenn die Zufahrt zu einem Grundstück oder einer Seitenstraße doch einmal gesperrt werden musste, dann wurde das rechtzeitig kommuniziert. „Wir haben die Bürger mit Handzetteln informiert“, sagte Gerhard Schneider, der für Straßen.NRW für die örtliche Bauüberwachung zuständig war. Außerdem waren die Krekeler bereits im Vorfeld der Maßnahme während einer Bürgerversammlung darüber in Kenntnis gesetzt worden, was auf sie zukommt.

Erneuert wurde außerdem der Kreisverkehr am Knotenpunkt Bundesstraße 258/Landesstraße 22. Der war vor Jahren innerhalb der Grenzen der vorhandenen Kreuzung errichtet worden – als Provisorium. Doch wie der Name schon sagt, sollte der nur vorübergehend Bestand haben, deshalb waren auch die Fahrbahnäste des Kreisels nicht erneuert worden. Das ist jetzt passiert. „Es war an der Zeit, die Fahrbahnäste neuzubauen“, sagte Groß.

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Gäste aus einem Umkreis von 200 Kilometern machen verstärkt Urlaub in der Eifel. Foto: Nordeifel Tourismus GmbH/pp/Agentur ProfiPress

Beratung für Tourismusbetriebe

Gemeinsames Angebot von Nordeifel Tourismus GmbH und der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen

Kreis Euskirchen – Der Tourismus hat für den Kreis Euskirchen eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung mit einem jährlichen Jahresbruttoumsatz in Höhe von 263 Millionen Euro. Die Entwicklung der Übernachtungszahlen ist seit Jahren positiv. Gäste aus einem Umkreis von 200 Kilometer besuchen verstärkt unsere attraktive Region in der Erlebnisregion Nordeifel mit dem Nationalpark Eifel, um ihren Urlaub zu verbringen. 

Das schafft zahlreiche Arbeitsplätze oder sorgt dafür, dass diese in der Branche erhalten bleiben. Die Nordeifel Tourismus GmbH und die Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen stärken Hand in Hand die Wirtschaftsbranche Tourismus und bieten auch im Jahr 2017 die Beratungstage für touristische Betriebe an.

Die Zielgruppen für die Beratungstage sind Haus- und Wohnungseigentümer, die überlegen, Wohnraum an Gäste zu vermieten, Hotel-, Restaurant- und Pensionsinhaber, die ihren Betrieb an einen Nachfolger übergeben möchten, Existenzgründer, die ein Hotel, eine Pension oder ein Restaurant übernehmen möchten sowie Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe, die Beratungsbedarf hinsichtlich Vermarktung, Qualitätsmanagement und Weiterbildung haben.

Mit den Beratungstagen bieten Nordeifel Tourismus GmbH und Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen die Möglichkeit, diese Zielgruppen über wichtige Grundlagen und die ersten Schritte zu informieren. 

Die Beratungstage finden statt am 14. Februar, 4. April, 13. Juni, 5. September, 24. Oktober und 12. Dezember, jeweils von 9 bis 16 Uhr in der Geschäftsstelle der Nordeifel Tourismus GmbH (linker Seitenflügel des Bahnhofsgebäudes in Kall).

Wer Interesse an der etwa einstündigen Einzelberatung an einem der Beratungstage hat, wird gebeten, sich bei der Nordeifel Tourismus GmbH anzumelden. Telefonisch erreichbar ist die Nordeifel Tourismus unter 02441/99457-0, per E-Mail unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

Weitere Informationen liefert ein Flyer, der kostenlos bei der Nordeifel Tourismus GmbH, dem Kreis Euskirchen, in allen Rathäusern im Kreisgebiet sowie auf www.nordeifel-tourismus.de erhältlich ist.

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Der Neujahrsempfang der Kaller FDP fand diesmal im Autohaus Rupp in Krekel statt. Der Ortsverbandsvorsitzende Jörg Döhler begrüßte unter anderem den Bundestagskandidaten Markus Herbrand (l.) und den Landtagskandidaten Alexander Willkomm. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Menschen treffen Menschen

FDP-Neujahrsempfang im Autohaus Rupp in Krekel – Gedanken um Radermachers Nachfolge – Positive Reaktion auf Ortskerngestaltung, aber „Außenorte nicht vernachlässigen“

Kall-Krekel – Der Neujahrsempfang der FDP in Kall steht seit jeher unter dem Motto: Menschen treffen Menschen. Gleichzeitig findet diese Veranstaltung seit Jahren nicht in Sälen oder sonstigen üblichen Räumlichkeiten statt, sondern bei wechselnden Kaller Unternehmen. „Wir wollen dadurch erreichen, dass die Unternehmen bekannt werden oder bekannt bleiben und gleichzeitig, dass die Besucher mit dem Unternehmen in Kontakt treten“, erklärt FDP-Fraktionsmitglied Hans Reiff.

Rund 70 Leute waren diesmal ins Autohaus Rupp nach Krekel gekommen. Inhaber Erich Rupp stellte seinen Betrieb, den es seit mehr als 50 Jahren gibt, kurz vor. Rund 35 Mitarbeiter sind an den beiden Standorten Krekel und Jünkerath insgesamt beschäftigt.

Der Bundestagskandidat Markus Herbrand aus Schleiden sowie Alexander Willkomm aus Langerwehe, der bei der Landtagswahl für den Wahlkreis Düren/Euskirchen antritt, zu dem auch Schleiden, Hellenthal und Dahlem gehören, stellten sich den Besuchern vor. Gastredner war der einstige NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf.

Der Kaller FDP-Ortsverbandsvorsitzende Jörg Döhler widmete sich prägnant örtlichen Ereignissen, wie etwa dem Starkregen im Sommer oder dem Thema Flüchtlinge, mit dem in Kall laut Döhler aber „gut und offen umgegangen wird“. Allerdings seien im Gemeindegebiet nicht nur Flüchtlinge hilfsbedürftig, sondern auch Kaller Bürger. Deshalb erneuerte Döhler den bereits vor zwei Jahren geäußerten Wunsch nach einem Wohnraumkonzept, in dem verschiedene soziale Schichten berücksichtigt werden.

Lobend erwähnte der Ortsverbandschef die angestoßene Entwicklung Kalls durch das Integrierte Handlungskonzept. „Dabei ist uns wichtig, dass wir den Ortskern zum Zentrum der Gemeinde ausbauen, aber auch die Entwicklung in den Außenorten nicht vernachlässigen“, sagte Döhler. Die FDP ist der Ansicht, dass man aber nicht jedes Projekt, das Fördermittel erhält, auch verfolgen sollte. „Wir legen einen starken Fokus auf die Finanzierbarkeit aus der Gemeinde heraus“, so Döhler.

Natürlich machten sich die Liberalen auch wegen des angekündigten Rücktritts von Bürgermeister Herbert Radermacher Gedanken. Die FDP verwies dabei auf die Kandidaturen von Franz Albert Groß und Petra Kanzler, die zwar beide nicht gegen Radermacher gewinnen konnten, allerdings „sehr erfolgreich abgeschnitten haben“, wie Döhler findet. Auch wenn der genaue Zeitpunkt des Rücktritts nicht bekannt sei, sei es nicht zu früh, sich um die Nachfolge Gedanken zu machen, meinte der Kaller Ortsverbandsvorsitzende.

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Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher (l.) lässt sich von Thomas Schumacher in dessen Büro beraten. Im Hintergrund VR-Bank-Nordeifel-Vorstandsmitglied Wolfgang Merten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Beratung wann der Kunde will

In Golbach hat die VR-Bank Nordeifel eG ihr drittes Beratungsbüro eröffnet – Auch Bürgermeister Herbert Radermacher schaute vorbei – Wolfgang Merten: „Das ist ein Drei-Gewinner-Modell“

Kall-Golbach – Die Beratung in Bankfilialen nimmt immer mehr ab. Grund sind hauptsächlich die starren Öffnungszeiten, die es gerade berufstätigen Menschen erschweren, ohne einen kostbaren Urlaubstag zu opfern einen Termin wahrzunehmen. Die VR-Bank Nordeifel eG hat das Problem erkannt und setzt deshalb seit einigen Jahren auf die Beratung außer Haus. Im Jahr 2009 wurde in Dreiborn und im Jahr 2012 in Wolfert ein Beratungsbüro eröffnet. Seit Freitag gibt es auch ein solches Büro in Golbach.

VR-Bank-Mitarbeiter Thomas Schumacher wird in dem frisch renovierten Büro zukünftig Kunden empfangen und sie beraten. Der Termin bestimmt der Kunde. „Das kann auch abends oder samstags sein“, erklärt Vorstandsmitglied Wolfgang Merten. Und natürlich muss die Beratung nicht zwingend in Golbach stattfinden. Schumacher macht auch Hausbesuche. „Der Kunde fühlt sich zu Hause wohler. In der Regel hat er dort auch all seine Unterlagen“, zählt der zertifizierte Baufinanzierungsbetreuer und Finanzberater die Vorteile auf. Die dritte Option wäre ein Treffen in einer der Bankfilialen, wenn der Kunde das möchte.

Wolfgang Merten erläuterte, dass die Idee bereits 2002 in geselliger Runde abends während einer Klausurtagung entstanden war. Gerade die Eifel als strukturschwache Region profitiere von diesen Büros.

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher begrüßte die Initiative zur Eröffnung des Beratungsbüros und meinte „Dazu brauchen Sie aber Mitarbeiter, die nicht in dem Bewusstsein arbeiten, dass um 17 Uhr Schluss ist.“ Dessen ist sich die VR-Bank Nordeifel bewusst. Ein geeigneter Ort alleine reiche nicht aus, es müsse eben auch der passende Berater, der flexibel einsetzbar ist, vorhanden sein, so Merten, der das Konzept als „Drei-Gewinner-Modell“ bezeichnet.

Denn nicht nur die Kunden profitieren von der Möglichkeit der freien Termingestaltung, auch die Bank, die ihre Nähe zum Kunden demonstriert, und letztlich auch die Familie des Beraters, der eben von zu Hause aus arbeitet. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für uns Priorität“, sagt Wolfgang Merten und verweist auf die Zertifizierung der VR-Bank als familienfreundlicher Arbeitgeber und die Auszeichnung der VR-Bank bei „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2016“

„Jedes Gespräch ist individuell und macht mir Spaß“, berichtet der Diplom-Betriebswirt Schumacher. Markus Keul, Abteilungsleiter Kundenberatung/Service bei der VR-Bank, lobte seinen Kollegen: „Thomas Schumacher arbeitet mit Leidenschaft, die Finanzierung macht er mit Herz.“ Schwerpunkt der Tätigkeit des Golbachers wird die Baufinanzierung sein.

Grundsätzlich ist die VR-Bank Nordeifel vom Konzept der Beratungsbüros überzeugt. So kann sich Wolfgang Merten auch vorstellen, in weiteren Ortschaften im Gebiet Büros zu eröffnen, die passenden Mitarbeiter vorausgesetzt. Man brauche aber Berater, die in den entsprechenden Orten wohnen“, so Merten.

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Das nächste Begegnungscafé findet am Freitag, 20. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 20. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet am Freitag, 20. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2, statt. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und sich die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe vernetzen können.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe der Gemeinde Kall gibt es unter www.fluechlingshilfe-kall.de.

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Keiner kann es lauter: Wurst-Achim alias Achim Pfaff ist amtierender deutscher Meister der Marktschreier. Vom 20. bis 22. Januar ist die Marktschreier-Gilde im Möbelhaus Brucker zu Gast. Foto: Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Duell der Marktschreier

Vom 20. bis 22. Januar bei Möbel Brucker - Freitags Freibier zur Eröffnung – Weltmeister Wurst-Achim im lautstarken Duell mit Nudel-Dieter und Aal-Ole – Verkaufsoffener Sonntag

Kall - Das Möbelhaus Brucker steht seit dem Jahreswechsel im Zeichen des 65-jährigen Bestehens. Anlässlich dieses Geburtstages wird es das ganze Jahr über nicht nur Sonderangebote und saftige Rabatte geben, auch die Unterhaltung wird nicht zu kurz kommen. Firmenchef Andreas Brucker hat zum Jubiläum mit dem Fußballer-Urgestein Reiner Calmund ein bekanntes Gesicht gewinnen können, der die Jubiläumskampagnen des Familienunternehmens als Werbepate begleiten wird.

Nachdem das Jubiläumsjahr der ersten Januar-Woche mit einem Gewinnspiel und mehreren Aktionen für Kinder begonnen hat, wird es von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. Januar, bei Möbel Brucker recht lautstark zugehen. Dann nämlich sind die besten und stimmgewaltigsten Marktschreier der Republik zu Gast. An diesem Wochenende ist der Sonntag bei Möbel Brucker verkaufsoffen.

An den drei Marktschreier-Tagen ist natürlich auch wieder ein reichhaltiges Unterhaltungs-Angebot für Kinder vorgesehen. Auf die Erwachsenen warten Getränke- und Imbissstände mit Spezialitäten aus dem Münsterland und Delikatessen von der Waterkant. Die fahrenden Händler der Marktschreier-Gilde eröffnen ihren Markt freitags um 11 Uhr vor dem Haupteingang des Möbelhauses mit einem originalen Marktschreier-Frühstück mit Wurst, Käse, frischen Matjes und Freibier für alle anwesenden Gäste.

Am Freitagnachmittag findet von 16 bis 18 Uhr ein großer Wettbewerb statt, bei dem sich alle Marktschreier ein Brüll-Duell liefern, um ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Dabei wird es immer wieder zu Duellen zwischen Wurst-Achim und Aal-Ole kommen. Mit kräftigen Sprüchen wie „Seitdem ich deine Nudeln esse, hab‘ ich Pickel auf der Fresse“ wird Wurst-Achim sich auch den Nudel-Dieter wieder vorknöpfen. Mit Hilfe von Stimmzetteln können die Besucher schließlich ihren Liebling küren.

Am Samstag, 21. Januar, um 12 Uhr wird der Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben. Sonntags herrscht den ganzen Tag über buntes Markttreiben mit lautstarken Showeinlagen der Schreihälse.

Wurst-Achim („Hast du Dauerwurst im Keller, wachsen deine Ratten schneller“) ist der Star der Truppe. Der 55-Jährige steht als „lautestes Lebewesen der Welt“ im Guinnessbuch der Rekorde. Er ist amtierender deutscher Meister der Marktschreier. In Kall mit dabei sind neben Wurst-Achim, Aal-Ole und Nudel-Dieter auch Käse-Alex, Kuchen-Micha, Gewürz-Uwe, Taschen-Hinnerk und der billige Jakob.

Die Wagen und Stände der Marktschreier sind freitags und samstags von 10 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr vor dem Haupthaus geöffnet.

www.moebel-brucker.de

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Bauhofleiter Helmut Murk ist bei der Gemeinde Kall für Kanal-, Straßen- und Tiefbau zuständig. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Straßenbauer sind so gut wie fertig

Seit Mai 2015 wurden in drei Bauabschnitten vier Straßen in Sötenich komplett ausgebaut – Schnelles Internet, größere Kanäle, neue Straßenlaternen – Gesamtkosten liegen bei fast 1,4 Millionen Euro

Kall-Sötenich – Geduld und gute Nerven mussten die Anwohner der Straßen In den Stöcken, Auf der Höll, Auf dem Kickberg und der Waldstraße in den vergangenen Monaten schon haben. Die Gemeinde hatte von Mai 2015 an die betreffenden Straßen in drei Bauabschnitten ausbauen lassen. Mittlerweile, also mehr als anderthalb Jahre später, sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.

„Weil die Straßen immer wieder geflickt werden mussten, beschloss der Rat, Haushaltsmittel für einen Komplettausbau zur Verfügung zu stellen“, berichtete Bauhofleiter Helmut Murk. Auf einer Bürgerversammlung wurden mehrere Ausbauvarianten vorgestellt. Dabei entschieden sich die Sötenicher für eine Fahrbahn mit größtenteils flachem Bordstein und einem Gehweg auf einer Seite.

Aber nicht nur die Straße wurde erneuert – auch alles was im Verborgenen darunter liegt. Der Wasserverband Oleftal verlegte Wasserleitungen, die Deutsche Telekom Telefon- und DSL-Leitungen, laut Murk ist in den ausgebauten Bereichen zukünftig Internet mit Surfgeschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s möglich. Die Energieversorger schlossen außerdem die Lücke beim Ausbau der Gasleitung, die nun als Ring in Sötenich verläuft. Die vorhandenen Kanalleitungen einschließlich der Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich wurden vor Baubeginn auf Dichtheit überprüft und bei Bedarf saniert. Die erneuerte Straßenbeleuchtung, ist mit aktueller LED-Technik umweltfreundlich ausgestattet.

„Insgesamt war es ein angenehmes Bauen, es gab so gut wie keine Komplikationen“, lässt Helmut Murk die Arbeiten in den vergangenen anderthalb Jahren Revue passieren. Das lag auch an einigen besonderen Faktoren. Zum einen gab es wöchentlich eine Baustellenbesprechung mit allen Beteiligten. Des Weiteren habe sich Ortsvorsteher Toni Mießeler um viele Dinge gekümmert und war für die Anwohner immer Ansprechpartner, so Murk. Voll des Lobes war er auch wegen Schachtmeister Horst Stoff von BS-Bauservice: „Der hat einen sehr guten Draht zu den Anliegern entwickelt.“ Erwähnenswert sei auch die gute Planung, Bauleitung und Koordination durch das Ingenieurbüro Linscheidt aus Schleiden-Broich. „Die Bauleiter Stefan Neuhaus und Frank Schneider haben hervorragend gearbeitet, der Terminplan wurde überwiegend eingehalten“, sagte Murk. Nicht zuletzt zollte er auch den Bürgern ein Lob, die auf die Baumaßnahme verständnisvoll reagierten.

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme bleiben mit rund 1,4 Millionen Euro im dafür vorgegebenen Rahmen.

pp/Agentur ProfiPress

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