Nachrichten aus der Gemeinde Kall 1. HJ 2016


Anfang Juni bezogen die Mitarbeiter der Caritas den neuen Standort in Kall. Am Kreisverkehr an der Aachener Straße, gegenüber von VR-Bank und Eisdiele, bezogen die Caritaspflegestation, die Flüchtlingshilfe und die Schuldnerberatung ihre Räume. Foto: Arndt Krömer/Caritas/pp/Agentur ProfiPress

Neue Caritaspflegestation in Kall eingesegnet

Auch die Schuldnerberatung und die Flüchtlingshilfe sind in das Haus an der Aachener Straße am Kreisverkehr gegenüber der VR-Bank eingezogen

Kall – Immer mehr Kunden nutzen die Dienste der Caritaspflegestation Hellenthal-Kall-Schleiden in Schleiden. Weil deshalb auch die Zahl der Mitarbeiter stetig wuchs, dachte die Caritas wiederholt darüber nach, die Station zu teilen und einen zweiten Standort zu eröffnen. Das war jetzt der Fall: Anfang Juni haben die ersten Mitarbeiter in der Aachener Straße in Kall, direkt am Kreisverkehr gegenüber der VR-Bank, ein Gebäude bezogen. Ende Juni wurde es vom Kaller Pfarrer Hans-Joachim Hellwig eingesegnet. Anschließend stießen die rund 50 geladenen Gäste auf gutes Gelingen an und kamen bei Fingerfood miteinander ins Gespräch. Außerdem konnten die neuen Räume begutachtet werden.

Untergebracht sind auf den 200 Quadratmetern am neuen Standort gleich drei Dienste: die Caritaspflegestation Hellenthal-Kall, die Schuldnerberatung sowie die Flüchtlingshilfe. Angeboten wird in Kall außerdem eine traumapädagogische Beratung. Das Gebäude wurde Anfang des Jahres angemietet und zum großen Teil sogar von den Mitarbeitern der Pflegestation selbst renoviert.

„Mehr als 1000 Kunden werden von uns gepflegt. Um keine Station zu überlasten, war der Bezug der neuen Räume notwendig“, erläuterte Hans Josef Schmitt, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes der Region Eifel, zu Beginn der Einsegnungsfeier. „Ihre Dienste haben hier in Kall noch gefehlt. Ich wünsche Ihrem neuem Haus viel Erfolg. Es ist gut zu wissen, dass Sie da sind“, sagte Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher. Er arbeitet mit dem Rat, seinem Verwaltungsteam, Experten und den Bürgern an einem Konzept zur Neugestaltung des Kernorts, in das das neue Caritas-Haus sich gut einfüge.

Pfarrer Hellwig hofft, dass es in der neuen Caritasstation zu vielen guten Begegnungen komme. „Ich glaube, die Räumlichkeiten werden viele Menschen einladen hereinzukommen und zu sagen, wo der Schuh drückt“, so Hellwig weiter. Er freue sich, dass er die neue Heimat der Caritas-Mitarbeiter einsegnen dürfe. „Der Geist des Verstehens und der Anteilnahme möge in diesem Hause herrschen.“

Geleitet wird die neue Caritaspflegestation von Vera Henkel. Bisher war sie im Schleidener Caritas-Haus stellvertretende Pflegedienstleiterin. Als Stellvertreterin in Kall wird Anna Ibragimova eingesetzt. Beide beziehen Einzelbüros. Außerdem wird es einen Dokumentationsraum sowie ein Büro für eine Verwaltungsmitarbeiterin geben. Insgesamt werden 37 Pflegekräfte, Alltagsbegleiterinnen und mobile Haushaltshilfen in Kall ihren Dienst verrichten und rund 180 Kunden betreuen. Ebenfalls von Schleiden umgezogen ist Dorothea Muysers von der Flüchtlingshilfe. Andrea Zens, Schuldnerberaterin im Caritas-Zentrum Mechernich, wird einmal wöchentlich eine offene Sprechstunde anbieten. Die Sprechzeiten dafür sowie für die Traumapädagogik werden noch bekanntgegeben.

Für Schleiden hat der Umzug der 37 Pflegekräfte nach Kall noch einen netten Nebeneffekt: Die Parkplatzsituation am dortigen Caritas-Haus entspannt sich. Am „Caritas-Kreisel“ in Kall, wie Hartmut Kieven, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe, den Kreisverkehr laut einem Bericht von Bernd Kehren in der „Kölnischen Rundschau“ nennt, können die Mitarbeiter direkt neben dem Gebäude parken.

Erreichbar sind die Dienste unter folgenden Rufnummern: die Caritaspflegestation unter 02441/7776080, die Schuldnerberatung unter 02441/7776082 und die Flüchtlingshilfe unter 02441/7776087.

pp/Agentur ProfiPress


Landtagsabgeordnete besuchten das Hermann-Josef-Haus: (v.l.n.r.) Maik Nohles, Rolf Seel, Walter Kern, Bernhard Tenhumberg, Klaus Voussem und Rainer Zimmermann. Foto: Renate Hotse/pp/AGentur ProfiPress

Hilfe für stark belastete Kinder

Landtagsabgeordnete informierten sich über die Arbeit des Hermann-Josef-Hauses

Kall-Urft – Um festzustellen, „wo an der Basis der Schuh drückt“, begaben sich die Landtagsabgeordneten Bernhard Tenhumberg und Walter Kern auf eine mehrtägige Tour durch Nordrhein-Westfalen. Station machten sie dabei auch im Hermann-Josef-Haus in Urft, wo sich Tenhumberg in seiner Funktion als jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion ein Bild von der dort geleisteten Arbeit machte. Begleitet wurden sie von den Landtagskollegen Klaus Voussem aus Euskirchen und Rolf Seel aus Kreuzau.

Rainer Zimmermann, kommissarischer Leiter des Hermann-Josef-Hauses, einer Einrichtung der Jugend- und Familienhilfe, und Maik Nohles von der Bereichsleitung des Hauses, berichteten ausführlich über die Arbeit mit den zum Teil tief traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Im Kinderheim leben 100 Jungen, weitere 24 Kinder und Jugendliche werden teilstationär betreut. Während auf dem Gelände ausschließlich Jungen leben, sind außerhalb auch einige Mädchengruppen untergebracht. Zahlreiche Kinder kommen aus dem Großraum Köln/Bonn und auch aus Rheinland-Pfalz. Zimmermann: „Das Hermann-Josef-Haus ist über die Landesgrenzen hinaus für seine Arbeit mit schwierigen Kindern bekannt.“

Auf dem Gelände gibt es eine Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung von Klasse 1 bis 10. Hier werden auch externe Kinder unterrichtet, die in anderen Schulen nicht mehr unterkommen. „In den Niederlanden wurden die Förderschulen abgebaut, jetzt ist man dort dabei, sie wieder aufzubauen“, berichtete Tenhumberg zum Thema schulische Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderungsbedarf.

Zimmermann und Nohles beschrieben, welche Herausforderung die besonders stark belasteten Kinder seien, von denen viele eine frühkindliche Störung aufwiesen. „In den Intensivgruppen haben wir einen Betreuungsschlüssel von 1:1“, so Zimmermann. Diese Kinder benötigten ihren persönlichen Begleiter. „Die Beeinträchtigungen sind oft nicht heilbar, sondern bleiben ein Leben lang bestehen. Bei uns lernen die Kinder, damit umzugehen“, erklärte Nohles. Eine starke Nachfrage würde auch die vom Hermann-Josef-Haus geleistete ambulante Hilfe erleben.

Der CDU-Abgeordnete aus Vreden vertrat die Auffassung, dass in Deutschland Hilfen oft zu spät einsetzen würden. „Als Kinderpolitiker bin ich der Meinung, dass wir in Deutschland da zu wenig tun, wo es am wichtigsten ist, nämlich im Alter zwischen null und sechs Jahren“, so Tenhumberg, der dafür plädierte, viel früher in betroffenen Familien aktiv zu werden. Als Beispiel nannte er Norwegen, wo das System zum Schutz von Kindern einen wesentlich größeren Einfluss in den Familien habe als hierzulande. Für wie wichtig im Hermann-Josef-Haus die Elternarbeit erachtet wird, hatte zuvor Maik Nohles deutlich gemacht. „Wir treten nicht als besserwissende Institution auf, sondern sehen in den Eltern echte Kooperationspartner, die wir ernst nehmen.“ Teils säßen die Eltern „mit am Tisch“ und würden auch mit aufgenommen. Nohles: „Transparenter geht es nicht.“

Um den Mitarbeitern der Jugendhilfe die Arbeit zu erleichtern, sprach sich Politiker Tenhumberg dafür aus, die Bürokratie einzuschränken und stattdessen eine Vertrauenskultur zu entwickeln.

pp/Agentur ProfiPress


Vom 8. bis zum 11. September findet die dritte Auflage des Krimifestivals „Nordeifel – Mordeifel“ statt, wie üblich an ungewöhnlichen Schauplätzen. Einer davon, die malerische Mühle Falkenstein in Mechernich-Eiserfey, war jetzt Schauplatz der Programmvorstellung, zu der sich Veranstalter und Sponsoren auf Einladung von Familie Heinen (links) eingefunden hatten. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Nordeifel – Mordeifel 2016

Das lange Krimiwochenende mit Lesungen auch in der Gemeinde Kall

Kreis Euskirchen/Eiserfey - Bei der dritten Auflage des Krimifestivals „Nordeifel – Mordeifel“ vom 8. bis 11. September kommen Krimifreunde bei 15 Veranstaltungen auf ihre Kosten. Zu den Lesungsorten gehört auch die Schülerkapelle im Kloster Steinfeld.

Das Programm des Festivals stellten die Verantwortlichen jetzt in der Mühle Falkenstein in Eiserfey, einem der Lesungsorte der Nordeifel-Mordeifel, vor. Nach 2012 und 2014 findet das Krimifestival nunmehr zum dritten Mal statt. Auch wenn mangels Bewerbungen diesmal kein Jacques-Berndorf-Preis vergeben wird, so hat die „Soko NoMo“ (Sonderkommission Nordeifel-Mordeifel) wieder „ein hochkarätiges Programm zusammengestellt“, wie Landrat Günter Rosenke sagte. „Höhepunkte sind eine Premierenlesung, ein Krimikonzert und ein Kinderkrimi.“

„24 Autoren werden wie in den Vorjahren an Orten lesen, an denen man es nicht unbedingt erwartet“, sagte Iris Poth, die Leiterin der Struktur- und Wirtschaftsförderung im Kreis Euskirchen. Ob in der Staumauer der Olef-Talsperre, in einem Folientunnel im Zülpicher Gartenschaupark oder in der Schülerkapelle von Kloster Steinfeld: Am langen Krimi-Wochenende im Kreis Euskirchen wird es mordsmäßig spannend. Und wer literarischen Nervenkitzel noch mit kulinarischen Genüssen kombinieren möchte, darf sich gleich auf drei Krimi-Dinner freuen.

Am Samstag, 10. September, findet um 20 Uhr eine Lesung inklusive Sekt und Häppchen in der Schülerkapelle des Klosters Steinfeld statt. Hier lesen der Journalist und Autor Andreas J. Schulte und die Wissenschaftlerin Antonia Pauly aus ihren Krimis. Karten gibt es im Vorverkauf im Klostercafé, im Klosterladen, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 24 41/88 91 34.

„Das Publikum muss sich bewegen“, sagte Rosenke zur Lesung, die ebenfalls am Samstag, 10. September, um 14 Uhr in der mitten in Eiserfey gelegenen Mühle Falkenstein stattfindet. Denn hier werden Ralf Hergarten und Sabine Trinkaus parallel in der Mühle und in der Scheune aus ihren Büchern lesen und anschließend die Leseorte wechseln.

Hergarten, gelernter Unternehmensberater und bis 2012 Bürgermeister der Stadt Schleiden, liest aus seinem Debütroman „Das Camp“, der vor der Kulisse des Nationalparks Eifel spielt und dessen Geschichte weit zurückreicht in die dunkle Zeit der ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Sabine Trinkaus wuchs im Norden hinter einem Deich auf, bis es sie zum Studium ins Rheinland verschlug. Gerade ist ihr vierter Roman „Schnapspralinen“ erschienen.

Zuvor aber gibt es um 13.30 Uhr eine halbstündige Führung durch das wunderschöne und gut erhaltene Anwesen der Familie Heinen. Veranstaltet wird die Lesung von der Stadtverwaltung Mechernich in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Walfried und Gerdi Heinen. Der Eintritt kostet fünf Euro, Anmeldungen nimmt Gabi Schumacher, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 24 43/49 43 22 entgegen.

Die Eröffnungsveranstaltung des Festivals am Donnerstag, 8. September, um 19.30 Uhr, bestreitet im Kundencenter der e-regio (ehemals Regionalgas) in Euskirchen-Kuchenheim das Autorentrio Elke Pistor, Carsten Sebastian Henn und Manfred Lang. Elke Pistor wuchs in Gemünd auf, studierte in Köln, wo sie heute als Autorin lebt. Sie war von 2014 bis 2016 Sprecherin des „Syndikat“, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. Carsten Sebastian Henn macht in der Reihe um den Feinschmecker Professor Adalbert Bietigheim muntere kriminalistische Streifzüge durch ganz Europa. Henn arbeitet auch als Restaurantkritiker und ist einer von Deutschlands renommiertesten Weinjournalisten. Manfred Lang ist Autor, Redakteur, Diakon und zusammen mit Ralf Kramp Herausgeber der dreibändigen Anthologienreihe „Abendgrauen - Schauer- und Gruselgeschichten aus der Eifel“. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen nimmt geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel. 0 2251/70 81 95 entgegen.

Ein besonderer Coup ist der „SoKo“ mit dem Krimikonzert gelungen. Die Hauptrollen übernehmen dabei Krimiautor und Verleger Ralf Kramp sowie das Sinfonische Blasorchester Vulkaneifel – eine ebenso außergewöhnliche wie kriminell-gute Kombination, die ein heiteres Musikabenteuer im S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen verspricht.

Den literarischen Part spielt dabei ein gewisser Mortimer Selsdon, Spross einer Familie mit einer langen mörderischen Tradition. Seine Vorfahren waren allesamt berufsmäßige Mörder. Er selbst aber ist ein sanfter Schöngeist und kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Um nicht von seinem enttäuschten Vater enterbt zu werden, muss er wohl oder übel das Morden lernen. Und das ist leichter gesagt als getan…

Die musikalischen Akzente zu diesem nicht alltäglichen Krimikonzert setzt das Sinfonische Blasorchester Vulkaneifel (SBO). Die Gäste erwartet ein Live-Hörspiel mit einer vergnüglichen Kriminalgeschichte und begeisternden Klassik-Musikstücken von Komponisten wie Johann de Meij und Giuseppe Verdi.

Insgesamt sind diesmal 24 Autoren am Start des Krimifestivals. Mit dabei sind auch die beiden Jacques-Berndorf-Preisträger der Vorjahre: Thorsten und Rosa Wirtz stellen im Swister Turm in Weilerswist eine Kurzgeschichte vor, die sie eigens für das Festival schreiben. Dabei geht es um den Thermentempel „Wellnesswist“. Und der aus Kommern stammende Stefan Barz, der Preisträger aus 2014, liest in der Lommersdorfer Mühle aus seinem Krimi „Schandpfahl“, der teils im Freilichtmuseum Kommern spielt.

Einen Gesamtüberblick über das Festival liefert das Programmheft, das in Kürze in einer Auflage von 15.000 Exemplaren kostenlos in der Kreisverwaltung Euskirchen, in allen Rathäusern, Tourist-Informationen, Lesungsorten, den Filialen der Kreissparkasse Euskirchen sowie in der Geschäftswelt erhältlich ist. Die Tickets kosten zwischen 2 und 20 Euro (je nach Aufwand und Veranstaltungsort), Krimidinner zwischen 44,90 und 49 Euro. Die Eröffnungsveranstaltung in Kuchenheim bei der e-regio ist kostenlos, allerdings muss man sich anmelden.

Auch in diesem Jahr fördern als Hauptsponsoren die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen und die e-regio GmbH & Co. KG das viertägige Festival mit größeren Summen. Weitere Unterstützung erfährt das Festival durch das Syndikat, die Nordeifel-Tourismus GmbH, die Regionalverkehr Köln, den KBV-Verlag sowie den Rheinischen Kultursommer.

Die Programmübersicht findet man bereits auch online unter www.nordeifel-mordeifel.de.

Krimifreunde sollten sich sputen, denn das Festival war 2014 mit rund 1.300 Besuchern rasch ausverkauft. Diesmal ist Platz für rund 1.500 Gäste.

pp/Agentur ProfiPress


Ein System für alle Fahrten

Neues System kombiniert positive Merkmale von TaxiBusPlus und Anruf-Sammel-Taxi – Erfolgreiches Pilotprojekt soll auf Kall übertragen werden – Umstellung für Fahrplanwechsel im kommenden Dezember geplant

Kall - Als Ergänzung zu Bus und Bahn sind in Kall der TaxiBusPlus und das Anruf-Sammel-Taxi (AST) unterwegs. Jetzt sollen beide Angebote zum verständlichen und nutzerfreundlichen „neuen“ TaxiBusPlus zusammengeführt werden – denn ein entsprechendes Pilotprojekt in Hellenthal und Schleiden stieß auf Zustimmung bei den Fahrgästen.

Der neue TaxiBusPlus soll die positiven Merkmale der beiden Systeme miteinander kombinieren. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Fahrgäste von der Haltestelle bis zur Haustür gebracht werden (vorher TaxiBusPlus: Haltestelle zu Haltestelle). Der Zuschlag zum normalen Ticketpreis soll künftig 1,20 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder betragen (bisher TaxiBusPlus: ein Euro/50 Cent; AST: 3,80 Euro/2,80 Euro).

Eine Fahrt muss mindestens eine halbe Stunde vorher angekündigt werden (bisher eine Stunde früher beim Anruf-Sammel-Taxi). Gleichzeitig soll der Fahrplan übersichtlicher und an einem Linienweg orientiert werden. Das bisherige Betriebszeitfenster des TaxiBusPlus, das weitgehend am Standard des Nahverkehrsplans ausgerichtet ist, soll an die Bedienungszeiten des Anruf-Sammel-Taxis angepasst werden, also auch Abendstunden sowie Sonn- und Feiertage abdecken.

Als Pilotprojekt des Kreises Euskirchen wurde das kombinierte System zwei Jahre lang in Hellenthal und Schleiden getestet. Die Rückmeldungen aus beiden Kommunen waren positiv, es wurden sogar mehr Fahrgäste gezählt (plus elf Prozent). Deshalb möchte man das Konzept nun auch auf die anderen Kommunen im Kreis Euskirchen übertragen.

Den Anfang soll die Gemeinde Kall machen. Dem stimmte jetzt auch der Planungsausschuss zu. Angestrebt ist die Umstellung zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember. Bisher zahlt die Gemeinde rund 192.300 Euro für den Anteil an der Umlage des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und etwa 12.000 Euro für das Anruf-Sammel-Taxi. Durch Mindereinnahmen und Mehrkosten mit dem neuen Modell des TaxiBusPlus kämen in Zukunft voraussichtlich etwa 3.000 Euro höhere Kosten auf Kall zu.

um das System auch in den anderen Kommunen im Kreisgebiet einzuführen, wird Anfang Juli ein entsprechender Grundsatzbeschluss des Kreises Euskirchen erwartet. Erste Überlegungen gibt es bereits für Bad Münstereifel, Weilerswist und Mechernich.

pp/Agentur ProfiPress


Alice Gempfer (rechts) bei ihrer Vorstellung als Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall mit (von links) Bürgermeister Herbert Radermacher, Kämmerer Michael Heller und Michaela Kratz von der Pressestelle. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Fäden laufen im Rathaus zusammen

Alice Gempfer übernimmt in der Gemeinde Kall zentrale Koordination von Integrationsprojekten – Ansprechpartnerin für Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe – Nächstes großes Projekt: Integrationshaus Kall

Kall – „Unser Ziel war es, eine Stelle zu schaffen, mit der wir das Ehrenamt in Kall entlasten können“, erklärte Bürgermeister Herbert Radermacher bei der Vorstellung der neuen Verwaltungsmitarbeiterin Alice Gempfer durch ihn, den Allgemeinen Vertreter und Kämmerer Michael Heller sowie Michaela Kratz von der Pressestelle.

Alice Gempfer ist Dipl.-Sozialpädagogin und in Kall nun zuständig für Integration. Zur Entlastung und auf Wunsch der früheren ehrenamtlichen Koordinatoren Dorothea Muysers und Hartmut Kieven, die die Flüchtlingshilfe Kall auch mit Hilfe des Caritasverbands für die Region Eifel aufgebaut haben, laufen die Fäden nun im Rathaus zusammen. „Ich finde es bezeichnend, dass Politik und Verwaltung einer relativ kleinen Kommune wie Kall so zeitnah auf die Flüchtlingssituation reagiert und eine entsprechende Stelle eingerichtet haben“, sagte Alice Gempfer Der größte Respekt aber, darin waren sich alle einige, gelte den Ehrenamtlichen selbst. Unterstützt werden die Flüchtlingshilfe Kall und das Ehrenamt auch weiter durch die Caritas.

Aktuell sind der Gemeinde Kall 227 Flüchtlinge zugewiesen, sie sind in gut 30 Häusern und Wohnungen dezentral im Kern- und den Außenorten untergebracht. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, gefolgt von Irak und Afghanistan. Erste Praktika und auch Arbeitsverhältnisse wurden vermittelt. Alle gute 35 schulpflichtigen Kinder haben mittlerweile einen Schulplatz. Weitere Asylbewerber leben vorübergehend (in der Regel drei bis sechs Wochen) in der Landeseinrichtung im Gewerbegebiet. Für sie ist die Gemeinde Kall nicht zuständig. Sie werden im Auftrag der Bezirksregierung rund um die Uhr von einer Betreiberfirma versorgt und betreut, bis sie einer Kommune zugewiesen werden.

Für die Wahlkallerin Gempfer, die in den vergangenen Jahren als Redakteurin gearbeitet hat, ist die Arbeit vom Rathaus aus eine Rückkehr zu den beruflichen Wurzeln. Nach ihrem ersten Studium war sie als Sozialpädagogin unter anderem für eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung, ein städtisches Jugendamt und einen Träger der Erwachsenenbildung tätig. Seit rund einem Jahr engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe Kall. Gempfer: „Es ist mir ein Herzensanliegen, daran mitzuarbeiten, dass die schutzsuchenden Menschen sich hier in Kall willkommen fühlen und private wie berufliche Perspektiven entwickeln können.“ Zudem, ergänzte sie, bedeuteten - nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - die meist jüngeren und teils gut ausgebildeten „neuen Nachbarn“ eine große Chance für Kall.

Bestehende Integrationsprojekte wie das Begegnungscafé und die internationale Sprechstunde der Flüchtlingshilfe Kall werden weiterhin von ehrenamtlichen Kräften durchgeführt. Organisiert und begleitet werden sie nun von der neuen Fachkraft. Zudem finden im Rathaus regelmäßige Austausch- und Infotreffen statt, die Ehrenamtler werden zwischen den Veranstaltungen mit Infopost versorgt. Insgesamt engagieren sich rund 40 Männer und Frauen ehrenamtlich in der Kaller Flüchtlingshilfe, unter anderem als Hausbetreuer, im Begegnungscafé und der internationalen Sprechstunde, im Spendenlager und bei Deutschkursen.

„Zur gelungenen Integration gehört neben den wichtigen Sprachkenntnissen auch die Teilnahme am Arbeitsleben“, so Michael Heller und ergänzt: „Dazu sind Frau Gempfer und die Flüchtlingshilfe Kall in engem Kontakt mit Jobcenter und Integration Point. Künftig soll der Kontakt zu den Kaller Unternehmen weiter intensiviert werden, um Praktikums- und Arbeitsstellen zu vermitteln.“

Auf die neue Verwaltungsmitarbeiterin wartet auch ein ganz neues Projekt: das Integrationshaus. Das Konzept für eine Begegnungsstätte für Bürger und Flüchtlinge im Kernort Kall und damit zentral im Kreis Euskirchen war erst vor wenigen Wochen genehmigt worden. Im Rahmen des Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ des Landes NRW wurde der Gemeinde Kall eine Fördersumme von fast 1,2 Millionen Euro bewilligt – eine der höchsten Summen im Kreis Euskirchen.

pp/Agentur ProfiPress


Die Jury-Mitglieder Claudia Hoffmann, Wolfgang Mauritz, Andreas Züll, Christoph Leisten, Waltraud Stening-Belz, Mario Walter Johnen (v.l.n.r.) sowie Joachim Starke und Marietta Thien aus Metternich (fehlen auf dem Foto) werden die schwierige Aufgabe haben, aus den Einsendungen die Sieger-Texte zu ermitteln. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Eifeler Jugendliteraturpreis 2016

Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, über überraschende Wendungen zu schreiben – Einsendeschluss ist der 26. September

 

Nordeifel – „Und dann war plötzlich alles anders...“ – so lautet das Thema des 3. Eifeler Jugendliteraturpreises, den die Lit.Eifel und das Literaturhaus Nettersheim in Zusammenarbeit mit der Kulturministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ausschreiben.

Wer kennt das nicht: Von einem Moment auf den nächsten kann sich eine Situation, eine Empfindung, ein Leben vollständig verändern. Manchmal sind es gerade die kleinen Augenblicke, die Großes bewirken, indem sie uns überraschen, verwundern, befremden oder erstaunen. War gerade noch alles dunkel und trist, zeigt sich plötzlich ein helles Licht am Horizont. Manchmal allerdings ist es auch geradezu umgekehrt.

So oder so: Die überraschende Wende spielt nicht nur im Leben, sondern auch in vielen Geschichten eine entscheidende Rolle. „Wir möchten euch anregen zu solchen Geschichten, in denen ein Umbruch stattfindet, weil etwas Überraschendes geschieht. Etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Etwas, das in eine andere, vielleicht hoffnungsvollere, vielleicht aber auch düsterere Zukunft blicken lässt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, erklären die Verantwortlichen des Nordeifeler Literaturfestivals das Wettbewerbsthema.

Der Jugendliteraturpreis wendet sich an vier Altersgruppen: 6 bis 9 Jahre, 10 bis 12 Jahre, 13 bis 15 Jahre und 16 bis 18 Jahre. Teilnehmen können alle Kinder und Jugendlichen, die ihren Wohnsitz in der Nordeifel, der Städteregion Aachen oder der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens haben. In jeder Altersgruppe werden Preisträger ausgezeichnet. Die Siegerbeiträge wird eine achtköpfige fachkundige Jury auswählen.

Eigenständig verfasste und bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten im Umfang von bis zu drei maschinengeschriebenen Seiten DIN A 4 (Arial oder Times New Roman, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5 als Word- oder PDF-Datei) können eingereicht werden. Die Einsendungen können eigenhändig illustriert sein. Am Ende müssen sie mit folgenden Daten versehen sein: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefon und Alter. Einsendeschluss ist der 26. September.

In jeder der vier Altersgruppen werden je drei Preise als Büchergutscheine in den Werten 80 Euro, 50 Euro und 20 Euro vergeben. Die Geschichten der Gewinner werden als kleines Buch im Barton-Verlag erscheinen. Die Zustimmung der Nachwuchsautoren zur Veröffentlichung in Dokumentationen oder anderen Publikationen der auslobenden Institutionen erfolgt mit der Einsendung des Beitrages.

Zur Preisverleihung bei der Abschlussveranstaltung sind alle Teilnehmer mit Freunden und Eltern schon heute für den Nachmittag des 19. November eingeladen. Die Festveranstaltung ist in das Programm der 4. Eifeler Buchmesse in Nettersheim integriert.

Einsendungen können per E-Mail oder auf dem Postweg gerichtete werden an: Literaturhaus Nettersheim/Lit.Eifel e.V., Steinfelder Straße 12, 53947 Nettersheim, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

pp/Agentur ProfiPress


Nach der Wachablösung beim TV Kall (von rechts): Iris Schröder, Franz-Albert Groß, der neue Vorsitzende des mitgliederstärksten Vereins der Gemeinde Kall, Kassenwart Markus Pütz, die scheidende Vorsitzende Anita Königsfeld, Christoph Lutsch und Stefan Mager sowie Erich Scholzen vom Turnbezirk Schleiden, der Anita Königsfeld nach 18 Jahren Vereinsvorsitz die Goldene Ehrennadel des Turngaus Aachen überreichte. Foto: Stephan Everling/Rheinische Redaktionsgemeinschaft/pp/Agentur ProfiPress

Franz-Albert Groß für Anita Königfeld

Wachwechsel beim mit 780 Mitgliedern größten Verein der Gemeinde Kall - TV Kall nach 18 Jahren unter neuer Führung

 

Kall – Eine Ära ging zu Ende: Stattliche 18 Jahre lang hat Anita Königsfeld mit dem TV Kall den mitgliederstärksten Verein in der Zentralkommune des Kreises Euskirchen geführt. Jetzt machte die Grand Dame des Kaller Sports Platz für ihren Nachfolger Franz-Albert Groß.

Der überließ auch nach den Neuwahlen die Versammlungsführung der erfahrenen Vorgängerin. „Es wirkte wie eine Mischung aus Gewohnheit und Sentimentalität“, schreibt der Autor Stephan Everling im „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die berührende Szene: „Ein wenig scheu drehte sich Anita Königsfeld, auch als sie schon keine Vorsitzende mehr des TV Kall war, zu ihrem Nachfolger Franz Albert Groß und fragte: »Wollen Sie?« Doch der, ganz Mann von Welt, ließ Königsfeld den Vortritt . . .“

Der Abschied von der langjährigen Vorsitzenden des Kaller Turnvereins fiel laut Presseberichten ziemlich nüchtern aus. „Knapp und bescheiden fasste sie ihre Amtsjahre zusammen“, schreibt die „Kölnische Rundschau“: „Nur als sie auf den Bau des Vereinshauses an der Tennisanlage zu sprechen kam, erlaubte sie sich Gefühle.“ Dieses Vereinshaus, so Anita Königsfeld, sei für sie wie ihr eigenes. Es war mit viel Einsatz der Vereinsmitglieder errichtet worden.

„Ich habe mich gewundert, mit wie viel Arbeit das Amt des Vorsitzenden verbunden ist“, erklärte Franz-Albert Groß nach einer Art Praktikum bei der bisherigen Vereinsleitung. Er hatte bei einigen Terminen von Anita Königsfeld gelernt. Ganz unerfahren ist der langjährige Kommunalpolitiker und engagierte Bürger natürlich nicht.

Er wusste, worauf er sich einließ, als seine Nachbarin ihn ansprach, nachdem er in Rente gegangen war, berichtete Groß. Everling: „Diese habe gemeint, dass er jetzt auf keinen Fall rumsitzen dürfe, sondern stattdessen sich im Vorstand des TV Kall engagieren könne. »Ich versuche, in die Fußstapfen meiner Vorgängerin zu treten«, setzte er die Messlatte für seine Amtsführung hoch an.“

Auch schon vor seiner Wahl hatte Groß ein wenig in die Gestaltung der Mitgliederversammlung eingegriffen. Auf seine Initiative hin wurde Anita Königsfeld von Erich Scholzen, dem Vorsitzenden des Turnbezirks Schleiden, mit der Goldenen Ehrennadel des Turngaus Aachen ausgezeichnet. Dazu erhielt sie noch eine Anerkennungsurkunde des Kreissportbundes Euskirchen.

780 Mitglieder in fünf Abteilungen hat der Verein, so die langjährige Vorsitzende in ihrem letzten Jahresbericht. Nach der Wahl von Groß zum Vorsitzenden wurde Stefan Mager als Geschäftsführer des Gesamtvereins wiedergewählt. Markus Pütz führt fortan die Kassengeschäfte, zweite Vorsitzende blieb Iris Schröder.

pp/Agentur ProfiPress


Zum nächsten Begegnungscafé lädt die Flüchtlingshilfe Kall ein am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Archivfoto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet statt am Freitag, 17. Juni, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und die ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe sich vernetzen können.

Alle Termine sowie weitere Infos zur Flüchtlingshilfe Kall sind auch im Internet unter www.fluechtlingshilfe-kall.de abrufbar. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe unterstützen möchte, kann sich per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik melden.

pp/Agentur ProfiPress


Der Jugendbus soll Begegnungsstätte für Kinder verschiedener Nationen werden. Jeden Donnerstag macht er jetzt von 16 bis 18 Uhr am Pfarrheim in Kall Halt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Ein Bus für Kinder aller Nationen

„Linie Zwo“ macht jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr am Kaller Pfarrheim Halt – Jugendbus der kirchlichen Jugendarbeit in der Region Eifel – Kinder und Jugendliche können sich beim gemeinsamen Spielen und Kochen kennenlernen

Kall - Die „Linie Zwo“ ist in Kall unterwegs. Der Jugendbus der kirchlichen Jugendarbeit in der Region Eifel macht ab jetzt jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr am Kaller Pfarrheim (Am Büchel 2) halt. Mit Angeboten zum gemeinsamen Kochen und Spielen soll er Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche aller Nationen sein.

Dabei ist es kein Zufall, dass der Jugendbus ausgerechnet donnerstagnachmittags nach Kall kommt: Gleichzeitig findet im Pfarrheim das Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall statt. Während die Eltern sich austauschen, informieren und beraten lassen können, haben mit der „Linie Zwo“ auch die Kinder einen eigenen Ort, an dem sie Gleichaltrige kennenlernen können.

Zum Auftakt des Projektes waren schon zehn Kinder gekommen. Gemeinsam mit den beiden Betreuern, Ingrid Wanninger-Woelk und Ingo Hamm, versammelten sie sich unter einem Zelt vor dem Bus und schnippelten buntes Gemüse. Tomaten, Paprika und Gurken wurden an dem sommerlichen Nachmittag in einen leichten Salat verwandelt. Sogar ein Freiwilliger für das Zwiebelschneiden war schnell gefunden. Angemacht mit einer Salatsoße aus Essig und Öl und frischem Fladenbrot war das leckere Abendessen komplett und bald saß die Gruppe gemeinsam zum Essen um den großen Tisch.

 

Gemeinschaftsaktion zur Verständigung

 

„Das gemeinsame Kochen ist eine Aktion, bei der sich die Kinder und Jugendlichen gut verständigen können. So wollen wir eine Basis schaffen, auf der sie miteinander umgehen können“, erklärte Ingrid Wanninger-Woelk. Initiiert worden war das Projekt von Helmut Woelk, dem Jugendbeauftragten in der Gemeinschaft der Gemeinden Kall-Steinfeld. Er war auf die Gemeinde Kall und die Flüchtlingshilfe zugekommen, um mit dem Jugendbus gezielt eine Anlaufstelle für Flüchtlingskinder zu schaffen und die Begegnung mit Kindern aus dem Ort zu ermöglichen.

Neben den beiden Betreuern waren auch Pfarrer Hans-Joachim Hellwig und Alice Gempfer, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, vor Ort, um sich ein Bild von dem neuen Projekt zu machen. Alice Gempfer ist vom Grundgedanken der Begegnungsstätte überzeugt: „Der Bus ist eine tolle Möglichkeit für Kinder aus ganz verschiedenen Nationen – natürlich auch deutsche Kinder hier aus Kall – sich spielerisch kennenzulernen. Über das Thema kochen ergeben sich dabei ganz automatisch auch Themen zu den verschiedenen Kulturen, die die Busbegleiter aufgreifen können.“

Die Sprachbarriere räumten die Kinder und Jugendlichen beim Salatschneiden ganz leicht mit Händen und Füßen aus. Worte wurden mit erklärenden Gesten unterstrichen und Geschwister übersetzten sich gegenseitig. Dabei wurde Gemüse geteilt, geschnippelt und gelacht. „Alle sind so nett miteinander umgegangen – das ist nicht selbstverständlich“, sagte Ingrid Wanninger-Woelk und auch Ingo Hamm freute sich: „Das sieht nach einem gelungenen Auftakt aus.“

Während das sonnige Wetter zum Aufenthalt vor dem Bus einlud, ist die „Linie Zwo“ auch als Kochmobil ausgestattet. Die eigens von den Nordeifelwerkstätten in Zingsheim hergestellte Einrichtung umfasst Schubladen und Schränke für die Lebensmittel sowie eine Spüle, einen Herd und einen Backofen, zum Beispiel um gemeinsam Pizza zu backen. Tische und Bänke im hinteren Teil des Busses können außerdem zum Spielen und Malen genutzt werden.

Die Kinder hatten bei der ersten Gemeinschaftsaktion schon viel Spaß. „Ich esse sehr gerne Salat“, freute sich Katharina. Michelle versprach beim Abschied: „Ich komme nächste Woche wieder.“

pp/Agentur ProfiPress


Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt sind alle Interessierten eingeladen, am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr, ihre Ideen einzubringen und so die weitere Entwicklung ihrer Kommune aktiv mit zu gestalten. Foto: Gemeinde Kall

Kalls Zukunft mitgestalten

Bürgerwerkstatt am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr in der Aula der Hauptschule Kall – Weitere Entwicklung der Ortsmitte steht im Fokus – Fachliche Begleitung durch das Büro „RaumPlan“ und die RWTH Aachen – Präsentation der Ergebnisse in zweiter Werkstatt im September – Ideen fließen in weitere Planung ein

Kall – Wie wünschen sich Kaller Bürgerinnen und Bürger die künftige Gestaltung des Ortskerns ihrer Kommune, welche Ideen und Visionen haben sie dazu? In diesem Sinne lädt die Gemeinde Kall ein zu einer ersten Bürgerwerkstatt am Donnerstag, 30. Juni, von 18 bis 21 Uhr, in der Kaller Hauptschule.

Studenten der RWTH Aachen hatten sich bereits im vergangenen Jahr Gedanken über eine mögliche Neugestaltung der Ortsmitte gemacht. Jetzt sind im Rahmen der Erstellung eines umfassenden städtebaulichen Konzepts zur Erneuerung des Ortskerns alle Interessierten eingeladen, ihre Ideen einzubringen und so die weitere Entwicklung ihrer Kommune aktiv mit zu gestalten. Konkret geht es dabei um die Themenfelder „Funktionsstärkung der Ortsmitte“ (Infrastruktur, Handel und Gewerbe), „Gestaltung der öffentlichen Räume“ (Straßen, Plätze, Verkehr und Mobilität), „Neues Bauen“ (Wohnen, Energie und Klima) sowie „Freizeit und Erholung“ (Freiraum, Umwelt und Tourismus). Auch das geplante „Integrationshaus“, das mit bewilligten Fördermitteln im Ortskern für alle Kaller Bürgerinnen und Bürger entstehen soll, wird eine Rolle spielen.

Das so genannte „Integrierte Handlungskonzept“ (IHK) zur Kernortgestaltung wird erstellt vom Planungsbüro „RaumPlan“ in Kooperation mit dem Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen. Aufgabe des IHK ist die Entwicklung einer integrierten, realistischen und realisierbaren Konzeption zur Erneuerung des Ortskerns im Rahmen der Förderrichtlinien des Landes NRW. Einzelprojekte sollen dabei unter Einbeziehung vielfältiger Förderpro-gramme profiliert und in einen umfassenden stadträumlichen Zusammenhang gestellt werden.

Die Bürgerwerkstatt werden beide Partner moderieren und fachlich begleiten. Die Veranstaltung ist als offenes, thematisch gegliedertes Diskussionsforum geplant. Das Aachener Projektteam präsentiert zunächst eine Bestandsanalyse zur Ausgangssituation in Kall. Daraus abgeleitet werden erste Zielvorstellungen und Leitbilder sowie Handlungsfelder und Projektideen.

Es folgt eine Arbeitsphase in den vier thematischen Ideenwerkstätten. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam diskutiert und bewertet. Innerhalb der Ideenwerkstätten können konkrete Ansätze für Projekte und Maßnahmen entwickelt werden, die dann den vier Themenfeldern zugeordnet werden. Im Anschluss an die Bürgerwerkstatt werden die Ergebnisse aufbereitet und in Abstimmung mit der Verwaltung in die weitere Planung einbezogen. Das Integrierte Handlungskonzept mit seinen Projekten und Maßnahmen wird weiter ausgearbeitet, die Ergebnisse werden in einer zweiten Bürgerwerkstatt im September präsentiert.

Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sind ausdrücklich erwünscht; Verwaltung und Partner hoffen auf eine rege Beteiligung an der Bürgerwerkstatt.

pp/Agentur ProfiPress

 


Ortsvorsteher Guido Keutgen (l.) und Bürgermeister Herbert Radermacher (r.) mit dem neuen Vorstand des Bürgervereins Kall: (v.l.) Schatzmeister Gottfried Schnitzler, stellvertretender Vorsitzender Bert Spilles, Vorsitzender Helmut Weiler, Beisitzer Peter Berbuir und Schriftführer Alois Poth. Auf dem Foto fehlen die Beisitzer Uwe Schubinski und Lukas Müller. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Sorgenvoller Blick auf die Altersstruktur

Dem Bürgerverein Kall fehlt der Nachwuchs – Drei neue Vorstandsmitglieder, aber keinen Nachfolger für den 80-jährigen Vorsitzenden Helmut Weiler gefunden

Kall – Auf soliden wirtschaftlichen Füßen präsentierte sich der Bürgerverein Kall in seiner Mitgliederversammlung, zu der sich der Vorstand und gut ein Dutzend der aktuell insgesamt 60 Mitglieder in der Bürgerhalle trafen. Während sich der Verein, der sich um die Vermietung und Bewirtschaftung der Bürgerhalle kümmert, finanziell keine Sorgen machen muss, warf der Vorstand hingegen weiterhin einen sorgenvollen Blick auf die Altersstruktur und den fehlenden Nachwuchs in seinen Reihen.

Die Mitglieder seien ausdrücklich aufgerufen, auch in ihrem persönlichen Umfeld neue Leute „als Unterstützer für unsere schöne Veranstaltungsstätte“ zu mobilisieren, sagte Vorsitzender Helmut Weiler. Zumindest, was die Neubesetzung von drei Vorstandsposten betrifft, war dies auch gelungen. Als neuen stellvertretenden Vorsitzenden konnte der Verein den Kaller Ratsherrn Bert Spilles gewinnen. Er wurde einstimmig gewählt und übernimmt das Amt von Andreas Heinen, der dem Vorstand des Bürgervereins 20 Jahre lang ununterbrochen angehörte und nun aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. „An dieser Stelle einfach nur danke zu sagen, erschien uns zu wenig“, kündigte Schatzmeister  Gottfried Schnitzler ein absolutes Novum an: Einstimmig ernannte die Versammlung Heinen zum ersten Ehrenmitglied in der Geschichte des Bürgervereins und würdigte damit seine weitreichenden Verdienste. Spilles sagte, er trete gerne in die „großen Fußstapfen“, die Andreas Heinen hinterlasse.

Während Uwe Schubinski als Beisitzer wiedergewählt wurde, galt es, zwei neue Beisitzer zu finden, denn zum einen war im vergangenen Jahr Josef Klinkhammer nach schwerer Krankheit verstorben, zum anderen hatte der mit einem Präsent aus dem Vorstand verabschiedete Franz-Josef Wegener seinen Posten aus Altersgründen zur Verfügung gestellt. Hier treten der amtierende Kaller „Hötjong“ und Feuerwehrmann Lukas Müller und der, so Schnitzler, „frischgebackene Rentner“ Peter Berbuir, Mitglied in mehreren Kaller Vereinen, die Nachfolge an.

Einstimmig wiedergewählt wurde unter der Wahlleitung von Bürgermeister Herbert Radermacher auch Vorsitzender Helmut Weiler. Zwar hätte der 80-jährige Weiler sein Amt gerne abgegeben, doch sei es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, eine Persönlichkeit zu finden, die den verantwortungsvollen Posten hätte übernehmen können. Weilers Bereitschaft zur zumindest temporären Weiterarbeit zollte die Versammlung allgemeinen großen Respekt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, lobte Radermacher, der die Vorstandsarbeit im Bürgerverein mit der Führung eines mittelständischen Unternehmens verglich.

Einstimmig wiedergewählt wurden auch Schriftführer Alois Poth und Schatzmeister Gottfried Schnitzler. Letzterem hatten die Kassenprüfer Ute Stolz und Manfred Kruff zuvor eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt. Seinem Bericht zufolge hatte sich der Brutto-Erlös aus der Vermietung der Bürgerhalle im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2.000 Euro auf 20.300 Euro erhöht. Hier habe die vorgenommene Mietpreiserhöhung gegriffen, stellte Schnitzler fest. Diese gelte nicht für Kaller Vereine, jedoch für die vielen Mieter, die zum Teil aus Prüm, Brühl, Frechen oder Aachen anreisen würden. „Und zwar nicht, weil ihnen Kall so gut gefällt, sondern weil die Hallen in diesen Städten viel teurer sind“, so der Schatzmeister. Insgesamt 30 Veranstaltungen haben 2015 in der Bürgerhalle stattgefunden, eine mehr als 2014. Dabei seien 93,3 Hektoliter Bier verkauft worden.

Auf insgesamt rund 5.500 Euro belaufe sich der im operativen Geschäft 2015  erwirtschaftete Betrag, das Vereinsvermögen betrage aktuell rund 33.000 Euro, eine Summe, die der Bürgerverein als Polster beispielsweise für dringende Renovierungen benötige, wie Schnitzler insbesondere vor dem „Dauerthema Lüftungsanlage“ betonte. Da eine Überprüfung ergeben habe, dass die Rohre in der Halle den Schall nach draußen verstärken würden und auch Wärmeenergie verloren gehe , gebe es derzeit Überlegungen, die Lüftungskanäle entweder zu isolieren oder aber nach innen zu verlegen.

Ausgezahlt hätten sich die Lärmschutzmaßnahmen, berichtete Vorsitzender Helmut Weiler: Gab es 2014 noch zahlreiche Beschwerden von Anliegern, so haben diese sich im gesamten Jahr 2015 deutlich reduziert.

pp/Agentur ProfiPress


In Keldenich ist der Breitbandausbau bereits in vollem Gange. Den Baubeginn nahmen (v.l.n.r.) Telekom-Projektleiter Gerd Wolter, Bürgermeister Herbert Radermacher, Telekom-Regio-Managerin Anja Oppermann und Markus Auel vom Amt für Struktur- und Wirtschaftsförderung der Gemeinde Kall zum Anlass, sich bei einem Ortstermin zu treffen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Spatenstich für das schnelle Internet in Kall

Der Ausbau läuft: Die Telekom hat mit dem Ausbau von schnellen Internetanschlüssen im Ortsnetz 02441 Kall begonnen.

Dabei wird sie rund 10 Kilometer Glasfaser verlegen und 13  Multifunktionsgehäuse neu aufstellen oder mit modernster Technik ausstatten. Dadurch werden mehr als 2.800 Haushalte in Kall, Steinfeld, Urft, Golbach, Sötenich, Keldenich, Scheven, Voißel und Wallenthal bis Ende 2016 Vectoring-fähig.

Vectoring ist ein Datenturbo auf dem VDSL-Netz. Im Vergleich zu einem bisherigen VDSL-Anschluss (Very Highspeed Digital Subscriber Line) verdoppelt sich das maximale Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo sogar auf bis zu 40 MBit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Aber das ist noch nicht alles: Die Telekom plant mit der Einführung von Super-Vectoring bereits den nächsten Entwicklungsschritt. Künftig können so die möglichen Bandbreiten auf bis zu 250 MBit/s gesteigert werden.

 

Die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an ihren Internet-Anschluss steigen ständig", sagt Herbert Radermacher, Bürgermeister von Kall. "Deshalb freuen wir uns, dass Kall  vom Ausbau-Programm der Telekom profitiert. So bleibt unsere Gemeinde als Wohn- und Arbeitsplatz attraktiv." 

 

„Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt wird gegraben“, sagt Anja Oppermann, zuständige Regio Managerin bei der Deutschen Telekom zum Start der Bauarbeiten in Kall. „Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten. Wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten voran.“

 

Interessenten für einen neuen Telekom-Anschluss können sich persönlich im Telekom-Shop Euskirchen, Neustraße 15, 53879 Euskirchen, Expert Euskirchen, Roitzheimer Str. 117, 53879 Euskirchen beraten lassen.

Oder man geht ins Netz auf www.telekom.de/schneller, um sich über Verfügbarkeit, Geschwindigkeiten und Tarife informieren und vorab registrieren lassen.

 

Drei Schritte zum schnellen Internet

Erfolg in drei Etappen. Erstens: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Multifunktionsgehäuse wird das Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium. Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Das Verlegen von Glasfaser kostet rund 70.000 Euro pro Kilometer.

Zweitens: Die grauen Kästen am Straßenrand werden intelligent. Sie werden mit modernster Technik ausgestattet und zu einer Art Mini-Vermittlungsstelle. Hier werden unter anderem die Datenpakete vom Kupferkabel auf die Glasfaser übergeben. Diese sogenannten Multifunktionsgehäuse (MFG) werden über das Ausbaugebiet verteilt. Die Entfernung zwischen Kunde und MFG soll möglichst gering sein. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.

Drittens: Die Kupferleitung, die vom MFG zum Kunden führt, wird mit der Vectoring-Technik schneller. Die neue Technik beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Dadurch ist mehr Tempo beim Herauf- und Herunterladen möglich. Beim Herunterladen erhöht sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich die Geschwindigkeit von 10 auf bis zu 40 MBit/s.

Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind.

Auch Gewerbetreibende profitieren vom Ausbau. Wer die Chancen des Internets nutzen will, muss in die Digitalisierung seiner Geschäftsmodelle investieren. Die Herausforderungen reichen von Cloud Services bis Datensicherheit. Die Telekom bietet ihre Erfahrung aus dem Großkundenbereich auch kleineren und mittleren Kunden an, damit diese Investitions- oder Personalkosten sparen können.

 

Deutsche Telekom AG

Corporate Communications

Andre Hofmann, Pressesprecher

 


Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher (rechts) gratulierte ebenso wie sein Kollege aus Simmerath, Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (links). Mit dem Preisträger Victor Neels (2. v.l.) freuten sich auch dessen Ehefrau Annelene und Urenkelin Rena Marie. Foto: Sascha Bach/Wochenspiegel Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Schmied einer deutsch-belgischen Freundschaft

Victor Neels wurde vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet – Initiator der Freundschaft zwischen Gemeinde Kall und Partnergemeinde Mol in Belgien – Einsatz für St. Nikolausschule

Kall/Brauweiler - In der Gemeinde Kall hat der 90-jährige Victor Neels großartiges vollbracht: Er schmiedete deutsch-belgische Freundschaften, zum einen zwischen Kall und der Partnergemeinde Mol in Belgien, zum anderen zwischen der St. Nikolausschule und den belgischen Soldaten auf Burg Vogelsang. Zusammen mit Ehefrau Annelene ist er ein Beispiel dafür, wie sich der Hass zwischen zwei Nationen in Respekt und sogar Freundschaft verwandeln kann. Dafür wurde Victor Neels jetzt im Kaisersaal der Abtei Brauweiler mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet.

„Mit Verleihung dieser Auszeichnung kann ein Stück weit die Dankbarkeit und Anerkennung gegenüber Victor Neels und seinem Engagement für die hiesige Region ausgedrückt werden, die ihm gebührt“, sagte Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und fügte hinzu: „Er ist ein Mann der Taten, angetrieben von großer Willenskraft, die keine Grenzen kennt – im wahrsten Sinne des Wortes. Und damit sicherlich auch ein Vorbild für die Herausforderungen aktueller Geschehnisse, die wieder verstärkt grenzüberschreitende Hilfe, gegenseitiges Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe erfordern.“

Einsatz für deutsch-belgische Verständigung

Wie kaum ein anderer hat sich Neels in großem Maße um die deutsch-belgische Verständigung verdient gemacht. Der 91-Jährige habe einen Kommunikationsprozess angestoßen, „der nach und nach auf beiden Seiten zu wechselseitigem Vertrauen geführt hat“, würdigte Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, den ehemaligen Kommandanten des „Camp Vogelsang“, das jahrzehntelang unter belgischer Führung stand.

Neels stammt aus Balen in Belgien. Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich einer Widerstandsbewegung an und nahm an Sabotageaktionen gegen die Deutschen Teil. Als belgischer Soldat kam er nach Kriegsende nach Norddeutschland, wo die Belgier in der britischen Besatzungszone militärische Aufgaben übernahmen. Den Hass gegen die Deutschen legte er 1945 in einer Wirtschaft in Bassum ab, denn dort lernte er seine heutige Ehefrau Annelene kennen. „Sie änderte mein Denken und mein Leben“, erzählte Neels.

Nach einer erfolgreichen militärischen Karriere wurde Victor Neels 1970 zum Kommandanten von „Camp Vogelsang“ ernannt. Laut Henk-Hollstein habe er buchstäblich Schranken des zuvor für die Menschen in den umliegenden Gemeinden nicht zugänglichen Militärareals geöffnet, zum Beispiel mit einem Tag der offenen Tür, der jährlich über 40.000 Besucher angezogen habe. Neels: „Nicht nur Einwohner der umliegenden Dörfer kamen, sondern auch Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz und der Serviceclub Kiwanis Nordeifel, dessen Präsident ich später drei Jahre lang war.“

In den folgenden Jahren wurden immer wieder Tage der offenen Tür veranstaltet und der Erlös ging unter anderem an die St. Nikolausschule in Kall. Die Soldaten übernahmen schließlich auch die Patenschaft der Schule. Es wurden Ferienmaßnahmen an die belgische Küste organisiert und Neels schickte seine Maschinen und Arbeiter in die Region, wenn Hilfe beim Bau eines Sportplatzes oder eines Jugendheims benötigt wurde.

Plädoyer für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Respekt

Seit 2009 verbindet die „Victor-Neels-Brücke“ den Urftseeradweg mit Vogelsang. Victor Neels wurde mit mehreren Bundesverdienstkreuzen und jetzt mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Seit 1976 verleiht der Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Rheinlandtaler an Persönlichkeiten, die sich um die Kulturpflege im Rheinland besonders verdient gemacht haben. Der Geehrte zeigte sich sichtlich bewegt. In einem mitreißenden Plädoyer für Toleranz, Hilfsbereitschaft und Respekt danke er für den Preis und rief zur Völkerverständigung und zur europäischen Solidarität auf.

Neben seiner Ehefrau Annelene und Urenkelin Rena Marie, die in seiner Rede Erwähnung fanden, waren viele Familienmitglieder, Weggefährten und Kommunalpolitiker wie auch Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher in den Kaisersaal gekommen, um Neels nach dessen viersprachigem Dankeschön zu gratulieren. Bürgermeister Radermacher: „Für Kall im Besonderen danke ich für die von ihm initiierte Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Mol, die über all die Jahre zu einer fundierten Freundschaft gewachsen ist. Im Rahmen gemeinsamer partnerschaftlicher Aktivitäten konnte ich Victor Neels bereits des Öfteren begegnen, was mir auch zukünftig immer wieder eine Ehre sein wird.“

Wochenspiegel Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress


Auch ein harter Kerl wie Elmar Geulen alias „Mr. Hayabusa“ wehrt sich nicht gegen Edeltraud Engelens Beistand bei der Blutspende. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Das DRK sucht dringend Helfer

Blutspendeteams vor Generationenwechsel – Sinnvolle Aufgabe und viel Spaß in der Gemeinschaft

Kreis Euskirchen – Elmar Geulen war ein echtes Zugpferd für die Euskirchener Blutspende-Aktion, zu der er gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband aufgerufen hatte: 363 Blutspender kamen am vergangenen Donnerstag ins Rotkreuz-Zentrum, davon 20 Erstspender. Einer von ihnen war der Euskirchener Bernhard Herter, Mitglied im Motorradclub VN-Biker, für den der Aderlass eine Premiere war. „Man müsste mal ...“ – diesen Gedanken habe er schon oft gehabt. Als er auf Facebook den Aufruf Geulens alias „Mr. Hayabusa“ gesehen habe, habe er sich einen Ruck gegeben.

Auch für den Wißkirchener Motorrad-Rennsportler Elmar Geulen selbst war es die erste Blutspende. Dass sich der 59-Jährige zuvor in den Dienst der guten Sache gestellt und mit Edeltraud Engelen in einem eindringlichen Appell auf den vom DRK-Blutspendezentrum Breitscheid beklagten aktuellen Mangel an Blutkonserven aufmerksam gemacht hatte, blieb nicht ohne Wirkung. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, freute sich Edeltraud Engelen. Die Blutspendebeauftragte des DRK-Kreisverbandes Euskirchen hatte befürchtet, dass das schwüle und später gewittrige Wetter viele vom Kommen abhalten würde.

Grundsätzlich sei die Spendenbereitschaft im Kreis Euskirchen noch recht hoch, sagte Petra Klostermann vom DRK-Blutspendedienst West. „Je größer die Städte, desto weniger Blutspender, je ländlicher es wird, desto mehr kommen. Man trifft dort Leute, die man kennt“, erklärte sie. Insgesamt aber sei durch den demographischen Wandel ein Rückgang zu beobachten, während gleichzeitig der jährlich um zwei Prozent steigende Bedarf an Blutspenden eine Folge des medizinischen Fortschritts sei. „Man kann es nicht oft genug sagen: Wer Blut spendet, rettet Leben“, betont Petra Klostermann. Die mit Abstand meisten Blutspenden würden heutzutage für die Krebstherapie benötigt.

„Oft ist es ein Ereignis in der Familie oder auch bei einem selbst, dass den Auslöser gibt, etwa eine lebensbedrohliche Krankheit mit gutem Ausgang. Dann setzt oft ein anderes Denken ein, und manch einer möchte dann etwas zurückgeben“, weiß Edeltraud Engelen aus ihrer langjährigen Erfahrung. Das gelte für Blutspender ebenso wie für die ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Einsatz die Blutspendeaktionen erst ermöglichten.

In den Ortsvereinen steht bei den Helferteams ein Generationenwechsel bevor, Nachfolger werden dringend gesucht, doch wird es für das Rote Kreuz immer schwieriger, neue jüngere Leute zu gewinnen. In Bad Münstereifel beispielsweise ist aktuell große Not am Mann. Dort lässt DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker in den DRK-Kindertagesstätten Flyer an die Eltern verteilen in der Hoffnung, Helfer zu finden, die sich sozial engagieren möchten.

„Wer etwas Sinnvolles in seinem Leben tun möchte, hat hier die Gelegenheit und findet eine tolle Gemeinschaft dazu“, betont Petra Klostermann. Die Männer und Frauen, die bei den Blutspendeterminen im Einsatz sind, begrüßen und betreuen die Spender, erledigen die Anmeldung am Computer, bereiten den Imbiss zu, bauen das Büfett auf und haben nebenbei noch viel Spaß. Wer neu hinzukommt, wird angeleitet und geschult. „Durch die enge Zusammenarbeit entstehen oft neue Freundschaften, in vielen Gruppen treffen sich die Helfer auch privat, weil sie sich so gut verstehen“, so Petra Klostermann weiter. Und Edeltraud Engelen ergänzt: „Wir sind wie eine große Familie.“ Was in ihrem Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn Ehemann, Tochter und Enkelin haben sich nach und nach ebenfalls mit dem Helfer-Virus infizieren lassen und engagieren sich alle im DRK-Ortsverein Euskirchen.

Wer bei den Blutspendeterminen an seinem Wohnort mitwirken möchte, kann sich unter der Mobilfunknummer 0151 40 74 61 02 mit Edeltraud Engelen in Verbindung setzen.

Wer Blut spenden möchte, hat bis zu den Sommerferien noch bei folgenden Termin dazu Gelegenheit: Sonntag, 19. Juni, 8.30 bis 12.30 Uhr (Zingsheim, Schule Petrusstr.5); Dienstag, 21. Juni, 17.15 bis 20 Uhr (Arloff, Grundschule, Erlenhecke 47); Montag, 27. Juni, 17 bis 20 Uhr (Lommersum, Mehrzweckhalle, Löwener Str.); Dienstag, 28. Juni, 15 bis 20 Uhr (Schleiden, Hauptschule, Am Mühlenberg 1).

pp/Agentur ProfiPress


Eine Delegation aus Indien besuchte das Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg. Darunter waren auch vier Schüler aus Assam. Das Gymnasium in Steinfeld pflegt seit vielen Jahren eine enge Freundschaft zu Indien. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Indische Entwicklungsarbeit zwischen Schülern und Lehrern

Vier Schüler aus indischer Partnerschule mit Delegation zu Gast im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg – Nettersheimer Naturzentrum mit Kletterseilgarten und Rursee in Schwammenauel besucht – Lockerer Austausch zwischen Schülern und Lehrern – HJK Steinfeld hat über 120.000 Euro in 15 Jahren gespendet

 

 

Kall-Steinfeld – Der Biologie-Unterricht ist eigentlich wie immer: Referendarin Carolina Schneider erklärt den Schülern den Stoffwechselprozess des menschlichen Körpers und greift dabei anschaulich auf ihr iPad und eine digitale Tafel zu. Moderne Technik im Unterricht, die die Gastschüler an diesem Mittwochmorgen nur staunen lassen. Zwei Mädchen und zwei Jungs einer Partnerschule aus Indien sitzen mit in der Schulbank und lauschen dem Unterricht und staunen nicht schlecht, als die Steinfelder Oberstufen-Schüler aufzeigen, um sich aktiv in der Bio-Stunde zu beteiligen. „Dieser kooperative Unterrichtsstil ist für die indischen Schüler etwas völlig Neues“, ordnet Heinrich Latz, der Schulleiter des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs, ein.

 

Seit über 15 Jahren besteht eine Schülerpartnerschaft der Salvatorianer-Schule nach Indien. Seit 2011 sind die Steinfelder auch Teil des Vereins German-Indian-Partnership-Programm, kurz „GIPP e.V.“, mit Sitz in Berlin. Vorsitzender Andreas Heise ist auch in Steinfeld und erklärt, dass sich der gemeinnützige Verein um salvatorianische Schulen in Indien, um eine Blindenschule, um Schüler-Lehreraustausch, die Entwicklung gemeinsamer Unterrichtskonzepte und die Verteilung von Volontariaten von Deutschen an indischen Schulen kümmert. Heise: „Deutsche und indische Lehrer lernten sich bei gegenseitigen Besuchen kennen und besprechen auf Augenhöhe die Projekte. Die Besuche dienen auch der Vergewisserung, dass die gesamten Spendengelder an der richtigen Stelle ankommen.“

Angeschlossen an den Verein sind die drei Salvator-Schulen in Deutschland. Neben Steinfeld sind dies Schulen in Berlin und Baden-Württemberg.

 

Die vier indischen Schüler konnten bereits lernen, „dass das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern einfach viel lockerer ist“, erklärt Schulleiter Latz. Ihm ist es wichtig, dass die Steinfelder, die in den letzten 15 Jahren schon über 120.000 Euro gespendet haben, in Nachhaltigkeit investieren. „Wir wollen nicht nur Geld nach Indien schicken, sondern sehr konkret mit entwickeln. Dafür dienen auch die Besuche vor Ort.“

Latz selbst war schon in Assam, im Nordosten Indiens, wo die Partnerschule „Christ-Jyoti-School“ beheimatet ist. Beeindruckende Erinnerungen hat er an die Reise. Die Salvatorianer vor Ort leisten viel Arbeit, durch die Tausende von Jugendlichen eine Chance auf Bildung erhalten. „Es ist gut zu sehen, dass das Geld, das wir jedes Jahr am Hermann-Josef-Tag erlaufen, eine so sinnvolle Verwendung findet“, sagt Latz mit Hinblick auf den jährlichen Schüler-Spendenlauf um die Klostermauer. Beeindruckend war für ihn auch der Besuch von zwei älteren Herren, von denen einer in seinem Schulleiter-Büro einen Briefumschlag mit 20.000 Euro hinterließ. „Er wollte anonym bleiben und uns das Geld spenden, weil er so sehr angetan war von unserer Entwicklungsarbeit.“

Weitere Projekte sind in den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus geplant. „Es ist viel Arbeit, aber wir haben ein gutes Gefühl.“ Celine Poensgen aus Scheven war überrascht ob des einfachen Zugangs zu den Partner-Schülern. „Wir dachten, das wäre viel schwieriger.“ Es wurde viel gelacht. Und auch ein indischer Schüler antwortete: „Ich finde es großartig hier. Alle sind sehr nett zu uns.“

Sechs Tage waren die Inder in der Eifel, besuchten unter anderem das Naturzentrum in Nettersheim oder nahmen an einem Boot-Trip über den Rursee teil. Nach dem Besuch in Steinfeld ging es zur Salvatorianer-Schule nach Berlin. Gut zwei Wochen waren die Inder in Deutschland, mit einer indischen Schul-Delegation, darunter auch der indische Schulleiter Pater Benny Valiyaveettil Stephen und die beiden Lehrerinnen Himadri Saikia und Mayuri Sikia. Als Gastgeschenk überreichten sie an die Steinfelder Schüler und Lehrer einen traditionellen Schal.

pp/Agentur ProfiPress


Heike Pütz: „Das müsstest Du sehen, es ist großartig - Der Kreis Euskirchen in alten Ansichten“. Herausgegebenen von den „Freunden des Historischen Kreisarchivs e.V.“, Rheinbach 2016. Regionalia Verlag, Hardcover, 300 Seiten, rund 500 Abbildungen, ISBN 978-3-95540-164-1, 19,95 Euro.

Großartige Sicht aus alten Tagen

Kreisbibliothekarin Heike Pütz hat zum 200. Geburtstag des Kreises Euskirchen einen hervorragenden Bildband mit historischen Ansichtskarten herausgegeben – Auch eine Reihe Bilder aus dem heutigen Gemeindegebiet Kall sind mit dabei – VR-Bank Nordeifel unterstützte die Buchherausgabe im Regionalia-Verlag

Kall/Kreis Euskirchen – Um es vorwegzunehmen: Die 19,95 Euro, die der Buchhandel für diesen 300seitigen Prachtbildband der Kreisbibliothekarin Heike Pütz verlangt, sind gut angelegtes Geld. Das Buch ist ein Schmuckkästchen mit 500 alten Postkartenaufnahmen aus der nördlichen Eifel, also aus dem Landstrich, der sich zwischen Ville und Venn erstreckt und von dem heutzutage ein großer Teil vom Stadtgebiet Mechernich bedeckt wird.

Herausgegeben hat Heike Pütz den unter anderem von der VR-Bank Nordeifel unterstützten Band mit der ISBN-Nummer 978-3-95540-164-1 aus Anlass des 200. Geburtstages des Kreises Euskirchen. Denn 1816 wurde tatsächlich eine Gebietskörperschaft dieses Namens aus der Taufe gehoben. Allerdings umfasste dieser so benannte Teil der preußischen Rheinprovinz nur einen Bruchteil des Kreisterritoriums von heute.

Nach den napoleonischen Befreiungskriegen und der Preußischwerdung der Rheinlande waren 1815 zunächst administrativ uneindeutige Strukturen entstanden. So gab es vorübergehend unter anderem die Kreise Blankenheim, Gemünd, Lechenich, Rheinbach und St. Vith. Gleichwohl beruft sich der 1972 bei der kommunalen Neugliederung entstandene Kreis Euskirchen, der wenig später noch die so genannte Erftstadt an den heutigen Rhein-Erft-Kreis abtreten musste, auf die Hardenbergische Kreisbildung 1816, also vor heute 200 Jahren.

Und so schreibt die Kreispressestelle in ihrer Pressemitteilung zum neuen Prachtbildband von Heike Pütz: „Der Kreis Euskirchen feiert in diesen Tagen seinen 200. Geburtstag. Auch in diesem Alter bekommen Geburtstagskinder gerne Geschenke und schwelgen in Erinnerungen.“ Der Verein „Freunde des Historischen Kreisarchivs“ habe aus diesem Anlass einen Bildband mit rund 500 historischen Postkartenmotiven und Abbildungen von Archivalien aus dem Kreisgebiet herausgebracht, heißt es weiter. Damit werde eine Lücke zu den bisherigen Postkartenbüchern der einzelnen Kreiskommunen geschlossen.

 

Mit den Augen eines

Reisenden um 1900

 

Der Band trägt den Titel „Das müsstest Du sehen, es ist großartig“ und lädt ein zu einer Wanderung durch das Kreisgebiet vor hundert Jahren, ergänzt durch Informationen und Hintergrundwissen zu den Illustrationen. Mit den Augen eines Reisenden um 1900 erblickt man Ansichten von knapp hundert Orten und Wohnstätten der vor der kommunalen Neugliederung bis 1972 existierenden Altkreise Euskirchen und Schleiden.

Die Industrialisierung und der Ausbau der Landwirtschaft in der Region sind ebenfalls Themen auf Postkarten. Der Kreis schreibt: „Man verschickte vor 100 Jahren aber auch ganz andere Motive als nur das klassische »Gruß aus...«. Mondscheinkarten gaukelten Nachtaufnahmen vor, Fotoaufnahmen von Kaiserbesuchen und Prominenten vermittelten Nähe zur High Society.“

Gastwirte ließen Postkarten von ihren Häusern zur Werbung anfertigen. Fotografen hielten die Leistungen der Ingenieure beim Bau der Urfttalsperre oder des zeitweilig höchsten Schornsteins Europas, dem „Langen Emil“ in Mechernich, im Bild fest. Die Feldpost in Kriegszeiten verband die Soldaten mit der Heimat. Die französischen Besatzungsmächte produzierten eigene Serien für ihre Soldaten. Auch diese Motive finden in dem Klasse-Bildband ihren Platz und berichten von besonderen Episoden aus der Geschichte des Kreises.

 

Bilder vom Bau der Urftmauer

und des „Langen Emil“

 

Zum Leitmotiv beziehungsweise Titel des Buches wurde dabei der Text einer Karte aus dem Jahre 1906, dem Jahr der Fertigstellung der Urfttalsperre: Diese wird von Tante Fischen besucht, die an Carl in Frankfurt auf einer Ansicht eben jener Urfttalsperre schreibt: „Lieber Carl! Sende dir herzl. Grüße. Die Talsperre müsstest Du sehen, es ist großartig! Hoffentlich geht es Euch gut. Mit Kuss Tante Fischen“

Knapp 100 Orte und Wohnplätze aus dem früheren und heutigen Kreisgebiet sind auf 465 Postkarten und 40 Fotos von Archivalien präsentiert. Heike Pütz: „Natürlich erhebt die Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht von jedem Dorf im heutigen Kreisgebiet war bereits eine Karte verfügbar. Das macht aber auch den Reiz des Sammelns und Forschens aus, das immer noch etwas noch nicht entdeckt oder erfasst ist. Das Kreisarchiv wird weiter in seinen Möglichkeiten sammeln.“ Das Kreisarchiv würde sich freuen, so die Kreisbibliothekarin, wenn seine Sammlungstätigkeit von der Bevölkerung unterstützt würde.

pp/Agentur ProfiPress

Auf Französisch grüßt der Schreiber dieser Karte die liebe Nichte aus dem Dorf Sötenich, wo er sich gerade aufhält. Die Karte wurde 1905 versendet und zeigt einen Blick auf „Soetenich“, das Innere der Pfarrkirche, Kalkwerk, Villa Schulz und Handlung Theissen. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Gruß aus Sistig mit Einwohnern auf der Treppe zum Gasthof zur Post, rechts die Ortsansicht vor dem Ersten Weltkrieg. Die Karte wurde 1914 versendet. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Das Kaller Postamt und andere Repräsentationsbauten vor dem Ersten Weltkrieg, rechts das Hotel zur Post. Die Ansichtskarte wurde im Jahre 1910 versendet. Repro: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In Kall wurde der neue Vorstand der Behindertensportgemeinschaft Schleiden gewählt (von links): Karl-Heinz Klein, Monika Wegener, Karl Vermöhlen, Elisabeth Wergen, Ortrud Spang, Anna Kerenkewitz und Sigrid Vermöhlen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Sportlich aktive Gemeinschaft

Behindertensportgemeinschaft Schleiden darf Hinrunde der NRW-Liga im Bosseln ausrichten – Aufgrund hoher Nachfrage zusätzliche Angebote für Wassergymnastik und Schwimmen im Kaller Hallenbad geplant – Neuer Vorstand bei Jahreshauptversammlung in Kall gewählt

Kall/Schleiden - Die Behindertensportgemeinschaft (BSG) Schleiden darf am Samstag, 1. Oktober, die Hinrunde der NRW-Liga im Bosseln (einer Art Eisstockschießen in der Halle) als Gastgeber ausrichten. Das gab der Verein bei der Jahreshauptversammlung in der Kaller Gaststätte Gier bekannt. Die Vorsitzende Monika Wegener aus Kall konnte zu der Versammlung rund zwei Drittel der 67 Sportkameraden begrüßen.

„Ich freue mich, dass wir trotz des hohen Altersschnitts im Verein eine so aktive Gemeinschaft sind“, sagte Monika Wegener. Wie aktiv die Sportler der Behindertensportgemeinschaft sind, zeigt sich unter anderem am Erfolg der Bosselmannschaft.

Schon seit einiger Zeit spielt die BSG Schleiden in der NRW-Liga und konnte vor vier Jahren sogar als NRW-Meister an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Als Gastgeber für die Hinrunde der NRW-Liga hoffen die Sportkameraden auf viele Zuschauer am Samstag, 1. Oktober, ab 14 Uhr in der Schleidener Realschul-Turnhalle.

Unverändert hoch ist auch die Nachfrage für die Sportangebote in Wassergymnastik und Schwimmen, die jeweils mittwochs um 19 Uhr und 19.50 Uhr im Kaller Hallenbad stattfinden. Die beiden Rehabilitationssportveranstaltungen sind vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen lizenziert.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurden bereits weitere Übungszeiten bei der Gemeinde Kall angefragt. Sportarzt Karl Vermöhlen aus Sistig: „Dafür wäre es aber gut, wenn noch mindestens ein zusätzlicher Übungsleiter mit Rehasport-Lizenz zur Verfügung stehen würde.“

Karl Vermöhlen wurde ebenso wie Karl-Heinz Klein (beide Geschäftsführer) und Monika Wegener (Erste Vorsitzende) bei den Neuwahlen des Vorstandes im Amt bestätigt. Einstimmig neu gewählt wurden Anna Kerenkewitz aus Schleiden (stellvertretende Vorsitzende), Ortrud Spang aus Blumenthal (stellvertretende Geschäftsführerin) und Elisabeth Wergen aus Wolfgarten (Beisitzerin).

2015 konnte die BSG Schleiden zwei Übungslizenzinhaberinnen für den Verein gewinnen: Sigrid Vermöhlen aus Sistig und Monika Kratz aus Nettersheim. Für ihr langjähriges Engagement im Verein bedankte sich Monika Wegener bei Karl-Heinz Klein und Matthias Claßen, die beide ihre Tätigkeit als Übungsleiter beenden. Die Vorsitzende erinnerte außerdem an Veronika Schumacher, die sich als Übungsleiterin und Vorstandsmitglied um den Verein verdient gemacht habe und im vergangenen Jahr verstorben war.

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Begutachteten beim Ortstermin in Scheven die Schäden und den Verlauf des Hochwassers (von links): Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters, Andreas Lang, Einsatzleiter der Feuerwehr und Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen sowie Reinhold Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde Kall im Bereich Hochwasserschutz, und Hartwig Kaven von der Unteren Wasserbehörde im Kreis Euskirchen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Schutz vor Hochwasser und Schlamm in Scheven

Ortsbesichtigung in Scheven und Wallenthal nach Hochwasser – Erkenntnisse sollen so schnell wie möglich in das Hochwasserschutzkonzept einfließen – Gemeinde Kall organisiert Hilfe und Sperrmüll

Kall-Scheven - „Als Feuerwehrmann habe ich in Kall schon Hochwasser gesehen, aber dass in so kurzer Zeit so viel Wasser zusammenkommt, habe ich noch nicht erlebt.“ Andreas Lang, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Kall, zeigte sich auch drei Tage nach dem Hochwasser in Scheven und Wallenthal von dem Unwetter beeindruckt. Beim Ortstermin am Montagmorgen in Scheven versprach Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters: „Wir wollen den betroffenen Bürgern in dieser Situation helfen und mit der Politik das zur Zeit in Planung befindliche Hochwasserschutzkonzept so schnell wie möglich umsetzen.“

Lang und Heller begutachteten Schäden und Verlauf des Hochwassers in Scheven zusammen mit Hartwig Kaven von der Unteren Wasserbehörde im Kreis Euskirchen, Kalls Feuerwehrchef Harald Heinen sowie Reinhold Schramm, Mitarbeiter der Gemeinde Kall im Bereich Hochwasserschutz. Unterhalb eines Feldes am Bestenbach konnten sie noch die Rinnen sehen, die Regen und Schlamm in dem Acker hinterlassen haben.

Immerhin kamen am Freitagmittag mit Starkregen und Hagel etwa 35 bis 45 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. Hartwig Kaven: „Das Problem waren auch die großen Schlammmengen, die das Wasser mitgebracht hat. Feuerwehr-Leiter Harald Heinen brachte es auf den Punkt: „Da sind mehrere Situationen zusammengekommen, zum einen das Unwetter, zum anderen der Umstand, dass der vor kurzem ausgesäte Mais noch nicht hoch genug gewachsen war, um Wasser und Schlamm aufzuhalten.“ Dadurch, dass der Regen den fruchtbaren Boden weggeschwemmt habe, sei für die Landwirte auch ein Ernteschaden entstanden“, erklärte Heinen.

Angesichts der Schäden durch das Unwetter sollen nun die weiteren Maßnahmen mit dem Planer und der Politik bei den in Kürze anstehenden Beratungen abgestimmt und so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Ein zusätzlicher Termin mit den Verantwortlichen bei der Bezirks-regierung wegen der aktuellen Situation und dem Hochwasserschutzkonzept ist vorgesehen. „Bei diesem Unwetter wäre auch ein Hochwasserrückhaltebecken gefüllt gewesen, es hätte die Folgen aber wesentlich abmildern können“, erklärte Hartwig Kaven und fügte hinzu: „Bei so starken Ereignissen hat man immer mit Problemen zu kämpfen.“ Immerhin kann der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde jetzt mit Sicherheit sagen, dass die bisherige Planung zum Hochwasser-schutz in sich stimmig und die zunächst geplanten Maßnahmen an den richtigen Stellen vorgesehen sind.

Andreas Lang war zum Zeitpunkt des Unwetters als Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort: „Wir waren mit 45 Feuerwehrleuten im Einsatz, haben zehn bis fünfzehn Keller und Garagen ausgepumpt und die Schlammmassen entfernt.“ Auch am Montag waren noch Saugwagen im Einsatz, der Bauhof der Gemeinde Kall und der Kreisbauhof waren im Ort unterwegs.

Am frühen Montagabend überschlugen sich die Ereignisse dann nochmals: Neue starke Regenfälle überschwemmten wieder Keller und andere Gebäudebereiche in Scheven, aber auch in vielen anderen Orten, unter anderem in Frohnrath, Rinnen, Sötenich, Keldenich, Anstois und auch Kall, sowie bei der Firma Papstar. Die Kaller Feuerwehr hatte mit Unterstützung von vier auswärtigen Wehren aus Gemünd, Herhahn, Lommersdorf/Rohr und Nettersheim bis in die Nacht rund 100 Einsätze mit fast 250 Feuerwehrleuten zu leisten.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch das Technische Hilfswerk Schleiden und das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen, das für die Verpflegung der Wehrleute sorgte. Auch die betroffen Bürger halfen mit und leisteten sich gegenseitig nachbarschaftliche Hilfe.

Der Bauhof der Gemeinde Kall war ebenfalls mit allen verfügbaren Geräten und Kräften im Einsatz. In den betroffenen Bereichen soll er jetzt in der Nachsorge Kontrollen, Spülungen, Reinigungen und erste Akutmaßnahmen durchführen.

Michael Heller und Schevens Ortsvorsteher Hans Reiff suchen nun das Gespräch mit den Betroffenen in Scheven und Wallenthal, um bei Problemen im Rahmen der Möglichkeiten kurzfristig helfen zu können. In einer ersten Maßnahme kümmert sich die Gemeinde um den Sperrmüll, der nach den Hochwasserverwüstungen in den Kellern übrig geblieben ist. In Absprache mit der Firma Schönmackers soll der Sperrmüll am Freitag, 3. Juni, abgeholt werden.

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Dafür, dass die Besucher bestens bewirtet werden, sorgen unter anderem (v.l.) Waltraud Tümmler, Kerstin Schneider, Marianne Berners, Gertrud Schütten und Waltraud Forner. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall

Feste Institution mit „Überraschungsfaktor“

Instrumentenwerkstatt und gemeinsames Musizieren beim Begegnungscafé – Besuch unter anderem vom Jugendmigrationsdienst – Landtagsabgeordnete Koschorreck als Überraschungsgast

Kall – Das Begegnungscafé für Kaller und ihre „neuen Nachbarn“ im Pfarrheim St. Nikolaus ist nicht nur eine mittlerweile feste Institution geworden, sondern auch immer für eine Überraschung gut. Bei der vorigen Ausgabe hatte die Landtagsabgeordnete Liesel Koschorreck spontan zu einem Besuch vorbeigeschaut – sie war über die Medien und die Kaller SPD auf das Begegnungscafé aufmerksam geworden. „Was hier passiert, ist wirklich etwas Besonderes“, so Koschorreck, die sich lange Zeit nahm im Gespräch unter anderem mit der Kaller Flüchtlingshilfe.

Diesmal hatte Musikschullehrer Reiner Klein allerlei Material dabei – in einer „Instrumentenwerksstatt“ baute er gemeinsam mit Flüchtlingen allen Alters mehrere „Cachons“. Diese Holzkisten, die Hocker und Percussion-Instrument zugleich sind, kamen nach der Fertigstellung direkt zum Einsatz, denn auch diesmal wurde wieder „international“ musiziert. Die Gäste ließen sich anstecken vom Rhythmus und dem Spaß, immer mehr griffen zu Rasseln, Schellen und weiteren Instrumenten – oder nutzten einfach die eigenen Hände.

Versorgt wurden die Besucher wieder vom emsigen Team um Waltraud Tümmler, Marianne Berners und Gertrud Schütten, bei Kaffee und Brötchen ergaben sich neue Bekanntschaften und angeregte Gespräche. Zu Gast waren diesmal auch wieder Pfarrer Hans-Joachim Hellwig und Pastor Ude. Neben vielen Kallern und den in der Kommune lebenden Flüchtlingen, nahmen auch der Caritas-Geschäftsführer Rolf Schneider, der Leiter des Jugendmigrationsdienstes Euskirchen Norbert Weber sowie die Schleidener Künstlerin und Rotkreuz-Mitarbeiterin Maf Räderscheidt teil am jüngsten Begegnungscafé.

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Der Bleibach trat über die Ufer. In Scheven standen die Straßen unter Wasser. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Schevener Straßen unter Wasser

Gewitter mit Starkregen und Hagel: Etliche Keller mussten leergepumpt werden – Hans Reiff: „Feuerwehren, Bauhof und Nachbarn halfen vorbildlich“

Kall-Scheven - Ein plötzliches Unwetter mit Starkregen und Hagel (35 bis 45 Liter in 20 Minuten) hat am Freitag unter anderem in Scheven und Wallenthal Straßen unter Wasser gesetzt und Keller voll laufen lassen. Feuerwehren waren im Pumpeinsatz, die Aufräumungs- und Säuberungsarbeiten erstreckten sich über das Wochenende. Nachbarn halfen sich gegenseitig.

Ortsvorsteher Hans Reiff sprach von einem vorbildlichen und schnellen Einsatz von Feuerwehr und Bauhofmitarbeitern sowie Solidarität unter der Schevener Bevölkerung. Reiff: „Etwa 30 Schevener halfen den Betroffenen am Freitag und am Samstag beim Entfernen der Schlammmassen auf den Straßen und in den Kellerräumen.“

Bis 22 Uhr am Freitag waren Radlader im Einsatz, die die Straßen und Hofeinfahrten wieder passierbar machten. Auch am Samstag musste die Feuerwehr noch bis kurz vor Mitternacht Kanäle freispülen.

„Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ schreiben: „Besonders stark betroffen waren in Scheven die Klausentalstraße und die Schmiedegasse. Wasser und Schlamm von den umliegenden Äckern hatten sich in das Dorf ergossen. In einem der Häuser stand in einem Kellerraum, in dem sich drei Heizöltanks befinden, das Wasser bis zur Decke.“

Der Kaller Löschzugführer Thomas Golüke sagte den Zeitungsreportern: „Dass wir bei diesem Unwetter so viel mit Schlamm zu tun hatten, das ist schon außergewöhnlich.“ Ab 14.20 Uhr seien die Alarmmeldungen bei der Feuerwehr eingegangen. Alle verfügbaren Feuerwehrmänner seien an insgesamt acht Stellen im Einsatz gewesen. Etliche Keller hätten leergepumpt werden müssen. Auch der Bauhof der Gemeinde Kall wurde aktiv.

Hagel war ebenfalls ein Problem: Auf der Wallenthaler Höhe (B 266) und dem Zubringer von Wallenthal mussten die Hagelmassen von den Fahrbahnen geschoben werden.

Die Unwetter erstreckten sich über weite Teile der Nordeifel und näherten sich von Westen. Im Internet wurden private Filmaufnahmen eines Tornados über Raffelsbrand veröffentlicht. Zu Überschwemmungen kam es unter anderem auch im Raum Gemünd, Mechernich und Nöthen.

In Gemünd liefen zwei Keller in der Dreiborner Straße, fünf in der Urftseestraße und ein weiterer am Kastanienweg voll. In der Gemünder Brauerei musste eine Montagegrube leergepumpt werden. Die Löschzüge Schleiden-Oberhausen und Gemünd rückten aus. In der Stadtverwaltung wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

pp/Agentur ProfiPress


Ein Teil des „Wirkstatt“-Teams im gemeinnützigen Kaufhaus in Kall (von links): Karin Nickel, Veronika Neumann, Kerstin Kyaw, Kalechi Ajaero, Anne Marie Pickartz, Ellen Groß und Stefani Fußel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Hilfe aus der „Wirkstatt“

Verein kümmert sich um Langzeitarbeitslose und Asylbewerber – Beratungen und professionelle Förderung in Kall, Euskirchen und Blankenheim – Gemeinnütziges Kaufhaus mit Angeboten für Bedürftige

Kall - „Wirkstatt e.V.“ nennt sich der vor fünf Jahren gegründete Verein, der sich die „Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe“ auf die Fahne geschrieben hat. Standorte der „Wirkstatt“ sind in Kall und Euskirchen, seit kurzem auch in der Gemeinde Blankenheim. Einer der Kernpunkte der Arbeit im gemeinnützigen Verein ist die Beschäftigungs-Förderung zum Beispiel für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber.

Die „Wirkstatt“ berät und fördert Menschen ohne Arbeit, die von der Arbeitslosigkeit bedroht sind, die einen Ausbildungsplatz suchen, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, die eine stabilisierende Unterstützung benötigen und Mitbürger, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes Beratung benötigen. Dabei spielen Herkunft, Religion, Kultur und Bildungsstand keine Rolle.

Im Rahmen der Beschäftigungsförderung betreut der Verein derzeit 15 Ein-Euro-Jobber, die in Kall im gemeinnützigen Kaufhaus sowie in Euskirchen und Blankenheim in der Grünflächenpflege, in den Tierheimen Euskirchen und Mechernich oder bei den Tafeln in Kall, Mechernich, Zülpich und Weilerswist tätig sind.

 

Wiedereingliederung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt

 

„Unser Ziel ist die Wiedereingliederung dieser Menschen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt“, umschreibt die Vorsitzende Veronika Neumann aus Blankenheim die Arbeit des Vereins. Die Aufgaben an den drei Standorten sind vielfältig: Grün- und Landschaftspflege, Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber, Bewerbungshilfen, eine Erwerbslosen-Beratungsstelle und seit kurzem auch ein Arbeitslosenzentrum mit Arbeitslosentreff, Frauentreff, Deutschunterricht für Zuwanderer und Deutschlandkursen für Asylbewerber und Flüchtlinge.

In Kall betreibt der Verein „Wirkstatt“ ein gemeinnütziges Kaufhaus. Dort können bedürftige Menschen gespendete Waren gegen ein geringes Entgelt erwerben. Gut erhaltene Bekleidung, Haushaltswaren, Kinderspielzeug und Möbel füllen das Kaufhaus an der Aachener Straße. Die gespendeten Waren werden sortiert und aufgearbeitet. Ins Sortiment sollen jetzt auch gespendete Artikel für die Körperpflege aufgenommen werden. In Kall arbeitet man außerdem mit der Flüchtlingshilfe und der Tafel zusammen: „Die Flüchtlinge suchen lieber Kontakt und Arbeit, statt den ganzen Tag die vier Wände anzustarren“, sagt Anne Marie Pickartz, die das Kaufhaus leitet.

Sie erklärt: „Das Kaufhaus soll keine Konkurrenz zum einheimischen Gewerbe sein.“ Die Kundschaft setze sich aus sozial schwachen Familien, Flüchtlingen und immer mehr Rentnern zusammen. „Es ist erschreckend, dass die Altersarmut auch bei uns angekommen ist“, konstatiert die Kaufhaus-Leiterin. Viele Familien in der Region seien davon betroffen. Ähnlich wie bei den Tafeln müssen die Kunden auch im Kaufhaus einen Nachweis ihrer Bedürftigkeit vorlegen.

 

Erwerbslosen-Beratung und Energiesparprojekt

 

Für sozial schwache Familien bietet der Verein in Kall Dienstleistungen, wie zum Beispiel Umzugshilfen durch Möbeltransporte oder Gartenarbeiten an. Nach terminlicher Vereinbarung finden in Kall auch Erwerbslosen-Beratungen statt. Das Kaufhaus ist darüber hinaus Praktikumsbetrieb für Schüler der St. Nikolaus-Förderschule in Kall, mit der eine Kooperation besteht.

Kürzlich hat der Verein mit der Energie Nordeifel (ene) ein Energiesparprojekt auf die Schiene gebracht. Durch das Projekt „aktiv gegen Energiearmut“ will der Verein seinen Beitrag leisten, in Haushalten mit geringem Budget die Stromkosten zu senken. Dank mehrerer Sponsoren sollen bedürftigen Familien energiesparende Kühlschränke zum Preis von 135 Euro angeboten werden.

Insgesamt 20 Personen gehören zum Team der „Wirkstatt“, darunter zwei Sozialpädagogen, eine Psychologin und zehn ehrenamtliche Kräfte. Obwohl der Verein unter anderem Zuschüsse vom Land und von der Europäischen Union sowie Mittel des Jobcenters EU-aktiv erhält, ist er auf Spenden angewiesen.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Für seine jahrelangen Verdienste um den Karnevalsverein „Löstige Bröder“ wurde der 83-jährige Willi Hermanns zum Ehrenmitglied ernannt. Vorsitzender Harald Thelen (von links), Schatzmeister Reiner Müller, Vize-Vorsitzende Trixi Haseleu und Geschäftsführerin Jutta Söns überreichten die Urkunde. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Löstige Bröder“ zogen Bilanz

Minus gemacht: Künftig kein Narrentreiben mehr an Weiberdonnerstag in der Kaller Bürgerhalle – Abstimmung: Frauen dürfen Mitglied bei den Rotröcken werden – Mini-Prinzengarde entsteht – Das Karnevals-„Urgestein“ Willi Hermanns ist jetzt Ehrenmitglied

Kall - Gute aber auch schlechte Nachrichten gab es bei der Jahreshauptversammlung des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“. Erfreulich verlief die Abstimmung, nach der künftig auch Frauen in die Riege der Rotröcke aufgenommen werden dürfen. Eine positive Entwicklung zeigt auch die anstehende Gründung der Mini-Prinzengarde. Die schlechte Nachricht: Aufgrund der geringen Resonanz soll die Veranstaltung an Weiberdonnerstag in der Bürgerhalle abgeschafft werden.

Im Saal Gier in Kall hielt der Vorstand um den Vorsitzenden Harald Thelen Rückschau auf die vergangene Session. Vor allem Vereinskassierer Reiner Müller hatte „keine schönen Zahlen“ zu verkünden, weil die „Löstige Bröder“ ein Minus von rund 4.000 Euro gemacht hatten. Ein erhebliches Defizit habe neben den Kosten des Karnevalszuges vor allem der schlechte Besuch der Veranstaltung am Weiberdonnerstag in der Bürgerhalle verursacht. Weil der Zulauf bereits seit einigen Jahren ständig rückläufig gewesen sei, wolle man nun auf dieses Narrentreiben an Weiberfastnacht verzichten.

Im Verlauf des Abends kam die Frage auf, ob künftig auch Frauen Mitglieder in der Riege der Rotröcke werden sollten. Die Zeit sei vorbei, dass das nur Männersache sei, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Trixi Haseleu und forderte: „Frauen in den roten Rock“. Nach kurzer Diskussion beschloss die Versammlung bei einer (weiblichen) Gegenstimme, Frauen in die Reihe der Rotröcke aufzunehmen. „Wir suchen noch Männer, die bei den Möhnen mitmachen wollen“, scherzte daraufhin die Möhne, die gegen die Frauen in Rotröcken gestimmt hatte.

Erfreuliches hatte Vorsitzender Harald Thelen zu erzählen: Die „Löstige Bröder“ seien mit dem Aufbau einer von Ralf Sauerbier trainierten Mini-Prinzengarde beschäftigt. Für die Ausstattung der kleinen Gardisten hätten sich Kaller Firmen als großzügige Sponsoren zur Verfügung gestellt.

Der Verein verzeichne allgemein einen großen Zulauf zu den Tanzgarden. Thelen: „Wir haben auch ein neues kleines Tanzpaar und eine neue Showtanzgruppe.“ Großzügig sei auch wieder die Unterstützung der Kaller Bevölkerung gewesen. Reiner Müller berichtete, die traditionelle Haussammlung sei mit einem Ergebnis von über 5.200 Euro abgeschlossen worden.

Eigentlich war zur Jahreshauptversammlung die Wahl eines neuen stellvertretenden Vorsitzenden vorgesehen gewesen, weil die amtierende Vize-Vereinschefin Trixi Haseleu ihr Amt aus beruflichen Gründen abgeben wollte. Weil sich kein Kandidat fand erklärte Haseleu sich bereit, bis zur turnusmäßigen Wahl im nächsten Jahr im Amt zu bleiben.

Für das laufende Jahr sind zwei Termine fest im Veranstaltungskalender eingeplant: Am Sonntag, 19. Juni, möchte der Verein ab 11 Uhr bei der Firma Brucker in Kall ein großes Familienfest mit Kinderunterhaltung feiern. Für Samstag, 17. September, ist eine Fahrt an die Ahr vorgesehen.

Zum Abschluss der Versammlung beschlossen die Anwesenden einstimmig, das Karnevals-Urgestein Willi Hermanns zum Ehrenmitglied zu ernennen. Hermanns ist mit 83 Jahren nicht nur das älteste Mitglied des Vereins, sondern auch als Rotrock noch immer aktiv.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Harry Wegge (2. Vorsitzender, v.l.), Dr. Gerlinde Linne von Berg (Schatzmeisterin), Erwin Müller (Vorsitzender), Kirsten Althoff (Schriftführerin) und Bürgermeister Herbert Radermacher feierten das zehnjährige Bestehen der Kaller Tafel. Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress

Kaller Tafel feierte zehnjähriges Bestehen

Rund 60 Mitglieder helfen – „Frauen für Kall“ gründeten die Tafel – Ehrenamtler sind täglich im Einsatz

 

Kall-Steinfeld – Üblicherweise sorgen die ehrenamtlichen Helfer der Kaller Tafel dafür, dass andere Menschen satt werden. Diesmal genossen sie selbst ein warmes Buffet, das ihnen zum Dank aufgetischt wurde. Denn im Kapitelsaal des Klosters Steinfeld feierten die rund 60 Mitglieder das zehnjährige Bestehen des Vereins.

Dabei zeigte der Vorsitzende Erwin Müller, dass die Helfer eher Menschen der Tat als des Wortes sind. Mit einer knappen Rede bedankte er sich bei den Ehrenamtlern, vergaß aber im Laufe des Abends nicht, Annelore Jubelius, Birgit Kurth, Britta Engels, Cornelia Ranglack, Gerlinde Linne von Berg, Helmut Schmidt, Inge Schröder, Marianne Werner, Monika Quattelbaum, Resi Esch, Roswitha Schmidt, Sigrid Vermöhlen und Petra Kanzler zu erwähnen. Gemeinsam mit Müller sind sie die Mitbegründer des Vereins, die ihn auch heute noch tatkräftig unterstützen.

Die Geschichte der Kaller Tafel ließ Karl Schenk Revue passieren. Initiiert wurde sie vom Verein „Frauen für Kall“. Nach dreimonatiger Vorbereitung hatten die Damen am 2. Mai 2006 zum Infoabend eingeladen. Das Interesse war so groß, dass die Veranstaltung kurzfristig von der Alten Schule in die evangelische Kirche verlegt wurde. 25 Kaller meldeten sich sofort als Helfer. Eine Woche später fand die erste Lebensmittelausgabe statt. Nun erhielten 50 Bedürftige aus Kall, die zuvor von der Mechernicher Tafel versorgt worden waren, ihre Lebensmittel direkt in Kall.

Ehrenamtler der Mechernicher Tafel unterstützten die neuen Kollegen in den ersten Wochen im Ausgaberaum, der von der Caritas eingerichtet worden war. Gleich vier Geschäfte spendeten Lebensmittel. Diese Zahl ist mittlerweile auf 14 angewachsen. Auch die Infrastruktur wuchs. Aus dem kleinen Haushaltskühlschrank von einst sind mittlerweile eine Kühlzelle, eine Gefriertruhe, zwei gewerbliche Kühlschränke und weitere Geräte geworden. Seit 2009 verfügt der Verein über ein eigenes Fahrzeug.

Jeden Werktag sind die Ehrenamtler zwei bis drei Stunden unterwegs. Auf den rund 300 Kilometern, die sie pro Woche zurücklegen, sammeln sie fast zwei Tonnen Lebensmittel. Auch im Ausgaberaum in der Alten Schule sind täglich Helfer aktiv. Die Ausgabe erfolgt jeden Dienstag und Freitag, zwischen 11 und 12.30 Uhr. Seit Mai muss jede Person einen Beitrag von 50 Cent bezahlen. Der Kaller Bürgermeister Herbert Radermacher lobte das Engagement der Tafel: „Logistisch ist das ein anspruchsvolles Unternehmen. In der Wirtschaft kämen sie einem kleinen mittelständischen Unternehmen gleich. Die Ausgabe läuft immer geordnet ab.“ Man dürfe nicht vergessen, dass sich das Klientel seit gut einem Jahr verändert habe. Und nicht nur dieses: Mittlerweile zählen auch zwei Flüchtlinge zu den ehrenamtlichen Helfern.

pp/Agentur ProfiPress


Die ersten Motive zur Verschönerung der Unterführung für Autos hat die Firma „Highlightz“ aus Bonn bereits fertiggestellt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Alte Ansichten neu in Szene gesetzt

Spraykunst: Unterführung an Gemünder Straße neu gestaltet – Historische Motive von der alten Post über die Cigarrenfabrik bis zur „Flitsch“ – Willkommensgruß in mehreren Sprachen

Kall - Bunte Dreiecksformen und alte Ansichten aus Kall sind jetzt das Erste, was Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sehen, wenn sie über die Gemünder Straße in den Ortskern kommen. Spraykünstler der Bonner Firma „Highlightz“ sind gerade dabei, die Unterführung für Autos und den Fußweg in Richtung Sötenich neu zu gestalten. Die Motive – vor allem historische Ansichten des Ortes – wählten sie gemeinsam mit der Kaller „Arbeitsgemeinschaft Graffiti“ und dem Chronisten Hubert Büth aus.

Die Arbeitsgemeinschaft, zu der Mitglieder aller Fraktionen sowie einige engagierte Bürger gehören, traf sich nun noch einmal im Kaller Ratssaal, um dem Entwurf für die Neugestaltung den letzten Feinschliff zu geben. Geplant sind verschiedene Motive, die Hubert Büth bereits in seiner Chronik „Kall im Spiegel der Geschichte“ veröffentlicht hat.

„Zu sehen ist dann zum Beispiel die alte Post mit einer Postkutsche, der Bahnhof mit einer Dampflok und eine Ansicht der „Flitsch“ zur Eröffnung der Strecke Kall-Hellenthal im Jahr 1884“, sagte Alois Poth, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft und ehemaliger Leiter des Kaller Ordnungsamtes. Weitere historische Bilder zeigen das alte Hammerwerk um 1880, die Bleihütte um 1917 und die Cigarrenfabrik um 1920 sowie das ehemalige Hotel Nesgen und die Grundsteinlegung des Rathauses im Jahr 1952.

 

Wirkungsvolle Bilder

 

„Wir haben die Motive so aufgegriffen, dass es auch geografisch passt“, erzählte Stefan Vogt, Künstler und einer der beiden Geschäftsführer der Agentur „Highlightz“. Das Verfahren, mit dem er und sein Team arbeiten, ist einigermaßen kompliziert. Die historischen Motive werden zunächst per Computer in ein Linienraster umgewandelt. Das gerasterte Bild wird daraufhin in eine Folie gestanzt, so dass die Linien per Hand mit einem Skalpell herausgelöst werden können. Das fertige Motiv wird dann auf die Fassade geklebt und mit Acrylfarbe besprüht. „So können wir schnell und wirkungsvoll ein Bild entstehen lassen“, erklärte Stefan Vogt, denn die verschieden dicken und dünnen Linien erscheinen dann wie Schattierungen.

Zusätzlich zu den historischen Ansichten aus Kall sollen an der Unterführung für Autos unterhalb des Fußgängerwegs ein Willkommensgruß zu sehen sein: Zwei Hände und der Schriftzug „Willkommen“.

 

Schutz vor Moos, UV-Strahlen und Schmierfinken

 

Um die Kosten für die Kommune so gering wie möglich zu halten, hat der Bauhof die Säuberung und Vorbereitung der Wandflächen vorgenommen. Wenn die Spraykünstler mit ihrer Arbeit fertig sind, soll der Bauhof außerdem eine Schutzschicht über den Bildern auftragen, die nicht nur vor Moosbefall und UV-Strahlen schützt, sondern mit der auch mögliche Schmierereien leichter entfernt werden können. „Wenn Fassaden schön bemalt sind, werden sie aber häufig nicht mehr beschmiert“, erklärte Stefan Vogt.

Trotzdem waren die ersten fertiggestellten Motive schon wenige Tage später von Unbekannten beschmiert worden. Aus diesem Grund soll es jetzt in diesem Bereich verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt geben.

Vor rund drei Jahren war im Sozialausschuss der Gemeinde Kall die Idee für die Neugestaltung entstanden. Die Unterführung an der Gemünder Straße ist nur der erste Teil des Projektes. In einer weiteren Maßnahme soll auch die Unterführung am Bahnhof verschönert werden.

Unterstützt wird die Aktion auch von Sponsoren aus der Kommune. Auf einer Teilfläche der neu gestalteten Fassade sollen sie später mit Namen oder Logos präsentiert werden.

pp/Agentur ProfiPress


Die Familien von Simone Krämer (vorne links) aus Steinfelderheistert und Christoph Vollmer (vorne rechts) aus Achern im Schwarzwild trafen sich in der Eifel. Rechts Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Die Hilfsgruppe überrascht

Der ehemalige Leukämie-Patient Christoph Vollmer aus dem Schwarzwald kam mit seiner Lebensretterin Simone Krämer aus Steinfelderheistert zum Stammtisch – Willi Greuel hatte den Besuch der beiden Familien in Vollem geheim gehalten

 

Kall/Mechernich – Die Emotionen schlugen hoch, als der Vorsitzende Willi Greuel beim jüngsten Monatsstammtisch der Hilfsgruppe Eifel im Haus Kronenberg in Vollem ganz besondere Gäste begrüßen konnte. Dass es an diesem Abend ein Treffen der Stammzellenspenderin Simone Krämer aus Steinfelderheistert und dem Empfänger Christoph Vollmer aus Achern (Schwarzwald) geben sollte, hatten Willi Greuel und Hilfsgruppen-Sprecher Reiner Züll bis zum Schluss geheim gehalten. Sie hatten lediglich eine Überraschung angekündigt.

Entsprechend gespannt waren die Mitglieder des Kaller Förderkreises zum Stammtisch im Haus Kronenberg in Vollem gekommen. Von einer Überraschung war jedoch nichts zu erkennen. Willi Greuel spulte die Tagesordnung wie gewohnt ab. Er informierte die Mitglieder über Spendeneingänge, über die Finanzlage des Vereins und über die zahlreichen Aktivitäten, die in den nächsten Monaten und im Jubiläumsjahr 2017 vorgesehen sind.

Auffällig war lediglich, dass der Vorsitzende sein Handy vor sich auf dem Tisch liegen hatte und hin und wieder den Saal zum Telefonieren verließ. Greuel zog die Versammlung in die Länge, denn die „Überraschung“ aus dem Schwarzwald steckte auf der Autobahn im Stau fest. Schließlich erreichte Greuel die Nachricht, dass beide Familien kurz vor dem Eintreffen in Vollem waren.

„Wir haben heute Abend besondere Gäste“, teilte Willi Greuel seinen Hilfsgruppen-Freunden mit und stellte die Familien vor. Als er dann die Katze aus dem Sack ließ und berichtete, dass Simone Krämer für den damals leukämiekranken Christoph Vollmer ihre lebensrettenden Stammzellen gespendet hatte, brauste lautstarker Beifall auf.

Obwohl es schon spät am Abend war, erläuterte Willi Greuel Christoph Vollmer, der mit seiner Ehefrau und drei Söhnen angereist war, die Anfänge und die Arbeit der Hilfsgruppe, die bei zehn Typisierungsaktionen über 22.000 potenzielle Spender in die Deutsche Knochenmark Spenderdatei (DKMS) gebracht habe. 313 dieser 22.000 Typisierten aus der Eifel hätten Stammzellen für Patienten in 34 Ländern der Erde gespendet und Leben gerettet. Willi Greuel: „Und wenn es nur einer gewesen wäre, hätte sich unser Einsatz gelohnt“.

Im Saal war es mucksmäuschenstill, als Christoph Vollmer berichtete, wie er im März 2010 als damals 36-Jährige die niederschmetternde Diagnose bekommen hatte, an Leukämie erkrankt zu sein und nur eine Stammzellenübertragung sein Leben retten könne. Der inzwischen geheilte 42-Jährige Familienvater erzählte von seinen Ängsten, der Stammzellenübertragung und der schweren Zeit danach. Er sei Simone Krämer unendlich dankbar.

Sie würde es sofort wiedermachen, berichtete Simone Krämer, die mit ihrem Lebensgefährten Karsten Hufschlag und Sohn Silas nach Vollem gekommen war. Sie hatte sich im Januar 2010 typisieren und in die weltweite Spenderdatei eintragen lassen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass sie schon acht Wochen nach ihrer Typisierung einem todkranken Patienten das Leben retten konnte.

Nach zweijähriger Zeit der vorgeschriebenen Anonymität, in der lediglich ein namenloser Briefkontakt möglich war, bekamen Spender und Empfänger ein Gesicht, so dass es im vergangenen Jahr ein erstes Zusammentreffen im Schwarzwald gab. Daraus ist inzwischen eine große Freundschaft entstanden. Christoph Vollmer: „Wir sind jetzt eine große Familie“.

pp/Agentur ProfiPress


Ein Begegnungscafé speziell für Frauen bietet die Flüchtlingshilfe Kall ab sofort jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr an. Foto: Gemeinde Kall

Begegnungscafé für Frauen

Kall – Herzlich willkommen… very Welcome... Achlan wa sachlan… Ein Begegnungscafé speziell für Frauen bietet die Flüchtlingshilfe Kall ab sofort jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr an. Es findet statt im Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2 in Kall. Eingeladen sind Frauen, die hier nach Kall geflüchtet sind ebenso, wie alle anderen interessierten Frauen. Das Café wird geleitet von der Schevenerin Sajidah Juliane Seaver. Im Anschluss findet im Pfarrheim, wie immer dienstags und donnerstags, die internationale Sprechstunde statt.


„Jemandem Obdach geben bedeutet bedürftigen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben“, sagten David Andermahr und Katharina Blens, vor deren Foto-Idee sich (v.l.) Pater Heinrich Mühlbauer, Willibald Hövel und Alice Toporowsky aufgestellt haben. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Foto-Installationen in Steinfelder Basilika

Schüler des Hermann-Josef-Kollegs beschäftigten sich mit „Werke der Barmherzigkeit“ – Foto-Installationen an Beichtstühlen angebracht und von hinten beleuchtet – Im Mittelpunkt aller Fotos stehen die Hände der Schüler

 

Kall-Steinfeld – Elf Schüler des Steinfelder Hermann-Josef-Kollegs haben sich in einem Foto-Projekt mit den „Werken der Barmherzigkeit“ beschäftigt. Die Schüler aus der Oberstufe (Q 1) haben überlegt, wie die Worte Jesu heute heißen können und dies fotografisch dargestellt.

Im Mittelpunkt der Aktion steht die Barmherzigkeit. Papst Franziskus hat in diesem Jahr das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Als Mitglied der Pfarrgemeinde Steinfeld und langjähriger Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, als Lektor und auch als Messdiener hat Willibald Hövel beim Vorbeigehen an den Reihen der Beichtstühle überlegt, ob man ihnen nicht wieder eine Bedeutung, eine Funktion geben könne.

In der Barockzeit, gegen 1680, durch Hand des Holzbildhauers Michael Pirosson, sind die Beichtstühle entstanden. Auch die gesamte barocke Ausstattung der Basilika, die heute noch den Raum dominiert, geht auf Pirosson zurück. Die große Anzahl der Beichtstühle in der Basilika ist wohl dem großen Pilgerstrom zum Grab des heiligen Hermann-Josef im 17. Jahrhundert geschuldet. Heute steht zur Spendung des Sakraments der Versöhnung das Beichtzimmer im Durchgang unter der Orgel zum Kreuzgang zur Verfügung.

„Die Idee einer Foto-Installation habe ich mit meinem Sohn Roman häufig besprochen“, sagte Willibald Hövel. Dieser ist Fotograf aus Kall. „Uns war immer bewusst, dass bei einer von ihrer Bestimmung abweichenden Nutzung der Beichtstühle eine große Sensibilität sowohl der Thematik als auch der Darstellungsweise gefordert sein würde“, so Willibald Hövel weiter. Als Papst Franziskus aber das Jahr 2016 zum Jahr der göttlichen Barmherzigkeit ankündigte, sei der Entschluss gefallen, dieses Thema bildnerisch anzugehen.

Vater und Sohn Hövel waren sich einig, dass es ein Projekt der jungen Generation sein müsste. Mitstreiter fanden sie im Steinfelder Gymnasium. In mehreren Unterrichtseinheiten wurden die Schüler auf das Thema vorbereitet und damit betraut. Pastoralreferentin Alice Toporowsky, Religionslehrerin Marlis Knoll und Pater Heinrich wirkten mit. „Viele waren beteiligt, viele haben sich begeistern lassen“, sagte Willibald Hövel.

Im Mittelpunkt der Bilder, die bis Jahresende an den Beichtstühlen angebracht bleiben, stehen die Hände der Schüler. „Denn es sind unsere Hände, mit denen wir Menschen helfen, geben, teilen, stützen – oder auch nicht“, so Pastoralreferentin Alice Toporowsky. Entstanden im Fotostudio von Roman Hövel sind sechs Fotos, die in den Beichtstühlen von hinten beleuchtet werden.

Das erste Foto „Ich gebe dir Essen“ zeigt Hände, die nach Reiskörnern greifen. Es soll daran erinnern, dass 795 Millionen Menschen auf der Welt nicht genug zu essen haben. Auf dem zweiten Foto „Ich gebe dir Zuflucht“ bilden Hände ein Dach und erinnern daran, dass weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht und ohne ein Zuhause sind. Auf dem dritten Foto „Ich gebe dir Kleidung“ ist ein Händepaar in rote Handschuhe eingepackt. „Wir wollten die Geste des Teilens verdeutlichen, aber auch das Gefühl von Wärme und Liebe vermitteln, daher haben wir das Motiv mit den Handschuhen und den Händen, die ein Herz formen, gewählt“, erklärten die beiden Schülerinnen Saskia Mäder und Leonie Trösch.

Das dritte Foto „Ich gebe dir Kraft“ zeigt eine Hand, die mit einem Verband umwickelt ist und dem mehrere andere Hände Halt geben. Das Foto soll darauf aufmerksam machen, dass rund zehn Millionen chronisch kranke Menschen in Deutschland leben, nicht mehr arbeiten können und ihre sozialen Kontakte verlieren. Einsamkeit ist die Folge.

Beim fünften Foto „Ich gebe dir Freiheit“ geben sich Hände durch Gitterstäbe die Hand und vereinen sich. Es macht auf die Situation aufmerksam, dass in deutschen Gefängnissen rund 60.000 Strafgefangene sitzen, die aufgrund ihrer Begrenztheit unter Isolation und Einsamkeit leiden. Barmherzigkeit soll an dieser Stelle die Menschen, die in Schwierigkeiten stecken, nicht alleine lassen. Auch jene, die wegen ihrer Verbrechen verurteilt wurden.

Im sechsten Foto „Ich gebe dir Geleit“ beten Hände mit einer Gebetskette. „Wir wollten mit unserer Darstellung die Verbundenheit zwischen Verstorbenen und Angehörigen zum Ausdruck bringen“, erklärten die beiden Schüler Maximilian Hardy und Yannik Wuttke.

In einem Oberstufengottesdienst wurden die Werke vorgestellt. Die Fotos sind bis zum Ende des Jahres in der Basilika ausgestellt. Zu der Aktion gibt es eine Begleitbroschüre, die weitere Hintergründe und Informationen liefert.

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Die Radtouren mit Strecken zwischen 48 und 206 Kilometern Länge führen am Samstag, 28. Mai, auch durch mehrere Ortschaften der Gemeinde Kall. Foto: Ralf Ernst/pp/Agentur ProfiPress

Mit dem Rad „von der Erft zur Urft“

Radtouren „Von der Erft zur Urft“ und „Nordeifel-Radmarathon“ führen am Samstag, 28. Mai, durch Kaller Ortschaften – Strecken zwischen 48 und 206 Kilometer – Start und Ziel an der Euskirchener Jahnhalle

Kreis Euskirchen/Kall - Der Radsportverein (RSV) Euskirchen veranstaltet am Samstag, 28. Mai, seine Radtouren „Von der Erft zur Urft“ und den „Nordeifel-Radmarathon“. Unterschiedliche Strecken führen die Radfahrer unter anderem durch eine Reihe Kaller Ortschaften. Start und Ziel ist die Jahnhalle in Euskirchen, Erftstraße 30.

Zum elften Mal in Folge gehen die Radtouren auf meist verkehrsarmen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen quer durch den Kreis Euskirchen, vom „Eifelvorland“ bis in die Berge an Ahr und Urft. Die verschiedenen Strecken sind je nach Länge und Höhenmetern geeignet für Familien (48 Kilometer, 450 Höhenmeter), Hobbyradfahrer (86 Kilometer, 1.000 Höhenmeter), Amateurfahrer (119 Kilometer, 1.500 Höhenmeter), Ausdauerfahrer (151 Kilometer, 1.900 Höhenmeter) und für alle, die eine besondere Herausforderung suchen (206 Kilometer, 3.400 Höhenmeter).

Im Gemeindegebiet Kall führen die Radtouren durch den Kernort und durch die Ortschaften Golbach, Sötenich, Keldenich und Dottel. Weitere Stationen führen durch die Kommunen Euskirchen, Zülpich, Mechernich, Schleiden, Blankenheim, Dahlem, Nettersheim und Bad Münstereifel. An mehreren Kontrollstellen sollen die Fahrer mit Getränken, Obst und Gebäck versorgt werden.

„Wir hoffen auch in diesem Jahr wieder auf ein großes Interesse und eine hohe Teilnehmerzahl“, sagte RSV-Vizepräsident Markus Ernst. Im vergangenen Jahr waren rund 800 Radfahrer an den Start gegangen. Das Startgeld beträgt in diesem Jahr für die Tour „Von der Erft zur Urft“ zwischen vier und sechs Euro, Jugendliche bis 18 Jahre fahren kostenlos mit. Das Startgeld für den „Nordeifel-Radmarathon“ liegt bei 12 bis 14 Euro. Gestartet wird ab 7 Uhr an der Jahnhalle in Euskirchen. Die Anmeldung erfolgt vor Ort. Genaue Startzeiten der einzelnen Strecken sowie weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.rsv-euskirchen.de.

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Am Büchertisch mit einigen der Werke, die dieses Jahr auf der Lit.Eifel von außergewöhnlichen Autoren an außergewöhnlichen Orten präsentiert werden (von links): Professor Frank Günter Zehnder, die Lit.Eifel-Vorsitzende und Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter, Heimbachs erster Bürger Peter Cremer und der Nettersheimer Verwaltungschef und Lit.Eifel-Geschäftsführer Wilfried Pracht. Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Literatur + Eifel = Lit.Eifel

Gestern Auftaktpressekonferenz in der Kunstakademie Heimbach zum Literaturfestival Lit.Eifel in den Kreisen Euskirchen und Düren, der Städteregion Aachen und dem deutschprachigen Teil des Königreichs Belgien – Professor Frank Günter Zehnder: „Dichtes Programm bis November 2016 mit Lesungen, Workshops, Buchmesse und Schülerprojekten“ – Lit-Eifel-Vorsitzende Margareta Ritter: „Qualität statt Quote“ - Gute, ambitionierte junge Autoren und erfahrene Literaten werden an außergewöhnlichen Orten präsentiert - Eifeler Buchmesse am 19./20. November im Naturzentrum Nettersheim

Heimbach/Eifel – Buchverleger Reinhold Neven Du Mont (Kiepenheuer & Witsch), Dada-Chronistin Ute Bales und Filmsprecher-Star Christian Brückner (Robert de Niro, Robert Redford) waren schon da. Kat Kaufmann und Tanja Kinkel kommen in den nächsten Tagen. Die Lit.Eifel 2016 hat angefangen!.

Bis Jahresende präsentiert das seit drei Jahre etablierte Literaturfestival der Nordeifel große Namen und ambitionierte Nachwuchsautoren bei rund 30 Veranstaltungen in den Kreisen Euskirchen und Düren, der Städteregion Aachen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Gestern stellten die Vorsitzende der Lit.Eifel, Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, sowie Professor Frank-Günter Zehnder und Helmut Lanio vom Programmbeirat Veranstaltungen und Autoren der Lit.Eifel 2016 bei einer Pressekonferenz in der Kunstakademie Heimbach vor. An ihrer Seite waren auch Bürgermeister Wilfried Pracht (Nettersheim), der Geschäftsführer der Lit.Eifel, und Heimbachs erster Bürger Peter Cremer mit von der Partie.

Handverlesene Autoren

Auf der Gästeliste der handverlesenen Autoren stehen diesmal unter anderem Vincent Klink, er liest in Eupen, Wiglaf Droste (Nideggen), Isabel Bogdan (Roetgen), Suleman Taufiq (Monschau), Eva Weissweiler (Hürtgenwald), Norbert Scheuer (Kall), Tatort-Kommissar Gregor Weber (Einruhr), Kabarettist Frank Gossen (Schleiden), Ralf König mit seiner „Pornstory“ (Kettenis) und Bernd Imgrund mit seinem „Haus in der Eifel“ (Höfen).

Auch Peter Wawerzinek (Eupen), Diana Marossek (Heimbach), Ulrich Land (Engelgau), Luna Al Mousli (Steinfeld), Feridun Zaimoglu, Shida Bazyar und der „Club der toten Eifeldichter“ mit Katia Franke, Ralf Kramp und Manfred Lang (Kommern) sind mit von der Partie.

Das Programm ist mit Engagement und Herzblut zusammengestellt worden. Es handelt sich um handverlesene Autoren, die in diesen Tagen auch in den Feuilletons der bedeutenden Tageszeitungen und den Literaturmagazinen des Fernsehens besprochen werden.

„Nicht die Quote ist bei der Lit.Eifel das ausschlaggebende Kriterium, sondern literarische Qualität und das Potential an Zuhörvergnügen“, sagte die Monschauer Bürgermeisterin und Lit.Eifel-Vorsitzende Margareta Ritter.

Überraschungsgast

Bei der Pressekonferenz in der Kunstakademie Heimbach konnte sie auch die erst am Vormittag eingetroffene Nachricht verkünden, dass die Lit.Eifel 2016 von der Jury für würdig befunden worden ist, in den „Rheinischen Kultursommer 2016“ integriert zu werden.

Außerdem deutete die Lit.Eifel-Vorsitzende an, dass man noch einen prominenten Überraschungsgast eingeladen habe, für den, wenn er die Einladung denn annimmt, eigens noch eine weitere Pressekonferenz im fortgeschrittenen Jahr 2016 einberufen werden solle.

Margareta Ritter ist froh über die weitere Förderung der vor drei Jahren als Leader-Projekt aus der Taufe gehobenen Lit.Eifel für die Jahre 2016, 2017 und 2018: „Dafür gebührt unser Dank der Anteilsfinanzierung aus der Regionalen Kulturförderung des Landes NRW.“ Aus Düsseldorf kommen jährlich jeweils 40.000 Euro, weitere 40.000 Euro Eigenanteil per anno steuern Kreise, Städteregion, 15 Eifelkommunen und die Deutschsprachige Gemeinschaft bei.

Energieunternehmen flankieren die Lit.Eifel 2016 als Sponsoren, eine ganze Reihe bedeutender Verlage, Zeitungshäuser und Sender unterstützt das ganzjährige Nordeifeler Literaturfest einmal mehr als Medienpartner. Margareta Ritter zu den zahlreich erschienen Zeitungs- und Rundfunkvertretern: „Es ist ganz großartig und ich freue mich, dass die Medien die Lit.Eifel lieben!“

Die Mischung mache es, sagte Professor Frank Günter Zehnder zum Programm 2016: Lesungen, Literatur-Workshops, Schülerseminare und die Eifeler Buchmesse. Einen der thematischen Schwerpunkte bilden in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik vorderorientalische Handlungsspielräume unter anderem bei Luna Al Mousli, Feridun Zaimoglu, Suleman Taufiq und Shido Bazyar.

Aber auch Besonderheiten der Sprache bilden einen Schwerpunkt wie der bei Eva Weissweiler thematisierte Dadaismus, die Comicsprache Ralf Königs, die Gedichte Wiglaf Drostes („Wasabi Dir nur getan?“) oder das Szenedeutsch in Diana Marosseks „Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?“.

Schreibseminare und Workshops

Weitere Schwerpunkte, so Professor Zehnder, seien Schreibseminare und Workshops für Jugendliche und Erwachsene, insgesamt sechs an der Zahl. Einen eigenen Fokus besitze der „Club der toten Eifeldichter“, dieses Jahr in Kommern, in dem WDR-Moderatorin Katia Franke und die Autoren Ralf Kramp und Manfred Lang längst verblichenen Eifelschriftstellern Gehör verschaffen.

Das Mischkonzept hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und war auch diesmal der Anspruch, dem sich alle Verantwortlichen der Lit.Eifel verpflichtet fühlten. Wilfried Pracht, Geschäftsführer der Lit.Eifel, erklärte bei der Pressekonferenz: „Schon die ersten Veranstaltungen des Jahres haben die Literaturfreunde begeistert. Das lässt auch auf großen Zuspruch für das weitere Programm hoffen.“

Margareta Ritter: „In 15 Eifelkommunen (Heimbach, Hürtgenwald, Nideggen, Bad Münstereifel, Euskirchen, Hellenthal, Kall, Mechernich, Nettersheim, Schleiden, Weilerswist, Roetgen, Simmerath, Stolberg und Monschau) und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens werden wir wirklich originelle und außergewöhnliche Lesungen, Schreibwerkstätten und die Eifeler Buchmesse präsentieren.“ Pracht: „In der Eifel werden großartige Geschichten erzählt.“

Die Eifel sei ein literarisches Land, sagte die Lit.Eifel-Vorsitzende Margareta Ritter: „Das ist Kontext im deutschsprachigen Raum. Hier spielen nicht nur Bücher und Geschichten, hier wird die Literatur auch gepflegt und verehrt. Nicht nur, aber vor allem auch bei der Lit.Eifel.“

Geschäftsführer Pracht: „Mich freut besonders, dass wir für Kinder und Jugendliche wieder Schreibwerkstätten anbieten und den Eifeler Jugendliteraturpreis zum dritten Mal ausloben.“ Er freut sich besonders auf Gespräche mit Autoren und Verlagen auf der Eifeler Buchmesse.

Bei der Lit.Eifel 2016 versprechen insgesamt 30 Veranstaltungen Interessantes und Spannendes, Lustiges und auch Skurriles. Zum Beispiel von Wiglaf Droste, dem ehemaligen Star-Kolumnisten der „taz“ und Redakteur des Satiremagazins „Titanic“. Er wird am Dienstag, 26. Juli, im Burgenmuseum Nideggen mit Auszügen aus seinem Buch „Wasabi dir nur getan?“ erwartet.

Alles unter www.lit-eifel.de

In ihrem neuen Buch „Kommst du Bahnhof oder hast du Auto“ zeigt die Soziolinguistin Diana Marossek überraschende neue und veränderte Seiten der deutschen Umgangssprache. „Kurzdeutsch“ bedeutet die Verknappung der Sprache. Und das Erstaunliche ist: „Leute jeden Alters und aus allen Schichten reden so – keineswegs ausschließlich »coole Jugendliche« und erst recht nicht nur solche mit Migrationshintergrund“, schreibt Diana Marossek. Ihre Lesung findet am Freitag, 1. Juli, in der Kunstakademie in Heimbach statt.

Ralf König liest bei der Lit.Eifel zum ersten Mal aus seinem aktuellen Buch „Pornstory“. Seinen Durchbruch hatte der Autor und Comic-Zeichner im Jahr1987 mit dem Werk: „Der bewegte Mann“, der als Comic wie auch als Film ein großes Publikum eroberte. König erhielt nicht nur zahlreiche Preise und Auszeichnungen, seine Comics wurden auch in 18 Sprachen übersetzt.

In Zeiten, in denen Millionen syrischer Flüchtlinge die gefährliche Flucht nach Europa antreten, lässt die 1990 in Damaskus geborene und aufgewachsene Grafikerin und Autorin Luna Al Mousli ihr Publikum teilhaben an den Erinnerungen an ihre friedliche Kindheit vor dem Bürgerkrieg (Donnerstag, 6. Oktober, Schülerkapelle Kloster Steinfeld).

Sie erinnert sich an Orte, die nicht mehr existieren, und an Menschen, die nicht mehr sind, wo sie einmal waren. Auch ihre Familie ist über die Welt verstreut. worden. Das komplette Programm und Tickets gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de

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Die Organisatoren der 4. Green Ireland Night: Von links: Rene Koder, Andreas Bellgardt, Heike Huber und Andre Ruzek. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Vierte „Green Ireland Night“

Theaterverein verspricht ein tolles Programm – Erlös ist für den Erhalt des Bürgerhauses bestimmt - Folk-AG des Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg wirkt mit – Musik und kulinarische Genüsse von der grünen Insel - Zivile Preise und freier Eintritt

 

Kall/Rinnen – Alles dreht sich um die musikalischen und kulinarischen Genüsse der grünen Insel Irland, wenn am Samstag, 16. Juni, ab 20 Uhr im Bürgerhaus in Rinnen die vierte „Green Ireland Night“ stattfindet. Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen auf Hochtouren, denn nach bescheidenen Anfängen vor vier Jahren hat sich die Veranstaltung zu einem Kult-Ereignis entwickelt, das immer mehr Besucher anlockt.

„Ein tolles Programm, zivile Preise und freier Eintritt“, lautet das Erfolgsrezept des Theatervereins Rinnen, der vor vier Jahren die Idee hatte, eine derartige Veranstaltung in ihrer Theaterkneipe neben dem Bürgerhaus zu organisieren. In den ersten zwei Jahren kamen ausschließlich Vereinsmitglieder und deren Anhänger zur irischen Nacht, im vergangenen Jahr fand sie erstmals als öffentliche Veranstaltung statt - mit einem Riesenerfolg.

Für die Hauptorganisatoren um Andreas Bellgardt, Andre Ruzek, Heike Huber und dem Ehepaar Rene und Astrid Koder stand die Veranstaltung der nunmehr vierten irischen Nacht außer Zweifel. Und auch in diesem Jahr ist der Erlös für den Erhalt des Bürgerhauses in Rinnen bestimmt, dessen Bewirtschaftung der Theaterverein „Einigkeit“ vor zwei Jahren übernommen hat.

Längst reicht der Platz in der Theaterkneipe für die vielen Gäste nicht mehr aus, so dass auch in diesem Jahr das komplette Bürgerhaus in einen Pub verwandelt wird, in dem die irischen Nationalfarben Grün, Weiß und Orange das Bild bestimmen.

Vor dem Bürgerhaus wird es eine kulinarische Meile geben, auf der sowohl die regionale Küche als auch kulinarische Genüsse der grünen Insel angeboten werden. Nicht fehlen wird auch das „Irish Stew“ (irisch: Stobhach Gaelach), ein traditionelles irisches Eintopfgericht, das hauptsächlich aus Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie besteht.

Mit von der Partie ist auch die Kult-Crepérie „Krosse Krabbe“, die mit Crepés-Variationen und süßem Whiskey für einen zusätzlichen Gaumenschmaus sorgen wird, so Mitorganisator Andre Ruzek. Der Durst wird an dem Abend gelöscht mit „Whiskeys and Beer“: Zwei irische Biersorten in Pint-Gläsern, ein deutsches Bier und traditionelle irische Whiskeysorten werden im Bürgerhaus Pub-Atmosphäre schaffen.

Wie schon im vergangenen Jahr wirkt die Formation „An Claddagh Dubh“ von der Folk-AG des Steinfelder Hermann-Josef Kollegs unter Leitung von Gerd Weimbs mit irischen Weisen in Rinnen mit. Die Eifeler Gruppe „Folk and Fun“ erzählt in ihren Liedern vom Leben der Iren in vergangenen Zeiten sowie der Gegenwart. Seit über zehn Jahren begeistern Petra Sprenger, Alessandra Steffen, Manuel Depryck und Hubert Jost als „Fun and Folk“ die Eifeler Fans irischer Musik.

Erstmals in Rinnen dabei ist das Ensemble „Scottish Country Dance Rheinbach“, das traditionelle Tänze zeigt, die von schottischen und irischen Klängen begleitet werden.

Einlass zur 4. Green Ireland Night am 18. Juni ist um 19 Uhr. Dankbar sind die Mitglieder des Theatervereins Rinnen dafür, dass alle Akteure des Abends auf eine feste Gage verzichten und quasi für eine „Hut-Gage“ auftreten, damit ein stattlicher Betrag für die Erhaltung des Bürgerhauses erzielt werden kann. „Wir versprechen unseren Gästen ein tolles Abendprogramm“, so Mitorganisator Andre Ruzek.

pp/Agentur ProfiPress


18 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren sind froh, nach ihrer Flucht eine Bleibe in der Urfter DRK-Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gefunden zu haben. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Junge Flüchtlinge in guten Händen

DRK-Kreisverband stellte Einrichtung in Urft vor - Großes Interesse seitens der Bevölkerung – Bürgermeister Radermacher attestiert Bürgern große Toleranz

Kall-Uft – Halb Urft schien auf den Beinen zu sein, um einen Blick in das ehemalige Schullandheim des Aachener Rhein-Maas-Gymnasiums am Sonnenweg zu werfen. Dort betreut das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen seit dem 1. April bis zu 22 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Derzeit sind in dem Haus 18 Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren untergebracht, wo sie auf das Leben in der neuen Heimat vorbereitet werden.

Die um 1912 erbaute Villa, die nach ihrer jahrzehntelangen Nutzung als Schullandheim einige Jahre leer stand, war bei der Anmietung durch das DRK bereits renoviert, denn im Vorfeld interessierten sich verschiedene Investoren für das Gebäude. Unter anderem gab es in der Vergangenheit Pläne, dort ein Biker-Hotel zu eröffnen.

Nun leben vorübergehend Erfan aus Afghanistan, Tajnabi aus Pakistan und 16 weitere Jugendliche, die außerdem aus Syrien, Iran und Bangladesch alleine nach Deutschland geflohen sind, in der Einrichtung. Wie Benedikt Hörter vom Kreisjugendamt informierte, gibt es derzeit insgesamt 85 jugendliche Flüchtlinge im Kreis Euskirchen, 45 von ihnen wurden von Gastfamilien aufgenommen. „Wir sind dem DRK-Kreisverband für die Erstaufnahmestation in Urft sehr dankbar“, sagte Hörter beim „Tag der offenen Tür“. Vom 1. Juni an wird das Rote Kreuz zusätzlich in Gemünd eine Einrichtung mit acht Plätzen in einem ehemaligen Hotel in Gemünd betreiben.

Wie Kerstin Brandhoff, Leiterin der Stabsstelle „Flüchtlingshilfe“ beim DRK-Kreisverband, betonte, lege man bei der Betreuung der Jugendlichen großen Wert auf klare Regeln und einen strukturierten Tagesablauf mit sinnvoller Beschäftigung in Sprachkursen und beim Sport. Eine Kooperation mit den Sportfreunden 69 Marmagen bestehe bereits, eine Zusammenarbeit mit Kaller Vereinen sowie der DRK-Wasserwacht wird ebenfalls angestrebt.

Ein Team von pädagogischen Fachkräften kümmert sich rund um die Uhr um die Bewohner. Tagsüber betreuen vier Rotkreuz-Mitarbeiter sowie zwei Deutschlehrer die jungen Männer, nachts sind mindestens zwei Betreuer anwesend. Geleitet wird die Einrichtung von Rotkreuz-Mitarbeiter Carsten Klopfer.

Angesichts des Ansturms beim „Tag der offenen Tür“ war Kerstin Brandhoff ebenso überrascht wie erfreut: „Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet.“ Zu den Gästen zählten auch Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und sein Allgemeiner Vertreter Michael Heller sowie Rainer Zimmermann, kommissarischer Leiter des Urfter Hermann-Josef-Hauses, der nach guter alter Sitte den neuen Nachbarn Brot und Salz mitgebracht hatte.

Positiv bewertete auch Benedikt Hörter vom Kreisjugendamt das Interesse der Urfter Bevölkerung: „Der persönliche Kontakt bewirkt mehr als die Nachrichten in der Tagesschau.“ Herbert Radermacher zeigte sich optimistisch, dass das Miteinander der Bürger mit den geflohenen jungen Menschen funktioniert. „Die Urfter sind dafür tolerant genug“, sagte der Bürgermeister in Bezug auf das Hermann-Josef-Haus und seine jungen Bewohner sowie die Akzeptanz seitens der Bürger.

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Auch Vizebürgermeister Uwe Schubinski (links) und Ortsvorsteher Guido Keutgen (rechts neben Hötjong Lukas Müller) gratulierten dem Königspaar. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Auf der Straße Walzer getanzt

Das Kaller Maigeloog pflegt einen alten Brauch – 200 Paare ausgerufen – Tobias Kügler und Ulrike Hilger wurden als Königspaar gefeiert – Vize-Bürgermeister und Ortsvorsteher gratulierten

 

Kall - Der Wettergott hatte es in den letzten Tagen vor dem ersten Mai mit dem Kaller Maigeloog nicht gut gemeint. Regen und Kälte begleiteten die Vorbereitungen der Junggesellen auf dem Maiplatz am Hallenbad. Und auch beim Ausrufen der rund 200 Maipaare am Vorabend des Maifeiertages vom Felsen an der Gemünder Straße aus regnete es zeitweise. Doch die Jungen ließen sich nicht verdrießen und zogen ihr Programm eisern durch. Infolge des schlechten Wetters hielt sich der Besuch am Maifeuer allerdings in Grenzen.

Schon seit Februar hatte sich das Geloog damit beschäftigt, auf einer geheimen Liste die Maipaare zusammenzustellen, die am Vorabend des Maifeiertages vom Felsen an der Gemünder Straße ausgerufen werden. Dieses „Verkuppeln“ von Kaller Mädchen ab 16 Jahren und Kaller Jungen ab 18 Jahren ist ein über 100 Jahre alter Brauch in Kall. Rund 200 Paare, so Hötjong Lukas Müller, hatte das Geloog nach wochenlangen Recherchen und geheimen Sitzungen hinter verschlossener Tür im Vereinslokal Gier zusammengestellt.

Bereits eine Woche vor dem Maifest hatten die Junggesellen ihre Zelte auf dem Maiplatz aufgeschlagen und einen stattlichen Maibaum aus dem Keldenicher Forst geholt.

Auf dem Maiplatz konnte jeder Kaller Junggeselle noch seinen Wunsch äußeren, mit welcher Herzdame er gern auf der Mailiste stehen würde. Gegen einen Kasten Bier ist das Geloog dann gerne bereit, derartige Wünsche zu erfüllen und die Mailiste zu ändern. Hötjong Lukas Müller: „Die Bestechlichkeit des Geloogs hat eine genau so lange Tradition wie der Maibrauch selbst.“

Am Sonntag, 24. April, um 18 Uhr fand die traditionelle Maimesse in der Pfarrkirche statt. Ab Montag stand dann das Schlagen von Maibäumen für die Maimädchen der Geloogsjungen, das Schmücken und Aufstellen des Dorfmaibaumes sowie Änderungen der Mailiste auf dem Programm.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war der große Umzug mit dem Königspaar Tobias Kügler und Ulrike Hilger am Sonntag. Zwei Kaltblüter zogen die Kutsche, mit der der Maikönig am Mittag unter Begleitung der Kaller Musikkapelle und aller Maipaare zum Haus der Königin an der Aachener Straße gefahren wurde. In der Nacht hatte das Geloog dort einen großen Maibaum aufgestellt.

Mit einem prächtigen Blumenstrauß bat Tobias Kügler seine Auserwählte zum Maiwalzer auf der Straße. Ortsvorsteher Guido Keutgen und Vize-Bürgermeister Uwe Schubinski gratulierten dem Königspaar. Sie bedankten sich aber auch beim Maigeloog, das den über 100 Jahre alten Brauch aufrecht erhält.

Nach einem kurzen Umtrunk setzte sich der Umzug durch den Ort in Bewegung. Ziel war die Gaststätte Gier, wo beim abschließenden Maiball mit DJ Fritz kräftig weitergefeiert wurde.

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Der neue Vorstand des KSC mit den Beisitzern. Von links: Ernst Schneiders, Ferdi Reger, Ralph Drehsen, Vize-Vorsitzender Jürgen Drehsen, Vorsitzender Wolfgang Kirfel, Kassierer Manfred Jaax, Geschäftsführerin Katja Piana und Uwe Schubinski. Auf dem Foto fehlen die Beisitzer Peter Berbuir und Gerd Jansen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Neue Vereinsspitze beim KSC

Wolfgang Kirfel ist nun Vorsitzender – Jürgen Drehsen zum Stellvertreter gewählt – Die beiden Handballer sollen den Traditionsverein wieder in ruhiges Fahrwasser führen – Der Fußball soll nicht zu kurz kommen – Bitte um Unterstützung

 

Kall - Im März vergangenen Jahres wählte der Kaller Sportclub (KSC) mit dem Vorsitzenden Wolfgang Arens und dessen Stellvertreter Dieter Hermanns eine neue Vereinsspitze. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den Sportclub, der in den letzten Jahren stets mit personellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Jetzt, 13 Monate später, steht der Verein nicht nur ohne Seniorenmannschaft da, er stand auch wieder vor der Neuwahl eines neuen Vorsitzenden und dessen Stellvertreters.

Denn bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im Saal Gier Mitte April hatten Wolfgang Arens und Dieter Hermanns ihre Rücktritte erklärt. Die Rücktritte hätten nichts mit der Fußballkrise zu tun, versicherten Arens und Hermanns, sondern es seien private und berufliche Gründe, die erst nach der Wahl im vergangenen Jahr eingetreten seien.

Nach der außerordentlichen Sitzung am 29. April kann der KSC nun wieder auf einen funktionsfähigen Vorstand verweisen. Bei der Versammlung im Saal Gier wurden Wolfgang Kirfel zum ersten und Jürgen Drehsen zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Ihnen zur Seite stehen weiterhin Geschäftsführerin Katja Piana und Kassierer Manfred Jaax.

Die Versammlungsleitung bei der Wahl übernahm der 84-jährige Ehrenvorsitzende Ernst Schneiders, der bis 2003 selbst Vorsitzender des Vereins war. Seitdem habe er sechs Vorstandswahlen beim KSC geleitet, der seit einiger Zeit in einer tiefen Krise stecke. Schneiders bedauerte den Rücktritt der beiden Vorsitzenden nach nur einem Jahr. Er bedankte sich bei Katja Piana und Manfred Jaax, die trotz der Krise bei der Stange geblieben seien.

Die Wahlen verliefen reibungslos und einstimmig. „Ich wünsche Euch viel Glück und hoffe, dass ihr dem Verein länger als ein Jahr zur Verfügung steht“, sagte Ehrenvorsitzender Schneiders.

Im Vorfeld der Wahl hatten Kirfel und Drehsen sich um Kandidaten für einen Beirat bemüht, mit dem die Vorstandsarbeit auf breitere Füße gestellt werden solle. Peter Berbuir, Ferdi Reger, Ernst Schneiders, Uwe Schubinski, Ralph Drehsen und Gerd Jansen wurden von der Versammlung in den Beirat gewählt.

In seiner „Regierungserklärung“ versprach Vereinschef Wolfgang Kirfel, dass er sich bemühen werde „ordentliche Arbeit abzuliefern“. Dazu gehöre auch das Bemühen, wieder eine Seniorenmannschaft auf die Beine zu stellen. Der neue Vorstand widersprach Thesen, dass es sich bei der kürzlich vom Spielbetrieb abgemeldeten Bezirksliga-Mannschaft um eine „Söldnertruppe“ gehandelt habe, die nur zum Abkassieren gespielt habe. Man habe jetzt den ehemaligen Seniorenspielern Gespräche angeboten. Einige Ehemalige hätten Bereitschaft signalisiert, wieder in Kall zu spielen. Der Vorstand arbeite mit Volldampf daran, einen Kader von 15 Spielern zu mobilisieren. Kirfel: „In einigen Wochen wissen wir mehr.“

Wie ein roter Faden zog sich der Ruf nach mehr Unterstützung in der Vereinsarbeit durch Kirfels Antrittsrede. „Wir müssen versuchen, uns so breit aufzustellen, dass das Engagement für den KSC keine große Belastung für jeden Einzelnen darstellt.“ Er rief die Kaller auf, sich ehrenamtlich für den Sportverein zu engagieren.

Vize-Bürgermeister Uwe Schubinski zeigte sich „erfreut und dankbar“, dass eine neue Vorstandsspitze das Ruder übernommen habe und den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser steuere.

Die Tatsache, dass beide neuen Vorsitzenden Mitglieder der KSC-Handballabteilung sind, ließ die Sorge aufkommen, dass sich der Schwerpunkt der Arbeit auf den Handballsport konzentriere. Dem widersprach Wolfgang Kirfel: „Der Fußball wird nicht zu kurz kommen.“ Er sei in früheren Jahren selbst aktiver Fußballer im KSC gewesen.

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In der „Sommer-Akademie“ im Kloster Steinfeld können die Künstlerinnen sich ganz auf ihre Werke konzentrieren. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Bildung, Kultur und Erholung im Kloster Steinfeld

Aktuelles Programm der Sommer-Akademie im Kloster Steinfeld – Kurse in Malerei, Fotografie und Bildhauerei in den Sommerferien – Seit Jahrhunderten Zentrum für Bildung, Spiritualität, Kunst und Kultur – In idyllischer Lage ein Ort der Ruhe und Muße

Kall-Steinfeld – Auch in diesem Jahr bietet die Akademie Kloster Steinfeld mit der „Sommer-Akademie“ von Montag, 18. Juli, bis Sonntag, 21. August, wieder ein umfangreiches und anspruchsvolles Programm für Künstler und Interessierte.

Das Programm startet gleich zu Beginn der Sommerferien mit dem Kurs „Freie Malerei und/ oder Zeichnen mit Naturstudium, Objekt und Perspektive“ mit Martin Külbs von Montag bis Samstag, 18. bis 23. Juli. Zeitgleich können Interessierte auch an dem „Radierkurs mit Alles“ teilnehmen, einem Seminar für Einsteiger und Fortgeschrittene mit Eckhard Froeschlin. Von Samstag bis Donnerstag, 25. bis 30. Juli, wird es laut im beschaulichen Steinfeld: „Bildhauerei mit der Kettensäge“ vermittelt Rendel Freude den Teilnehmern seines Kurses.

Wesentlich ruhiger wird es wahrscheinlich beim „Arbeiten mit Fotografie“ bei Eusebius Wirdeier von Samstag bis Freitag, 25. bis 31. Juli, zugehen. „Freies experimentelles Malen“ bietet Prof. Dr. Qi Yang an. Der Kurs findet von Samstag, 25. Juli, bis Mittwoch, 3. August, statt. „Bildhauern in Stein“ können Interessierte von Montag bis Samstag, 8. bis 13. August, mit Titus Reinarz. Den Abschluss bildet dann von Montag bis Sonntag, 15. bis 21. August, das „Naturstudium - Malerei und Zeichnung in und mit der Natur“, veranstaltet von Susanne Teupe.

Die Akademie Steinfeld wurde 1992 auf Initiative des Nettersheimer Ehepaares Heide-Hanne und Prof. Dr. Karl Heinz Clemens gemeinsam mit Pater Pankratius Kebekus SDS, dem damaligen Superior des Klosters, gegründet. Im historischen Klostergebäude befinden sich heute großzügige Ateliers, Werkstätten und Seminarräume. Seit September 2015 ergänzen 64 neue, komfortable Gästezimmer im ehemaligen Internat das Angebot. So stehen nun insgesamt 120 Zimmer zur Verfügung.

Alle Veranstaltungen und nähere Informationen unter www.kloster-steinfeld.de/Veranstaltungen.

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Seine vielfachen Blutspender ehrte der DRK-Ortsverein Kall bei einer Versammlung in Urft. Foto: Franz Küpper/pp/Agentur ProfiPress

Blutspenden sind unersetzlich

Der DRK-Ortsverein Kall ehrte vielfache Blutspender

Kall-Urft – Mit den Worten „Es wird jetzt immer blutiger“ kündigte Karl Peter Schumacher, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Kall, die Ehrung verdienter Blutspender an. „Ohne Ihre Spende wären viele Menschen vielleicht nicht mehr am Leben“, brachte er in seiner kurzen, aber prägnanten Ansprache das Engagement der treuen Blutspender auf den Punkt.

Schumacher, selbst Arzt, erinnerte sich bei der Rotkreuz-Versammlung im Urfter Hof Weckmann an seine beruflichen Anfänge im Krankenhaus. „Ich denke an eine Frau, die mit 38 Messerstichen in die Notaufnahme eingeliefert wurde. Ohne Blutkonserven hätte sie nicht überlebt.“ Doch Schumacher erwähnte auch, dass nicht nur in der Notfallmedizin Blutkonserven gebraucht werden. „Auch in der modernen Krebstherapie wird Fremdblut benötigt.“

Der Kaller DRK-Chef ermunterte die Dauerspender, weiterhin zu den Blutspendeterminen zu gehen. „Es ist nicht abzusehen, dass Blut künstlich hergestellt werden kann, weil es aus vielen Stoffen besteht, die die Wissenschaft teilweise noch vor Rätsel stellt.“ Zusammen mit den Kaller Blutspende-Beauftragten Elfi Spilles und Marlene Kruff ehrte Schumacher Blutspender, die bereits 25 Mal und öfter zum freiwilligen Aderlass angetreten waren.

Eine Ehrennadel für 25-maliges Spenden erhielten Sandra Blum, Florian Herbrich, Marc Kreuzberg, Judith Raths, Thomas Rau, Christian Schallenberg, Bernd Schroe und Sabine Weiß.

Schon mindestens 50 Mal ihr Blut gespendet haben Marita und Ulrich Eßer, Wilfried Linden, Egon Mertens, Pierre Schmitz, Dieter Völler und Stefanie Weiler. 75 Mal zum Aderlass gingen Eduard Hergarten, Michael Lemkamp, Günther Lünebach und Franz Josef Mertens. 100-fache Blutspender sind Richard Cremer, Karl Heinz Geschwind, Gertrud Reder und Guido Wiesen. Spitzenreiter waren Manfred Damen und Herbert Rühr, die es 125 Blutspenden bringen.

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Viele freiwillige Helfer waren im Einsatz, wenn die Tschernobyl-Kinder in der Eifel ihre Erholungsferien verbrachten. Das Bild entstand im Sommer 1998 in Urft. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur Profipress

„Mit Tschernobyl fing alles an“

Die Reaktorkatastrophe vor 30 Jahren ist Ursprung der Hilfsgruppe Eifel – Vorsitzender Willi Greuel erinnert sich an die Anfänge

 

Mechernich/Kall – Der 26. April 1986, der Tag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, Synonym für Schrecken, Leid und Tod, veränderte auch das Leben des Lückerathers Willi Greuel. Kurz nach der Explosion des Reaktors, nahm die Hilfsgruppe Eifel ihre Arbeit auf.

Willi Greuel hat mit Helmut Lanio und anderen im Raum Kall/Mechernich nach der Tschernobyl-Katastrophe die „Hilfsgruppe Eifel“ gegründet – zunächst, um krebskranken Kindern aus der Ukraine unbeschwerte Eifelferien zu ermöglichen. Ein Kind aus einer der ersten Reisegruppe, Alonka, änderte alles.

„Wir beschlossen spontan, ihr nicht nur die Ferien zu ermöglichen, sondern ihre Krebstherapie zu finanzieren und dafür Geld zu sammeln“, so Willi Greuel und Helmut Lanio: „Ohne das bewusst zu planen, haben wir mit Alonka dem Schicksal ein Gesicht gegeben!“ Die Eifeler nahmen starken Anteil und spendeten in einem Umfang, wie man es bis dahin im früher bettelarmen „Preußisch-Sibirien“ nicht für möglich gehalten hätte.

Das ist bis heute so. Alonka ist trotz allen Bemühungen gestorben, aber an ihrer Stelle hat die Hilfsgruppe Eifel seither Hunderten anderer junger Krebs- und Leukämiepatienten helfen können. Lanio sagte in einem Interview mit der KirchenZeitung für das Bistum Aachen: „Immer geht es um konkrete Menschen und um konkretes Leben.“ Heute vergibt die Hilfsgruppe Eifel mit Sitzen in Kall und Mechernich zwischen 300.000 und 350.000 Euro Spenden – im Jahr.

„Mit Alonka bekam das Schicksal ein Gesicht“

Die Gruppe um Lanio und Willi Greuel hat 25.000 Menschen zur Typisierung als Knochenmarkspender für Leukämiekranke animiert. Die KirchenZeitung schreibt: „Von diesen potenziellen Spendern aus der Eifel sind mittlerweile fast 300 zum Einsatz gekommen, um einem anderen Menschen irgendwo auf dem Erdball das Leben zu retten.“

Der Redakteur Michael Schwarz und der Journalist Tom Steinicke erinnern jetzt zum Jahrestag der ausschlaggebenden Tschernobyl-Katastrophe in der „Kölnischen Rundschau“ und im „Kölner Stadt-Anzeiger“ an die Anfänge der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämieerkrankte Kinder, deren erster Vorsitzender und unermüdlicher Motor Willi Greuel ist.

5,7 Millionen Euro haben die Akteure bislang gesammelt. 25 000 Menschen aus der Region haben sich nach Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe Eifel in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eingetragen.

„Holen Sie Kinder aus Tschernobyl in die Eifel“

Im Gespräch mit Michael Schwarz erinnert sich Willi Greuel an die Anfänge. Er, seine Frau Kati und einige Freunde haben Geld gesammelt, das sie Professor Udo Bode, dem damaligen Leiter der Bonner Kinderkrebsklinik, zur Verfügung stellen wollen. Doch der Professor hatte eine bessere Idee. Er ist zu der Zeit gerade von einem Kongress in Minsk zurückgekehrt, auf dem über die Folgen der Reaktorkatastrophe beraten worden ist. „Holen Sie mit dem Geld Kinder in die Eifel“, rät Bode dem in Mechernich-Lückerath lebenden und in Kall arbeitenden Willi Greuel.

Bei der ersten von acht Ferienaktionen werden 79 Kinder aus dem Grenzgebiet Ukraine/Weißrussland eingeflogen. In den acht Folgejahren betreut die Hilfsgruppe immer wieder Kinder in der Eifel – insgesamt rund 1000. Einige kommen mehrmals. Darunter auch Alonka. An ihrem Schicksal nehmen die Menschen im Kreis Euskirchen ab 1992 großen Anteil. „Es war zu sehen, dass es Alonka nicht gut ging. Sie schwächelte“, erinnert sich Greuel. Diese laienhafte Wahrnehmung findet kurz darauf eine medizinisch-fundierte Bestätigung. Die Hilfsgruppe beschließt, Alonka die Krebstherapie zu finanzieren und dafür Geld zu sammeln.

Doch Alonka stirbt an den Folgen eines Infektes. „Mit solch traurigen Momenten werden die Helfer aus der Eifel mehrmals konfrontiert, Resignation kommt für sie aber nicht in Frage“, schreibt Michael Schwarz. Greuel reist drei Mal in die Gegend von Mogilev, unter anderem um dem von der Hilfsgruppe finanzierten Bau eines Schulheims in einem nicht verseuchten Gebiet beizuwohnen. „Wir haben Baumaterialien hingebracht. Bauarbeiter aus dem Ruhrgebiet haben das Heim gebaut. Es wird heute noch genutzt.“

„Wenn Du Hilfe brauchst, dann packen 150 Leute mit an“

Die Eindrücke, die er mitbringt, sind gemischt. Fürchterlich seien die Zustände für die Menschen dort. „Doch die Kontakte zu ihnen waren sehr beeindruckend.“ Durch Vermittlung des deutschen Botschaftsarztes Dr. Martin Friedrichs, dem Bruder des verstorbenen Tagesthemen-Moderators Hanns-Joachim Friedrichs, bringt die Hilfsgruppe Medikamente in die Region. Die Aktionen der Eifeler werden immer größer: Oldie-Rocknächte, Disco-, Folklore-Veranstaltungen, Rockkonzerte, Volksmusikabende und Prominenten-Fußballspiele werden für die Hilfsgruppe und ihre Schutzbefohlenen veranstaltet.

„Es ist toll, wie die Menschen in der Region unsere Arbeit unterstützen“, lobt Greuel. Rund 25 Menschen zählt der 71-Jährige zum harten Kern der Hilfsgruppe: „Doch wenn man Hilfe braucht, etwa für die Oldie-Nacht, findet man ganz schnell 150 Leute, die mit anpacken.“ Auch wenn Tschernobyl 30 Jahre her ist, die Hilfsgruppe werde auch weiterhin gebraucht. „Wir haben viele junge Menschen, die bei uns mitmachen“, freut sich Willi Greuel. Das mache Mut.

Spinaternte auf den Felder drohte vernichtet zu werden

Im Atomkraftwerk von Tschernobyl kam es am 26. April 1986 zum bis dahin schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Zwei Explosionen zerstörten einen der vier Reaktorblöcke und schleuderten radioaktives Material in die Atmosphäre, das weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine verseuchte. Die radioaktive Wolke zog bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap.

Russland schwieg zunächst über den „größten anzunehmenden Unfall“ (= GAU), erhöhte radioaktive Werte aus Nord-Skandinavien machten Europa schließlich darauf aufmerksam, dass es irgendwo im Osten einen Super-GAU gegeben haben musste. Die radioaktive Wolke ging auch über Deutschland hinweg. Die Mitte der Bundesrepublik und mit ihr der Kreis Euskirchen kamen noch einigermaßen glimpflich davon. Die Hauptwindrichtung war an den Tagen nach der Katstrophe zwar Ostwind, aber die Hauptluftströmung traf Norddeutschland und Bayern.

Aber auch im Kreis Euskirchen wurden rasch erhöhte radioaktive Werte gemessen. Das Kreisveterinäramt warnte vor dem Verzehr von Pilzen – auf den Spinatfeldern bei Euskirchen und Weilerswist bangte die Erzeugergenossenschaft um die vorsorglich beschlagnahmte Ernte.

Viele Bürger können sich noch genau an den Unglückstag und die folgenden Tage und Wochen erinnern. Nicht wenige verfielen angesichts der sich überschlagenden und zunächst sehr widersprüchlichen Medienberichte in Panik. Not-Käufe insbesondere von Milch und Babynahrung waren an der Tagesordnung.

Landwirt Franz-Josef Keus aus Mechernich-Obergartzem erinnerte sich jetzt im Interview mit Tom Steinicke noch gut, weil er damals bei der Mechernicher Feuerwehr aktiv war: „Wir verfügten schon über einen ABC-Zug. Daher hatten wir bereits ein wenig Einblick in die Strahlenmaterie. Als die Gefahr dann plötzlich real war, war es schon ein komisches Gefühl.“

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Rund um das Thema Lesen und den aktuellen Welttagsroman drehten sich die Aktionen der Fünftklässler beim Welttag des Buches im Hermann-Josef-Kolleg. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Die Lust am Lesen wecken

Am Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld hat der Welttag des Buches Tradition – Leseförderung wird dort generell großgeschrieben

Kall-Steinfeld – Alle 78 Fünftklässler des Hermann-Josef-Kollegs (HJK) in Steinfeld bekamen ein Buch geschenkt. Anlass war der Welttag des Buches und die damit einhergehende Aktion „Ich schenk Dir eine Geschichte“. An dieser bundesweiten Aktion zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen beteiligt sich auch das HJK schon seit vielen Jahren. Unterstützt wird das Gymnasium im Kloster Steinfeld dabei von der Kaller Buchhandlung Pavlik.

Die Bühne in der Aula hatten Thomas und Kirsten Pavlik passend zum „Feiertag des Lesens“ dekoriert. Außerdem hatten sie eine ausreichende Anzahl des diesjährigen Welttagsbuches mitgebracht, damit keines der Kinder leer ausging. Doch einfach so gab es die Lektüre nicht. Mit den drei Fünferklassen am HJK hatten die Deutschlehrerinnen Diana Hoch, Linda Frings und Christina Amornvuttkul Beiträge einstudiert, die in der Aula vorgetragen wurden.

Die Kinder der 5c hatten beispielsweise ihre eigenen Geschichten geschrieben, inspiriert vom diesjährigen Aktionsplakat. „Vorspielen statt vorlesen“ lautete hingegen die Devise bei den Schülern der 5b, die Szenen aus dem Buch aufführten. Die Klasse 5a schließlich las dann Passagen aus dem Welttagsbuch vor. Die Kinder- und Jugendbuchautorin Annette Langen, die mit ihren „Hase Felix“-Büchern bekannt wurde, hat den spannenden Roman „Im Bann des Tornados“ eigens für den Welttag des Buches geschrieben. Außerdem gibt es in dem Buch die Geschichte um den Jungen Noah, der aufregende Sommerferien in Oklahoma erlebt, zusätzlich auch als Graphic Novel.

„Damit ist das Buch auch für Flüchtlingskinder in Integrationsklassen geeignet“, erklärt Lehrer Marcus Michels, der am HJK die Leseförderung koordiniert, die Schulbücherei betreut und auch den Welttag des Buches organisiert hat. Die Leseförderung hält er gerade in Zeiten elektronischer Medien für wichtig. Michels: „Das Lesen fördert den Zugang zur eigenen Phantasiewelt ebenso wie zum Wissen. Die Lust am Lesen zu wecken wird aber immer schwerer.“ Der Entwicklung tritt das HJK seit langem mit einer konsequenten Leseförderung entgegen, zu der neben der Teilnahme am Welttag des Buches und am bundesweiten Vorlesetag auch das Projekt „Zeitschriften in die Schulen“ gehört.

„Lesen ist schön, und deshalb gibt es einen Tag im Jahr, an dem das Lesen gefeiert wird“, erklärte Buchhändler Thomas Pavlik den Hintergrund der gemeinsamen Aktion des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen. Er berichtete den Schülern auch von einer „schönen Tradition“ in Katalonien: Dort schenkt man sich nämlich am 23. April, sowohl Datum des Weltbuchtages als auch Festtag zu Ehren des heiligen Georg, Bücher. Gesponsert wird der Welttag von der Deutschen Post, dem ZDF und dem cbj-Verlag, mit deren Unterstützung bundesweit fast eine Million Bücher an Viert- und Fünftklässler verschenkt werden.

Mit einem Quiz rund um den Welttagsroman und einer Sofortverlosung von Buchpreisen für alle drei Schulklassen endete am HJK der „Feiertag des Lesens“. Außerdem können sich die Schüler an einem bundesweiten Preisausschreiben beteiligen, für das am 23. Mai Einsendeschluss ist und bei dem als Hauptpreis ein Klassenausflug in ein Fernsehstudio in der Bavaria-Filmstadt bei München zu gewinnen ist.

pp/Agentur ProfiPress


Bürgermeister Rudolf Westerburg und Christian Lebeau unterzeichneten den Vertrag für die Ausrichtung des internationalen Radrennens „Triptyque Ardennais“ (am Tisch). An der Feierstunde nahmen auch teil (oben, v.l.): Klaus Reiferscheid von der VR-Bank Nordeifel eG, Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, Ignaz Halmes von der Rennleitung „Triptyque Ardennais“, Dahlems Bürgermeister Jan Lembach und Wolfgang Müller von der e-regio. Foto: Gemeinde Hellenthal/pp/Agentur ProfiPress

Radklassiker kommt in die Region

Hellenthal beteiligt sich erstmals an Ausrichtung der hochkarätigen Radsportveranstaltung „Triptyque Ardennais“ – Eine Etappe führt auch durchs Kaller Gemeindegebiet – Ehrenamtliche Streckenposten können sich melden

Kall/Hellenthal – „Da ich selbst begeisterter Radsportler bin, freue ich mich natürlich, dass ein solcher Radklassiker in die Region kommt“, kommentiert Bürgermeister Herbert Radermacher den Vertrag, den sein Hellenthaler Kollege Rudolf Westerburg jetzt unterschrieben hat: Die Gemeinde Hellenthal beteiligt sich an der Ausrichtung des Halbprofi-Radklassikers „Triptyque Ardennais“, der in diesem Jahr bereits zum 50. Mal stattfindet. Los geht‘s am Samstag, 21. Mai, um 10 Uhr in der Kölner Straße in Hellenthal, mit rund 200 Teilnehmern rechnen die Veranstalter. Die erste, rund 50 Kilometer lange Etappe wird die Sportler auch durchs Kaller Gemeindegebiet führen, und zwar konkret durch Benenberg.

Damit die Sportler sich – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 Stundenkilometern – ganz aufs Radfahren konzentrieren können, soll unter anderem je eine Motorradstaffel der deutschen wie belgischen Polizei auf der Strecken im Einsatz sein, rund 160 ehrenamtliche Streckenposten sollen für die Verkehrssicherung an Kreuzungen und Einmündungen sowie einen reibungslosen Ablauf sorgen. Freiwillige, die zum Gelingen des Radrennens beitragen möchten, können sich als Streckenposten melden bei Bürgermeister Westerburgs Stellvertreter Wilfried Knips, Tel. 024 82/ 85- 110, Email geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

Die erste Halbtagesetappe des Rennens, das Ignaz Halmes von der Rennleitung als „Tour de France im Kleinen“ bezeichnete, führt von Hellenthal aus nach Blumenthal, Kammerwald, Reifferscheid, Wiesen, Manscheid, Benenberg, Hecken, Kreuzberg, Oberschömbach, Schmidtheim, Neuhaus, Rescheid, Hönningen, und wieder zurück über Kammerwald und Blumenthal nach Hellenthal mit Durchfahrt durch Hellenthal und Anstieg in Richtung Schöneseiffen bis zum Ziel nach Höfen.

Die betroffenen Straßen werden für den Verkehr gesperrt, aber nach der Durchfahrt der Radsportler möglichst schnell wieder freigegeben. Für Benenberg ist die Sperrung von 10 bis 10.20 Uhr vorgesehen. Auch die Buslinie 829 ist betroffen: Die vom Bahnhof Kall um 9.30 Uhr und 10.30 Uhr startenden Busverbindungen enden in Schleiden. Die vom Bahnhof Hellenthal in Richtung Kall um 10 Uhr und 11 Uhr gemäß Plan vorgesehenen Busverbindungen starten um 10.08 Uhr und 11.08 Uhr ab Schleiden.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde, an der auch Bürgermeister Herbert Radermacher teilnahm, unterschrieben Rudolf Westerburg und Christian Lebeau von der Rennleitung den Kooperationsvertrag, Er gilt zunächst für drei Jahre. In diesem Jahr wird das Rennen in Hellenthal starten, im nächsten durch Hellenthal führen und 2018 dort enden. Die Gemeinde beteiligt sich finanziell mit 3000 Euro im Jahr, für die die VR-Bank Nordeifel eG und die „e-regio“ (früher Regionalgas) als Sponsoren gewonnen werden konnten.

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Der „Club der alten Säcke“ des Löschzuges Kall nahmen Unterbrandmeister Klaus Homberger (2.v.l.) als neues Mitglied auf. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Neuer „Alter Sack“ im Löschzug

Unterbrandmeister Klaus Homberger wurde aus dem aktiven Feuerwehrdienst verabschiedet – Ehrungen und Beförderungen beim Kameradschaftsabend – Gemeinde-Wehrleiter Harald Heinen für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet

 

Kall - Mit dem Zitat „Ein alter Sack zu sein ist ehrenvoll und etwas Schönes“ beendete der 83-jährige ehemalige Oberbrandmeister Willi Hermanns im Kaller Feuerwehrgerätehaus seine Laudatio auf das neue Clubmitglied Klaus Homberger. Nach Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze schied Homberger aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus und wurde bei einem Kameradschaftsabend des Löschzugs Kall in die Ehrenabteilung aufgenommen. Die wird seit nunmehr 24 Jahren in Kall offiziell als „Club der alten Säcke“ bezeichnet.

 

Im Verlauf des Kameradschaftsabends verabschiedeten Gemeinde-Wehrleiter Harald Heinen und Bürgermeister Herbert Radermacher den Unterbrandmeister Klaus Homberger aus dem aktiven Feuerwehrdienst. Homberger erreicht in Kürze die gesetzliche Altersgrenze von 60 Jahren. Aus gesundheitlichen Gründen verzichtet er auf die mögliche Dienstzeitverlängerung. Als Dank der Gemeinde Kall überreichte Radermacher dem scheidenden Unterbrandmeister eine Armbanduhr.

 

Dann folgte die offizielle Aufnahme Hombergers in den „Club der alten Säcke“ durch die Feuerwehr-Veteranen um Willi Hermanns (83) und Rainer Esch (84). Nach Verlesen der Laudatio überreichten Hermanns und Esch dem neuen „alten Sack“ die blaue Schärpe, ein kleines Jutesäckchen für die Uniform, die Aufnahmeurkunde und ein Autokennzeichen „EU - AS 60“.

 

Beim Festabend im Gerätehaus hatten die Löschzug-Mitglieder gleich mehrere Gründe zum Feiern. Es galt, einige Aktive zu befördern und zu ehren. Harald Heinen, Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kall, nahm den Festakt zum Anlass, zahlreichen jungen Feuerwehrmitgliedern die Zeugnisse zu überreichen, die die erfolgreiche Teilnahme an diversen Lehrgängen und Weiterbildungen bescheinigten.

 

Den Truppmann-1-Lehrgang bestanden haben die jungen Wehrmitglieder Bastian Pütz, Timotheus Weiher, Lukas Müller, Christian Wirtz, Pascal Trapp, Tobias Kügler, Michael Thelen und Andreas Lang. Die Befähigung zum Atemschutzgeräteträger erlangten Jonathan Klinkhammer, Timotheus Weiher und Lukas Müller. Einen Sprechfunker-Lehrgang absolvierten Lukas Müller und Timotheus Weiher mit Erfolg.

 

Simon Schröder bestand den Truppführer-Lehrgang. Rene Jerratsch

absolvierte eine Truppführer-Fortbildung erfolgreich. Gute Noten beim Lehrgang „Atemschutzeinsatz der Zukunft“ bekamen Sven Reger, Hubertus Friedrichs, Werner Lang und Thomas Golüke. Eine Heiß-Ausbildung in der Brandsimulationsanlage des Kreises Düren in Stockheim bestanden Simon Schröder, Andreas Höger, Jonathan Klinkhammer, Sven Reger, Lukas Müller und Timotheus Weiher.

 

Bürgermeister Herbert Radermacher bedankte sich bei den Mitgliedern des Löschzuges für die ehrenamtlichen Tätigkeiten, die oft weit über den normalen Feuerwehrdienst hinweg reichten. Radermacher erinnerte in diesem Zusammenhang unter anderem an die Unterstützung der Feuerwehr bei der Flüchtlingshilfe sowie an die vielen Stunden Freizeit, die die Löschzugmitglieder für die Besuche von Lehrgängen und Schulungen opferten.

 

Eine Überraschung wurde auch Wehrleiter Harald Heinen zuteil. Ihm überreichte Löschzugführer Thomas Golüke die Ehrennadel und eine Ehrenurkunde, mit der der Verband der Feuerwehren NRW die 40-jährige Feuerwehrmitgliedschaft von Gemeindebrandinspektor Heinen würdigt.

 

Entsprechend der Laufbahnverordnung und erfolgreich absolvierten Lehrgängen sprach Wehrleiter Harald Heinen Beförderungen aus. Löschzugführer Thomas Golüke wurde zum Brandoberinspektor befördert und Simon Schröder zum Unterbrandmeister. Zu Feuerwehrmännern ernannte Heinen die Kameraden Lukas Müller, Timotheus Weiher, Christian Wirtz, Pascal Trapp, Tobias Kügler und Moritz Wirtz.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Eine Spende von 350 Euro übergaben Frank Strotkötter, Lutz Schaar und Rainer Hass (von links) von der Schevener KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“ an die Vertreterinnen der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Karnevalisten-Spende für Hilfsgruppe

Überraschung beim Stammtisch – Die Schevener „Jecke vom Hahnebömsche“ feierten Jubiläum und verzichteten auf Gastgeschenke – Big Bands der Bundeswehr gibt im Januar 2017 gleich zwei Konzerte für die Kaller Kinderkrebshilfe

 

Mechernich/Kall-Scheven – Mit einer Spende von 350 Euro überraschte die Schevener Karnevalsgesellschaft „Die Jecke vom Hahnebömsche“ die Mitglieder der Hilfsgruppe Eifel. Mit seinem Vorstandskollegen Frank Strotkötter und Rainer Hass war KG-Vorsitzender Lutz Schaar zur monatlichen Sitzung der Hilfsgruppe im Haus Kronenberg in Vollem erschienen. Das Geld sei bei der Standquartier-Eröffnung der Karnevals-Ringgemeinschaft „Altkreis Schleiden“ zusammen gekommen, berichtete Lutz Schaar.

„Es ist immer wieder beeindruckend, dass Vereine uns das Geld spenden, das sie eigentlich auch selbst gut brauchen könnten“, bedankte sich Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel bei den Schevener Karnevalisten. Die Hilfsgruppe sei allerdings auch weiterhin auf Spenden angewiesen, weil die Aufgaben immer größer würden.

Wie der Vorsitzende berichtete, seien in den ersten drei Monaten des Jahres rund 80.000 Euro an Spenden eingegangen. Im gleichen Zeitraum habe man allerdings Ausgaben von 101.000 Euro zu leisten gehabt, so dass man auf die Rücklage habe zugreifen müssen. Grund zur Sorge bestehe dennoch nicht, weil das Spendenaufkommen in den ersten Monate des Jahres traditionell schwächer als in den folgenden Monaten.

Greuel nannte in der Sitzung zwei Großveranstaltungen, die die Hilfsgruppe schon jetzt beschäftigen. Nach dem großen Konzert-Erfolg der Bundeswehr-Bigband im Dezember letzten Jahres in Vogelsang, wird die Bigband im Januar 2017 wieder im Kulturkino in Vogelsang konzertieren – und das gleich an zwei Abenden, nämlich am 26. und 27. Januar.

Und auch das Programm für die 20. Mechernicher Oldienacht am 1. April 2017 sei unter Dach und Fach, so Greuel. Mit Smokie, Harpo, Pussycat, Mam, Mit 18, Rox Busters, etc. werde es ein Top-Programm geben. Auch Joe-Cocker-Double Dee Arthur James, der Abräumer der diesjährigen Oldienacht, sei wieder dabei.

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Etwa 500 Kröten suchten sich im Biotop am Kaller Tierheim einen Laichplatz. Foto: Markus Schmitz-Bongard/pp/Agentur ProfiPress

Hunderte Kröten im Kaller Biotop

Rund 500 Erdkröten kamen für die Paarung zum Biotop am Kaller Tierheim – Laichplatz geschützt vor Fressfeinden – Tierschutzverein Kall und Umgebung rechnet mit Tausenden Baby-Kröten

Kall - Da war auf einmal viel los im Kaller Tierheim: Kröten so weit das Auge reichte. Das Biotop am Tierheim dient seit einigen Jahren immer mehr Kröten als Laichplatz. „Ich schätze, in diesem Frühjahr waren es etwa 500 – vor allem Erdkröten“, erzählt Markus Schmitz-Bongard, Vorsitzender im Tierschutzverein Kall und Umgebung.

Vor fünf Jahren wurde das Biotop am Tierheim Kall angelegt. Schon ein Jahr später kamen die ersten Kröten, um sich in dem geschützten Raum zu paaren. „Unser Biotop ist eingezäunt, deshalb ist es für Fressfeinde wie den Fischreiher kaum zu erreichen“, sagt Markus Schmitz-Bongard.

Auch in diesem Frühjahr kamen die Tiere alle innerhalb von wenigen Tagen zu ihrem Laichplatz – fast so als hätten sie sich verabredet. Zur Paarung klammern sich die Männchen auf dem Rücken der größeren Weibchen fest. So tummelten sich die Erdkröten im Wasser und auf der Rasenfläche. „Wir haben sogar Warnschilder aufgestellt, damit Besucher nicht aus Versehen auf die Kröten treten“, so der Vorsitzende des Tierschutzvereins.

 

Biotop bietet Schutz und Nahrung

 

In dem Biotop am Kaller Tierheim finden die Kröten nicht nur Schutz, sondern auch Nahrung. „Wir lassen alles so, wie es ist und mähen zum Beispiel auch nicht den Rasen“, erzählt Markus Schmitz-Bongard. So wolle man den Tieren Freiflächen geben, auf denen sie sich wohlfühlen – denn die Lebensräume würden schließlich immer kleiner.

Es dauert einige Zeit, bis aus dem Laich die Kaulquappen schlüpfen. „Wenn sie dann im Wasser herumwuseln bilden sie richtige schwarze Teppiche“, beschreibt der Tierschutzvereins-Vorsitzende. Die Kaulquappen entwickeln sich dann zu lungenatmenden Kröten und gehen ungefähr gleichzeitig an Land. Etwa fingernagelgroß hüpfen sie dann zu Tausenden durch das Gras und verschwinden nach und nach in den Wiesen rund um das Tierheim. Aber zur Laichzeit kommen sie alle wieder an den Ort ihrer Geburt zurück.

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Die Urfter Rotkreuz-Einrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge lädt für Freitag, 29. April, ab 16 Uhr ein zu einem Tag der offenen Tür. Archivbild: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Tag der offenen Tür in Urft

Rotkreuz-Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellt sich vor am Freitag, 29. April, ab 16 Uhr – Alle Anwohner und Interessenten herzlich willkommen

Kall-Urft – Anfang April hat im ehemaligen Urfter Schullandheim, Sonnenweg 2, eine Rotkreuz-Einrichtung den Betrieb aufgenommen, die sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmert. Jetzt lädt das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen alle Anwohner und Interessierte ein zu einem Tag der offenen Tür am Freitag, 29. April, ab 16 Uhr. „Wir möchten Ihnen unsere Arbeit, das Team, die Jugendlichen und das Konzept vorstellen“, so Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Klöcker. Auch zwei Mitarbeiter des für die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge zuständigen Jugendamtes des Kreises Euskirchen werden vor Ort sein. „Wir hoffen, dass möglichst viele Urfter vorbeikommen und sich selbst ein Bild machen“, so Klöcker, „dann können wir auch auf alle Fragen eingehen, die es vielleicht noch gibt.

In der Urfter Einrichtung leben derzeit 18 minderjährige männliche Flüchtlinge, insgesamt gibt es 22 Plätze. Die jungen Menschen werden rund um die Uhr betreut.

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Die freiwilligen Reinigungstrupps starteten an den Bürgerhäusern in Dottel und Wallenthal (Foto) sowie am Schevener Sportplatz, wo man sich nach getaner Arbeit auch zu einem gemeinsamen Mittagessen traf. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Müllaktion“ zeigt Wirkung

Rund 50 Freiwillige bei Säuberungsaktion in Dottel, Scheven und Wallenthal – Weniger Müll als in den Vorjahren

Kall-Dottel, Scheven, Wallenthal – Über 50 Freiwillige aus Dottel, Scheven und Wallenthal, darunter rund 20 Kinder und Jugendliche, haben dieses Jahr an der jährlichen Müllsammelaktion der drei Kaller Ortschaften teilgenommen. „Die Schevener führen diese Aktion bereits seit vielen Jahren durch, seit 2015 gibt es eine gemeinsamen Aktion mit Dottel und Wallenthal“, berichtet der Schevener Ortsvorsteher Hans Reiff.

Die freiwilligen Reinigungstrupps starteten an den Bürgerhäusern in Dottel und Wallenthal sowie am Schevener Sportplatz, wo man sich nach getaner Arbeit auch zu einem gemeinsamen Mittagessen traf. „Die Aktion zeigt Wirkung“, so Hans Reiff, „dieses Jahr haben wir deutlich weniger Müll gesammelt als in der Vergangenheit.“ Zwar gebe es noch einen mehr belasteten Bereich und vereinzelt mal einen Reifen – ansonsten könne man aber scherzhaft sagen: „Uns geht der Müll aus.“ Ein befriedigendes Ergebnis, stellte Reiff fest, berichtete aber auch, dass man seit dem vergangenen Jahr immer mehr wild entsorgte Kühlschränke in der Landschaft finde. So seien in den letzten acht Monaten sechs Kühlschränke eingesammelt worden, die vor allem am Glascontainer in Dottel und an der Brücke über die Bahn in Scheven gefunden wurden.

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Die Schevener Grünkolonne, hier (von rechts) Hermann-Josef Cremer, Hans Reiff, Hans Jubelius, Karl-Wilhelm Schneider und Helmut Hoffmann, kann mehr als nur „grün“. Über die Sanierung des Wartehäuschens freut sich auch DB-Streckenwart Andreas Hayer (3. von rechts). Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Drei Projekte und „1000 Kleinigkeiten“

Engagement zur Dorfverschönerung: Ehrenamts-Truppe hat unter anderem Wartehäuschen am Schevener Bahnhof saniert

 

Kall-Scheven – Lange waren Wartende am Schevener Bahnhof in Richtung Kall Wind und Wetter ausgesetzt. Zwar gab es ein kleines Wartehäuschen, das aber war völlig heruntergekommen, die Fenster zerbrochen, der Boden verdreckt und als „Ersatztoilette“ missbraucht. „Hier war quasi gar nichts mehr und es zog wie Hechtsuppe“, fasst Ortsvorsteher Hans Reiff zusammen.

 

Jetzt kann die Schevener „Grünkolonne“, eine Ehrenamtsgruppe um Hans Reiff, bei einem Ortstermin mit DB-Streckenbetreuer Andreas Hayer ein völlig anderes Bild präsentieren. Der Boden ist frisch gefliest, die Wände wurden abgeschliffen, neu verputzt und gestrichen. Ein Wandelement aus Glasbausteinen wurde repariert, Licht strömt dadurch ebenso wie durch die neu eingesetzten Fenster. „Das ist eine klasse Aktion“, freut sich Andreas Hayer, der auch die gute Zusammenarbeit mit den Schevenern lobt. Die Deutsche Bahn stellte das nahezu komplette Material zur Verfügung, die Grünkolonne ihre Arbeitskraft.

 

„Alles begann mit einer Befragung der Dorfgemeinschaft vor einigen Jahren“, berichtet Hans Reiff. Damals hatte Hermann-Josef Cremer vom Schevener Heidehof auf die Frage, wie er sich mehr Engagement im Dorf vorstellen könnte, geantwortet: „Was wir bräuchten, wäre eine Grünkolonne.“ Vor zwei Jahren griff Ortsvorsteher Reiff die Idee auf, und heute gehören neben ihm und Cremer sechs weitere Schevener zur „Stammbesetzung“ der Grünkolonne: Arnold Bergheim, Engelbert Hahn, Helmut Hoffmann, Hans Jubelius, Karl-Josef Klinkhammer und Karl-Wilhelm Schneider. Die Gruppe trifft sich offiziell alle 14 Tage, aber: „Das ist die Theorie“, so Hans Reiff, „tatsächlich gibt es zwischendurch immer mehrere kleinere Einsätze, immer wieder auch unterstützt von weiteren Schevenern.“

 

So kümmere sich die Grünkolonne um „1000 Kleinigkeiten“, habe aber auch drei größere Projekte umgesetzt, die nahezu abgeschlossen sind. Zum einen wurde das heimliche „Wahrzeichen“ der Schevener, das „Hahnebömsche“ wieder auf Vordermann gebracht. Der Bereich um das „Hahnenbäumchen“ nebst Bank wurde frei geschnitten, junge Eichen, die sich selbst gesetzt hatten, wurden entfernt. Stattdessen haben die Ehrenamtler 100 Ginsterpflanzen eingesetzt. Nach dem „Hahnebömsche“, so Hans Reiff, sei übrigens auch die ortsansässige Karnevalsgesellschaft „Die Jecke vom Hahnebömsche“ benannt. Der Name war im Rahmen eines Wettbewerbs gefunden worden, bei dem der Vorschlag des Scheveners Thomas Peters das Rennen machte.

 

Ein weiteres Projekt der ehrenamtlichen Dorfverschönerer war das kleine Wäldchen am Sportplatz, das nun für Spaziergänger wieder begehbar ist: „Wir haben die Wege frei geschnitten, Fallholz gesammelt, Bänke und Treppen repariert sowie Kies aufgefüllt“, so Reiff. Die Grünkolonne bleibt dort auch weiter aktiv und hält alles in Schuss.

 

Drittes größeres Projekt schließlich ist das Wartehäuschen, das für den Ort auch eine Art Aushängeschild ist. Hans Reiff: „Es erzählt auch ein Stück Schevener Siedlungsgeschichte.“ Der Bahnhof sei für das 530-Seelen-Dorf von großer Bedeutung, gerade auch, was den Zuzug von Neubürgern betreffe: „Wir haben mehr Nachfrage nach Immobilien, als wir befriedigen können.“ Probleme mit Leerstand gebe es also in Scheven nicht.

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Zum nächsten Begegnungscafé lädt die Flüchtlingshilfe Kall ein am Freitag, 15. April, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Archivfoto: Alice Gemp-fer/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 15. April, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet statt am Freitag, 15. April, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und die ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe sich vernetzen können.

Alle Termine sowie weitere Infos zur Flüchtlingshilfe Kall sind auch im Internet unter www.fluechtlingshilfe-kall.de abrufbar. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe unterstützen möchte, kann sich per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik melden.

pp/Agentur ProfiPress


Bei der ersten Eifeler Schocker-Meisterschaft in Kall kämpften 40 Würfelartisten im Saal Gier um Punkte und Pokale. Am 14. Oktober findet an gleicher Stelle die zweite Meisterschaft statt. Foto. Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kall war „geschockt“

Kommerner Schocker-Meisterschaft erfuhr in Kall mit 40 „Würfelartisten“ Neuauflage – Bürgermeister Herbert Radermacher eröffnete Würfel-Turnier - Künftig geht es um „Luischen“-Cup

 

Kall - „Geschockt“ werde er hin und wieder vom Gemeinderat, aber das Kneipen-Würfelspiel „Schocken“ kenne er noch nicht, bekannte Bürgermeister Herbert Radermacher, als er im Saal Gier die erste Kaller Schocker-Meisterschaft um den Preis der Gaststätte Gier eröffnete. 40 „Würfelartisten“ nahmen an diesem Turnier teil, das künftig zweimal jährlich im März und Oktober stattfinden wird.

 

Der im September gegründete Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier will der Gaststätte, die vergangenes Jahr von der Schließung bedroht war, mit dieser beliebten Würfelveranstaltung weiteres Leben einhauchen. Initiator der Kaller Meisterschaft ist der Schriftführer des Kneipenvereins, Reiner Züll, der von 1993 bis 2013 in Kommern 37 Schocker-Meisterschaften um den „Farmers Cup“ in Kommern organisiert und geleitet hat.

 

Jetzt, zweieinhalb Jahre nach der letzten Eifel-Meisterschaft in Kommern, erlebte die Kommerner Kultveranstaltung in Kall eine Wiedergeburt nach Maß. Zum Auftakt der Meisterschaft um den Preis der Gaststätte Gier waren mit 40 Teilnehmern alle zehn Spieltische ausgebucht. Auch „Würfelartisten“ aus der Gemeinde Kall kamen die Teilnehmer aus den Stadtgebieten Zülpich, Schleiden und Mechernich. Bis nach Mitternacht tanzten die Würfel über die Spieltische.

 

Bei der Eröffnung hob Bürgermeister Herbert Radermacher das große Engagement des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier hervor, der mit solchen gesellschaftlichen Veranstaltungen neues Leben in die historische Gaststätte bringe. Die Unterstützung der Gemeinde bei der Übernahme der denkmalgeschützten Gaststätte durch den Verein habe sich gelohnt.

 

Das Turnier ging nach den alten Kommerner Regeln über drei Serien mit je 15 Spielen. Nach jedem Durchgang wurde die Besetzung der Spieltische neu ausgelost. Vier Stunden lang tanzten die Würfel im Kaller „Schockertempel“ auf den Tischplatten. Verbissen kämpften die Protagonisten um „Schock aus“, Straßen oder „Drei Deutsche“. Für jeden „Schock aus“ (Drei Einsen) gab es zwei Sonderpunkte. Auch Vize-Bürgermeister Uwe Schubinski und Ortsvorsteher Guido Keutgen „schockten“ eifrig mit.

 

Sieger der neuen Meisterschaft in Kall wurde am Ende Wolfgang Schüller aus Kommern, der im Jahr 2000 beim 16. Turnier in die Kommerner Meisterschaft eingestiegen war und der bei den folgenden 21 Veranstaltungen um den „Farmers Cup“ nur selten gefehlt hatte. Gewinnen konnte er den Cup in Kommern allerdings nie. Umso deutlicher fiel jetzt der Sieg des Kommerner Rentners aus, der mit dem Zug zum Turnier nach Kall gekommen war. Er erzielte mit 174 Punkten einen Wert, der nur selten erreicht wird.

 

Auch die Plätze zwei und drei gingen mit Uwe Reifferscheid (157 Punkte) aus Vollem und Harry Stümper (153 Punkte) aus Kallmuth an Schockerfreunde aus der Stadt Mechernich. Als beste Schockerin gewann Renate Schüler aus Kall den Damenpokal. Schock-Aus-Königin wurde Michaela Härtel aus Zülpich-Ülpenich.

 

Der Preis um die Gaststätte Gier ist jedoch im Herbst schon wieder Geschichte und bekommt einen neuen Namen: Dann nämlich, am Freitag, 14. Oktober, geht es bei der zweiten Auflage der Eifel-Schocker-Meisterschaft im Saal Gier erstmals neben den üblichen Siegerpokalen um den „Luischen-Cup“.

 

Damit will der Kneipenverein an die Kultwirtin Luise Gier erinnern. Die hatte seit ihrem 14. Lebensjahr fast sieben Jahrzehnte lang Gäste im Haus Gier bewirtet, ehe sie den Betrieb 1983 im Alter von 84 Jahren nach einem Treppensturz aufgeben musste. Luise Gier starb 1985 wenige Tage vor Weihnachten im Alter von 86 Jahren.

 

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Der Saal Gier war bis auf den letzten Platz besetzt. Das sei für ihn ein Zeichen, dass sich die Menschen in der Region Sorgen machen, so Referent Jörg Schellenberg. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Protest gegen Atomkraftwerke

Kaller Aktions-Team sammelt Unterschriften – Bürger fordern Stilllegung grenznaher Reaktoren Tihange und Doel in Belgien – Saal Gier beim Info-Abend voll besetzt

 

Kall - Auch in Kall wird der Protest gegen den Weiterbetrieb der beiden maroden belgischen Atomkraftwerke (AKW) Tihange 2 (T2) und Doel 3 (D3) immer lauter. Nachdem kürzlich die Städteregion Aachen eine Klage gegen die belgische Atomaufsicht eingereicht hat, fand jetzt in Kall neben einer Postkartenaktion auch eine Protestversammlung statt, die auf große Resonanz stieß.

 

Im Saal Gier referierte Jörg Schellenberg, Sprecher des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie, über die Gefahren, die von den beiden grenznahen AKW für die hiesige Region ausgehen. Schellenberg hatte zuvor bereits im Rathaus in einer Sitzung des Umweltausschusses gesprochen.

 

Neben Schellenberg hielt im Saal Gier auch Martina Haase aus Aachen von der „AKW-Nee-Gruppe“ einen Vortrag. Sie ist die erste deutsche Anti-Atom-Aktivistin, die eine private Klage gegen die belgische Atomaufsicht vorbereitet und dafür mit der Spendendose unterwegs ist. Denn rund 50.000 Euro müsse sie für Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten zusammenbekommen, berichtete sie bei der Versammlung in Kall.

 

Die Kaller Proteste wurden initiiert vom Aktionsteam „Stopp Tihange“, dem Mitglieder der Kaller Ratsfraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen angehören. Sie hatten die Bevölkerung im Rahmen einer Postkartenaktion aufgerufen, ihre Forderung nach der Stilllegung der beiden belgischen Reaktoren T2 und D3 auf einer Postkarte kund zu tun. 5000 Karten hatte das Aktionsteam drucken lassen. Die unterschriebenen Karten wurden bis zum 18. April im Kaller Rathaus gesammelt. Sie sollen der belgischen Atomaufsicht „FANC“ überreicht werden. Auf den Karten wird an deren Leiter Jan Bens appellieret, die schadhaften Nuklear-Reaktoren sofort stillzulegen, weil er deren sicheren Betreib nicht mehr gewährleisten könne.

Bens trage die unmittelbare Verantwortung für Millionen von Menschenleben mitten in Europa und, so der Text, „auch für mich und meine Familie in hier in Kall“. Weiter heißt es in dem Kaller Appell an Jan Bens: „Beenden Sie das hochrisikoreiche Spiel mit meiner Zukunft und der meiner Familie.“

Der Saal Gier war voll besetzt und Jörg Schellenberg selbst überrascht über das große Interessen an der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Kaller Aktionsteam von der Gruppe „Anti-Atom“, der „Art-Eifel“ und dem Verein „Windenergie Nordeifel“ veranstaltet wurde. Der gute Besuch der Versammlung zeuge von der großen Sorge der Menschen vor einem Atomunfall im benachbarten Belgien, stellte Vorstand Eduard Arbach vom Windenergie Nordeifel e.V. fest.

 

„Was macht die Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 so gefährlich?“, so die Kernfrage des Abends. Es seien Risse in den Reaktorbehältern, berichtete Jörg Schellenberg. Die Reaktoren, die 1982 und 1983 in Betrieb gegangen seien, erfüllten die maximalen Qualitätsanforderungen nicht mehr. Und darin liege eine große Gefahr für die Grenzregion. „Kall liegt 90 Kilometer von Tihange entfernt, von Doel sind es 140 Kilometer“, so Schellenberg.

 

Im Jahr 2012 seien in beiden AKW Risse festgestellt worden, die zur vorübergehenden Abschaltung in Tihange und Doel geführt hätten. Doch schon ein Jahr später seien sie wieder hochgefahren worden, nachdem die belgische Atomaufsichtsbehörde AFCN dem Betreiber Electrabel die Genehmigung dazu erteilt hatte, allerdings mit der Auflage, die Reaktorbehälter innerhalb eines Jahres zu untersuchen.

 

Ein Bestrahlungstest im Jahr 2014 führte dann zur erneuten Stilllegung, weil die Zahl der Schäden im Vergleich zu 2012 erheblich zugenommen hatte – 13.000 im Reaktor Doel 3 und 3000 im AKW Tihange 2. Die Risse seien bis zu 18 Zentimeter lang. Dass die Atomaufsicht Ende 2015 das Wiederhochfahren der beiden Reaktoren genehmigt habe, zeuge davon, dass die AFCN die Problematik herunterspiele, so Schellenberg. Sie ignoriere sogar ihre eigenen Experten, die die Sicherheitsmargen selbst für nicht ausreichend halten.

 

Komme es zum Bersten eines der beiden Behälter, löse dies eine Kernschmelze aus. In drei bis vier Stunden würden die radioaktiven Stoffe die Eifelgemeinden erreichen. Schellenberg: „Das ist dann wie russisches Roulette, wo der atomare Niederschlage niedergeht. Das kann auch Köln und Düsseldorf treffen.“

 

Dass die beiden AKW derzeit unter Auflagen weiter betrieben werden kommentierte Schellenberg so: „Das ist so, als wenn ich mit defekter Bremse zum TÜV fahre und denen weismachen will, dass das nicht gefährlich ist, weil ich nur noch Tempo 100 fahre.“ Der sicherste Schutz vor einer Katastrophe sei das sofortige Abschalten der Anlagen.

 

In einer anschließenden lebhaften Diskussion, brachten einige Zuhörer auch ihre Sorgen vor Terror-Anschlägen gegen die AKW zum Ausdruck. Ebenso herrschte Unverständnis darüber, dass die Europäische Union kein Machtwort spreche. „Die Sicherheit der Anlagen ist eine nationale Angelegenheit, in die sich die Belgier nicht reinreden lassen“, berichtete Jörg Schellenberg. Es gelte deshalb, den Widerstand mit aller Kraft aufrecht zu erhalten.

pp/Agentur ProfiPress.


Ingrid Pütz aus Sistig stellte sich vor und begrüßte die Mitglieder der Familie Khaleqi. Kurz darauf saß sie mit ihnen am Tisch, es wurde ge-meinsam gegessen – und viel gelacht. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Lachen ist international

Flüchtlinge, Helfer und Interessierte trafen sich in Sistiger Bürgerhalle – Internationales Buffet, Kinderspielecke und reger Austausch

Kall-Sistig – „Lachen ist international und in jeder Sprache verständlich“, kommentierte der Sistiger Ortsvorsteher Karl Vermöhlen das jüngste Begegnungscafé, bei dem rund 50 Menschen verschiedener Nationen in der Bürgerhalle zusammengekommen waren. Und in der Tat wurde viel gelacht. Organisiert hatten das Treffen Verena Lenzen-Glorius und Dorothée Gerhards, die dem ehrenamtlichen Flüchtlingshelferkreis um Tina Seynsche angehören.

„Gestern hatten wir noch Sorge, ob wohl genug Kuchen gespendet würden“, verriet eine Helferin und – lachte. Denn das Buffet, das vor internationalen Speisen beinahe überquoll, sprach Bände: Kuchen und Kleingebäck, herzhafte Snacks und komplette warme Mahlzeiten hatten die Sistiger und ihre „neuen Nachbarn“ mitgebracht. Ein junger Mann aus Syrien, der in der Kaller Straße lebt, hatte gar einen selbst gebackenen Kuchen mit zuckersüßem „Sistig“-Schriftzug mitgebracht, sein Freund und Mitbewohner zwei traditionelle Hähnchengerichte aus seiner Heimat.

„Das ist meine Tante“, stellte Ehrenamtlerin Dorothée Wirtz vor, Ingrid Pütz aus Sistig begrüßte die Mitglieder der Familie Khaleqi. Kurz darauf saß sie mit ihnen am Tisch, es wurde gemeinsam gegessen – und viel gelacht. Tina Seynsche hat sich zu zwei jungen Männern gesetzt und für einen von ihnen eine gute Nachricht: „Ich habe Post vom Jobcenter für dich erhalten…“, berichtet sie. In einer anderen Ecke der Bürgerhalle – der von Barbara Gerhards organisierten „Spieleecke“– zeigte sich einmal mehr, dass nicht nur lachen international ist. Dort nämlich spielten Kinder aus verschiedenen Ländern ganz selbstverständlich miteinander, die Sprache spielte kaum eine Rolle. Zumal viele der Flüchtlingskinder auch immer besser Deutsch sprechen. Tina Seynsche brachte es mit einem Blick auf die Gäste in der Bürgerhalle auf den Punkt: „Das ist wirklich gelebte Integration.“

Die Organisatorinnen wie auch Pfarreirat Vermöhlen sind gleichzeitig auch in der Kirchengemeinde Sistig aktiv und möchten ganz bewusst ein Zeichen setzen für Begegnung, Austausch, offene Türen und Herzen. Die Übernahme der Miete für die Bürgerhalle hat der Förderverein der Kirchengemeinde zugesagt.

Auch Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und sein Allgemeiner Vertreter Michael Heller waren zum Begegnungscafé gekommen. Der Bürgermeister begrüßte die neuen Nachbarn und sprach allen Ehrenamtlern seinen Dank aus. Er schloss mit den Worten: „Ich wünsche uns allen eine gute gemeinsame Zeit hier in der Gemeinde Kall.“

 

pp/Agentur ProfiPress


Martin Bross spricht am Freitag, 8. April, ab 19 Uhr im Steinfelder Restaurant „Zur Alten Abtei“ Szenen aus dem Science-Fiction-Klassiker „20.000 Meilen unter den Meeren“. Foto: Veranstalter/pp/Agentur ProfiPress

Hörspiel-Reise unter die Meere

Live-Hörspiel am Freitag, 8. April, ab 19 Uhr im Steinfelder Restaurant „Zur Alten Abtei“ – Sprecher Martin Bross mit Szenenauswahl aus „20.000 Meilen unter den Meeren“ von Jules Verne

Kall-Steinfeld - Abtauchen in eine geheimnisvolle und unbekannte Welt – das können die Zuhörer am Freitagabend, 8. April, beim Live-Hörspiel „20.000 Meilen unter den Meeren“ nach dem Roman von Jules Verne. Ab 19 Uhr ist Martin Bross, freier Schauspieler und Sprecher aus Bonn, mit einer Szenenauswahl im Steinfelder Restaurant „Zur Alten Abtei“ (Hermann-Josef-Straße 33) zu hören.

Für das Live-Hörspiel hat Martin Bross nicht nur bekannte Szenen aus der 600 Seiten starken Vorlage ausgewählt, sondern auch einige Abschnitte, die beispielsweise in der Walt Disney-Verfilmung von 1954 nicht vorkommen. Mit seinen Zuhörern begleitet er Kapitän Nemo auf seiner abenteuerlichen Reise durch die Weltmeere. Eine spannende Geschichte, die Martin Bross mit überraschenden Licht- und Toneffekten gestaltet. Als Sprecher tritt er in Hörspielen und Features unter anderem für den WDR auf.

Der Abend wird vom gemeinnützigen Verein „Melange – Literarische Gesellschaft zur Förderung der Kaffeehauskultur“ veranstaltet. Karten für das Live-Hörspiel sind im Vorverkauf im Restaurant „Zur Alten Abtei“ sowie telefonisch unter 0 24 41/7 79 03 01 erhältlich. Der Eintritt kostet 13 Euro.

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Während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Kloster Steinfeld (von links): Superior Pater Paul Cyrys, Geschäftsführer Michael Heller, Vorsitzender Günter Rosenke, Schatzmeister Gottfried Schnitzler, Alois Sommer und Heinz Otto Koch. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Aufstand der Anständigen“

Jahreshauptversammlung des Fördervereins Kloster Steinfeld stellt 71. Eifeler Musikfest vor, beschließt Beschilderungssystem fürs Kloster und hört engagierten Glaubensappell von Hans Bösch

Kall-Steinfeld - Das Programm des 71. Eifeler Musikfestes stellte Intendant Hans Peter Göttgens am Samstag während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Kloster Steinfeld vor. Aus dem klassischen Rahmen der vergangenen Jahrzehnte sticht dabei besonders ein Kammerkonzert „Herzensdamen“ hervor, in dem das Aachener Vokalensemble unter der Leitung von Professor Fritz ter Wey Liedschätze von Friedrich Silchers „Ännchen von Tharau“ bis zu Leonard Bernsteins „Maria“ aus der West Side Story und Paul McCartneys „Michelle“ zu Gehör bringt. Termin ist Samstag, der 21. Mai, ab 19 Uhr in der ehemaligen Klosterbibliothek.

Sonntag, 20. Mai, um 10 Uhr begleiten Solisten, Chor und Orchester an der Basilika Steinfeld, der Kirchenchor Scheven und Gastsänger unter der Leitung von Hans Peter Göttgens und Werner Harzheim mit Andreas Warler an der König-Orgel das Festhochamt mit der Missa Nr. 2 in G-Dur von Franz Schubert und dem „Te Deum Laudamus“ von Ignatz Reimann.

Beim Festkonzert ab 16 Uhr, ebenfalls in der Basilika Steinfeld, singt und spielt das „Consortium musicum Köln“ unter der Leitung von Dr. Meinolf Brüser „Eine italienische Vesper“ mit Gesängen des italienischen Barock von Torelli, Händel, Pergolesi und Scarletti. Karten gibt es für 15 bzw. 20 € an der Klosterpforte und bei der Kreisverwaltung, Tel. (0 22 51) 15 304, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

Das Gästehaus Kloster Steinfeld bietet erstmals ein begleitetes Wochenende im Klosterambiente mit zwei Übernachtungen und Vollpension einschließlich Exklusivführung, CD, Eintritt und Sitzplatzreservierung sowie musikalische Einführung mit Professor Dr. Norbert Jers, Aachen, für 165 € pro Person im Doppelzimmer an. (0 24 41) 889 131, geschützte E-Mail-Adresse als Grafik

Zur Jahreshauptversammlung im früheren Refektorium konnten Vorsitzender Günter Rosenke und Geschäftsführer Michael Heller, der stellvertretende Chef der Gemeindeverwaltung Kall, knapp 40 der 176 Mitglieder des Kloster- Fördervereins begrüßen.

Schatzmeister Gottfried Schnitzler stellte zum 20. Mal den Geschäftsbericht vor und sagte, da keine Neuwahlen anstanden, dass er, Landrat Rosenke und auch Geschäftsführer Michael Heller dem Verein noch einige Jahre zur Verfügung stünden. Helmut Lanio regte an, die jährliche Fördersumme von rund 10.000 Euro 2016 in eine zeitgemäße Beschilderung der Klostergebäulichkeiten zu investieren.

Diplom-Kaufmann Hans Bösch, der frühere Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Euskirchen, referierte über „Christliche Botschaft in weltlicher Konkurrenz“. Dabei sprach er nicht nur vom Geschenk des Glaubens („Man wird nicht als glaubender Mensch geboren, sondern man muss Glauben lernen“), sondern auch über die Gefährdung des Glaubens in einer zunehmend säkularisierten Welt.

Der Streit unter Theologen, die Leugnung des Kreuzes und die Ignoranz gegenüber dem Heiligen Geist förderten die Bindung der Christen an Christus und Kirche nicht. Bösch beklagte den „Kniefall vor dem verblendeten Zeitgeist“ durch Geistliche, von ihnen „amputierte Bibelaussagen“ und „Weichspültendenzen“ in der Glaubensverkündigung.

Der engagierte evangelische Laie forderte „Priester mit Menschenfischerqualitäten“, die Öffnung kirchlicher Strukturen und eine faire Gleichberechtigung von Christinnen und Christen statt einer „zölibatären Männerkirche“. Bösch konstatierte, „akademische Theologie“ sei „nicht irrtumsfrei“ und fragte sich vor seinen Zuhörern: „Warum nehmen wir Gott nicht ernst?“

Er stellte das Motto „Denken und Danken“ in den Mittelpunkt seiner Schlussbetrachtung, setzte Hoffnung als Mittel gegen das dschihadistische Weltbild und Ökumene gegen die immer noch bestehende Trennung der großen christlichen Kirchen. Hans Bösch ermutigte seine Zuhörer, ihre Resignation in einer Art „Aufstand der Anständigen“ zu überwinden.

pp/Agentur ProfiPress


Kai Gehlen und Oliver Kerk haben Spaß an der Musik und gründeten 2013 das Duo „Typ:Ich“. Am Freitag, 15. April, geben sie ab 20 Uhr ein Gastspiel im Saal Gier. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Typ:Ich“ gastiert im Saal Gier

Kai Gehlen und Oliver Kerk geben am Freitag, 15. April, Gastspiel im Saal der Gaststätte Gier – Eigene Songs und „kölsche Tön“ – Seit 2013 in der Eifel unterwegs – Eintritt ist frei

 

Kall - Im Saal der denkmalgeschützten Kaller Gaststätte Gier gastiert das Duo „Typ:Ich“ am Freitag, 15. April, ab 20 Uhr, mit einem dreistündigen Live-Auftritt. Dabei bedienen sich die beiden Musiker der Gitarre, dem Bass, dem Schlagzeug, dem Keyboard und dem Schlagwerk Percussion. Beide Musiker werden auch ihre gesanglichen Fähigkeiten zum Besten geben.

 

Das Repertoire des Duos bietet Musik für Jung und Alt und beinhaltet alte und neue Songs sowie eigene Lieder in deutscher und englischer Sprache. In Kall möchten Kai Gehlen und Oliver Kerk zudem unter Beweis stellen, dass sie musikalisch und stimmlich auch „kölsche Tön“ bestens beherrschen.

 

Gehlen und Kerk sind zwei junge Männer aus dem Schleidener Tal, die gerne zusammen Musik machen. Deshalb haben sich Kai Gehlen und Oliver Kerk im Dezember 2013 zusammengetan um, so Kai Gehlen, „zu Zweit so viel Musik zu machen wie nur möglich“. Als Duo „Typ:Ich“ tingeln die beiden Jung-Musiker seitdem durch die Eifel.

 

Nachdem nun die Gaststätte Gier in Kall seit November vom „Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier“ bewirtschaftet wird, haben sich Kai Gehlen und Oliver Kerk angeboten, auch im Saal Gier ein Gastspiel zu geben. Dieses Angebot passt genau in die Planung des Kneipen-Vereins, den Saal durch das Anbieten kultureller Veranstaltungen zu beleben und vor allem dem jungen Publikum entgegen zu kommen.

 

Bei ihrem Kaller Debüt verzichten die Musiker auf Gage, so dass der Eintritt zum Live-Musik-Abend frei ist. Die Musiker bitten an dem Abend lediglich um einen freiwilligen Obolus.

 

Rz/pp/Agentur ProfiPress

 

 


Nach dem Gottesdienst stellten sich die Jubilare in der Pfarrkirche zum Gruppenfoto auf. Ihre erste heilige Kommunion liegt 50, 60, 70 oder sogar 75 Jahre zurück. Foto: A. Züll/pp/Agentur ProfiPress

Jubiläum der Erstkommunion gefeiert

Nach feierlichem Gottesdienst Treffen im Pfarrheim – Vier Jubilare gingen vor 75 Jahren zum ersten Mal zum Tisch des Herrn –Kolpingfamilie organisierte die Feier und unterstützt damit Projekt in Indien

 

Kall – Festlich ging es am Ostermontag in der fast vollbesetzten Pfarrkirche St. Nikolaus zu, wo der Pfarrer und Domkapitular Hans Joachim „Hajo“ Hellwig mit 25 Jubilaren, die vor 50, 60, 70 oder gar 75 Jahren an gleicher Stelle zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen hatten, einen festlichen Gottesdienst feierte. Seit nunmehr zwölf Jahren organisiert die Kolpingfamilie diese Treffen der Kommunion-Jubilare.

 

Viele der Teilnehmer in all den Jahren wohnen schon längst nicht mehr in Kall, so dass es nicht selten ein Wiedersehen von alten Schulfreunden gibt, die sich oft seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Mit der Jubilar-Feier der einstigen Erstkommunikanten schlägt die Kolpingfamilie zwei Fliegen mit einer Klappe, denn sie unterstützt mit dem Erlös gleichzeitig Projekte in Indien, für die sie sich seit mehr als zehn Jahren einsetzt.

 

Neben den Jubilaren nahmen auch die Kinder am Gottesdienst teil, die am kommenden Weißen Sonntag ihre Erstkommunion feiern. Die Kinder überreichten den Jubilaren, die diesen großen Tag vor Jahrzehnten erleben durften, ein Präsent der Pfarrgemeinde. Der feierliche Gottesdienst, der im Zeichen des ersten Treffens der Emmaus-Jünger mit dem wieder auferstandenen Jesus Christus stand, wurde von Vorträgen einer Flötengruppe umrahmt.

 

Nach dem Gottesdienst waren die Jubilare und deren Partner zum Feiern ins Pfarrheim eingeladen. Hans Peter Dederichs, Vorstandssprecher der Kaller Kolpingfamilie, erläuterte den Gästen das von den Eifelern unterstützte Projekt in Indien. Der Schwerpunkt liege in der Förderung der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen, um diesen jungen Menschen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen.

Gute berufsbildende Einrichtungen gebe es dort bereits. Deshalb investiere das Kolpingwerk nicht in eigene Berufsbildungszentren in Indien, sondern strebe an, jungen Menschen aus den unteren Bevölkerungsschichten mit Hilfe eines Ausbildungsdarlehens den Besuch der vorhandenen Berufsbildungseinrichtungen zu ermöglichen. „Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft“, so Hans Peter Dederichs.

 

Sobald die Jugendlichen beruflich Fuß gefasst haben, zahlten sie das Ausbildungsdarlehen zurück, damit das Geld auf gleiche Weise anderen jungen bedürftigen Menschen eine Berufsausbildung ermöglichen kann. Das Kolpingwerk Indien unterstütze unter anderem Ausbildungen in den Bereichen Elektronik, Bäckerei, Kfz-Mechanik, Datenverarbeitung Krankenpflege oder Labortechnik, berichtete Fred Müller, einer der beiden Stellvertreter von Dederichs.

 

Es war am Ostermontag die nunmehr zwölfte Jubilar-Feier in Kall, berichtete Marga Dederichs, die Ehefrau des Vorsitzenden, die die Veranstaltung einst ins Leben gerufen hatte. „Als mein Mann damals 50-jähriges Erstkommunion-Jubiläum hatte, standen wir vor der Kirche und nichts passierte“, so Dederichs. Danach habe man das Gespräch mit Pfarrer Hajo Hellwig gesucht und im darauffolgenden Jahr mit Jubilaren die erste Goldkommunion gefeiert.

 

Marga Dederichs ist auch noch heute diejenige, die vor Ostern die Jubilare ausfindig macht, deren Tag der Erstkommunion mehr als fünf Jahrzehnte zurückliegt. In diesem Jahr waren zum Beispiel vier Jubilare dabei, die vor 75 Jahren zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gegangen waren.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Neben weiteren Sozial- und Gruppenräumen ist auch ein kleiner „Kindergarten“ vorgesehen. Dank zahlreicher Spenden ist er bereits eingerichtet. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Großes Interesse in der Bevölkerung

Begehung in der geplanten Landesflüchtlingsunterkunft im Kaller Industriegebiet – Über 300 Bürger nutzten Gelegenheit, sich vor Inbetriebnahme persönlich ein Bild zu machen

 

Kall – „Das Interesse hier in Kall ist außergewöhnlich groß“, freute sich Cengiz Yildirim von der Bezirksregierung (Dezernat 20 – „Unterbringung von Flüchtlingen“) über die gut 300 Menschen, die der Einladung zu einer Begehung vor Inbetriebnahme der geplanten Landeseinrichtung für Flüchtlinge im Kaller Industriegebiet gefolgt waren.

 

Anfang bis Mitte April rechnen die Bezirksregierung und der künftige Betreiber ZOF (Zukunftsorientierte Förderung e.V.) mit dem Einzug der ersten Schutzsuchenden in die für bis zu 500 Menschen ausgerichtete Unterkunft. Die Menschen, so die Verantwortlichen, würden vermutlich zwischen zwei bis vier oder auch schon mal sechs Wochen bleiben, bevor sie einer Kommune zugewiesen werden. Kall erhält während der Zeit, in der die Einrichtung betrieben wird, zunächst keine weiteren Zuweisungen, da die Aufnahmekapazität der zentralen Unterbringungseinrichtung bei der Zuweisungsquote für die Gemeinde Kall angerechnet wird.

 

Am Tor zum Gelände wurden die Gäste – wie es auch nach Inbetriebnahme der Fall sein wird – von Mitarbeitern des beauftragten Sicherheitsunternehmens in Empfang genommen. Mit Aufnahme der ersten Flüchtlinge, so erfuhren sie später von Bianca Scheffner, Abteilungsleiterin Flucht & Asyl bei ZOF, wird der Sicherheitsdienst 24 Stunden vor Ort und auch im Gebäude selbst präsent sein.

 

In Gruppen von je rund zwanzig Personen führten ZOF-Mitarbeiter die Interessierten durch das Gebäude. Dabei hatten die Besucher viele Fragen – die meisten drehten sich um das Wohl der Menschen, die untergebracht werden sollen. Gleich am Anfang ging es durch einen Bereich mit Wohneinheiten. „Haben Frauen denn hier einen Schutzraum“, fragte eine Kallerin. Ja, erfuhr sie, denn dieser kleinere Bereich für bis zu 200 Personen sei Familien und Frauen vorbehalten. Später gelangte die Besuchergruppe auch in den größeren Bereich, in dem alleinstehende Männer untergebracht werden sollen. Der gesamte Bereich ist mit Fußbodenheizung ausgestattet.

 

Als bedrückend empfanden viele Besucher die Enge in den Achter- und Zwölferzimmern mit je einem Bett und einem abschließbaren Spind pro Person. Yildirim: „Wir müssen Plätze für bis zu 500 Menschen vorhalten. Häufig zeigt sich aber, dass die Belegung dann doch nicht so hoch ist. Die Zimmer sind so konzipiert, dass wir Betten herausnehmen können.“ Nach oben sind die Räume offen, statt Türen gibt es Vorhänge. Die sanitären Anlagen sind nach Geschlechtern getrennt und in Containermodulen untergebracht, alles wurde neu installiert. Ebenso gibt es einen Bereich mit Waschmaschinen und Trocknern.

 

Da die Wohneinheiten nicht über Steckdosen verfügen, gibt es einen gesonderten Bereich mit langen Steckdosenleisten und Tischen davor, insbesondere zum Aufladen von Mobiltelefonen. „Das ist wichtig, denn für die Menschen, die hier leben werden, ist das Handy oft die einzige Möglichkeit, Kontakt zu Angehörigen in der Heimat zu halten“, so die künftige Einrichtungsleiterin Linda Bröking.

 

Weiter ging die Infotour in den Kantinenbereich. 199 Menschen können hier gleichzeitig essen, bei voller Belegung soll dies in drei Schichten erfolgen. Das Catering übernimmt die Firma Schubert, ein Unternehmen der WISAG-Gruppe. Die Flüchtlinge, so erfuhren die Besucher, werden mit Frühstück, Mittagessen und Abendbrot versorgt. Küchenchef Fritz Klein aus Kall erläuterte das Verfahren: „Die Speisen werden in unserer Großküche frisch zubereitet, gekühlt und hier wieder gewärmt.“ In drei sogenannten „Konvektomaten“ werden sie aufgewärmt und schließlich in der Kantine ausgegeben. Ob es denn auch etwa Salate gebe, fragte eine Besucherin besorgt. Das Küchenteam konnte bestätigen.

 

Eine Mitarbeiterin der künftigen „Krankenstation“ erläuterte in den entsprechenden Räumlichkeiten, dass wochentags tagsüber je drei Krankenpfleger/innen anwesend seien, zudem würden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Sprechstunden mit Ärzten organisiert. Neben dem Behandlungszimmer gehören ein Warte- und ein Quarantäneraum zur Einheit. Letztgenannter wird vorgehalten, falls es mal einen Patienten mit infektiöser Krankheit geben sollte.

 

Im Obergeschoss des Gebäudes soll die eigentliche Sozialbetreuung stattfinden. Zuständig sind dafür nach Aussage des Betreibers insgesamt 32 Mitarbeiter beiden Geschlechts, die teils mehrere Sprachen sprechen. Unter ihnen seien Pädagogen, Psychologen, Trauma-Therapeuten sowie Quereinsteiger/innen. Geplant sind auch spezielle Angebote für Frauen. In diesem Bereich gibt es kleinere und größere Besprechungs- bzw. Gruppenräume sowie einen eigenen kleinen Kindergarten.

 

Unter den Besuchern waren neben Michael Heller, dem Allgemeinen Vertreter des Kaller Bürgermeisters Herbert Radermacher, und weiteren Mitarbeitern der Verwaltung auch Vertreter der politischen Fraktionen und der Kirchen sowie zahlreiche Ehrenamtliche der Kaller Flüchtlingshilfe. Michael Heller fasste seine Eindrücke so zusammen: „Das, was ich heute gesehen habe, macht einen freundlichen, hellen sowie gut strukturierten und organisierten Eindruck.“ Nach Abschluss der Arbeiten, so Heller, werde es eine weitere Begehung mit der Bezirksregierung, ZOF, den Security-Mitarbeitern und Zuständigen der Verwaltung geben. Gleichzeitig soll der „Runde Tisch“, der bereits zwei Mal im Kaller Rathaus mit allen Verantwortlichen und Beteiligten stattgefunden hat, weiter regelmäßig zusammenkommen.

 

Auch Polizeihauptkommissar Volker John, Leiter der Polizeistation Schleiden, hatte sich vor Ort ein Bild gemacht. Sein Fazit: „Ich denke, der Start wird hier ebenso reibungslos verlaufen, wie in anderen Einrichtungen auch. Ich finde es sehr gut, dass die Menschen vorab die Möglichkeit haben, sich alles anzusehen.“

 

pp/Agentur ProfiPress


Der Saal im Kaller Pfarrheim brodelte, als eine gemischte Combo aus Flüchtlingen und Ehrenamtlern gemeinsam mit vielen der rund 250 Be-suchern Musik machte. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Eine gemeinsame Wellenlänge

Rund 250 Besucher beim neunten Begegnungscafé der Flücht-lingshilfe Kall – Musikprojekt in Kooperation mit Musikschule, Austausch und Gespräche Kall – Wer durch die Tür des Kaller Pfarrheims trat, dem schallte laute Musik entgegen, gemischt mit einem mehrsprachigen Stimmengewirr, Lachen. Noch ein paar Schritte weiter, im großen, von Live-Musik erfüll-ten Pfarrsaal, schien die Energie beinahe greifbar zu sein. Rund 250 Menschen verschiedener Nationen hatten sich auf Einladung der Flüchtlingshilfe Kall zum neunten Begegnungscafé getroffen. Zum zweiten Mal dabei war Reiner Klein. Der Stadtkyller betreibt in Prüm die Musikschule „Kalimba“ und hatte verschiedene Handtrommeln und Percussion-Instrumente mitgebracht. Spontan animierte er die Gäste zum Mitmachen, auf seinen Einsatz folgte jeweils eine fulminante Antwort. Die Musiker: bunte gemischt, Kinder, Erwachsene, Flüchtlinge, Kaller Bürger, Ehrenamtler und weitere Gäste. „Es ist unglaublich, was mit Musik alles möglich ist“, so Reiner Klein, „sie animiert die Menschen und schafft eine gemeinsame Wellenlänge.“ In Planung sei auch ein Instrumentenbau-Kurs mit Flüchtlingen. Später gab es weitere Musikvorträge, ein junger Mann etwa sang ein Lied aus seiner syrischen Heimat, begleitet wurde er neben Reiner Klein unter anderem von Heide Harney aus Nettersheim (Geige) und dem Golbacher Walter Löhr (Gitarre). Versorgt wurden alle von ehrenamtlichen Helfern der Flüchtlingshilfe, die das von Kaller Unternehmen gesponserte Frühstück vorbereitet hatten. Neben den zahlreichen Bürgern sowie Vertretern der Kaller Verwaltung und Politik waren diesmal auch der Leiter des Jugendmigrationsdienstes Euskirchen, Norbert Weber, und Alexandra Zinanti-Feld vom Kreisjugendamt Gäste beim Begegnungscafé. Das nächste Begegnungscafé findet statt am Freitag, 15. April, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim. Die „Internationale Sprechstunde“ der Flüchtlingshilfe findet jeden Dienstag und Donnerstag von 16.30 bis 18.30 Uhr im Pfarrheim statt. Hier können Flüchtlinge sich beraten lassen, Kontakte knüpfen und Freude treffen. Auch interessierte Kaller sind herzlich willkommen, vorbeizuschauen. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe um die Koordinatoren Dorothea Muysers und Hartmut Kieven unterstützen möchte, kann sich per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik direkt an die Flüchtlingshilfe wenden. Auch Spenden sind willkommen, Spendenquittungen stellt die Gemeinde Kall aus. pp/Agentur ProfiPress

Mit Kontrabass, Saxophon und swingenden Sängerinnen ist die Band „Rumble Five“ schon von Anfang an beim „Osterrock“ in Scheven dabei. Foto: Guido Dümmer/pp/Agentur ProfiPress

Rockmusik statt Ostereier

Dorfgemeinschaft Scheven veranstaltet sechsten „Osterrock“ am Ostersonntag, 27. März, ab 20.30 Uhr – Musik von „Rumble Five“ und „Männer von Flake“ – Kartenvorverkauf am Freitag, 25. März, im Saal „Op de Kier“

Kall-Scheven - In Scheven gehört Rockmusik zum Osterfest wie Meister Lampe und Schokoladeneier – zumindest seit sechs Jahren, denn so lange veranstaltet die Dorfgemeinschaft schon den „Osterrock“. Mit „Rumble Five“ und den „Männern von Flake“ „wollen wir den Eifelern Rockmusik bieten“, sagt Marco Hoffmann von der Dorfgemeinschaft Scheven. Und zwar am Ostersonntag, 27. März, ab 20.30 Uhr im Saal „Op de Kier“ (Wallenthaler Straße 4).

„Der Osterrock ist die am besten laufende Veranstaltung unserer Dorfgemeinschaft“, erzählt Marco Hoffmann. Von Anfang an dabei ist die neunköpfige Band „Rumble Five“. Mit Kontrabass, Klavier, Saxophon und Schlagzeug sowie ihren swingenden Sängerinnen sorgte die Musikgruppe jedes Mal für eine tolle Bühnenshow mit Tanzrythmen und Klassikern zum Mitsingen. Zu ihrem Repertoire gehören vor allem die „Retro-Charts“ der 50er und 60er Jahre.

Zum ersten Mal treten die „Männer von Flake“ beim „Osterrock“ in Scheven auf. Seit mehr als 20 Jahren steht das Quartett für handgemachte Rockmusik. Die Musiker spielen Klassiker von Bands wie Queen, AC/DC, Toto und Deep Purple. Außerdem haben sie aktuelle Songs der Gruppen Nickelback, Foo Fighters, Red Hot Chili Peppers und Three Doors Down im Gepäck.

Als „Special Guest“ hat außerdem die Schülerband des Mechernicher Gymnasiums „Am Turmhof“ einen Auftritt. Die jugendlichen Rockmusiker, die sich unter dem Bandnamen „Kontrast“ zusammengetan haben, sollen während des Einlasses zum „Osterrock“ spielen. Musikalisch orientieren sie sich vor allem an den Bands „Nirvana“ und „Foo Fighters“.

Den „Osterrock“ veranstaltet die Dorfgemeinschaft Scheven am Ostersonntag, 27. März, ab 20.30 Uhr im Schevener Saal „Op de Kier“. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Karten sind an der Abendkasse für zwölf Euro erhältlich. Im Vorverkauf zu je neun Euro gibt es die Karten am Freitag, 25. März, ab 19.30 Uhr in der Vereinskneipe im Saal „Op de Kier“ sowie telefonisch bei Marco Hoffmann unter Tel. 0 24 41/839 88 89. Der Kartenerlös geht an die Bands und an die Technik. Die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf kommen der Dorfgemeinschaft zugute.

pp/Agentur ProfiPress


Bei den Altpapier-Sammlungen in den Kaller Ortschaften wird das Papier entweder an der Haustür abgeholt oder an einer zentralen Sammelstelle entgegengenommen. Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

Altpapier für die Vereine

In fast allen Kaller Ortschaften sammeln Vereine das Altpapier – Sammlung an der Haustür oder Papierannahme an zentraler Sammelstelle – Erlös für Vereinsleben und soziale Veranstaltungen

Kall - Dorfgemeinschaft, Pfarrgemeinde, Jugendfeuerwehr oder Sportverein – wenn es ums Altpapier geht, sind in der Gemeinde Kall die Ehrenamtler unterwegs. Nur im Kernort haben die Haushalte eine Blaue Tonne, in allen anderen Ortschaften wird das Altpapier gesammelt, um das Vereinsleben oder soziale Veranstaltungen finanziell zu unterstützen. In Golbach und Straßbüsch wurde das Altpapier bisher an der Haustür abgeholt. Seit Beginn des Jahres müssen die Bürger es nun selbst zur Sammelstelle bringen. Was anfangs für Unmut bei einigen Bürgern sorgte, hat einen einfachen Grund.

Marco Gölden, Vorsitzender der Tischtennisabteilung des Spiel- und Sportvereins (SSV) Golbach erklärt: „Wir sammeln seit 35 Jahren das Altpapier in Golbach und Straßbüsch. Mit einem Altersdurchschnitt von ungefähr 60 Jahren haben wir aber inzwischen viele ältere Mitglieder dabei, denen ich es nicht mehr zumuten möchte, bei Wind und Wetter die schweren Papierbündel und Pappkartons einzusammeln.“

Deshalb hat der Verein zum Jahresbeginn auf eine Bringsammlung umgestellt, und die Bürger mit einem Schreiben über die Änderung informiert. Seitdem gibt es fünf Termine im Jahr, an denen zwei Altpapiercontainer unterhalb des Sportplatzes am Fuhrweg aufgestellt werden. Die Ehrenamtler des Tischtennisvereins sind dort jeweils von 9 bis 12 Uhr zur Stelle: Wer sein Altpapier vorbeibringt, muss im Prinzip nur den Kofferraum öffnen – den Rest übernehmen die Sportler.

„Das hat auch für uns den Vorteil, dass die Kartons jetzt nur noch so voll sind, wie die einzelnen Personen sie selbst tragen können. Früher standen oft Kisten an der Straße, die wir mit zwei bis drei Personen zu unseren Fahrzeugen tragen mussten“, berichtet Marco Gölden, der selbst seit mehr als 20 Jahren aktiv bei der Sammlung dabei ist. Für den Vereinsvorsitzenden ist der Geldbetrag, den der Verein für das Sammeln am Container erhält, ein wichtiger Beitrag, um das Vereinsleben aufrecht erhalten zu können – zum Beispiel, um die Vereinsmeisterschaft ausrichten zu können.

„Es war bislang eine Serviceleistung der Tischtennisabteilung, dass das Altpapier viele Jahre lang vor den Haustüren abgeholt wurde. Die Entscheidung, dass man das nicht mehr leisten kann, muss man respektieren“, sagt Emmanuel Kunz, Ortsvorsteher in Golbach und Straßbüsch. Die Zahl der Beschwerden habe sich nach der Umstellung zum Glück in Grenzen gehalten, berichtet Marco Gölden. Das liegt wohl auch daran, dass für die älteren Bürger eine Telefonnummer eingerichtet wurde. Wer das Altpapier nicht selbst zur Sammelstelle bringen kann, meldet sich einfach unter Tel. 01 57/71 20 95 67. Daraufhin wird der Papiermüll wie bisher vom Tischtennisverein an der Haustür abgeholt.

In einigen anderen Kaller Ortschaften ist die Entwicklung ähnlich verlaufen. Guido Keutgen, Ortsvorsteher im Kernort Kall, erinnert sich, dass auch dort früher das Altpapier von den Vereinen gesammelt wurde: „Aber durch die Größe des Ortes war das einfach zu viel – da haben die Vereine irgendwann die Segel gestreckt.“ Seitdem entsorgen die Kaller ihr Papier in der Blauen Tonne.

Eine Bringsammlung wie jetzt in Golbach und Straßbüsch gibt es auch in den Ortschaften Benenberg, Krekel, Roder und Rüth. „Hier werden einmal im Monat Container am Sportplatz aufgestellt, die Bürger bringen ihr Altpapier dorthin, und die Ehrenamtler nehmen es an und stapeln es auf“, erzählt Ortsvorsteher Hans Dieter Schäfer. Bei älteren Leuten wird das gesammelte Papier auf Nachfrage zu Hause abgeholt. Um die Organisation kümmern sich mehrere Vereine aus den vier Ortschaften, so dass sie sich bei der Sammlung im Zwei-Monats-Rhythmus abwechseln können.

Einmal im Quartal findet die Altpapiersammlung in den Ortschaften Keldenich, Rinnen und Sötenich statt. In Keldenich kümmert sich der Pfarrgemeinderat um die Aktion. „Dann fährt die Dorfjugend mit dem Trecker durch die Ortschaft und sammelt das Papier vor den Häusern ein“, erklärt Ortsvorsteher Kurt Bormann. Die Pfarrgemeinde St. Matthias für Rinnen und Sötenich organisiert indessen alle drei Monate eine Bringsammlung. Und das für einen guten Zweck, weiß Ortsvorsteher Lothar Maevis: „Von dem Geld werden soziale Veranstaltungen wie die Seniorenfahrt im Herbst oder die Adventsfeier für Senioren finanziert.“

Genaue Termine für die Altpapiersammlung in den Ortschaften der Gemeinde Kall können im Abfuhrkalender der Gemeinde Kall (auch online auf der Homepage der Gemeinde) eingesehen werden. Dort sind auch die jeweiligen Ansprechpartner für die sammelnden Vereine angegeben.

pp/Agentur Profi Press


Zum nächsten Begegnungscafé (nicht nur) für alle Sistiger und ihre neuen Mitbürger in der Bürgerhalle Sistig lädt der Flüchtlings-Helferkreis ein für Freitag, 1. April, von 15 bis 17 Uhr. Archivfoto: Alice Gemp-fer/pp/Agentur ProfiPress

Begegnungscafé in Sistig

Flüchtlings-Helferkreis Sistig lädt alle Bürger und „neuen Nachbarn“ ein für Freitag, 1. April, von 15 bis 17 Uhr - Begegnungscafé in der Bürgerhalle

Kall-Sistig – Die Willkommenskultur in Sistig ist nicht nur ausgeprägt, sondern auch tatkräftig. Wer die Aktiven im Flüchtlings-Helferkreis und die rund 30 neuen Nachbarn im Ort in lockerer Atmosphäre kennenlernen möchte, kann dies beim nächsten Begegnungscafé am Freitag, 1. April, von 15 bis 17 Uhr. Wegen des großen Zuspruchs findet es diesmal in der Sisitiger Bürgerhalle, In den Peschen statt. Dort sind alle Interessierten zu Café und Kuchen eingeladen.

„Den Austausch fortzuführen, Gespräche zu vertiefen und die Türen für unsere neuen Nachbarn weiter zu öffnen, liegt uns sehr am Herzen“, so die Sistiger Ehrenamtler.


Zum nächsten Begegnungscafé lädt die Flüchtlingshilfe Kall ein am Freitag, 18. März, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Archivfoto: Alice Gemp-fer/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 18. März, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das nächste Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe Kall findet statt am Freitag, 18. März, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und die ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe sich vernetzen können.

Alle Termine sowie weitere Infos zur Flüchtlingshilfe Kall sind auch im Internet unter www.fluechtlingshilfe-kall.de abrufbar. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe unterstützen möchte, kann sich per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik melden.

pp/Agentur ProfiPress


Im Interview schildern Bürgermeister Herbert Radermacher und sein Allgemeiner Vertreter Michael Heller einige Themen, die Gemeinde in diesem Jahr beschäftigen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Wir haben viel vor“

Gemeinde Kall auch 2016 auf Innovationskurs: Neue Heraus-forderungen, zahlreiche Baumaßnahmen, Stabilisierung des Schulstandortes und Integrationsprojekte Kall –

Auch für die Gemeinde Kall sind es bewegte Zeiten: Unter anderem zahlreiche Bauprojekte und anstehende Förderanträge, Diskussio-nen um Schulstandorte und die Unterstützung der neuen Mitbürger in Kall werden das Jahr 2016 prägen. Im Gespräch mit der Agentur Profi-Press gaben Bürgermeister Herbert Radermacher und sein Allgemeiner Vertreter Michael Heller einen Überblick.

Herr Radermacher, Herr Heller, was sagen Sie zum Thema…

… Flüchtlinge?


Die Situation mit den vielen Menschen, die aus verschiedenen Nationen bei uns Schutz suchen, ist eine Herausforderung, die wir nur alle gemeinsam annehmen können – die Politik, die Bürger, die Unternehmer, die Vereine und viele mehr. Einen besonderen Stellenwert nehmen hier die zahlreichen Kaller ein, die sich ehrenamtlich engagieren. Wir haben größten Respekt vor der Hilfsbereitschaft und dem Engagement der Menschen, die sich hier in Kall und den Außenorten in der Flüchtlingshilfe engagieren. Wir sehen sehr wohl, dass mit der zunehmenden Zahl der schutzsuchenden Menschen auch die Ehrenamtler an ihre Grenzen stoßen und noch mehr Unterstützung seitens der Verwaltung benötigen.

Wenn die geplante Landeseinrichtung im Industriegebiet den Betrieb aufnimmt, wird Kall zunächst keine weiteren Zuweisungen mehr erhal-ten. Die Zahl der Menschen, die dauerhaft bzw. mindestens bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag in Kall leben, wird dann also stabil bleiben. Es bleiben aber die rund 250 Menschen, die hier betreut und künftig immer mehr integriert werden müssen.

Auch in der Verwaltung ist mittlerweile deutlich, dass wir für die anstehenden Aufgaben mehr Kapazitäten benötigen. In der Politik haben alle Fraktionen sich für die Einrichtung einer Stelle zur Koordinierung der Flüchtlingsarbeit stark gemacht. So wurde im Rat auch einstimmig be-schlossen, die entsprechenden Mittel im Haushalt einzustellen, und wir werden zum 1. Mai eine Sozialpädagogin einstellen. Zusätzlich denken wir darüber nach, der Fachkraft zur Unterstützung einen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst an die Seite zu stellen.

Gleichzeitig bedeuten die größtenteils jungen Menschen, die zu uns kommen, auch eine Chance. Der demografische Wandel lässt unsere Gesellschaft immer älter werden, der Fachkräftemangel macht sich bereits jetzt bemerkbar. Bei einem unserer regelmäßigen „Unternehmerfrühstücke“ im Rathaus haben bereits mehrere Unternehmer Interesse angemeldet, Flüchtlingen einen Arbeitsplatz zu geben. Hier sind inzwischen bereits erste Erfolge zu verzeichnen.

Ehrenamt?

Allen Kallern, die sich - egal in welcher Form - ehrenamtlich engagieren, gilt unser Respekt und ein herzlicher Dank. Dies kann man nicht oft ge-nug erwähnen und in Erinnerung rufen. Die Ehrenamtler stellen eine wichtige Säule unserer Gesellschaft dar.

Integrationsprojekt?

Die Landesregierung hat das Förderprogramm „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ aufgelegt. Diese Mittel ha-ben wir sowohl für Sistig als auch für den Kernort beantragt. In Kall könnte so in Kooperation mit verschiedenen Partnern wie der Flüchtlingshilfe und der Tafel ein Gebäude im Ortskern zu einem Begegnungszentrum werden. Davon würden wir doppelt profitieren: Zum einem würde ein ohnehin sanierungsbedürftiges und möglicherweise leerstehendes Gebäude modernisiert und einer neuen Bestimmung zugeführt. Zum anderen erführe der Kernort, beispielsweise im Bereich des Bahnhofs, eine weitere Belebung. Bei „Integration“ denken wir übrigens nicht nur an Flüchtlinge.

Ein solcher Begegnungsort könnte auch etwa Angebote für Senioren vorhalten. Der demografische Wandel wird auch Kall in den kommenden Jahren zunehmend beschäftigen. Mit der barrierefreien Anbindung des Ärztezentrums an den Weiherbenden und der Seniorenwohnungen am „Neuen Markt“ haben wir bereits vor Jahren begonnen, dem auch städtebaulich Rechnung zu tragen.

Städtebauliche Initiativen

Städtebaulich ist in Kall derzeit viel im Fluss. Im Rahmen einer Kooperation mit der RWTH Aachen haben sich im vergangenen Jahr Studenten Gedanken über eine mögliche Neugestaltung der Ortsmitte gemacht. Den Entwürfen konnten viele positive Anregungen entnommen werden. Bereits im März haben wir erste Gespräche zu möglichen Förderprojekten mit der Bezirksregierung geführt. Wichtig ist für Kall, dass ein adäquates städtebauliches Konzept den kompletten Bereich vom Kreisel an der VR-Bank bis hin zum ehemaligen Milz-Gelände bzw. vielleicht sogar inklusive der Süd-Tangente über Urft und Bahngleise, die ja schon seit langem im Gespräch ist, berücksichtigt. Seit das Sötenicher Sägewerk aufgegeben wurde, sind diese Überlegungen realistischer geworden. Ein Nutzungskonzept sollte also auch die ehemaligen Milzhallen und das Sägewerk-Gelände mit einbeziehen.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW wird in nächster Zeit die marode Brü-cke an der Hindenburgstraße erneuern. In der Politik gibt es Überlegungen, dass wir uns den Baumaßnahmen anschließen und mit einem neuen Kreisverkehrsplatz auf der Brücke auch eine Erschließung in Richtung Hallenbad/KEV – bis hin zum angedachten neuen Wohngebiet „Im Auel“ ermöglichen. Wir klären gerade mit der Bezirksregierung, ob und in welcher Höhe wir dafür Fördermittel beantragen können.

Leerstände?

In einigen Außenorten sind vermehrt Leerstände in privaten Immobilien aufgetreten. Das ist kein Kaller Phänomen, sondern hängt mit den schrumpfenden Bevölkerungszahlen zusammen, die sich insbesondere in ländlichen Kommunen derart bemerkbar machen. Gleichwohl möchten wir dem in Kall Rechnung tragen und insbesondere für junge Familien Anreize schaffen. Das Thema wurde auf Initiative einer Ratsfraktion nochmals aktualisiert, indem über einen gemeindlich finanzierten Zuschuss für den Kauf von Gebäuden nachgedacht wird.. Es wird in einer eigenen Arbeitsgruppe bearbeitet und soll künftig verstärkt beworben werden.

Gewerbegebiet Kall III?

Unser Gewerbegebiet Kall II läuft langsam zu, deshalb ist es seit längerem in der Planung, neue Gewerbeflächen zu schaffen. 2016 soll nun das Gewerbegebiet Kall III in Richtung Scheven in Angriff genommen werden, der Bebauungsplan wird gerade erstellt. Es liegen auch bereits sehr interessante Bewerbungen teils größerer Unternehmen vor.

Parallel möchten wir auch endlich den Hochwasserschutz in dem ge-samten Gebiet umfassend sicherstellen. In den vergangenen Jahren war es in Scheven nach Regenfällen immer wieder zu Problemen gekommen. Bei der Finanzierung des Hochwasserschutzes hoffen wir auf Landesmittel und sind gerade dabei, einen Förderantrag zu stellen.

Straßenbau?

In Sachen Straßenbau hat sich in den vergangenen Jahren in Kall eini-ges getan. Mit den Fremdwasserprojekten wurden und werden in den Orten Wahlen und Rinnen sowie in der Hüttenstraße in Kall auch große Teile des Gemeindegebiets saniert. Zeitgleich werden auch die maroden Straßen erneuert. Zur Zeit ist die Kölner Straße in Arbeit und es werden Restarbeiten des sogenannten II. Bauabschnitts in der Ortslage Rinnen durchgeführt. Die Ortsdurchfahrt Krekel wird komplett durch den Landesbetrieb erneuert. In der Ortslage Sötenich ist der Bereich „Auf dem Kickberg“ und „In den Stöcken“ in Arbeit. In den Bereichen, wo die Straßen bereits fertiggestellt sind, ist heute schon eine erhebliche Aufwertung der Grundstücke feststellbar.

Breitbandversorgung:

Für die Projekte im Rahmen der Breitbandversorgung in den Bereichen Wahlen, Krekel und weiterer Höhenorte, sowie für die Ortslagen Dottel und Rinnen wurden Projektanträge gestellt, deren Finanzierung inzwi-schen auch durch Förderungen gesichert ist. Hier wird die Firma Westnetz (Tochter der RWE) den Ausbau übernehmen. Diversen Maßnah-men kommt jetzt schon die von der Gemeinde Kall vorsorglich in Auftrag gegebene Verlegung von Leerrohren zugute. Mit dem zur Zeit auf Kreisebene angestoßenen Projekt der Verbesserung des Breitbandausbaus hoffen wir, insbesondere das Kaller Gewerbegebiet mit einem ausreichend ausgebauten Netz versorgen zu können.

Verwaltung:

Die Modernisierung und Technisierung macht auch vor dem Rathaus und der Verwaltungsarbeit nicht halt. In vielen Bereichen haben bereits Veränderungen stattgefunden, nachfolgend nur einige Beispiele: Mit der Umstellung des Abfallsystems wurde ein modernes, verbrauchsorientiertes Modell eingeführt, zudem können die Bürger/innen sich neuerdings einer Abfall-App bedienen. Im Rahmen der in der Gemeindebücherei angebotenen „Onleihe“ haben die Nutzer die Möglichkeit, sich auch digitale Medien (eBooks, ePapers, etc.) auszuleihen. Und auch das Kaller Gemeindearchiv wurde in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland neu konzipiert und optimiert. Inzwischen kann auch elektronisch recherchiert werden, was die Bearbeitungszeit verkürzt und Mitarbeitern und Bürgern noch bessere Möglichkeiten bietet.

Schulen:

Zunächst einmal bedauern wir es natürlich, dass es uns nicht gelungen ist, die Sekundarschule/Gesamtschule in Kall zu halten. Aber hier haben die Eltern mit den Anmeldungen ihrer Kinder abgestimmt – bezogen auf die Vorgaben der Bezirksregierung Köln waren es einfach nicht genug Schüler. Die auslaufenden Hauptschulen Kall und Mechernich werden künftig beide in Kall untergebracht, so dass wir die modernen Klassenräume derzeit noch sinnvoll nutzen können. Gleichzeitig kann mit der Fusion beider Schulen eine optimale Beschulung der Schüler/innen, insbesondere hinsichtlich der Lehrerversorgung, sichergestellt werden. Das sind wir Schülern und Eltern schuldig. Dieser Entwicklung stehen auch die augenblicklichen Überlegungenbezüglich der Verlagerung der Astrid-Lindgren-Schule nach Kall nicht entgegen. Wir freuen uns, dass wir mit dem Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg, das gerade erneut gestiegene Anmeldezahlen vermeldet hat, und dem Berufskolleg Eifel zwei qualitativ hochwertige und quantitativ stabile weiterführende Schulen vor Ort haben. Grundsätzlich haben Schüler aus Kall den Vorteil, dass wir relativ zentral im Kreis Euskirchen liegen und über drei Bahnanbindungen (Scheven, Kall, Urft) verfügen. Schüler – und sogar noch Studenten in Köln - können problemlos mit Bus oder Bahn pendeln.

Wie lautet Ihr Fazit

Wir sind in Kall auf einem guten Weg. Das Jahr bringt einige Herausfor-derungen mit sich – und so wird es auch die nächsten Jahre bleiben. Aber es gibt auch Chancen für Kall. Wir sind jetzt alle gefragt, nicht zwanghaft nur an dem festzuhalten, was wir kennen. Wenn wir uns öffnen und auch Neues wagen, ist Weiterentwicklung möglich.

Gleichzeitig ist es auch unsere Aufgabe, alle mitzunehmen. Eine Gemeinde Kall weiterzuentwickeln, die ihren Bewohnern Perspektiven bie-tet. Ein Ort, in dem sich alle - junge Familien ebenso wie Senioren, „Alt-eingesessene“ ebenso wie „neue Nachbarn“ – gemeinsam wohlfühlen können und gerne leben.

pp/Agentur ProfiPress


Wie der Betreiber der geplanten „Zentralen Unterbringungseinrichtung“ im Kaller Industriegebiet beim jüngsten „Runden Tisch“ im Rathaus mitteilte, wird in verschiedenen Bereichen noch Personal gesucht. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Noch mehrere freie Stellen

Zentrale Unterbringungseinrichtung im Kaller Industriegebiet: Stellen zur Betreuung der schutzsuchenden Menschen sowie u.a. im Catering- und Reinigungsbereich Kall –

Ende März soll die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Menschen auf der Flucht im Kaller Gewerbegebiet den Betrieb aufnehmen. Wie der Betreiber, der Verein Zukunftsorientierte Förderung (ZOF), beim jüngsten „Runden Tisch“ im Kaller Rathaus mitteilte, werden dafür in verschiedenen Bereichen noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Wie ZOF-Pressesprecher Jan Hündorf berichtete, gibt es noch offene Stellen in den Bereichen soziale Betreuung der Schutz suchenden Menschen, sowie im Catering- und Reinigungsbereich. Als Hausmeister/innen und Krankenpfleger/innen werden jeweils zwei Mitarbeiter gesucht. Im Bereich Sozialbetreuung sollen insgesamt 32 Mitarbeiter beiden Geschlechts eingestellt werden, 24 Stellen wurden bereits mit Menschen aus der Region besetzt, acht sind noch offen. Gesucht werden insbesondere Personen mit pädagogischen oder psychologischen Vorkenntnissen. Im Idealfall, so Jan Hündorf, verfügen die Bewerberinnen und Bewerber auch über Sprachkenntnisse, etwa in arabischer Sprache. Das Catering in der Landeseinrichtung soll die Firma Schubert, ein Caterer mit deutschlandweiter Erfahrung auch in der Flüchtlingsbetreuung, übernehmen, wie Hündorf berichtete. „Zwölf Personen wurden bereits eingestellt, mindestens acht weitere Stellen sind zu vergeben.“ Ebenso auch bei der Reinigungsfirma „Heinzelmännchen“, die noch Personal sucht, zwei Vollzeit- und zwei Stellen mit geringfügiger Beschäftigung. Interessentinnen und Interessenten für die Stellen als Sozialbetreuer/innen, Hausmeister/innen oder Krankenpfleger/innen können ihre Bewerbung via geschützte E-Mail-Adresse als Grafik direkt an den Betreiberverein ZOF e.V. wenden. Das Cateringunternehmen nimmt Bewerbungen unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik entgegen, und die Reinigungsfirma Heinzelmännchen unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik. pp/Agentur ProfiPress


Dr. Gabriele Rünger führte durch eine Ausstellung zur Geschichte der Migration im Kreis Euskirchen. Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

„Vorbilder“ saßen im Publikum

Steinfelder Abend zu den Themen Flucht, Migration und Integration – Finissage der einen und Start der anderen Ausstellung – Fünf junge Menschen mit Migration erzählten ihre Geschichte

Kall-Steinfeld – „Es gab gute Momente und auch welche, die nicht so gut waren“, berichtete die heute16-jährige Marielle beim jüngsten Steinfelder Abend zu den Themen Flucht, Migration und Integration. Die junge Frau kam im Alter von drei Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland und stammt aus einem kleinen Dorf in der westafrikanischen Elfenbeinküste. In der Schule etwa, so die junge Frau seien viele Mitschüler freundlich auf sie zugekommen – einige allerdings auch nicht. Heute ist das kein Thema mehr. Die Euskirchenerin spricht neben Französisch ebenso fließend Deutsch. Sie besucht das St.-Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel und möchte nach dem Abitur Medizin studieren.

Marielle ist voll integriert – sie ist eines der „Vorbilder“, die die Ausstellung „Bingo“ (steht für „Beste Integration“) des Jugendmigrationsdienstes Euskirchen präsentiert. Zehn junge Menschen mit Migrationshintergrund, die es geschafft und den Kreis Euskirchen zu ihrem Zuhause gemacht haben, erzählen auf großflächigen Ausstellungstafeln ihre Geschichte. Die Ausstellung ist aktuell im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg zu sehen. Der Leiter des Jugendmigrationsdienstes, Norbert Weber, war einer der Referenten beim Steinfelder Abend und hatte einige der „Vorbilder“ mitgebracht, ursprünglich stammen sie neben der Elfenbeinküste aus Togo, Russland und Kasachstan. „Ich lerne in meiner täglich Arbeit so viele Vorbilder kennen“, berichtete Weber, „aber man muss sie auch fördern.“ Der Jugendmigrationsdienst bietet unter anderem einjährige Integrationskurse sowie Schulungen für Ehrenamtler an.

Zweite Referentin war die Historikerin Dr. Gabriele Rünger, die zuvor schon durch die Ausstellung „Kommen – Gehen – Bleiben“ zur Geschichte der Migration im Kreis Euskirchen geführt und diese damit beendet hatte. Sechs Wochen lang waren die Exponate im Kreuzgang des Salvatorianerklosters zu sehen gewesen. „Als wir 2012 mit der Recherche zur Ausstellung begonnen haben, konnten wir nicht ahnen, welche Brisanz die Ausstellung heute haben würde“, kommentierte Dr. Rünger mit Bezug auf die Flüchtlingssituation. Hinsichtlich gesellschaftlicher Phänomene sei die Herangehensweise von Historikern eine andere als etwa die von Politikern oder Journalisten: „Wir betrachten sehr lange Zeiträume und hoffen, dass man daraus Lehren ziehen kann.“ Das Thema Migration griff die Historikerin anhand von Ausschnitten aus der deutschen Tragikomödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“ auf. Er thematisiert die Fragen nach Identität und Heimat einer türkischen Gastarbeiterfamilie, die mittlerweile in dritter Generation in Deutschland lebt. Alles begann mit Großvater Hüseyin, der 1964 als 1.000.001. Gastarbeiter nach Deutschland kam…

Das große Interesse zeigte, dass die Themen des Abends – „Flucht, Migration und Integration“ – die Menschen bewegen. So ergaben sich auch nach der Veranstaltung zahlreiche Gespräche.

Beim Steinfelder Abend, einer Veranstaltungsreihe des Hermann-Josef-Kollegs (HJK), präsentierte sich die Schulgemeinschaft als starke Gemeinschaft. Organisiert wurde der Abend diesmal von der ehemaligen HJK-Schülerin Sophie Rutter im Rahmen ihres Praktikums beim Jugendmigrationsdienst. Zahlreiche Lehrkräfte hatten im Vorfeld mitgeholfen, ebenso wie unter anderem Schulleiter Heinrich Latz, sein Stellvertreter Willi Frauenrath und die Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Kanzler an der Veranstaltung teilnahmen. Für das Catering sorgten – gegen Spenden für den Abiball – die Oberstufenschülerinnen Desirée Hübinger-Klinkhammer, Nicki Dederichs und Irena Arndt. Sie präsentierten einleitend auch Textbeiträge zum Thema. Vanessa Malburg berührte mit einer einfühlsamen Interpretation des Stücks „Candle in the wind“. Musikalisch begleiteten ihre Mitschüler Michael Thelen (Akkordeon) und Patrick Kremer (Trompete) den Steinfelder Abend.

pp/Agentur ProfiPress


Annette Fröhlich (2.v.r.) von der Hilfsgruppe Eifel nahm in Vollem Spenden entgegen: Pia Benz (links) übergab 500 Euro von den Mechernicher Künstlern, Joachim Cremer aus Scheven spendete 3.000 Euro anlässlich seines 50. Geburtstags, Mike Trautmann (r.) aus Breitenbenden brachte 300 Euro vom Mülltonnen-Rennteam. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Rekordjahr für die Hilfsgruppe

Der Kaller Förderkreis investierte 2015 rund 380.000 Euro in seine Hilfsprojekte – Willi Greuel bedankte sich bei der Eifeler Bevölkerung für die großzügige Unterstützung – Das Konzert der Bundeswehr-Bigband brachte Erlös von 16.000 Euro

 

 

Kall - Für die Hilfsgruppe Eifel war das Jahr 2015 das erfolgreichste in der nunmehr 24-jährigen Geschichte des Kaller Förderkreises. Wie der Vorsitzende Willi Greuel bei der jüngsten Versammlung im Saal Gier in Kall mitteilte, hat die Eifeler Bevölkerung der Hilfsgruppe 408.000 Euro Spendergelder anvertraut. Das waren rund 60.000 Euro mehr als im Jahr 2014. Für die zahlreichen Hilfs-Projekte seien 2015 knapp 380.000 Euro ausgegeben worden. Greuel: „Das ist alles nur möglich, weil uns die Eifel so treu und großzügig unterstützt.“

Das Benefiz-Konzert der Bundeswehr-Bigband im Dezember in Vogelsang habe einen Erlös von 16.100 Euro erbracht. Wie Greuel mitteilte, wird die Bigband 2017 noch einmal in Vogelsang zugunsten der Hilfsgruppe konzertieren. Und auch das sechste Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters im Januar in Gemünd sei mit einem Erlös von 6277,47 Euro ein großer Erfolg gewesen.

Für das siebte Neujahrs-Benefiz-Konzert mit den Landespolizei-Musikern sei bereits ein Termin vereinbart worden: Es finde am 22. Januar 2017 im Großen Kursaal statt. Wie Willi berichtete, stehe die Hilfsgruppe derzeit in Verbindung mit der Bigband der Telekom, die in der Eifel ebenfalls ein Konzert zugunsten der Hilfsgruppe geben will.

Bei den ersten Monatsversammlungen im Januar in Vollem und im Februar in Kall hatte Willi Greuel Gäste begrüßen können, die Spenden persönlich übergaben. Dies waren im Einzelnen:

Joachim Cremer, Scheven 3.000 Euro, Gemeinschaft einheimischer Künstler Mechernich 500 Euro, Mike Trautmann/Mülltonnenrennen Breitenbenden 300 Euro, Dorfgemeinschaft Lückerath 5.000 Euro, Petra Daniels, Lommersdorf 1.000 Euro, Karnevalsverein Blau-Gelb Sieberath 800 Euro, TV Wißkirchen/Tour de Hoffnung 8.000 Euro, Kinderliedermacher Uwe Reetz 3.260 Euro, Schüler der städtischen Hauptschule Mechernich 194 Euro.

pp/Agentur ProfiPress

Eine Spendenflut wurde der Hilfsgruppe Eifel beim jüngsten Stammtisch im Saal Gier in Kall beschert. Die Baufirma Daniels aus Lommersdorf, der Karnevalsverein Sieberath und die Dorfgemeinschaft Lückerath überbrachten Geld und Schecks. Kathi Greuel (rechts) und Karin Teichmann (links) von der Hilfsgruppe bedankten sich mit Urkunden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Rund 120 Vertreter aus der Tourismus-Branche nahmen am Netzwerktreffen im Kloster Steinfeld teil. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Tourismus-Akteure ziehen an einem Strang

Nordeifel Tourismus GmbH initiierte zweites Netzwerktreffen – Große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region hervorgehoben – Tourismus-Akademie Nordeifel in Vorbereitung

Kall-Steinfeld/Nordeifel – Um die touristische Weiterentwicklung der Region ging es beim zweiten Tourismus-Netzwerktreffen, zu dem die Nordeifel Tourismus GmbH (NET) in das Kloster Steinfeld eingeladen hatte. Fast 120 Teilnehmer konnten NET-Geschäftsführerin Iris Poth, Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher und Christoph Böhnke, der Leiter des neuen Gästehauses im Kloster Steinfeld, begrüßen. Das waren deutlich mehr in der Branche tätige Protagonisten als beim ersten Treffen vor einem Jahr. Damals hatten 80 Vertreter aus Hotellerie, Gastronomie und Betreiber von Ferienunterkünften sowie Verantwortliche von Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Tourist-Informationen teilgenommen.

Mit einigen eindrucksvollen Zahlen stellte Iris Poth heraus, wie groß die wirtschaftliche Bedeutung der Tourismusbranche für die Nordeifel ist: Im Jahr 2014 lag der Bruttoumsatz durch Tages- und Übernachtungsgäste bei 262,5 Millionen Euro, davon rund 92 Millionen Euro durch Übernachtungsgäste. Leicht rückläufig, „aber dennoch als stabil zu bezeichnen“, so Iris Poth, seien die Übernachtungszahlen für das Jahr 2015 mit 1,3 Millionen Übernachtungen. „Die Eifel ist ein attraktives und beliebtes Reiseziel, die Chancen für einen nachhaltigen Aufschwung in der Tourismusbranche der Region sind hervorragend “, so die NET-Geschäftsführerin.

Dass nicht nur das Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe davon profitiere, stellte Bürgermeister Herbert Radermacher in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der NET-Gesellschafterversammlung heraus. „Wirtschaftliche Effekte lassen sich auch für Einzelhandel und Dienstleistungen und damit auch für die Kommunen ableiten“, hob er hervor. Die Anstrengungen der NET, die touristischen Leistungsträger zusammenzubringen, um gemeinsam an Qualität und Marketing des Eifel-Tourismus zu arbeiten, bezeichnete er als „A und O“, wenn es darum gehe, die Region nach vorne zu bringen. „Jede Ferienwohnung, jedes touristische Angebot“, so Radermacher, stärke die Region. In Bezug auf die NET als wichtiger Koordinatorin erklärte er: „Wir hoffen, dass in diesem Jahr die letzte Kreiskommune ihren offiziellen Beitritt erklärt.“

„Wo wir stehen, wohin wir wollen, welche Wege wir gehen“ war der Impulsvortrag überschrieben. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Patrick Schmidder und der Produktmanagerin Christina Schliebach stellte Iris Poth die Strategie der NET für die nächsten Jahre vor. Prämisse müsse sein, die Erlebnisregion stets aus der Brille des Gastes zu sehen. „Jeder touristische Leistungsträger muss regelmäßig sein Angebot überprüfen und weiterentwickeln.“ So gelte es, weiterhin an der Zufriedenheit der Gäste zu arbeiten. Denn obwohl Bekanntheits- und Sympathiegrad durchaus hoch seien, seien Weiterempfehlungsbereitschaft und Wiederbesuchsabsicht im NRW-Vergleich unterdurchschnittlich, wie eine Marktforschung für das Jahr 2014 ergeben habe. Hier gelte es unter anderem, in Zusammenarbeit mit Gastronomie und Hotellerie an der Familienfreundlichkeit zu arbeiten, betonten die Tourismus-Experten in Steinfeld.

„Wir sehen uns zukünftig noch mehr in der Rolle des Beraters“, sagte Patrick Schmidder. Neben der Ausweitung der bereits regelmäßig stattfindenden Beratertage ist die „Tourismus-Akademie Nordeifel“ in Vorbereitung, die 2017 mit einem Seminarprogramm starten soll. Darüber hinaus ist in Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen das Wanderprojekt „Wanderwelt der Zukunft“ geplant. Auch das Thema Kultur und Tourismus will man ausbauen. So ist vorgesehen, die Veranstaltungsreihe „Kultur bei Nacht“ stärker zu fokussieren und Themenschwerpunkte wie Musik oder Kunst zu setzen.

Beim Rundgang mit Christoph Böhnke durch das im Sommer 2015 eröffnete Gästehaus des Klosters Steinfeld zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt vom gelungenen neuen Nutzungskonzept der klösterlichen Anlage. „Einmalig für die Region“ und „mehr als ein glücklicher Umstand“ nannte Bürgermeister Radermacher das, was dank des Engagements der Familie Scheidtweiler dort entstanden sei. „Die Ausstattung ist elegant und zurückhaltend. Es ist der gelungen, den Geist des alten Gemäuers zu erhalten“, lobte ein Teilnehmer.

pp/Agentur ProfiPress


Schon seit mehr als 15 Jahren wirbt die Kaller Feuerwehr bei Veranstaltungen für die Installation von Rauchmeldern in Privatwohnungen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Feuerwehr warnt vor Betrügern

Vize-Kreisbrandmeister Harald Heinen warnt vor falschen Kontrolleuren – Trickbetrüger geben sich als Wehrleute aus und verschaffen sich so Zutritt zu Wohnungen –79-Jährigen wurden Bargeld und Schmuck gestohlen Kall -


Alarm schlägt Harald Heinen, der stellvertretende Kreisbrandmeister und Leiter der Kaller Gemeindefeuerwehr: Er warnt vor Trick-Betrügern, die derzeit in einigen Bundesländern in Sachen Rauchmelder ihr Unwesen treiben. In mehreren Fällen haben sich Betrüger als Feuerwehrleute ausgegeben die angeblich die Erfüllung der gesetzlichen Rauchmelder-Pflicht überprüfen müssten. Mit diesem Trick, so Harald Heinen, haben sich die angeblichen Rauchmelder-Kontrolleure mehrfach Zutritt zu Wohnungen verschafft. In einem Fall in Bremen wurden einer 79-jährigen Rentnerin Schmuck und Bargeld gestohlen. Auch wenn in Nordrhein-Westfalen derartige Trickbetrügereien bislang noch nicht bekannt geworden sind, möchte Vize-Kreisbrandmeister Harald Heinen frühzeitig vor der Masche der falschen Kontrolleure warnen. Heinen: „Die Feuerwehr hat keinen Auftrag, die Einhaltung der Rauchmelder-Pflicht zu kontrollieren“. Sollten sich dennoch angebliche Kontrolleure an der Haustür melden, rät Heinen, den falschen Feuerwehrleuten den Zutritt zur Wohnung zu verwehren und stattdessen die Polizei zu benachrichtigen. „Rauchmelder retten Leben“, lautet seit vielen Jahren das Credo der Gemeindefeuerwehr Kall. Schon lange bevor der Gesetzgeber in Nordrhein Westfalen zum 1. April 2013 die Rauchmelder-Pflicht für Neu- und Umbauten einführte, warb die Feuerwehr für die Installation der lebensrettenden Rauchmelder in Privathäusern. Die Tatsache, dass jedes Jahr in Deutschland Hunderte Menschen in ihren eigenen Wohnungen durch Rauchgas ums Leben kommen, hat die Kaller Feuerwehr bereits vor mehr als 15 Jahren veranlasst, bei ihren Veranstaltungen über die lebensrettende Wirkung von Rauchmeldern, die beim Auftreten von Rauchentwicklungen in Wohnräumen Alarm schlagen, zu informieren. Bezüglich der allgemeinen Rauchmelder-Pflicht in Nordrhein-Westfalen weist Wehrleiter Heinen darauf hin, dass die Installation der Melder seit dem 1. April 2013 zunächst für Neubauten gilt. Doch auch in bestehenden Bauten werde die Montage der Lebensretter ab dem 1. Januar nächsten Jahres in NRW Pflicht. Das heißt, dass Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, mit mindestens einem Rauchmelder ausgestattet sein müssen. Für die Montage der Geräte sei der Hauseigentümer zuständig, für die Wartung der Geräte hingegen der Vermieter. Die Entscheidung über die Einführung der Rauchmelder-Pflicht obliegt den einzelnen Bundesländern. Bis 2004, als die Bundesländer Schleswig-Holstein und Saarland Vorreiter wurden, gab es in keinem der 16 Bundesländer ein derartiges Gesetz für Neubauten. Inzwischen haben 13 Länder die Rauchmelder-Pflicht in ihren Landesbauordnungen festgeschrieben. Wer einen Rauchmelder sucht, sollte nur geprüfte Modelle kaufen, rät Feuerwehrexperte Harald Heinen. Diese Melder tragen entweder das Zeichen „GS“ für geprüfte Sicherheit, das „CE“ als Konformitätszeichen der EU oder das „VdS“-Zeichen als Prüfzeichen des Verbandes der Sachversicherer. Aktuell gibt auch ein neues „Q“-Prüfzeichen. Mit diesem „Q“ in Verbindung mit dem „VdS“-Prüfzeichen zeichnet einen hochwertigen Rauchmelder aus. Dadurch kann der Käufer sich natürlich sicher sein, ein Gerät, das wenig Fehlalarme auslöst, eine geprüfte lange Lebensdauer hat und eine erhöhte Stabilität aufweist. Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Den Pokal der Gemeinde Kall für die beste Theoriearbeit überreichte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Michael Heller an die Wettbewerbssiegerin Sonja Skrupel. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Heller überreichte den Pokal

Wettbewerb der gastronomischen Ausbildungsberufe im Berufskolleg - Auszeichnung der Gemeinde Kall für die beste Theoretikerin – Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Michael Heller am Siegertisch

 

Kall - Es ist seit nunmehr 38 Jahren im Kaller Berufskolleg Eifel ein großes Ereignis, wenn der Dehoga Nordrhein, der Club der Köche (CdK) Nordeifel und die Eifeler Sektion des Verbandes der Serviermeister, Restaurant- und Hotelfachkräfte (VSR) den regionalen Jugendwettbewerb in den gastronomischen Ausbildungsberufen ausrichtet. Der Wettbewerb endet traditionell mit einem festlichen Prüfungsessen, zu dem die Ausbildungsbetriebe und Ehrengäste eingeladen sind. Bei diesem Essen werden für die Köche sowie für die Restaurant- und Hotelkräfte die letzten Punkte vergeben.

 

Auch die Gemeinde Kall ist beim Wettbewerb mit in die Siegerehrung involviert, seit der damalige Bürgermeister Hans Kaiser (von 1997 bis 2007) vor der Jahrtausendwende einen großen Wanderpokal gestiftet hatte, der an den Azubi verliehen wird, der beim regionalen Wettbewerb die beste theoretische Leistung erbracht hat.

 

Der ehemalige Gemeindedirektor Wilfried Schölch (von 1995 bis 1999) hatte als Gast zweimal das Glück, beim Prüfungsessen am Siegertisch gesessen zu haben. Beim jetzigen Wettbewerb wollte es der Zufall, dass der Allgemeine Vertreter von Bürgermeister Herbert Radermacher, Michael Heller, an dem Tisch saß, für den die angehende Köchin Sonja Skrupel gekocht und damit den ersten Platz belegt hatte. Die junge Köchin, die in der Dürener Arena bei Küchenmeister Walter Schütz ihre Ausbildung absolviert, entpuppte sich auch als beste Theoretikerin des Wettbewerbs, so dass Michal Heller ihr später bei der Siegerehrung den Wanderpokal der Gemeinde Kall überreichen konnte.

 

25 von 60 Azubis der gastronomischen Berufsgruppen im dritten Lehrjahr hatten sich bei theoretischen Vorentscheiden am Berufskolleg Eifel in Kall und am Nelly-Pütz Berufskolleg in Düren für den Wettbewerb um die regionale Jugendmeisterschaft in Kall qualifiziert. Dort konnten sie sich für die Bezirks-Meisterschaft qualifizieren, die im April in Düren stattfindet. Als beste Köchin hat sich Sonja Skrupel für die Teilnahme am Landesentscheid um den Rudolf-Achenbach-Preis qualifizieren, der im April in Meschede stattfindet.

 

Am Ende des Wettbewerbs flossen sogar Tränen: Bei den einen Azubis, weil sie als Sieger des Wettbewerbs gefeiert wurden, bei den anderen, weil sie sich ein besseres Ergebnis versprochen hatten. Dehoga-Geschäftsführer Christoph Becker bescheinigte jedoch allen Wettbewerbs-Teilnehmern einen hohen Leistungstand. Die Ergebnisse seien allesamt recht knapp ausgefallen. Ein großes Kompliment erhielten die Eifeler Azubis von der Vorsitzenden des Landesberufsbildungs-Ausschusses Doris Haas aus Königswinter: Die jungen Azubis hätten sich sehr engagiert gezeigt.

 

Die Restaurantfachkräfte (Refas) mussten Fehler auf einem gedeckten Tisch erkennen, sie mussten Poularden tranchieren und Rumkirchen flambieren. Für das abendliche Prüfungsessen gehörte das Eindecken der Tische zu ihren Aufgaben. Dabei galt es acht verschiedene Serviettenformen zu brechen. Von den Hotelfachkräften (Hofas) wurde das Bügeln eines Hemdes sowie auch das Annähen eines Knopfes abverlangt. Weitere Aufgaben waren das Erkennen eines Fehlertisches, das Anfertigen eines Blumengestecks sowie die Gestaltung der Menükarten. Am Abend mussten Refas und Hofas das von den Köchen zubereitete Vier-Gang-Menü an den Tischen der Gäste servieren.

 

Zum Wettbewerb der Köche gehörte der Entwurf eines Vier-Gang-Menüs aus einem vorgegebenen Warenkorb. Dabei war die Verwendung der Hauptkomponenten Lachs und Zander, Rote Bete, Kalbstafelspitz, Schwarzwurzeln, Orangen und Joghurt vorgegeben. In allen Berufsgruppen bewertete eine Jury aus Fachmeistern die Arbeitsgänge der Azubis. Der Wettbewerb wurde von Sven Harms geleitet. Harms, heute Objektleiter bei der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung, war 1998 in Kall Sieger des Jugendwettbewerbs bei den Refas. Er gewann damals den Wanderpokal der Gemeinde Kall und später die Landesmeisterschaft. Ein Jahr später nahm Harms erfolgreich an der Weltmeisterschaft in Kanada teil.

Gewinnerin bei den Köchen wurde Sonja Skrupel (Arena Düren) vor Jan Hendricks Wolfgarten (Restaurant Schloss Schleiden) und Carola Dusend (Tagungshotel „Eifelkern“ Schleiden). Bei den „Refas“ siegte Margit Mossakowski (Tagungshotel „Berghof“ Bad Münstereifel) vor Antonios Antoniadis (Gastronomisches Ausbildungszentrum Nideggen) und Samira Ruppelt (Arena Düren).

 

Sieger bei den Hofas wurde Katrin Schmidt (Landhotel „Kallbachtal“ Simonskall) vor Sandra Pritzl (Hotel „Zum alten Forsthaus“ Hürtgenwald) und Saskia Marx (Hotel „Paulushof“ Simmerath). Einen Wanderpokal der Kreissparkasse Euskirchen für die beste praktische Arbeit überreichte Helmut Habscheid an Samira Rupelt (Arena Düren). Gewinner des Hygienepreises wurde Jan Hendrick Wolfgarten vom Restaurant Schloss Schleiden.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


In Rollenspielen – und mit viel Spaß - lernen die Kursteilnehmer nicht nur wichtige Vokabeln für konkrete Situationen wie hier dem Einkauf in der Apotheke. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Jeder kann unterstützen

Vielseitiges Engagement der Kaller Flüchtlingshilfe – Betreuung, Sprachkurse, Lesepaten, Kleiderkammer und viele Einzelaktionen – Manpower gesucht, um Spenden wird gebeten – Auch Bürgermeister bittet um Mithilfe

 

Kall – Freitagabend im Kaller Pfarrheim: „Ich habe Husten. Ich brauche Hustensaft. Können Sie mir helfen, bitte?“ Das fragt der Syrer Iyad einen anderen jungen Mann beim „Sprachkurs mit Aktion“ der Kaller Flüchtlingshilfe im Pfarrheim. Dabei muss er ein bisschen schmunzeln, schließlich ist er selbst in der „realen Welt“ studierter Pharmazeut. Sein Gegenüber sucht den Hustensaft aus einer Reihe von Medikamenten: „Bitte, hier. Das ist der Hustensaft.“ Die beiden verabschieden sich und wünschen sich einen schönen Tag.

 

Spaß und viel

Praxisbezug

 

Was mit viel Spaß verbunden ist, könnte gleichzeitig lebenspraktischer nicht sein. Anhand konkreter Situationen und mit Rollenspielen trainierte Dorothea Muysers von der Flüchtlingshilfe Kall mit den jungen Menschen, die alle im Kaller Gemeindegebiet leben und bereits mehr oder weniger gut Deutsch sprechen, (nicht nur) Sprache. Diesmal drehte sich alles um Gesundheit und Apotheke. „Wenn es nicht so schlimm ist, kann man direkt in die Apotheke gehen“, erklärte sie, „aber manche Medikamente muss der Arzt verschreiben. Dann erhält man ein Rezept, das man in der Apotheke abgeben muss.“ Und auch das wird durchgespielt. Iyad nimmt ein rosafarbenes Rezept, liest es sich durch und geht erneut „zur Apotheke“.

 

Zuvor hatte die Gruppe zur Vertiefung den Stoff der vergangenen Stunde wiederholt. Auch da war es um ein Rezept gegangen – und zwar um ein Kochrezept. „Gekocht“ wurde „schnelle Tomatensuppe“, alle Zutaten lagen auf dem imaginären Küchentisch bzw. im „Geschäft“, dort versehen mit Preis und Gewichtsangabe. Einige Männer „kauften ein“ und „kochten“, während andere die entsprechenden Passagen aus dem Rezept lasen. Selbst einen Essplatz mit verschiedenen Tellern, Serviette und Besteck gab es – und damit verbunden viele Wörter, die „zum Anfassen“ gelernt wurden. Die meisten der Teilnehmer besuchen tagsüber parallel einen Intensivsprachkurs.

 

Samstagmorgen im ehemaligen Sägewerk in Sötenich: Die Kallerin Elisabeth Gerstein kommt mit einer syrischen Familie, die sie ehrenamtlich betreut, ins Spendenlager der Flüchtlingshilfe. Normalerweise werden samstags nur Spenden angenommen, aber die Familie zieht um, daher gibt es eine Ausnahme. Allerdings gilt auch diesmal: Die Ausgabe von Spenden wie Kleidern, Bettwäsche, Küchen- und Elektroartikeln erfolgt nur an neue Mitbürger, die gemeinsam mit Betreuern kommen. So behalten die zuständigen Ehrenamtler den Überblick und können auch ausschließen, dass Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird. Gemanagt und betreut wird das Lager von einer Gruppe um die Kallerin Kerstin Schneider. Die Ehrenamtler leben alle im Kaller Gemeindegebiet, auch Ali, der aus dem Irak geflohen ist und zwei Mal in der Woche mit anpackt.

 

Kerstin Schneider und ihre Damen haben das Lager perfekt organisiert. Dazu sind sie mindestens zwei Mal in der Woche vor Ort. Alles ist fein säuberlich sortiert, Kisten beschriftet. In einem neuen Container, den die Gemeinde Kall neben dem Gebäude installiert hat und gerade auf Vordermann bringt, soll ein eigener Bereich mit sichtgeschützter Umkleidekabine für Frauen und Kinder entstehen.

 

Um Spenden

wird gebeten

 

Aktuell bittet das Team der Flüchtlingshilfe wieder die Bevölkerung um Unterstützung. Kerstin Schneider: „Wir sind auf die Mithilfe der Kaller angewiesen und bedanken uns schon jetzt ganz herzlich.“

 

Im Lager werden insbesondere Pfannen, Töpfe und andere Küchenutensilien benötigt, ebenso kleine Elektrogeräte, Receiver und SAT-Schüsseln. Schneider: „Für den Frühling suchen wird noch Männerkleidung in kleinen Größen (Größe „S“ oder Kindergröße 176).“ Darüber hinaus besteht Bedarf an Fahrrädern und Kleinmöbeln. Spenden können immer samstags von 10 bis 12 Uhr im Sötenicher Lager auf dem Gelände des ehemaligen Zementwerks abgegeben werden. Bei Möbelspenden bittet das Helferteam um vorige Absprache.

 

Jeder kann

mithelfen

 

Die Kaller Flüchtlingshilfe sucht weiter Verstärkung. Gesucht werden unter anderem Menschen, die ein Haus, eine Familie oder Einzelpersonen betreuen und Lesepaten. Eine Möglichkeit, die Flüchtlingshilfe und viele der neuen Mitbürger unverbindlich kennenzulernen, bietet sich jeweils dienstags und donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr im Rahmen der „Internationalen Sprechstunde“ im Kaller Pfarrheim. Interessierte können sich über geschützte E-Mail-Adresse als Grafik auch per Mail an die Flüchtlingshilfe wenden. Bürgermeister Herbert Radermacher bittet um Mithilfe: „Jede Spende, jede Hilfe, egal in welchem Umfang, ist willkommen und wirklich wichtig“,

pp/Agentur ProfiPress


Die Abschlussveranstaltung zur diesjährigen Winterlaufserie findet am Sonntag, 6. März, in Kall statt. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Laufen für den guten Zweck

Abschlussveranstaltung zur Winterlaufserie am Sonntag, 6. März, in Kall – Statt Teilnahmebeitrag Spende an die Hilfsgruppe Eifel - FC Keldenich organisiert, ene ist Gastgeber – Erstmals auch kürzere Laufstrecken für Einsteiger und Jugendliche – Schülerlauf in Kooperation mit der Nikolaus-Schule und Walking-Strecke

Kall – Fünf Vereine aus der Region, der FC Keldenich, der VfL Kommern, das Tribea Team Marmagen sowie der TVE Bad Münstereifel und erstmals auch der TV Mahlberg, tragen die 8. Wintertrainingslaufserie aus. Die Läufe sind keine Wettkämpfe; der Trainingseffekt mit Erfahrungsaustausch steht im Vordergrund.

Wie bereits erfolgreich im vergangenen Jahr, findet auch jetzt die abschließende Veranstaltung, die vom FC Keldenich organisiert wird, in Kall statt. Gastgeber ist die Energie Nordeifel (ene), Hindenburgstr. 13, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Erstmals bieten die Organisatoren in diesem Winter kürzere Strecken für Einsteiger und Jugendliche an. In Kall findet in Kooperation mit der Nikolaus-Schule zudem ein Schülerlauf statt.

Angeboten werden geführte Laufstrecken von etwa fünf, zehn, 14 und 22 Kilometern sowie eine Walkingstrecke über zehn Kilometer. „Das breite Angebot wird jedem Teilnehmer gerecht. Jeder kann sich die Lauflänge und sein Lauftempo aussuchen, d.h. es sind ambitionierte und Spaßläufer willkommen“, so die Veranstalter. Nach den Läufen stehen Umkleiden mit Duschen sowie Snacks und Getränken für die Teilnehmer bereit.

Die gesamte Laufserie dient dem guten Zweck. Die Teilnahme ist kostenlos, es wird jedoch um eine Spende von 2 Euro bzw. 1 Euro für Jugendliche zugunsten der Hilfsgruppe Eifel gebeten. Die gesammelten Gelder werden von den Sponsoren aufgestockt.

Die Veranstaltung beginnt um 9.55 Uhr im Kulturraum der ene mit der Begrüßung der Aktiven und Informationen zu den Strecken. Um 10.10 Uhr startet der 22-Kilometer-Lauf, um 10.15 Uhr der 14-Kilometer-Lauf, um 10.20 Uhr der 10-Kilometer-Lauf, 10.25 Uhr geht es auf die 10 –Kilometer-Strecke für Walker, und ab 10.45 Uhr startet an der Nikolaus-Schule der Fünf-Kilometer-Lauf Schüler/Jedermann.

Anschließend findet im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Kulturraum der KEV/ene in Kall gemeinsam mit allen Teilnehmern die feierliche Übergabe des Gesamtspendenbetrages an die Hilfsgruppe Eifel statt. Auch Begleitpersonen sind dabei herzlich willkommen. Bis zur Auszählung und Bekanntgabe des Spendenbeitrags sorgt Livemusik für Unterhaltung.

Weitere Informationen gibt es unter: www.keldenich.wordpress.com/winterlaufserie/nordeifel-lauf-2016/

pp/Agentur ProfiPress


Zum ersten „Runden Tisch“ zur geplanten Einrichtung des Landes NRW zur übergangsweisen Unterbringung von Asylbewerbern im Kaller Gewerbegebiet II traf man sich im Kaller Ratssaal. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Betrieb soll im März starten

Bezirksregierung Köln und Betreiberfirma informierten am ersten „Runden Tisch“ im Kaller Rathaus: Vorbereitungen für Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Asylbewerber im Kaller Industriegebiet II laufen

Kall – Die Bezirksregierung Köln richtet im Kaller Industriegebiet II eine so genannte „Zentrale Unterbringungseinrichtung“ (ZUE) des Landes NRW für Asylbewerber ein. Wie genau diese Unterkunft aussehen und organisiert sein soll, darüber hatten die Bezirksregierung Köln und der gemeinnützige Verein „ZOF“ (ZukunftsOrientierteFörderung) als Betreiber der Einrichtung im Dezember 2015 in der Kaller Bürgerhalle informiert.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch vereinbart, dass künftig regelmäßig ein Runder Tisch zusammenkommen soll, an dem sich unter anderem die Bezirksregierung, die Einrichtungsleitung, die benachbarten Firmeninhaber und die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Kall mit der Verwaltung treffen und austauschen wollen. Dieses Gremium hat nun erstmals im Kaller Ratssaal getagt, Bürgermeister Herbert Radermacher moderierte das Treffen.

Zu Beginn fasste Cengiz Yildrim von der Bezirksregierung kurz die Fakten zusammen: „Die Einrichtung mit bis zu 500 Plätzen soll im März den Betrieb aufnehmen.“ Allerdings, ergänzte er, werde die ZUE nicht von Beginn an 500 Menschen aufnehmen, sondern „das wird schrittweise umgesetzt“. Der Mietvertag soll über drei Jahre laufen und bietet die Option auf eine zweijährige Verlängerung. Bevor die ersten Bewohner einziehen, so Yildrim, soll es für alle interessierten Bürger und insbesondere auch die benachbarten Unternehmer die Möglichkeit geben, die Einrichtung zu besichtigen.

Beim „Runden Tisch“ stellten sich neben Ralf Caron, der als Mitarbeiter der Bezirksregierung in der Einrichtung arbeiten wird, auch der künftige Einrichtungsleiter Gezim Boja und der ZOF-Geschäftsführer Deniz Aksen sowie Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens „MTS Security“ vor. Bezogen auf die Umbauarbeiten in dem Gebäude, in dem früher eine Glasfabrik untergebracht war, sagte Aksen: „Das ist wie ein Haus, das bezugsfertig gemacht wird – und dieses Haus wir am 15. März fertig sein.“

Der ZOF e.V. betreibt im Auftrag der Bezirksregierung mehrere Landeseinrichtungen für Asylbewerber, unter anderem in Euskirchen und Monschau. Den Kommunen entstehen durch die ZUE’s keine Kosten, auch die Betreuung der Menschen ist über das Land, das den Auftrag im Fall Kall an den ZOF e.V. vergeben hat, gesichert.

In den Zentralen Unterkünften bleiben die Menschen in der Regel nur so lange, bis sie einer Kommune zugewiesen werden. Sie sollen nach der meist sehr beschwerlichen und oft gefährlichen Flucht erstmals zur Ruhe kommen. In der Einrichtung sollen eine Kita und eine Kleiderkammer eingerichtet werden, Sprachunterricht und Freizeitangebote sind geplant. Auch Krankenschwestern sind tagsüber vor Ort, Ärzte wie der Kaller Internist Dr. Manfred Wolter bieten in ZUEs ehrenamtliche Sprechstunden an.

Ein Caterer wird die Menschen mit drei Mahlzeiten am Tag und ausreichend Getränken versorgen. Dies hörte Erwin Müller, der Vorsitzende der Kaller Tafel, beim Runden Tisch mit Erleichterung, denn die Tafel sei derzeit voll ausgelastet. Gemeinsam mit der Kaller Verwaltung soll nun ein Ausweissystem installiert werden, anhand dessen Tafel-Mitarbeiter die in Kall und den Außenorten lebenden Flüchtlinge, die Kunden der Tafel sind, von denen unterscheiden können, die übergangsweise in der ZUE leben und dort versorgt werden.

Derzeit gehe es in der künftigen ZUE unter anderem um die Aufteilung der Räume, das Verlegen von Anschlüssen und auch die Sicherheitskonzepte. Die Inhaberin einer benachbarten Tankstelle sagte, sie sei irritiert, dass man seitens der Bezirksregierung noch nicht auf sie zugekommen sei. Es gehe darum, vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen zu besprechen. Gleichzeitig betonte sie: „Das ist meine einzige Sorge – wegen der Flüchtlinge habe ich keine Sorge.“ Polizeihauptkommissar Volker John, Leiter der Polizeiwache Schleiden, versicherte ihr, dass sie „bald Besuch erhalten“ werde. Sowohl in Bezug auf den Brandschutz, so John, als auch auf alle anderen Krisenfälle würden alle möglichen Szenarien durchgespielt und Notfallpläne erarbeitet: „Dabei werden natürlich auch die benachbarten Unternehmer mit einbezogen.“

Der Runde Tisch soll künftig alle vier bis sechs Wochen tagen. „Im nächsten Schritt geht es jetzt darum, konkrete Aufgaben zu verteilen – und schließlich den Alltag zu managen“, so Bürgermeister Herbert Radermacher. Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Stephan Kohl, bat darum, künftig noch weitere direkte Nachbarn der Einrichtung hinzuzuladen, zudem sollen Vertreter der Kirchen eingeladen werden. Die „ZOF“-Mitarbeiter baten darum, auch Vertreter der Sportvereine anzufragen.

Michael Heller, Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Herbert Radermacher, gab der Bezirksregierung mit auf den Weg, Wege zu finden, dass die in der ZUE untergebrachten Asylbewerber über das Land haftpflichtversichert werden. Für die der Gemeinde Kall zugewiesenen und hier lebenden Flüchtlinge ist dies über die Kommune gewährleistet. Die Tankstellenbesitzerin schließlich hatte noch einen Vorschlag, der für viel Zustimmung sorgte: „Vielleicht könnten der ÖPNV (öffentliche Personennahverkehr) künftig das Gewerbegebiet anfahren – damit wäre auch den dort Beschäftigten geholfen.“

Deniz Aksen legte der Kaller Bevölkerung ans Herz, sich bald selbst ein Bild von der Einrichtung zu machen. „Jeder ist bei uns willkommen, um die Menschen kennenzulernen oder auch ehrenamtlich mitzuarbeiten.“ Er hofft auf eine enge Zusammenarbeit mit den Kallern, die ihm neben der Verwaltung auch Hartmut Kieven von der Flüchtlingshilfe zusagte. Kieven: „Wir sollten uns so schnell wie möglich auch in kleiner Runde zusammensetzen.“ Rolf Schneider, Geschäftsführer des Caritasverbands für die Region Eifel fand die passenden Abschlussworte: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Wenn wir uns regelmäßig zusammensetzen und sprechen, werden wir gute Lösungen finden – und das wird auch der Gemeinde Kall gut zu Gesicht stehen.“

pp/Agentur ProfiPress

Hintergund:

Schutzsuchende Menschen, die in Deutschland ankommen, werden zunächst in einer Erstunterkunft untergebracht, wo sie registriert und gesundheitlich gecheckt werden. Anschließend kommen sie in eine ZUE, wo sie vier bis sechs Wochen bleiben und zum ersten Mal nach der meist sehr belastenden Flucht zur Ruhe kommen sollen.

Anschließend verteilt die dafür zuständige Bezirksregierung Arnsberg die Menschen auf die einzelnen Kommunen – wo sie in der Regel dauerhaft bzw. mindestens so lange bleiben, bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Die Verteilung erfolgt über einen Schlüssel, der sich an Fläche und Einwohnerzahl der Städte und Gemeinden orientiert. In Kall leben derzeit gut 220 Flüchtlinge in dieser „dritten Stufe“. Für sie ist die Gemeinde zuständig, betreut werden die „neuen Nachbarn“ über die (ehrenamtliche) Flüchtlingshilfe Kall – und somit insbesondere Kaller Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren.

pp/Agentur ProfiPress


Mit vollen Händen brachte Prinzessin Maike I. (Wilkens) Pralinen und sonstige Süßigkeiten unters Kaller Narrenvolk. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Bunte Narrenparade in Kall

Wettergott hatte Einsehen mit den Jecken - Karnevalszug der „Löstige Bröder“ mit vielen Höhepunkten – 28 Wagen und Gruppen zogen durch den Ort – Vorjahresprinz nahm die

Kreisverkehre aufs Korn – Fernseh-Team begleitete Prinzessin - Kinderprinzenpaar als „Kamellen-Schleuder“

 

Kall – Noch bunter geht fast nicht mehr: Der große „Zoch“, den der Karnevalsverein „Löstige Bröder“ am Karnevalssonntag den Jecken in Kall bot, war voller Farbenpracht. Dabei hatte es Stunden zuvor nicht danach ausgesehen, dass die Zugteilnehmer und Zuschauer an den Straßenrändern die Sonne zu Gesicht bekämen. Doch der Wettergott zeigte Einsehen mit den Kallern: Der Zoch ging über die Bühne, ohne dass ein Tropfen Regen die Stimmung hätte beeinträchtigen können. Zeitweise schaute sogar die Sonne aus den Wolken hervor. Für zünftige Musik im Zoch sorgten der Spielmannszug aus Wahlen sowie die Musikkapellen aus Kall und Keldenich.

 

Wegen der Bauarbeiten in der Kölner Straße war der Zugweg in diesem Jahr etwas kürzer. Der närrische Lindwurm nahm seine Aufstellung auf der Gemünder Straße am Ortseingang. Um den Überblick in der Aufstellungszone zwischen Ortseingang und Kläranlage zu behalten, bediente sich Zugleiter Kalle Haseleu bis zum Start des Zuges eines Drahtesels, um radelnd zwischen Zuganfang und -ende zu pendeln. Um Punkt 14 Uhr dann gab Haseleu den Startschuss zum „Zoch“, an dem 28 Wagen und Gruppen teilnahmen.

 

Zuvor hatten die Kaller Prinzessin Maike I. (Wilkens) sowie das Kinderprinzenpaar Maximilian I. (Brucker) und Dana-Marie I. (Walber) die Plätze auf ihren prunkvollen Wagen eingenommen, um den stattlichen Umzug, der an ihnen vorbeizog bewundern zu können. Als „letzte Wagen“ schlossen sich die Tollitäten anschließend dem Zug an. Prinzessin Maike hatte zudem ein Fernsehteam des WDR an ihrer Seite, das sie den ganzen Tag begleitete.

 

Mit „Drachen“ und dem Musikkorps eröffnete der Spielmannszug Wahlen das Narrenspektakel. Nach dem Motto „je oller, je doller“ folgte eine Gruppe der Kaller Lebenshilfe. Auch die Nordeifelwerkstätten waren mit einem tollen Wagen vertreten, auf dem die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn glossiert wurde. Mit einem riesigen Disko-Wagen sorgten Superhelden der KG Schleidener Tal für Partystimmung. Mit gleich drei Wagen war die Schevener KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“ in Kall mit von der Partie. Das Dreigestirn mit Prinz Joachim I., Jungfrau Haralda I. und Bauer Rene I. sowie die Jugendprinzessin Daria I. wurde vom Elferrat und dem Präsidium der Schevener Jecken begleitet.

 

Aus den „Vereinigten Staaten“ Gillenberg, Diefenbach und Steinfelderheistert war das Dreigestirn Elke I., Bella I. und Ela I. mit einem schmucken Wagen zum Umzug nach Kall gekommen.

 

Eine besonders schöne und bunte Truppe bildeten die 35 Mainzelmännchen des Eier- und Hühnerclubs (EHC) aus Straßbüsch, die unter dem Motto „Decke Kopp – na und?“ im Zug mitgingen. Auf einem Wagen aus Golbach wurde an die bekannten Streiche der Märchenfiguren Max und Moritz erinnert. Themen wie Après-Ski, eine rollende Beach-Bar, das Dschungelbuch oder sportliche Clowns rundeten das bunte Bild des närrischen Lindwurms ab. Natürlich kam auch das 50-jährige Jubiläum der Kallbachmücken im Umzug nicht zu kurz.

 

Schon seit Jahren fester Bestandteil des Kaller Zochs ist das von Britta Limburger angeführte Team des dm-Marktes, das in diesem Jahr als Schlümpfe verkleidet mitzog. Eine weitere Gruppe mit „Kaller Schlümpfen“ war von Claudia Nöthen mobilisiert worden. Mit einer Gruppe „Rennfahrer“ nahm Vorjahresprinz Hans Lambert die „Vier Ringe von Kall“ aufs Korn. Lambert & Co glossierten damit das Kaller Dauerthema Kreisverkehre auf besonders lustige Weise. Den ganzen Zug über trugen die Rennfahrer ihre hölzernen Autos durch Kall.

 

Stärkste Gruppe im Zug war mit 50 Akteuren der Verein Shotokan Karate Do, dessen Mitglieder als Matrosen verkleidet waren. Die Holzfäller des Jugendclub Sistig waren mit 35 Personen und einem großen Wagen im Zug vertreten. Eine Gruppe um Kathrin Poganski hatte sich als Pommes-Tüten kostümiert: Sie glossierte den McDonalds-„Drive-in“ im Kaller Gewerbegebiet.

 

Den Abschluss des Zuges bildete traditionell der örtliche Karnevalsverein mit Prinzengarde und den beiden Tollitäten-Prunkwagen. Mit vollen Händen schleuderten Prinzessin Maike und das Kinderprinzenpaar Maximilian und Dana-Marie massenweise Kamelle, Pralinen und Schokolade unter das Kaller Narrenvolk.

 

Über eine Geste am Zug-Weg freute sich Prinzessin Maike ganz besonders: Im Ortszentrum hielten die Mädchen der Garde „Kallbachmückchen“ ein riesiges Transparent mit der Botschaft „Die Kallbachmückchen grüßen ihre Prinzessin Maike I.“ hoch. Die „Kallbachmücken“ ist eine der drei Garden, die von Maike Wilkens trainiert werden.

 

Die Feuerwehr Kall und das Rote Kreuz sorgten beim Zug für die Sicherheit der Zugteilnehmer und der großen Zuschauerschar am Straßenrand.

 

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Die von Maike Wilkens trainierte Garde "Höppemückchen" grüßte ihre Prinzessin mit einem großen Transparent. Oben auf dem Wagen filmte der WDR. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Mit vereinten Kräften gelang den Kaller Karnevalisten die Machtübernahme im Rathaus: Der Straßenkarneval wurde eröffnet. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

„Oberster Brandstifter“ kapituliert

Fünfte Jahreszeit: Jecken übernahmen in Kall die Macht – Verwaltung kapitulierte nach „Möckeflitsch“-Beschuss – Kaller Kinderprinzenpaar begeisterte mit Gesang

 

Kall – „Niemals!“, schrie Harald Heinen, Mitarbeiter der Kaller Verwaltung und Chef der Feuerwehr, den Kallbach-Kanonieren der „Löstige Bröder“ aus einem Fenster im ersten Stock entgegen. Niemals werde er das Rathaus aufgeben, dessen Verteidigung Bürgermeister Herbert Radermacher ihm anvertraut hatte. Er werde kämpfen „bis zum letzten Wassertropfen!“. Dabei fuchtelte Heinen wild mit einem Feuerwehrschlauch herum und zielte auf die Tollitäten, die sich aus Kall sowie den Außenorten Scheven, Sistig und Sötenich zusammengerottet hatten.

 

Höchste Alarmstufe also für das närrische Volk, das trotz Schneeregens in Scharen zum Rathaus gekommen war, um die Macht zu übernehmen und den Kaller Straßenkarneval einzuläuten. Doch die Antwort auf Heinens Drohgebärden kam prompt: Ein weiterer donnernder Schuss aus der „Möckeflitsch“ in Richtung des „obersten Brandstifters“. So nämlich nannte Werner Keutgen, der als Ex-Vorsitzender der „Löstige Bröder“ seinen erkrankten Nachfolger Harald Thelen vertrat, den Wehrleiter Harald Heinen. „Was ist, gibst Du auf?“, schmetterte er in Richtung „Regierungsbunker“. Doch Heinen blieb eisern, und es bedurfte eines weiteren Schusses, bis er schließlich in höchster Not die weiße Fahne hisste. Kapitulation! Das Volk jubelte und Gardisten stürmten das Rathaus.

 

Nach einem kurzen Handgemenge war es geschafft: In Ketten gelegt wurde Harald Heinen vors Rathaus geführt und gestand: „Es ging nicht mehr, die Kugeln kamen einfach zu nah!“ Übrigens habe eigentlich der Allgemeine Vertreter Michael Heller (der sich im Urlaub befand) das Rathaus verteidigen sollen, plauderte Heinen „aus dem Nähkästchen“ – aber der sei mit der Stadtkasse durchgebrannt. Den Kaller Jecken war sogar das egal. Sie hatten die Macht übernommen und erreicht, was sie wollten: Den Start in die tollen Tage.

 

Dass diese im Gemeindegebiet turbulent würden, dass ließen auch die bestens gelaunten Tollitäten ahnen, die den „Löstige Bröder“ Schützenhilfe leisteten. Für die Schevener „Jecke vom Hahnebömsche“ ist es die 33. Session, wie der Vorsitzende Lutz Schaar berichtete. Regiert werden sie in der Jubiläumsession vom Dreigestirn Prinz Joachim I. (Cremer), Bauer Rene I. (Züll) und Jungfrau Haralda I. (Harald Preuß) sowie der Kinderprinzessin Daria I. (Mattes), dem „Pättchen“ des Prinzen.

 

Einen herzlichen Gruß aus der Nikolaus-Schule übermittelte – natürlich mit einem dreifachen „Alaaf“ – Bauer Loic I., auch im Namen seiner Prinzessin Sarah I. und der Jungfrau Chantal I.. Im Gefolge hatte Loic seine Schulleiterin Andrea Luxemburger-Schlösser. Der „KinderKarneval Sistig“ ging erstmals in der Vereinsgeschichte ohne Tollitäten in die Session – dafür aber wie immer bester Stimmung, wie der Vorsitzende Gerd Schumann und seine Begleiter bewiesen.

 

Karl-Heinz Hensch stellte die Tollitäten der „Süetenicher Schlipse“ vor: Prinzessin Schröder I. (Katharina Liebertz geb. Schröder) sowie das Kinderdreigestirn Prinzessin Anna I., Jungfrau Nina I. und Bauer Wolke I. vor. Bei so geballter Weiblichkeit, so Hensch, habe er natürlich nicht nur am Wievertag nichts zu melden…

 

Als „singendes Kinderprinzenpaar“ waren sie die heimlichen Stars: Maxi I. (Maximilian Brucker) und Dana Marie I. (Walber), die gemeinsam mit Prinzessin Maike I. (Wilkens) das Tollitäten-Team der Kaller „Löstige Bröder“ bilden. „Wenn wir zosamme singe, dann weed dat överall joot klinge“, intonierten sie und heizten der ganzen Schar trotz frostiger Temperaturen ordentlich ein.

 

Prinzessin und Garde-Trainerin Maike I. forderte schließlich auch „ihre“ Truppe, die Kallbachmücken, zum Tanz auf. Sie begeisterten ebenso wie die tanzenden „Möhne“, ohne die der Kaller Wieverdonnerstag nur halb so schön wäre. So konnte auch diesmal ihrem Tanz zu Ehren der Tollitäten keiner widerstehen und schon bald tanzten alle gemeinsam auf dem Rathausvorplatz – mit einem folgenden „Ausfallschritt“ in den Ratssaal.

 

Dorthin nämlich lud Guido Keutgen im Namen des Bürgermeisters alle zum Weiterfeiern ein. Nicht allerdings ohne dem ersten Bürger Kalls, der wegen eines Trauerfalls alle karnevalistischen Termine abgesagt hatte, einen herzlichen Gruß zu senden: „Wir hoffen, im nächsten Jahr ist er wieder dabei!“

 

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Schließlich musste sich Harald Heinen der Übermacht der Karnevalisten beugen und kapitulierte. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress
Das spielte den Eroberern in die Hände: Die Damen der Verwaltung hatten Harald Heinen fest im Griff. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Direkt nach seiner Rückkehr aus der Reha trat der Kaller Ex- Gemeindedirektor Friedrich Josef Laux (Mitte) dem Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier bei. Er ist das 100. Mitglied und wurde vom Vorsitzenden Uwe Schubinski (rechts) und „Vize" Ralf Schumacher mit einer Flasche Wein willkommen geheißen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Das 100. Mitglied geehrt

Der ehemalige Kaller Gemeindedirektor Friedrich Josef Laux landete mit seinem Eintritt in den „Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier“ einen Volltreffer - Vorstand: „Der Laden brummt“ – Freude über große Akzeptanz bei Bevölkerung

 

Kall - Er war vom 1. Juli 1974 bis zum 30. Juni 1994 Gemeindedirektor in Kall und lebt seit mehr als 20 Jahren im Ruhestand. Zweimal in der Woche vertreibt sich Laux mit seinem Skat- und Doppelkopf-Freunden im Gasthaus Gier die Zeit mit Kartenspielen. Dass dies auch weiterhin so bleiben kann, verdanken Laux und seine Mitspieler dem Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier, der das Gasthaus vor seiner endgültigen Schließung bewahrt hat und es jetzt als Verein bewirtschaftet.

Dieser Tage wurde der ehemalige Veraltungschef mehr als überrascht, als der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier, Uwe Schubinski, und Stellvertreter Ralf Schumacher ihm in der vereinseigenen Gaststätte eine Flasche Wein übereichten. Der Grund dafür war ein ganz besonderer, denn „Fritz“ Laux hatte eine Woche zuvor seinen Eintritt in den Betreiberverein erklärt.

Wie sich herausstellte, hatte Laux mit seinem Beitritt einen Volltreffer gelandet: Er entpuppte sich als das 100. Mitglied in dem Verein, der erst am 17. September letzten Jahres aus der Taufe gehoben wurde und seit dem 11. November die Traditions-Gaststätte bewirtschaftet.

Bei der Entstehung des Vereins und der Wiedereröffnung der Gaststätte konnte der 85-jährige Ex-Gemeindedirektor nicht dabei sein, weil er nach einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus und anschließend in der Reha weilte. Aus der Reha zurückgekehrt erklärte er jetzt bei seinem ersten Skat-Abend sofort seine Vereinsmitgliedschaft. Laux lobte das große Engagement des Vereins, der die alte Gaststätten-Tradition in dem denkmalgeschützten Gebäude erhalte.

Trotz seiner 85 Lenze ist Friedrich Josef Laux, der vom 1. Juli 1974 bis zum 30. Juni 1994 Gemeindedirektor in Kall war, jedoch nicht das älteste Mitglied des Vereins. Dieses Privileg besitzt der Bliesheimer Robert Stöpp, der Anfang Juni 90 Jahre alt wird und noch immer zum „Schocken“ ins Haus Gier nach Kall kommt.

Wie Uwe Schubinski bei der Ehrung von Laux erklärte, hat sich die Mühe des Vereinsvorstandes und der vielen Helfer bei der Renovierung der Gaststätte gelohnt. „Der Laden brummt“, freut sich der Vorsitzende, der hin und wieder selbst den Kochlöffel in der Küche schwingt. Der große Mitgliederzulauf und die Akzeptanz der Kaller Bevölkerung zeige, dass der Verein auf dem richtigen Weg sei.

Auch an den Karnevalstagen wird es in der denkmalgeschützten Gaststätte rundgehen. Am Nachmittag des Weiberdonnerstag wird der Sötenicher Entertainer Julian Heldt für Stimmung sorgen, nach dem Umzug am Karnevalssonntag wird ebenfalls im Saal gefeiert. Am Kirmessamstag, 27. August, wird es im renovierten Saal wieder einen richtigen Kirmesball für Jung und Alt mit einer Live-Band geben.

pp/Agentur ProfiPress


Stellten das Programm der 19. Mechernicher Oldie-Nacht zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel am Samstag, 12. März, ab 17 Uhr, in der Zikkurat vor: (v.l.) Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sowie Thomas Tampier, Paul Schneider und Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Kult-Ereignis für den guten Zweck

19. Oldie-Nacht zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel mit tollem Programm – Kartenvorverkauf hat begonnen- Musikalisches Gedenken an die vor einem Jahr verstorbenen Sänger Udo Jürgens und Joe Cocker

 

 

Kall/Mechernich-Firmenich – Der Vorverkauf für die 19. Oldie-Nacht zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel hat kurz vor Weihnachten begonnen. Nachdem einige Zeit lang ungewiss war, ob die traditionsreiche Benefiz-Veranstaltung nach dem Weggang der „Ton-Fabrik“ weiterhin in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat stattfinden kann, waren Freude und Erleichterung umso größer, als Zikkurat-Betreiber Heinrich Wolf der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämieerkrankte Kinder nach Wochen des Bangens die Zusage erteilte. „Es gibt einfach weit und breit keine Location, die besser geeignet wäre“, sagte Willi Greuel, Vorsitzender der Hilfsgruppe.

Für das Line-up der 19. Oldie-Nacht hatten Greuel und seine Helfer wieder die Qual der Wahl, wie der Hilfsgruppen-Chef berichtet: „Es haben so viele Bands angefragt, ob sie bei uns auftreten dürfen, dass wir uns wieder das Beste herausholen konnten.“ Nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Musikern genieße die Oldie-Nacht des in Kall ansässigen Hilfsfonds deutschlandweit Kultstatus und werde für ihre Qualität gerühmt. Für die Hilfsgruppe ist sie eine der bedeutendsten Veranstaltungen im Jahresablauf, da mit dem Erlös wichtige Projekte finanziert werden.

Haupt-Act ist „Night Fever – The very best oft he Bee Gees“. „Keine andere Band kommt dem Original so nah“, sagte Willi Greuel. Michael Zai, Franco Leon und Uwe Haselsteiner verkörpern die Gibb-Brüder in Perfektion. Ihre authentische Show wird den Schlusspunkt des diesjährigen neun- bis zehnstündigen Musikmarathons in der Zikkurat setzen, der um 17 Uhr (Einlass 16 Uhr) beginnt.

Den deutschen Part im Programm übernehmen Musiker Hubby Scherhag und das Orchester „Sahnemix“ mit ihrer Udo-Jürgens-Show. „Er isset einfach“, kommentierte Willi Greuel die verblüffende Ähnlichkeit Scherhags in Stimme, Mimik und Gestik mit seinem großen Vorbild Udo Jürgens. Freuen dürfen sich die Besucher der Oldie-Nacht auf die schönsten Lieder des vor einem Jahr verstorbenen Sängers. Auf ihre Kosten kommen auch Joe-Cocker-Fans, wenn der in Hamburg lebende britische Singer/Songwriter Dee Arthur James mit seiner Band die Bühne betreten und mit rauchiger Stimme die unvergesslichen Lieder des ebenfalls vor einem Jahr verstorbenen britischen Rock- und Blues-Sängers anstimmen wird.

 

Männer von Flake wieder dabei

 

Zum zweiten Mal bei der Oldienacht dabei sind „RoxxBusters“ sowie die Bon-Jovi-Tribute-Band „Bounce“. Die RoxxBusters, zu denen auch der Mechernicher Rainer Peters, Bassist der Big Band der Bundeswehr gehört, haben sich musikalisch vor allem den 70ern und 80ern verschrieben und interpretieren alles, was damals die Musikwelt bewegte: von Pink Floyd bis Supertramp, von Deep Purple bis Queen, aber auch Phil Collins, Michael Jackson, U2, Aerosmith oder AC/DC fehlen nicht im Repertoire.

Mit dabei sind auch die Männer von Flake aus Bad Münstereifel, die im Vorjahr kurzfristig für eine Band eingesprungen und das Publikum begeistert hatten sowie die Band Flieger, die quasi zum festen Bestand der Oldie-Nacht zählt.

Auf jeden Fall wird es auch wieder einen Restaurant-Bereich für die Gäste geben, die sich einmal zurückziehen möchten. Hier möchte die Hilfsgruppe Eifel nicht nur für ein erstklassiges Catering, sondern auch für einen eher ruhigen musikalischen Hintergrund sorgen. Dafür wurde erneut der Sänger Franz-Josef Raab verpflichtet, der im Duett mit dem Pianisten Ricardo Angel auftritt. Außerdem spielen hier Uwe Reetz und die Eifelperlen sowie die Tanzband „De Schlingele“ aus Wollenberg.

„Wir möchten, dass sich unsere Gäste wohlfühlen. Bei uns sollen die Menschen einmal alles andere für ein paar Stunden vergessen und sich einfach nur amüsieren“, betonte Willi Greuel. Deshalb würden auch „nur“ maximal 2.500 Eintrittskarten verkauft, obwohl die Veranstaltungshalle für 3.000 Besucher zugelassen sei. Den reibungslosen Ablauf gewähren an die 180 freiwillige Helfer der Hilfsgruppe sowie der seit vielen Jahren bewährte Sicherheitsdienst.

Tickets gibt es in folgenden Vorverkaufsstellen: in der Buchhandlung Schwinning in Mechernich, im Rewe-Center und der Bauzentrale Schumacher in Kall, bei Lotto Winter im Rewe-Center in Kommern, in der Buchhandlung Wachtel in Gemünd, im Wochenspiegelbüro und in SVE-Ticketshop in Euskirchen, in der Postagentur Herr in Schleiden, im Rewe-Center in Zülpich, bei Edeka Interbieten in Weilerswist und im Internet unter www.mechernicher-oldienacht.de

pp/Agentur ProfiPress

 


„Jeder Arbeitstag hat mir Freude gemacht“, sagte ein sichtlich gerührter Helmut Lanio im Rückblick auf „vier tolle Jahrzehnte“. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Ein Medienprofi geht von Bord

Der in Kall lebende Helmut Lanio verlässt nach 40 Jahren das Medienhaus Weiss – Großer Unterstützer der Kultur, des Tourismus und des Bewusstseins für die Vorzüge und Besonderheiten der Eifel

Kall/Monschau – Ein kreativer Geist, ein engagierter Querdenker, ein Medienprofi durch und durch und ein liebenswürdiger, weltoffener Mensch, der es – anders, als es sein äußeres Erscheinungsbild vermuten lässt – nicht schwarz und weiß, sondern bunt und multikulturell mag: Helmut Lanio, der in Kall lebt und vier Jahrzehnte lang für das Medienhaus Weiss tätig war und dessen Name untrennbar mit dem Erfolg des Unternehmens verbunden ist, ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Zahlreiche Gäste versammelten sich dazu im Druckereimuseum Weiss in Imgenbroich, darunter Verleger und geistliche Würdenträger, Geschäftspartner, Persönlichkeiten aus Politik und Sport, Kultur und Literatur, Kunst und Handwerk sowie viele Freunde, Kollegen und Helmut Lanios Familie.

In einer launigen Rede würdigte Firmenchef Georg Weiss die unverwechselbare Persönlichkeit und die Verdienste Lanios. Dabei habe er in keiner Weise den Ratschlägen von Personalberater entsprochen, die diese Firmenchefs erteilen würden, sagte Weiß schmunzelnd in Anspielung auf Helmut Lanios individuelle Besonderheiten. Dessen „faszinierende Persönlichkeit“, so Weiss, habe aber letztlich „hundertprozentig in die oberste Führung eines Medienunternehmens gepasst“. So habe er in diesen vier Jahrzehnten die Entwicklung des Unternehmens ganz entscheidend mitgeprägt.

Als gelernter Siebdrucker und nach dem Besuch der staatlichen Kunstschule in Rheinbach startete Helmut Lanio seine Karriere im Hause Weiss 1976 als Werbeleiter. Im weiteren Verlauf seines Berufsweges bis hin zum Verlagsgeschäftsführer kam es ihm zugute, dass er sich in der Satz- und Drucktechnik ebenso auskannte wie in der digitalen Welt, mit wichtigen Kunden umzugehen wusste, viel vom Journalismus verstand und mit unternehmerischem Denken auch das Marketing beherrschte. „Er dürfte in der deutschen Medienwelt nur wenige Entscheider geben, denen er kein Begriff ist“, sagte Hans-Georg Weiss anerkennend.

Auch wenn Helmut Lanios berufliches Wirken endet, war jedem der Anwesenden klar, dass sein „Ruhestand“ alles andere als gleichbedeutend mit einem beschaulichen Rentnerleben sein wird. Die neue Freiheit sei noch etwas ungewohnt, aber mit Freude und Neugier verbunden, sagte ein sichtlich gerührter Helmut Lanio. Er freue sich darauf, sich nun mit mehr Zeit seinen schöpferischen und sozialen Engagements zu widmen.

Helmut Lanio ist seit 24 Jahren einer der größten Unterstützer der Kaller Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämieerkrankte Kinder, begleitet als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kloster Steinfeld das Kloster als geistliches Zentrum in der Eifel in eine erfolgreiche Zukunft, er ist Motor der „Monschau Klassik“ und Mitbegründer und Programmbeirat der „Lit.Eifel“, die er im vierten Jahr weiter ausbauen will.

Darüber hinaus fördert er auf vielfältige Weise die Entwicklung des Eifel-Raumes, sei es bei der „Regionalmarke Eifel“ oder in diversen touristischen Organisationen. Ausgestattet mit einem großen Herzen für seine Wahlheimat, ist es ihm ein großes Anliegen, immer wieder die Vorzüge der Eifel herauszustellen und die Menschen für das Heimatgefühl zu begeistern.

„Es gibt noch Träume und Ziele, die ich erreichen möchte“, sagte der 66-Jährige.

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Voll besetzt war das Krekeler Bürgerhaus bei einer Bürgerversammlung zum Ausbau der B 258. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Großes Interesse bei den Bürgern

Versammlung zum Ausbau der B 258 - Krekeler Bürgerhaus voll besetzt – Keine Kosten für Anlieger

Kall-Krekel – Über eine Bürgerversammlung zum Ausbau der B 258 im voll besetzten Krekeler Bürgerhaus berichtete der Redakteur Klaus Pesch in der Kölnischen Rundschau vom 29. Januar 2015. „Bürgermeister Herbert Radermacher hatte bei diesem Informationsabend leichtes Spiel, konnte er doch allen Anwesenden versprechen, dass ihnen durch die Arbeiten am Bürgersteig keine Kosten entstehen werden“, so Pesch.

Mit Bezug auf Andreas Groß vom Landesbetrieb Straßen NRW berichtete der Redakteur, „dass die Bauarbeiten im Mai beginnen und drei Monate dauern werden. Weil die Straße sehr ramponiert sei, müssten alle drei Asphaltdecken und die Frostschutzschicht entfernt werden.“ Groß habe auch erläutert, dass während der Arbeiten der Verkehr auf der B 258 weiter fließen soll. Dazu werde jeweils halbseitig eine Strecke von 400 Metern mit einer Baustellenampel gesperrt.

„Ortsvorsteher Hans Dieter Schäfer (FDP) sprach sich dafür aus, in Höhe des Autohauses Rupp einen Zebrastreifen anzulegen, weil hier von Fußgängern relativ oft die Fahrbahn gewechselt werde“, so die Kölnische Rundschau. Schäfer erinnerte daran, dass es bei dem Bereich um einen ernst zu nehmenden Gefahrenpunkt handle, an dem bereits zu vier Menschen bei Unfällen zu Tode gekommen seien. Andreas Groß konnte den Krekelern diesbezüglich aber wenig Hoffnungen machen. Der Rundschau-Redakteur zitiert: „Derzeit sehen wir keinen Anlass für eine solche Maßnahme.“ Und: „Die überörtlichen Straßen sind grundsätzlich frei zu halten.“

Schließlich, so die Kölnische Rundschau, habe Eckhard Klinkhammer von der KEV im Rahmen der Bürgerversammlung über den Abbau der Strom-Oberleitung berichtet. Die Kabel würden nun unter der Erde verlegt, aber auch hierdurch entstünden den Anwohnern keine Kosten, „lediglich für nötige Veränderungen an der hausinternen Elektrik müssen sie aufkommen.“ Pesch: „Und Franz-Josef Schmitz (Westnetz) erläuterte, dass die Glasfaserleitungen sowie Lehrrohre für schnelles Internet gelegt würden.“

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In Sachen Energiesparen liegt die Gemeinde Kall weit vorne. Klimaschutzmanager Tobias Feld vor der Anzeigetafel der Photovoltaikanlage. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Stark für’s Klima

Gemeinde Kall auf dem Weg zum European Energy Award in Gold – Energieberatung für Mieter und Hausbesitzer – Ökostrom, E-Mobil und Pedelecs

Kall - Klimaschutz gehört schon lange zu den Stärken der Gemeinde Kall. Im November vergangenen Jahres gab es dafür den European Energy Award (EEA) in Silber, mit dem die Gemeinde Kall als Europäische Energie- und Klimaschutzkommune ausgezeichnet wurde. „Diesen Award wollen wir noch vergolden“, kündigte Bürgermeister Herbert Radermacher an – und die Gemeinde ist auf dem Weg dorthin.

Bisher ist Kall die einzige Kommune im Kreisgebiet, die an dem Energie-Programm teilnimmt. Über vier Jahre lief die erste Förderphase rund um den European Energy Award, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Bewertung erfolgt über einen Maßnahmenkatalog für den Klimaschutz. Ab Februar 2016 folgen drei weitere Jahre im EEA.

Dazu kommt ein externer Fachmann in die Kommune und erarbeitet mit den Verantwortlichen ein Konzept, wo man Energie einsparen kann oder welche Ideen zum Klimaschutz umgesetzt werden können. Für den goldenen Award muss sich die Gemeinde Kall nun von 58 auf mindestens 75 Prozentpunkte steigern.

Tobias Feld, Energieberater und Klimaschutzmanager der Gemeinde Kall, muss den Überblick behalten: Gebäudesanierung, Energieberatung für Privatleute, Mobilität, Abfallbeseitigung, Photovoltaikanlagen – viele verschiedene Bereiche hängen mit dem Klimaschutz zusammen. „Ich finde es gut, dass beim Energy Award die ganze Bandbreite der Maßnahmen zum Energiesparen betrachtet wird“, sagt Tobias Feld.

Auch im Rathaus selbst sind schon einige Maßnahmen durchgeführt worden. So wurden beispielsweise große Teile der Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgerüstet und Räume mit Sensoren ausgestattet, so dass das Licht nur noch abhängig von Anwesenheit und Tageslichtstärke brennt. Ähnliche Aktionen wurden schon bei den Kaller Schulen durchgeführt und auch die Straßenbeleuchtung wird nach und nach neu gemacht und durch LED-Lampen ersetzt.

Außerdem setzt die Gemeinde Kall auf Ökostrom durch eigene Photovoltaik-Anlagen wie auf dem Rathausdach, besitzt ein E-Mobil als Dienstfahrzeug und will bald auch noch zwei Pedelecs für kürzere Dienstfahrten anschaffen. „Wir wollen jetzt agieren anstatt nur zu reagieren“, erklärt Tobias Feld, städtischer Klimaschutzberater.

Unterstützung erhält er vom Energieteam in Kall. Etwa einmal im Monat treffen sich die Ehrenamtler, darunter einige Fachleute, um aktuelle Informationen auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Die Ergebnisse stellt Tobias Feld schließlich der Politik vor, die die gut durchdachten Vorhaben meist unterstützt.

„Es geht einfach darum, weniger Energie zu verbrauchen und weniger CO² in die Luft zu pusten“, sagt Klimaschutzberater Tobias Feld. Dazu helfe manchmal schon, wenn man sich aufmerksam mit dem Thema befasse. Schließlich tue man dabei nicht nur etwas für die Umwelt, sondern meist auch für den eigenen Geldbeutel. Damit sich die Kaller mit dem Klimaschutz beschäftigen, geht Tobias Feld mit Projekten in Schulen und bietet im Rathaus eine persönliche Energieberatung an. „Privathaushalte sind nämlich für ein Drittel des CO²-Austausches verantwortlich“, betont der Energieberater.

Er gibt ein paar Tipps zum Energiesparen: Alte Heizpumpen laufen häufig zu lange und bewegen zu viel Wasser. Wer sie erneuert, sollte das Geld für die Anschaffung innerhalb von etwa drei Jahren zurück haben. Auch alte Kühlschränke sind Stromfresser. Deshalb sollte man sie eigentlich entsorgen und nicht in der Garage behalten, um im Sommer das Bier kalt zu stellen. Beim Haus besonders wichtig: Immer darauf achten, dass das Dach gut gedämmt ist. Wer sich dazu entscheidet, sein Dach neu zu dämmen, bekommt vom Staat einen Bonus, sofern bei der Erneuerung mehr gemacht wird, als gesetzlich vorgeschrieben.

Ganz genau können sich demnächst die Keldenicher vor Ort im eigenen Haus zum Energiesparen beraten lassen. Im Rahmen des Sanierungstreffs im Kreis Euskirchen kommt der Energieberater auf Wunsch ins Haus und berät Mieter oder Hausbesitzer ganz individuell und kostenlos. Das Angebot gilt an den folgenden drei Terminen, jeweils Mittwoch und Donnerstag, am 10. und 11. Februar, am 24. und 25. Februar sowie am 9. und10. März jeweils zwischen 14 und 19 Uhr. Keldenicher können sich bei Karsten Strätz, Klimaschutzmanager im Kreis Euskirchen, anmelden unter Tel. 0 22 51/1 59 77.

Vormerken können sich Interessierte außerdem den Termin für die nächste Enerkom, hinter der die Gemeinde Kall zusammen mit anderen Kommunen aus der Eifel steht. Bei der Energiesparmesse am Sonntag, 3. April, stellen im Gemünder Kursaal wieder Energieversorger, Banken und Handwerker aus. Immobilienbesitzer und solche, die es einmal werden wollen, können sich dort also bei Ausstellern und Fachvorträgen rundum mit Informationen versorgen.

pp/Agentur ProfiPress


Für Kinder von ein bis drei Jahren, aber auch für Grundschulkinder, werden auch in Kall dringend Tagespflegeplätze gesucht. Foto: Rainer Sturm/Pixelio/pp/Agentur ProfiPress

Tagesmütter und-väter dringend gesucht

Qualifizierungskurs startet im Februar – Infoabend auch im Familienzentrum Mechernich

Kall/Kreis Euskirchen - Der Kreis Euskirchen sucht für das kommende Kindergartenjahr dringend Tagesmütter und Tagesväter, berichtet Margret Meisen, die beim Kreisverband Euskirchen im Deutschen Kinderschutzbund den Bereich Kindertagespflege koordiniert. Vor allem in Mechernich, Kall, Weilerswist und Bad Münstereifel würden noch weitere Tagespflegestellen benötigt.

In einer Tagespflegestelle können je nach Räumlichkeiten bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut werden. „Der Beruf der Tagesmutter und des Tagesvaters stellt vielfältige Anforderung an die Menschen, die ihn ausüben wollen“, so Margret Meisen weiter. Auch wer lieber mit älteren Kindern arbeite, könne in der Kindertagespflege seine Aufgabe finden. Es besteht kreisweit Bedarf an Personen, die bereit sind, Kinder im Kindergarten oder der OGS abzuholen und bis in den Abend oder auch am Wochenende zu betreuen. Vor diesem Hintergrund finden in den nächsten Tagen und Wochen Informationsabende und ein Qualifizierungskurse statt.

Der nächste Qualifizierungskurs für die Kindertagespflege findet in Euskirchen im Haus der Familie statt. Er beginnt am Mittwoch, 10. Februar, um 19 Uhr mit einem Informationsabend, an dem auch Martina Hilger-Mommer vom Kreisjugendamt teilnehmen wird. Die Teilnahme am Informationsabend ist unverbindlich und kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0 22 51/9 57 11 20 oder unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik. Die Teilnahme am Informationsabend ist Voraussetzung für die Anmeldung zum Qualifizierungskurs Kindertagespflege.

Für diejenigen, für die der Gedanke, als Tagespflegeperson zu arbeiten noch neu ist und die zusätzliche Informationen über die Rahmenbedingungen der Tagespflegepersonen im Kreis Euskirchen und Unterstützung bei der Entscheidung benötigen, bietet Margret Meisen zwei allgemeine Informationsabende an, nämlich am Donnerstag, 28. Januar, um 19 Uhr im Rotkreuz-Familienzentrum Weilerswist; Bernhard-Thywissen-Str. 2; Weilerswist und am Dienstag, 2. Februar, um 19 im Familienzentrum Mechernich; Emil-Kreuser-Str.28-30; Mechernich.

Anmeldung werden erbeten unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik oder Tel. 0 22 51/7 02 58 16 (bitte auf AB sprechen).

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Nach der erfolgreichen Premiere soll die Berufsberatung aus erster Hand durch die Eltern der HJK-Schüler nun einmal jährlich stattfinden. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Eltern stellen ihre Berufe vor

Das Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld geht in Sachen Berufsorientierung einen neuen Weg

Kall-Steinfeld –Günther Jauch und Til Schweiger sind gleich zweifache Studienabbrecher und prominente Beispiele dafür, dass ein begonnenes Studium sehr oft nicht zu Ende geführt wird. Nicht jeder hat das Talent und Glück, ein Film- und Fernsehstar zu werden, und so ist es dem Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld ein Anliegen, möglichst früh die Weichen zu stellen für die erfolgreiche Berufs- und Studienorientierung seiner Schüler.

Dazu gab es nun eine erfolgreiche Premiere, die zum festen Bestandteil werden soll: Bei einer ganz besonderen Form der Berufsberatung konnten die Schüler der Jahrgangsstufe Q1, also dem vorletzten Jahr vor dem Abitur, in die bunte Welt der Berufe eintauchen und sich aus erster Hand informieren lassen. Insgesamt 50 Eltern und ehemalige Schüler hatten sich im Vorfeld bereit erklärt, bei dieser Veranstaltung ihre Berufe vorzustellen und in Interviews Fragen der Schüler zu beantworten.

Was sollte man mitbringen, wenn man zur Bundespolizei möchte? Wie lange dauert die Ausbildung zum Physiotherapeuten? Wie sieht das Verhältnis von Schreibtisch- zu praktischer Arbeit eines Stadtplaners aus? Diese und viele andere Fragen stellten die Schüler den Eltern. Dazu hatten die Lehrerinnen Christine Roggendorf und Annette Clasen, die für die Berufs- und Studienorientierung an der Schule verantwortlich sind, einen Fragebogen erstellt. Zudem konnten die Schüler vorab eine Auswahl der Berufe treffen, für die sie sich besonders interessierten.

So wie etwa der 16-jährige Finn Tausch, dessen Berufspläne recht deutlich in Richtung Jura gehen und dem sich nun die Gelegenheit bot, mit einer im öffentlichen Dienst beschäftigten Juristin zu sprechen. „Ich glaube, dass es im öffentlichen Dienst schon etwas entspannter zugeht als in der Kanzlei eines selbständigen Rechtsanwaltes“, war sein Eindruck. Die 18-jährige Kristina Dück interessiert sich beruflich für Stadt- und Landschaftsgestaltung und hatte das Glück, sich sowohl mit einem Stadtplaner als auch mit einer Landschaftsarchitektin unterhalten zu können. „Der Bürojob des Stadtplaners wäre mir zu trocken, aber überrascht war ich, wie vielfältig die Möglichkeiten als Landschaftsplanerin sind“, lautete ihr Fazit.

Andere der insgesamt 90 Q1-Schüler befragten einen Bankkaufmann, eine Tierärztin, eine Notarfachassistentin, einen Steuerberater oder einen Förster. Oder sie erfuhren im Gespräch mit dem ehemaligen HJK-Schüler Matthias Schumacher, der 2007 sein Abi gemacht und erfolgreich sein Master-Studium der Physik abgeschlossen hat, wieviel Mathematik gefragt ist, um das Studium erfolgreich bestehen zu können.

Die Palette der verschiedenen Berufe war breit gefächert und erlaubte den angehenden Abiturienten einen Einblick sowohl in akademische Werdegänge als auch in Berufsausbildungen, für die kein Studium nötig ist. „Es ist eine gute Sache, selbst wenn die Schüler danach wissen, was sie auf keinen Fall werden wollen", sagte Lehrerin Annette Clasen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch das Seminar „Entscheidungsmanagement“ unter der Leitung der beiden Lehrerinnen. Grundlage war ein Modul der Reihe „Uni-Trainees“, das von der Universität Essen entwickelt wurde. Hier erfuhren die Jugendlichen zu ihrem großen Erstaunen unter anderem, inwiefern das „Bauchgefühl“ im Verhältnis zur „Kopfebene“ ihre Entscheidungen bestimmt. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir Entscheidungen zu 80 bis 90 Prozent aus dem Bauch heraus fällen“, sagte Annette Clasen. Abschließend nahm Christine Roggendorf den Schülern die Angst, „falsche“ Entscheidungen zu treffen. „Lernen muss man ohnehin sein ganzes Leben lang. Und auch Perspektivwechsel sind im Berufsleben immer möglich“, sagte sie.

pp/Agentur ProfiPress


Zum nächsten Begegnungscafé, hier ein Archivbild, lädt die Flüchtlings-hilfe Kall ein am Freitag, 15. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr. Archivfoto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Nächstes Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe

Kaffeetafel der Flüchtlingshilfe Kall für „neue Nachbarn“, Unterstützer und alle Bürger am Freitag, 15. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus

Kall – Das Flüchtlingscafé in Kall ist dank des großen Zuspruchs eine feste Institution in der Kaller Flüchtlingsarbeit geworden. Kontakte zwischen Kaller Bürgern und den „neuen Nachbarn“ werden geknüpft. Gleichzeitig ist das Flüchtlingscafé ein Ort, an dem sich die teils in Kaller Außenorten untergebrachten Flüchtlinge untereinander treffen und die ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe sich vernetzen können.

Das dritte Begegnungscafé findet statt am Freitag, 15. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr im Kaller Pfarrheim St. Nikolaus, Auf dem Büchel 2. Willkommen sind alle Interessierten. Egal, ob sie sich auch für eine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe oder einfach nur die Begegnung mit den Menschen, ihren Geschichten und Kulturen interessieren.

Die Flüchtlingshilfe Kall arbeitet in enger Vernetzung mit der Kaller Politik und Verwaltung sowie zahlreichen Organisationen ehrenamtlich an der nachhaltigen Unterstützung und Eingliederung von mittlerweile über 120 Asylsuchenden im Kaller Ortsgebiet. Rund 60 freiwillige Helfer übernehmen die Betreuung im Sinne der frühen Integration.

Alle Termine sowie weitere Infos zur Flüchtlingshilfe Kall sind auch im Internet unter www.fluechtlingshilfe-kall.de abrufbar. Wer die Kaller Flüchtlingshilfe unterstützen möchte, kann sich unter Tel. 0174/ 942 89 49 oder per Mail an geschützte E-Mail-Adresse als Grafik auch direkt an die Koordinatorin und Caritas-Mitarbeiterin Dorothea Muysers wenden. Auch Spenden sind willkommen, Spendenquittungen stellt die Gemeinde Kall aus.

pp/Agentur ProfiPress


Die Kallbachmücken feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Das Bild zeigt die aktuelle Garde in der Jubiläumssession 2016. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Fernsehreife“ Auftritte im Kölner Karneval gezeigt

50 Jahre „Kallbachmücken“: Eine der ältesten Damen-Tanzgarden im Regionalverband Düren feiert ihren runden Geburtstag – 1966 vom „Eisernen Gustav“ gegründet – Die Zukunft ist gesichert

 

Kall - Sie ist eine der ältesten Karnevalsgarden im Regionalverband Düren und sie feiert in dieser Session ihr 50-jähriges Bestehen. Die Rede ist von der Kaller Garde „Kallbachmücken“, die zwar schon fünf Jahrzehnte alt, aber noch immer eine junge und quirlige Truppe ist. Seit der Gründung im Jahr 1966 sind die Mücken das Aushängeschild des Kaller Karnevalsvereins „Löstige Bröder“.

Die Gründungsdamen der Garde sind heute längst Mütter oder Großmütter, deren Töchter und Enkelinnen zum Gardetanz bei den Mücken gefunden haben. Die „Kallbachmücken“ haben weit mehr als ein Drittel der nunmehr 112-jährigen Geschichte des Kaller Karnevalsvereins aktiv mit geschrieben.

Um die Zukunft der Garde brauchen sich die „Löstige Bröder“ keine Sorgen zu machen. Im Jubiläumsjahr ist die Formation 13 Mitglieder stark. Und bei den „Wirbelmücken“ und den „Höppemückchen“ wächst reichlich Nachwuchs heran.

Gründer und Namensgeber der „Kallbachmücken“ war 1966 der damalige „Löstige Bröder“-Präsident Gustav Limburger, der sich in den 60-er und 70-er Jahren als Karnevalist und Politiker in der Eifel einen Namen als der „Eiserne Gustav“ gemacht hatte. Unter dem Motto „Alles für os Pänz“ hauchte Limburger damals dem eingeschlafenen Karneval in Kall neues Leben ein. Gustav Limburger bekam den Titel „Mückenvater“. Für die Anschaffung von Uniformen ging er sogar betteln: Eine Sammlung bei Kaller Geschäftsleuten erbrachte den stolzen Betrag von 3000 Mark. Mit diesem Geld wurden die Mücken mit rotweißen Kostümen, roten Stiefeln und Hüten eingekleidet. Unter den Dreispitz-Hüten trugen die Gardemädchen damals Perücken mit hellen Zöpfen.

Geprobt wurde auf der Bühne des Saales Gier. Der erste Tanz den die Mücken auf die Narrenbühne brachten, war der Radetzky-Marsch, bei dem die jungen Damen die Beine hoch fliegen ließen.

Schon 1969 hatte sich die Truppe weit über die Grenzen des Kreises Schleiden hinaus einen Namen gemacht. Ihr Repertoire umfasste nach drei Jahren vier Show- und Gardetänze, wobei die Mädels in dieser Zeit drei Tanzlehrer verschlissen hatten.

Probenfleiß und Disziplin zeichnete die junge Garde in den Anfangsjahren aus: Für die Feinarbeit beim Training bekamen die Mücken Unterstützung von ihrem „Ballettmeister“ Werner Lünebach, der damals als selbstständiger Radio- und Fernsehmechaniker tätig war – wenn er nicht gerade die Mücken trainierte.

In der Session 1969/70 sorgten die Mücken sogar im Kölner Karneval für Furore: Der damals durch die Rundfunksitzungen bekannte Kölner Präsident Jo Herbst wollte die Tänzerinnen, nachdem er sie bei einer Herrensitzung in Mechernich erlebt hatte, für acht Auftritte in der Domstadt verpflichten. Doch der prall gefüllte Terminkalender der Garde ließ nur drei Auftritte in der Karnevalshochburg Köln zu. „Eine fernsehreife Truppe“ schrieb damals die Zeitung.

Die Garde der „Kallbachmücken“ überstand auch die Krisenzeiten des Kaller Karnevals, in denen sich die „Löstige Bröder“ eher als „Möde Bröder“ präsentierten, jedoch im Jahr 1991 eine Neubelebung erfuhren. Damals übernahmen Sabine und Sonja Mey das Kommando. Später trainierte Sonja May-Nelles die Garde allein. Danach übernahm Rebekka Kautz, die damals noch Kurten hieß und Solomariechen war, das Training der Mücken. Und dies mit großem Erfolg: Schon beim ersten Gardewettstreit belegte die Garde einen ersten Platz.

Seit 2014 hören die Kallbachmücken, denen derzeit 13 junge Frauen angehören, auf das Kommando von Maike Wilkens. Zum 50. Geburtstag hat die Trainerin mit ihren Mädchen Sequenzen des Radetzky-Marsches einstudiert. Bei der Proklamationssitzung der „Löstige Bröder“ am 16. Januar werden die Mücken dann als Hommage an ihre Gründerinnen beim Radetzky-Marsch die Beine fliegen lassen. Die Feier zum 50-Jährigen der Mücken findet am Freitagabend, 22. Januar, im Rahmen der Hofburgeröffnung in der Gaststätte Gier statt.

Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress


Mit freiwilligen Startgeldern, aufgerundet durch Sponsoren des Laufs, wollen die ausrichtenden Vereine (darunter auch der FC Keldenich) die Kaller Hilfsgruppe Eifel unterstützen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Winterlauf zugunsten Hilfsgruppe Eifel

Nordeifel-Wintertrainingslaufserie am Sonntag, 17. Januar – Start um 10 Uhr, Gerlach-Halle Bad Münstereifel – Strecken über zehn und 20 Kilometer – Spendenerlös für Kaller Hilfsgruppe Eifel – FC Keldenich einer der ausrichtenden Vereine

Kall/Bad Münstereifel - Die Nordeifel-Wintertrainingslaufserie geht für die Saison 2015/2016 in die dritte Runde. Am Sonntag, 17. Januar, starten die Läufe um 10 Uhr an der Gerlach-Halle in Bad Münstereifel. Veranstalter der Laufserie sind fünf Vereine aus der Region: der FC Keldenich, der VfL Kommern, der TVE Bad Münstereifel, der TV Mahlberg und das Tribea-Team aus Marmagen.

Gelaufen wird in zwei Gruppen, entweder über zehn oder über 20 Kilometer. Je nach Trainingsstand können sich die Läufer einem der beiden Teams anschließen. Dabei geht es nicht um einen Wettkampf, sondern um Erfahrungsaustausch und Trainingseffekt. Beide Gruppen werden von erfahrenen Läufern begleitet. Vor Ort stehen kostenlose Getränke und Snacks zur Stärkung bereit.

Die Teilnahme an dem Lauf ist kostenlos, die Sportler können anstelle einer Startgebühr aber eine freiwillige Spende leisten. Diese Startgelder werden dann von Sponsoren des Laufs aufgestockt. Mit den Spendeneinnahmen soll die Hilfsgruppe Eifel aus Kall unterstützt werden, die sich seit vielen Jahren für krebskranke Kinder einsetzt.

pp/Agentur ProfiPress